Beim malen am Selbstbildnisstagebuch 16.5. – 19.5.2022 (c) Aquarell von Susanne Haun, VG-Bild-Kunst Bonn 2022

Selbstbildnis Kalender 2022 im Mai von Susanne Haun – Farbe bekennen

Selbstbildnisse von Susanne Haun
Zeichnung, Selfie, Kunst, Künstlerin

Wozu ich meine Kalender ebenso nutze:

Die letzten vier Kalenderseiten habe ich genutzt, um mir über die Farben, die ich für meine nächste Leinwand nutzen möchte, festzulegen.

Eckdaten vor Malbeginn

Bevor ich mich ins Malvergnügen bzw. in die Malarbeit stürze, überlege ich mir Farbe und Komposition meines Motivs. Das ist besonders sinnvoll, wenn ich auf großen Leinwänden arbeite. Unter groß verstehe ich mindestens 1 x 1,50 Meter, eher 2 x 3 Meter. Dieses Mal sind es nur 70 x 100 cm aber auch da möchte ich vor Malbeginn, spätestens nach Grundierung planvoll vorgehen.

Automatismus

In der Regel läuft dieser Prozeß, Farb- und Kompositionswahl in meinem Kopf ab. Noch bevor ich die erste Fläche, den ersten Strich setzte. Für meine Leinwand, die ich heute beginne, habe ich diese Schritte für eine Freundin visualisiert. Mein Selbstportrait – Kalender erschien mir für die Farbwahl als passendes Medium.

Die Seelen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Zitat am Sonntag – Arthur Schnitzler

Zeichnung von Susanne Haun
Zitat von Arthur Schnitzler

„Was unsere Seele am schnellsten und schlimmsten abnützt,
das ist:
verzeihen ohne zu vergessen.“

Arthur Schnitzler, 1862 – 1931, österreichischer Arzt, Erzähler und Dramatiker. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne.

Quelle: Aus meiner Kalenderblattsammlung: Abreißen, loslassen, Kalender 2019, Diogenes, Sonntag, 14. April 2019

Weltanschauung Version 3, Gemaelde von Susanne Haun, 30 x 24 cm, Tusche auf Leinwand (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Gelb und Gold – eine Weltanschauung – Zeichnungen von Susanne Haun

Gelb als Weltanschauung?

Gelb ist eine reine Farbe. Sie ist nicht mischbar.

Gelb ist eine sehr kritische Farbe. Laut Itten steht gelb für Licht, Geist, Verstand, Wissen, Weisheit aber auch für Argwohn, Neid, Verrat, Falschheit.
Das sind alles sehr emotionale und aussagekräftige Worte. Beschreiben diese Worte nicht schon gut unsere Welt? Sind aus diesen Worten nicht auch Kriege gemacht?

Tagebucheintrag 08.05.2021, Entwachsen, 20 x 15 cm, Tinte auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Tagebucheintragungen Mai 22 – Imaginiert gezeichnet – Der Vamp

Zeichnungen / Notizen / Tagebucheintragungen von Susanne Haun

Ohne Motiv vor Augen

Blind – d.h. in diesem Fall nicht mit geschlossenen Augen, sondern ohne Motiv vor Augen.

Im Internet steht, ein Vamp sei eine verführerische, ihre erotische Anziehungskraft unterstreichende, meist kalt berechnende Frau.
Das habe ich zur Kenntnis genommen.

Intelligenz und Bewegung II (c) Foto von Susanne Haun

Zitat am Sonntag – Émile Picard

Foto von Susanne Haun nach Zitat von Émile Picard

„Intelligenz ist eine Eigenschaft des Geistes,
dank derer wir schließlich begreifen,
dass alles unbegreiflich ist.“

Émile Picard, 1856 – 1941, zählt zu den bedeutesten Vertretern der modernen Analysis, Teilgebiet der Mathematik, das unterschiedliche Grenzwerte untersucht.

Quelle: dieses Zitat stammt aus meiner Kalenderblättersammlung. Es entstammt dem Harenberg Chronik Kalender von 2005 vom 28. April.

Tagebucheintrag 19.04.2022, Leni im Spiegel, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Böll und das Gruppenbild mit Dame – Zeichnungen von Susanne Haun

Emanzipation der Frau

Leni im Spiegel

1974 schrieb Böll den Roman Guppenbild mit Dame. Böll beschreibt das Leben der Leni Pfeiffer, einer Frau des Jahrgangs 1922. Ich habe mich mit einigen Szenen des 1. Kapitels beschäftigt und war von der Sicht Bölls auf eine Frau erstaunt.

„Da Leni im Augenblick ohne ständigen männlichen Schutz oder Rat in der Welt steht, unterliegt sie, was ihre Haartracht betrifft, einer Dauertäuschung; an der ist ihr Spiegel schlult, ein alter Spiegel aus dem Jahr 1894, der zu Lenis Unglück zwei Weltkriege überdauert hat.“
Heinrich Böll, Gruppenbild mit Dame, Köln 1971, Seite 8.

Heute braucht eine Frau keinen ständigen männlichen Schutz oder Rat, denn Frau kann gut selbst in der Welt stehen.

Das Lebenskonzept einer Frau ist heute selbstbestimmt ob mit Partner oder Partnerin oder alleine, Sie entscheidet über ihr leben.

Deshalb kam mir der Satz von Böll doch sehr veraltet vor. Ich bin in die Zeit zurückgereist: Noch bis 1977 durfte eine Frau in Westdeutschland nur dann berufstätig sein, wenn das „mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar“ war. Ist das nicht grausig? Wer legte fest, was diese Pflichten waren und ob sie vereinbar waren? Schon (!) ab 1958 durten Frauen ohne Einwilligung ihres Mannes ein Konto eröffnen.

Ich habe den Eindruck, dass sich 1974 erst langsam das neue Weltbild der Frau durchsetzte, hätte jedoch gedacht, dass Böll fortschrittlicher im Denken war.

Vielleicht erwarte ich jedoch zu viel. Erziehung und zeitgenössische Gesellschaft sind schwer zu durchbrechen.

Leni im Spiegel erschien mir nichtsdestotrotz als reizvolles Motiv.

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