Susanne Haun

Neapel – Santa Chiara – Susanne Haun

Posted in Neapel, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 4. Juni 2019

 

Skizzenbuch Neapel 5. - 09.04.2019, Santa Chiara, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Skizzenbuch Neapel 5. – 09.04.2019, Santa Chiara, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Heute möchte ich von unserem letzten Tag in Neapel erzählen. Wir besuchten bevor es zum Flughafen ging den Klosterkomplex Santa Chiara.

Am beeindruckensten habe ich die Verkachelungen des Hofes empfunden. 1739 wurde der Hof vom Architekt Antonio Vaccaro gestaltet. Er unterteile den Garten in vier Abschnitte und versah die kreuzförmig angelegten Wege mit 72 achteckigen Säulen, davon ließ er 64 mit Majolikakacheln, die hauptsächlich in Zitronengelb, Olivgrün und Azur strahlen, verkleiden. Die Bänke sind ebenfalls mit Kacheln geschmückt, auf denen mythologische, allegorische, maritime und Alltagsszenen abgebildet sind.

1943 wurde dieses Kleinod durch allierte Bombenangriffe zerstört, der folgende zweitägige Brand zerstörte den Komplex fast vollständig, nach dem Krieg wurde die Kirche schlicht ohne Ausschmückungen wiederaufgebaut. Giottos einst berühmte Fresken, die die Wände der Basilika schmückten, sind nur noch in Rudimenten erhalten. Welch‘ ein Verlust!

Natürlich habe ich wieder viel zu viele Fotos hochgeladen, ich konnte mich wie immer nicht entscheiden, welches Säulenfoto das gelungenste ist. Mit dem Filterprogramm der Sony Cybershot habe ich für die letzten Fotos die Farbe Gelb selektiert.

Alle Neapel Beiträge könnt ihr unter folgenden Link (klick) aufrufen.

 

 

Neapel – Castel dell‘ Ovo – Susanne Haun

Posted in Neapel, Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 27. Mai 2019

 

Skizzenbuch Neapel 5. - 09.04.2019, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Skizzenbuch Neapel 5. – 09.04.2019, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Ein Reisebericht zu schreiben erfordert viel Arbeitszeit und in den letzten Wochen war viel anderes zu berichten.

Meine elektronisch in der Bibliothek ausgeliehenen ebooks laufen in 6 Tagen ab und ich möchte sie nicht nochmals verlängern und so habe ich beschlossen, von den letzten beiden Tagen zu berichten, die wir in Neapel verbrachten.

Das Castel dell’Ovo sieht ein wenig wie extra für die Touristen geschaffen aus, ich habe Disneyland im Kopf. Bis 1975 war das Gelände um die Burg auch Sperrgebiet und diente dem Militär. Erst ab Anfang der 1980er Jahre wurde die imposante Burg aus dem 9. Jh. von den Touristen erobert.

Ovo bedeutet Ei, Forscher mutmaßen, das Kastell habe den Namen vom eiförmigen Grundriss, die Legende besagt jedoch, dass der Dichter Vergil, der im  Mittelalter als Magier galt, im Inneren des Kastells ein magisches Ei gehütet habe.

 

 

 

 

Neapel - Blick vom Castel dell Ovo - Foto von M.Fanke

Neapel – Blick vom Castel dell Ovo – Foto von M.Fanke

 

Wir sind von der Altstadt (siehe hier klick meinen Bericht dazu) auf der Promenade an der Bucht zum Kastell gelaufen. Seblstverständlich haben wir unterwegs Pause für zwei Cappucini und zum Zeichnen gemacht. Im Kastell selber habe ich nicht mehr gezeichnet. Ich war müde vom Tag und habe mich lieber hingesetzt und den Wind, das Meer und die Stimmung genossen. Micha ist herumgelaufen, und hat überall nach Herzenslust Fotos mit seiner Nikon gemacht, während ich mit der Sony Cybershot das Wasser festgehalten habe.

Ach ja, wenn ihr auf einem Bild der Galerie klickt, dann wird es groß angezeigt :-).

 

 

Neapel – Die Kirchen rund um die Spaccanapoli – Susanne Haun

Posted in Neapel, Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 24. April 2019

 

 

In den Kirchen gibt es viele Figuren, die mich zu schnellen Skizzen inspiriert haben. Wenn ihr auf die einzelnen Bilder klickt, werden sie groß dargestellt.

 

 

Die Kirchen rund um die Spaccanapoli Neapels sind natürlich sehr aufregend und strotzen vor Geschichten. Es ist traurig, dass nicht genug Geld vorhanden ist, alles zu restaurieren. Manche Ecken in den Kirchen sind schon sehr staubig. In der San Domenico Maggiore empfing uns am Eingang gleich eine Freundin der Kirche, die uns den Spendenkorb unter die Nase hielt und und uns mit einem Prospekt versorgte. Ich fand das sehr intelligent, die Kirche wird von Touristen überrannt und die wenigsten stecken etwas in die Spendenbox.

 

Neapel - Altstadt - Spaccanapoli - Foto von M.Fanke

Neapel – Altstadt – Spaccanapoli – Foto von M.Fanke

 

Ich wollte unbedingt den Salvator mundi aus der Werkstatt Leonardo da Vincis sehen. Um in die Sakristei mit dem Bild zu gelangen, haben wir pro Person 5 Euro Eintritt gezahlt und waren die einzigen Besucher. Fotografieren war in diesen Räumen verboten. Die riesigen Schränke der Sakristei standen offen und in einem befand sich an der Wand das Bild. Es ist denkbar, das Leonardo für die Serie der Salvador Mundis nur die Zeichnungen erstellte und seine Werkstatt dann eine Anzahl an Gemälden danach schuf. Erinnert ihr euch an die Schlagzeilen 2017? Einer der Salvator mundis tauchte auf und wurde für 450,3 Millionen US-Dollar verkauft. Wer mehr darüber lesen möchte, kann von Frank Zöllner den Aufsatz Der doppelte Leonardo (siehe hier) lesen.

Da wir den Salvotor Mundi nicht fotografieren durften, zeigen wir hier ein Graffiti, von dem wir annahmen, dass es von der Abbildung aus Leonardos Werkstatt inspiriert wurde. Inzwischen weiss ich, dass hier Strassenkusnt von „Blub“ gezeigt wird. Er malt Prominente mit Masken und Schnorchel auf die Mauern Florenz. Vielleicht hat er in Neapel Urlaub gemacht? Sein Motto lautet, dass „Kunst weiß, wie man schwimmt“, also so hoch das Wasser auch steht, durch die Brille der Kunst kann Schönheit gesehen werden.²

 

In den engen Gassen ist es schwierig, eine Kirche so zu fotografieren, dass ein Gesamteindruck vermittelt werden kann.

 

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Quellen: Helbert, Frank; Vitiello, Gabriella , Neapel, Köln 2017;

²Falz, Hansjörg (Hrsg.), Merian Florenz, Florenz und die Toskana, Hamburg 2017, Seite 10.

 

Die touristische Altstadt von Neapel – Susanne Haun

Posted in Neapel, Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch by Susanne Haun on 22. April 2019

 

Neapel - Altstadt - Spaccanapoli - Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Neapel – Altstadt – Spaccanapoli – Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Mit „Gesichter einer Stadt – die Spaccanapoli“ wird in unserem Reiseführer Neapels Broadway bezeichnet. Andy Warhol bezeichnete 1979 bei seinem Besuch Neapels diese berühmte Gasse der Altstadt Neapels als Broadway, weil sie nicht nur geografisch einen Schnitt durch die Stadt am Golf zieht.

 

 

War ich enttäuscht von unserem Spaziergang dort? Ich kann es nicht genau sagen, die Spaccanapoli bietet genau den touristischen Rummel, den die Touristin erwartet. Ich habe es bei weitem mehr genossen, die Gassen rund um unser Appartement zu geniessen. Dort, wo ich das Gefühl hatte, meinen Cappucino und mein süßes Teilchen am Morgen in einem Café zu mir zu nehmen, wo ich die einzige Touristen (neben Micha 😉 ) war.

Der Eingang der berühmten Gasse ist durch eine große Wandbemalung gekennzeichnet, die Micha und ich unterschiedlich interpretierten.

 

 

Wir haben fotografisch festgehalten, was die Schaufenster bieten und was das Touristinnenherz erfreuen soll. Ich habe in Neapel tatsächlich kein Mitbringsel gekauft. Das ist selten, sonst finde ich meistens irgendetwas, was ich in meine Stilllebensammlung integrieren kann, dieses mal nicht. Ich war nicht in Kauflaune 😉 . Mir liegt die Wohnungsauflösung meines Vaters schwer im Magen und ich mag im Moment nichts kaufen, wenn ich nur daran denke, dass alles, was ich habe irgendwann, wenn ich nicht mehr bin, zu Müll wird.

 

 

Es gibt auch ein wenig Graffiti in Neapel jedoch lange nicht soviel wie zum Beispiel in Lissabon. Ich selber habe an diesem Tag, den ich für den Blog in mindestens drei Beiträge unterteile, sehr viel gezeichnet. Die Zeichnungen den unterschiedlichen Blogbeiträgen zuzuordnen wird schwierig, aber ich habe es versucht.

 

 

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Quelle: Helbert, Frank;  Vitiello, Gabriella , Neapel, Köln 2017

Nepael – Real Bosco di Capodimonte – Susanne Haun

Posted in Neapel, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 19. April 2019

 

Neapel - Bosco di Capodimonte und Weg dorthin, Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Neapel – Bosco di Capodimonte und Weg dorthin, Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Das Museum Capodimonte in Neapel wird auch der Louvre Neapels genannt. Es liegt in einem wunderschönen höher gelegenen Park, Bosco di Capodimonte, und auf dem Weg den Berg hinauf bieten sich immer wieder eindrucksvolle Blicke auf Neapel.

An diesem Tag habe ich viel gezeichnet und setzte mir zur Aufgabe, neben Menschen wieder einmal verstärkt auch die Architektur zu betrachten. Regelmäßige Leser meines Blogs wissen, wie sehr ich mich dazu zwingen muss, aber wenn ich mich entschlossen habe, dann macht es mir Spaß, meinen Eindruck von den Gebäuden festzuhalten. Ich nahm mir an diesem Tag vor, in den Linien der Architektur noch reduzierter zu werden.

 

Ursprünglich war das Museum das recht groß ausgefallene Jagdschloss des Bourbonenkönigs Karl III, der 1734 den Trohn bestieg. Er genoss die Lage auf dem Hügel und die Nähe zur Stadt. 100 Jahre später stellte Ferdinand II. den Palast mit seinen 100 Gemächern fertig. Seit 1957 ist das Museo di Capodimonte dort untergebracht. Die Zeit der geschlossenen Räume setzte sich fort und ich konnte die Grafiksammlung des Museums nicht besuchen. Die Sammlung ist generell für das Publikum nur auf Anmeldung zu besuchen. Wären wir länger da gewesen, ich hätte mich angemeldet, aber eine Woche Vorlaufzeit wird dafür benötigt.

 

 

Nichtsdestotrotz war das Museum faszinierend und alle Räume unmöglich mit Ruhe zu besichtigen. Der Park selber ist wunderschön gelegen und hat uns ein wenig an unsere Rehberge erinnert: ein Park mitten in der Stadt. Vor der Erkundung von Park und Museum haben wir im Kaffee vor dem Nordeingang in Ruhe einen Cappucino und eines der zahlreichen leckeren süßen Teilchen der italienischen Backkunst genossen.

Auf dem Rückweg habe ich so das Programm Pop-Farbe meiner Sony Cyber-Shot ausprobiert. Kombiniert mit der Extraktion der Farbe Grün ergaben sich so einige sehenswerte Fotos.

 

 

Als letztes zeige ich die Fotos, die wir auf dem Weg vom Straßenrand mitgenommen haben. Es sind auch zwei Fotos dabei, auf denen die Fahnen einer Prozession zu sehen sind. Für was die Bewohner Neapels die Fahnen getragen haben, das wissen wir nicht zu sagen. An der Stelle, wo wir die Fotos aufnahmen war der Marsch der Fahnen gerade beendet.

 

 

La dolce vita – ein kurzer Besuch Neapels – Susanne Haun

Posted in Neapel, Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 12. April 2019

 

 

Neapel, Castel Nuovo, Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Neapel, Castel Nuovo, Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Neapel hat das typische italienische Flair, das Rom (und Palermo) Besucherinnen und Besucher schon gut bekannt sein dürfte.

Es ist voller Autos, die scheinbar im vollständigem Chaos über die Straßen rasen. Die Fußgänger schlängeln sich durch Vespas, LKW’s und Autos und es passieren erstaunlich wenige Unfälle. Jedes Auto in Italien hat eine Delle, am häufigsten trifft es die rechten Außenspiegel, die auch konsequent nicht ersetzt werden. Das Auto hat in Italien die Bestimmung, zu fahren und wenn es nebenbei glänzt, schön, aber nicht notwendig.

Beim Buchen von unseren Unterkünften achte ich neben dem Preis auch immer darauf, nicht in den touristischen Zonen zu schlafen, sondern eher etwas abseits, verkehrsmäßig gut angebunden, zu verweilen. So auch in Neapel, 1,5 km vom Bahnhof entfernt haben wir in einer kleinen Ferienwohnung geschlafen. Ich mochte schon den Spaziergang am ersten Tag, das einfache Schlendern, das uns die Stimmung der Stadt näher bringt, den Weg zum Supermarkt klärt, die kleinen Cafés erkunden lässt und durch den vielleicht doch schon die eine oder andere Sehenswürdigkeit offenbart wird. Leider kamen wir genau zur Schließzeit des Castel Nuovos am Golf an.

Die heutigen Fotos von Micha und mir kombiniert mit den Zeichnungen von mir geben einen kleinen Überblick unseres ersten Spaziergangs.

 

 

Schon im Oktober, beim letzten Italienaufenthalt im Latium (um Rom) benutzte ich ein anderes Skizzenbuch wie sonst. Das Skizzenbuch ist kleiner als meine Hefte, hat einen Hardcovereinband und lässt sich gut in der Jackentasche verstauen. Durch einen befestigten Gummi können die Seiten in der Jackentasche nicht knicken. Das Buch hat fast die gleiche Größe wie das Skizzenbuch, dass Franz Theobald Horny 1822 verwendete und ich wollte ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, die Landschaft bzw. Stadt in seiner Größe zu erfassen. Mir gefällt es. Vielleicht steige ich auf Reisen ganz auf dieses Format um. Meine Masterarbeit hatte eine Zeichnung von Horny zum Thema und nun werde ich über seine Arbeit promovieren. Ist das nicht ein guter Grund, auf sein Skizzenbuchformat umzusteigen?

 

 

 

 

Unterwegs skizzieren und zuhause zeichnen und verarbeiten – Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 26. März 2018

 

Es ist wichtig, sich vor einem Urlaub zu überlegen, wie man seine eigene Kreativität ausleben und die neuen Eindrücke verarbeiten möchte.

 

Afrikanische Krähen in der Namib Wueste - aus dem Skizzenbuch (c) Zeichnung von Susanne Haun

Afrikanische Krähen in der Namib Wueste – aus dem Skizzenbuch (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Wenn man nicht eine der zahlreichen Malreisen gebucht hat oder von Anfang an bei der eigenen Reise Malzeit (nicht Mahlzeit 😉 ) einplant, kann es zu großem Frust führen, wenn dann keine Zeit zum Malen zu finden ist. Außerdem ist es wichtig, Rücksicht auf seine Mitreisenden zu nehmen. Es kann zu Spannungen führen, wenn ein aktiver Radfahrer mit einer Zeichnerin in den Urlaub fährt 😉

Tom (siehe hier) schrieb in den Kommentaren zu einem meiner Afrikaberichten, dass er meine Zeichnungen mit Feder und Tusche aus dem Fass als viel eindrücklicher empfindet als meine glatten Zeichnungen mit dem Artpen aus dem Skizzenbuch. Ich habe Toms Kommentar als Anlass genommen, über das Zeichnen im Urlaub nachzudenken. Danke, Tom!

Ich trenne beide Techniken des Zeichnens.

Wenn ich nicht direkt auf Malreise gehe, dann ist für mich der Artpen eine saubere und schnelle Lösung zum Zeichnen in der Natur. Eine Zeichnung in meinen Skizzenbuch dauert mitunter nur eine Minute, ich möchte schnell meine Eindrücke festhalten, dabei will ich so wenig wie möglich aber so viele wie nötig Linien in meinem Skizzenbuch zu verwenden. Mitunter finde ich die Zeichnungen im Skizzenbuch eindrucksvoller und bewegter als meine von der Reise inspirierten Zeichnungen zuhause.

 

 

In Afrika hatte ich jedoch selbst für meine schnellen Zeichnungen kaum Zeit. Es stürmten soviel Eindrücke auf mich ein, dass ich fast immer im Entscheidungszwang war: sollte ich zeichnen, fotografieren, einfach nur schauen, meine Eindrücke mit unserer bunten Mischung an Mitreisenden*innen teilen …

Manchmal war mir der Fotoapparat zu schwer und ich ließ ihn im Truck. Kaum sahen wir einen Seeadler, vermisste ich den Fotoapparat, mein Skizzenbuch hatte ich überall dabei, aber der Seeadler war nur von den Umrissen her zu erkennen. Mit dem Teleobjektiv hätte ich ihn ganz nahe heranholen können….

Auf dieser Reise wäre ich mit Tuschefass und Feder überfordert gewesen. Meistens nehme ich diese Utensilien nur bei Reisen mit festen Quartier mit.

 

Afrikanische Krähen in der Namib Wueste - 26 x 18 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Afrikanische Krähen in der Namib Wueste – 26 x 18 cm – Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Im nächsten Urlaub werde ich auf jeden Fall ein Fernglas mitnehmen, die sind heute gar nicht mehr so groß!

Nun bin ich nach vier Wochen Afrika wieder in Berlin. Leider hat in den vier Wochen Urlaub keiner meine organisatorische Arbeit als Künstlerin erledigt. Ihr kennt das vielleicht, Selbstständige arbeiten selbst und ständig. Ich bin immer noch am nacharbeiten. Das ärgert mich und macht mich unzufrieden, wollte ich doch eigentlich nach dem Urlaub sofort in großen Zeichnungen meine noch frischen Eindrücke verarbeiten. Im Geiste ordne ich meine Aktivitäten neu und überlege, wo ich Zeit sparen kann.

 

 

 

Auch auf Sizilien fällt Regen – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 20. November 2017

 

Regen in Sant'Agata di Militello (c) Foto von Susanne Haun

Regen in Sant’Agata di Militello (c) Foto von Susanne Haun

 

Sizilien, den 15. September 2017

Unglaublich aber wahr, heute hatten wir einen Regentag. Der Erde auf Sizilien tut es gut, vom Wasser benetzt zu werden, ehrlich gesagt könnte es sogar noch mehr sein, um die verbrannte Erde wieder für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Für uns fällt der Spaziergang vom Hafen am Strand von Sant’Agata di Militello so gut wie aus. Die Strandpromenade wird bei ihrem Beginn mit einer Lampe in Form eines Brunnens geschmückt. Wie die Freiheitsstatue hält eine Nixe den Arm nach oben gestreckt eine kreisrunde Glühlampe in der Hand. Mir fehlen die Worte ob dieser „Schönheit“. 😉 In der anderen Hand hält sie eine Muschel, aus der Wasser quillt. Ein einsames Segelboot strebt den Hafen an und belebt unsere Fotos von den Liparischen Inseln.

 

 

Tapfer ignorieren wir die ersten Regentropfen, als wir jedoch auf dem menschleeren Strand die ersten Blitze über den Bergen sehen, brechen wir aus Angst, ein guter Einschlagpunkt für die elektrischen Lichtstrahlen zu geben unseren Strandspaziergang ab und setzen uns in eines der vielen fast verwaisten Strandcafés und trinken Cappuccino und essen Eis dazu. Die Sonnenschirme sind hier doch eher als Sonnen- denn als Regenschutz gedacht und so tröpfelt das kühle Nass durch den Schirm in unseren Cappuccino. Da gibt es nur noch eins: zurück in die Ferienwohnung.

M. überlegt sich, mit dem Auto die Dorfstraßen von Caronia zu erkunden aber auch dieses Vorhaben bricht er schnell ab – für die kleinen sehr steilen Straßen haben wir eindeutig zu viel Auto gemietet.

 

 

Palermo – Monreale – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 3. November 2017

 

Wo Palermo und Monreale sich begegnen (c) Foto von M.Fanke

Wo Palermo und Monreale sich begegnen (c) Foto von M.Fanke

 

Sizilien, 9. September 2017

Als Kunsthistorikerin sollte man auf Sizilien die Cattedrale Santa Maria Nuova in Monreale besuchen. Der mit einer Grundfläche von 102 x 40 Meter große Dom besticht durch seine goldenen Mosaiken im Inneren. Scherzhaft wird das Bildprogramm als „Comic des Mittelalters“ bezeichnet.

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, Palermo „von oben“ aus zu erkunden, das erwies sich als schwierig. Wir lasen im Reiseführer, dass es von San Martino delle Scale einen wunderschönen Blick auf die Hauptstadt Siziliens gibt. Es gab auf jeden Fall ein wunderschönes Ausflugslokal mit Blick auf das einheimische Kloster, in dem Bier gebraut wird und wo 10 Liter Fässer erhältlich sind. Der Blick auf Palermo ist auch o.k. – jedoch haben wir den Dom von Monreale nicht ausmachen können. Die Fahrt von San Martino della Scala nach Monreale ist nicht ohne und erfordert große Konzentration, dafür wird man jedoch mit einem touristenfreien Zugang zum Dom vorbei an einem morbiden, zugewachsenen Brunnen belohnt, das GPS ermittelt den klangvollen Namen Mezzomonreale-Villatasca für diesen Ort, an dem sich Palermo und Monreale treffen. Wir kommen genau zur Mittagspause am Dom an und müssen 1 ½ Stunden auf den Einlass warten. Wir hätten pfiffigerweise zuerst den Kreuzgang besichtigen können, er ist durchgehend geöffnet, jedoch sind wir so auf den Dom fixiert, dass wir uns die Zeit mit einem Spaziergang im sehr touristischen Monreale gekrönt mit Cappuccino und Eis vertreiben.

 

 

 

 

Fast hätte ich vergessen, vom ungewöhnlichen Parkhaus in Monreale zu berichten, es geht steil nach unten und ist in den Berg gehauen, so gibt es Parkplätze im Berg und Parkplätze auf einer Terrasse vor dem Berg. Es ist auf jeden Fall teuer, dort zu parken, 2 Euro pro Stunde, so dass wir letztendlich 8 Euro zahlen. Das sind mit der Autobahngebühr von 3 Euro pro Tour für heute die höchsten Nebenkosten des Autos: 14 Euro. Jedoch ist es müßig darüber nachzudenken, ohne Auto wäre die Anreise nach Monreale für mich zu anstrengend.

Am Eingang der Kirche müssen wir nicht warten, zügig dürfen wir eintreten, wichtig ist, dass die Frauen die Schultern bedeckt haben. Ich habe dafür immer ein Tuch bereit, in Marokko in den Moscheen für den Kopf und in Monreale im Dom für die Schultern.

Viele Bildbände und Fotos habe ich von Monreale gesehen, eine Hausarbeit über Teile des Bildprogramms geschrieben und doch entdecke ich Darstellungen, die ich bisher noch nicht gesehen hatte. Ich mag die Engel, die die Himmelsleiter nach oben zu Gott klettern genauso wie das Werkzeug, was beim Bau der Arche gezeigt wird. Es macht mir Freude, die einzelnen Figuren zu identifizieren. Das linke Seitenschiff ist an der Apsis gesperrt, es wird renoviert.

 

Klostergang von Monreale (c) Foto von Susanne Haun

Klostergang von Monreale (c) Foto von Susanne Haun

 

Beim anschließenden Besuch des Kreuzgangs wird es schon nach kurzer Besichtigung laut. Nacheinander erscheinen eine holländische, französische und italienische Reisegruppe, deren Reiseleiter*innen sich gegenseitig in der jeweiligen Sprache zu übertönen versuchen. Schade! Ich mochte es, im Kreuzgang zu sitzen und das Ensemble auf mich wirken zu lassen.

Eigentlich wollten wir danach noch nach Palermo-City aber so gegen 17 Uhr beschlossen wir nach Caronia zurück zu fahren. Wir fuhren am Morgen extra schon um 9 Uhr los, um möglichst viel zu sehen und so war ich einfach sehr müde von den vielen Eindrücken und der Wärme.

 

Monte Nero – Nebenkrater des Etnas auf Sizilien – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Oktober 2017

 

Sizilien rückt immer weiter in den Hintergrund meiner Gedanken.
Gut, dass ich Tagebuch geführt habe!

 

Auf dem Weg zum Monte Nero (c) Foto von M.Fanke

Auf dem Weg zum Monte Nero (c) Foto von M.Fanke

 

Sizilien, den 5.9.2017

Was wäre ein Besuch Siziliens ohne den Mongibello, den schönen Berg, zu besuchen? Bedingt durch die Lage unserer Ferienwohnung beginnen wir die Erkundung des Etnas von der Nordflanke her, auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel. Das Navi spuckt für die 98 km von Caronia bis nach Piano Provenzana 2 ½ Stunden Wegzeit aus, wir geben als Wegpunkte Randazzo und Linguaglossa an, da wir aber vorher schon an vielen interessanten Aussichten an der Straße angehalten haben, beschließen wir, auf die Altstadt und die beiden Dome in Randazzo zu verzichten und nur ein Panoramafoto am Straßenrand mitzunehmen.

 

 

 

Die Fahrt war ein Genuss und die Ziegen, die die Straße vor uns überquerten, waren bestimmt extra für mich des Weges gekreuzt.

Piano Provenzana ist der Skiort Siziliens. 2002 wurde die Talstation vollständig unter den Lavamassen begraben. Wir haben auf unserer Wanderung einige Zeugen der Zerstörung gefunden. Inzwischen sind im Winter wieder Skilifte in Betrieb. Im Sommer sieht es Am Piano Provenzana wie in den Skiorten der Alpen im Sommer aus: Skurril stehen die Skilifte still, es herrscht eine Stille im Ort, wo im Winter die Skibars für Musik sorgen. 3 Euro kostet es, hier zu parken. Der Parkwächter kommt mit einem Mofa das weitläufige Parkgelände hochgefahren und kassiert gewissenhaft. Es ist schon 15 Uhr und zu spät für große Touren – dafür haben wir einfach zu sehr auf dem Weg getrödelt, wir sind um 10 Uhr losgefahren und ehrlich gesagt, ich wusste nicht, wo die Zeit geblieben war. Bei jedem kleinen Lavastrom haben wir angehalten, Fotos gemacht, gezeichnet und die Landschaft in uns aufgenommen und uns nur einen Espresso zwischendurch gegönnt. Nicht nur die Zeit auch das Wetter spielte für eine längere Wanderung nicht mit, es hatte sich am Etna zugezogen, statt der 28 Grad in Caronia hatten wir eine Temperatur von 16 Grad. Ein Glück war ich schon mit meiner langen Wanderhose losgegangen. Gut informiert wussten wir, dass hier eine gute Wanderausrüstung benötigt wird. Wir hatten Jacken, Tücher und Trekkingstöcke dabei und brachten alles für den kleinen Weg zum Monte Nero. Die Wanderung geht eigentlich weiter zur Grotta del Gelo, in der ein kleiner Gletscher liegen soll. Uns reichte der kleine Einblick in die Kraterlandschaft, mir kamen beim Spazieren Gedanken an die Höllenkreise aus Dantes göttlicher Komödie, an Lucifer und auch an die Brutstätte der Orks aus dem Herrn der Ringe. Besonders interessant fand ich, wie die Pflanzen aus der Lava wachsen, rosa und gelbe Blumen und Etna-Tragant (dornige Polsterpflanze) scheinen aus dem Stein hervorzugehen. Nach hawaiianischer Art bezeichnet man die Lava als Aa-Lava, sie ist blockartig zerbrochen und sollte sich jemand wagen, barfuß auf der Lava zu laufen, ist die lautmalerische Bedeutung des Lavatypus sofort verständlich. Wir verzichten darauf, Barfuß über das Lavafeld zu schlendern, ich bin froh über unsere festen Wanderschuhe. Es bieten sich viele Einblicke in Lava Abbrüche, das Highlight ist der Blick in einen erloschenen Krater.

Nach diesem kurzen Ausflug setzen wir uns wieder ins Auto, es stand in der Zwischenzeit alleine auf den Parkplatz und begannen den sich zähgestaltenden Rückweg. Nach den vielen Eindrücken wollen wir eigentlich nur schnell in unsere Ferienwohnung jedoch zieht sich die Rückfahrt, auf der wir über Cesare fahren, in die Länge. Eigentlich wollten wir noch einen Cappuccino, Cesare hätte sich dafür angeboten, aber das haben wir lieber auf ein andermal verschoben.

 

 

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