Susanne Haun

Film von Anna Maria Weber von AugenZeugeKunst – Einblicke in die Kunst von Susanne Haun

 

Vor knapp drei Jahren erstellte die Dokumentarfilmerin Anna Maria Weber ein Künstlerporträt von mir.

Durch einen Zufall habe ich bemerkt, dass ganz viele von euch den Film noch nicht kennen und das obwohl er unter der Kategorie Artist Statemant gleich als erste meiner Seiten hier auf dem Blog zu sehen ist. Was lerne ich daraus? Der Film ist nicht günstig platziert oder mein Blog ist so voller Informationen, dass nicht alles zu finden ist. 🙂

Die Kunst liegt in der Kürze des Films, die mir sehr wichtig war. Kurz und knackig sollte die Dokumentation sein und meine Vita als bewegtes Bild ergänzen!

 

Hier seht ihr Einblicke in die Arbeit von SUSANNE HAUN
ein Künstlerporträt erstellt von Anna-Maria Weber von AugenZeugeKunst:

 

 

 

Auf Anna-Maria Webers Homepage AugenZeugeKunst (siehe hier) fasst sie treffend zusammen, warum es heute wichtig ist, auch bewegte Bilder für sich sprechen zu lassen:

„… ein bewegtes Bild sagt mehr als tausend Worte.

Schon lange vor dem Drehtermin bat mich Anna, mir darüber klar zu werden, wer ich bin, was ich mache und wie wir das im Film darstellen wollen. Sie machte mir einige Vorschläge, was möglich ist und beriet mich bei meinen Überlegungen. Auf ihrer Seite findet ihr auch eine Übersicht von dem, was alles zu einem Film dazugehört!

Hier findet ihr weitere Filme von Anna-Maria.

Kunst im Wedding: Was versteht man unter einer Performance? — Weddingweiser

Posted in Ausstellungstip, Betrachtungen zur Kunst, Salon, Zeichnung by Susanne Haun on 12. Januar 2019

 

Wieder einmal ist ein Beitrag von mir beim Weddingweiser erschienen (siehe hier), ich setze mich in dem Beitrag mit Performance auseinander.

© Sabine Küster - Interview im Rahmen © Susanne Haun der Ausstellung "Als ich noch echt war" Foto: Doreen Trittel

© Sabine Küster – Interview im Rahmen © Susanne Haun
der Ausstellung „Als ich noch echt war“
Foto: Doreen Trittel

Schon der aus der englischen Sprache abgeleitete Begriff erlaubt uns eine erste Deutung im Sinn von Aufführung oder Vorstellung. Seit den 1960er Jahren dringt die Performance immer mehr in den kulturwissenschaftlichen Bereich ein, die Grenzen zwischen Kunst und Leben sollen verwischt und das Kunstwerk lebendig werden. In der Performance-Kunst sind überdurchschnittliche viele Künstlerinnen und Künstler anzutreffen, die ihren Körper als Medium benutzen. Die bekannteste Performancekünstlerin dürfte Marina Abromović sein, die 2010 im Moma in New York ihre Performance „The Artist Is Present“ zeigte. Die Performance zeichnet sich durch eine unwiederholbare Ereignishaftigkeit aus. Die statische Beziehung zwischen Künstler, Kunstwerk und Betrachter wird aufgehoben. Meistens werden Dokumentationen in Form von Fotos und Filmen angefertigt, das Kunstwerk selber jedoch wird erst durch seinen Aufführungscharakter lebendig.

 

Der nächste inzwischen 19. Kunstsalon im Atelier von Susanne Haun findet am 15. Januar um 18 Uhr in der Groninger Straße statt. Unter anderem wird das Performance Duo „Krysti Himmelfahrt & 1 Muse“, bestehend aus aus Sabine Küster und Krystiane Vajda. eine ca. 10-minütige Performance darbieten.

Mehr darüber erfahrt ihr, wenn ihr dem Link zum Weddingweiser folgt:

Kunst im Wedding: Was versteht man unter einer Performance? — Weddingweiser

 

Ein Besuch im Museum für Naturkunde – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Berlin, Betrachtungen zur Kunst, Reiseberichte, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 9. Januar 2019

 

1 Museum für Naturkunde, Foto von Susanne Haun

Museum für Naturkunde, Foto von Susanne Haun

 

Tristan Otto (siehe hier) , das einzige Originalskelett eines T.rex in Europa, verlässt das Museum für Naturkunde nach 3jähriger Ausstellungszeit im Frühjahr diesen Jahres (siehe hier).

Grund genug für uns, zwischen den Jahren noch einen Blick auf das eindrucksvoll Skelett aus der Oberkreidezeit zu werfen. Ihr könnt euch vorstellen, dass das Museum nicht leer war, viele hatten das Bedürfnis, die Ausstellung zu besuchen.  Tristan ist zwölf Metern lang und 4 Meter hoch und wurde 2010 in Montana, USA, in der Hell Creek Formation gefunden. Die Präsentation von Tristan verbunden mit der Vermittlung von Wissen hat mir sehr gut gefallen. Auf Michas Foto ist eine der vier Projektionen von Beamern zu sehen. Es waren gerade genug Infos, um nicht erschlagen zu werden.

 

Tristan, Museum für Naturkunde, Foto von M.Fanke

Tristan, Museum für Naturkunde, Foto von M.Fanke

 

Persönlich mag ich schon das Intro des Museums; nach der Kasse gelangt der Besucher in einer Halle, die mit Eindrücklichkeit von den längst ausgestorbenen Saurieren und kleine anderen Tieren ihrer Zeit erzählt.

Sehr angenehm fand ich die Seite Fotografieren und Filmaufnahmen auf der Internetpräsenz des Museums (siehe hier). Das Museum ist sowohl auf Facebook: https://www.facebook.com/MfN.Berlin Twitter: @mfnberlin und Instagram: @mfnberlin, #naturkundemuseumberlin vertreten. Die Seiten sind alle sehr gut gepflegt und bieten dem Leser eine Menge zusätzliche Informationen.

 

 

Mich interessierte neben den Sauriern besonders die Sonderausstellung ARTEFAKTE (09.10.2018 – 27.10.2019) mit großformatigen Bildern von J Henry Fair. Eine Kommilitonin berichtete mir von den Fotos und wir diskutieren beide, ob es sich bei den Fotos um Kunst oder Dokumentation handelte. Ich denke, es kommt auf zwei Punkte an, sieht der Fotograf selber sie als Kunst an und in welchem Kontext sie gezeigt werden. Was meint ihr? Wenn ihr dem Link folgt, bekommt ihr einen Eindruck von der Ausstellung.

Beim Zeichnen habe ich mir wie immer die Aufgabe gestellt, in schnellen Linien meine Eindrücke festzuhalten, keine Zeichnung soll länger als zwei Minuten dauern. Bei der Fülle im Museum ist das eine gute Entscheidung.

 

 

12 Monate Ringelnatz – Ein Kalender von Hans Hilmar-Koch und Arndt Weigend

Posted in Ausstellungstip, Betrachtungen zur Kunst by Susanne Haun on 13. August 2018

 

 

Michas Blick in Hilmars Buchdruckmuseum in Krakow (c) Foto von M.Fanke

Michas Blick in Hilmars Buchdruckmuseum in Krakow (c) Foto von M.Fanke

 

Hans-Hilmar Koch habe ich vor Jahren über das Netzwerk Druckgrafik kennengelernt, 2014 stellte ich in seiner Galerie Blickwinkel in Schwerin meine Radierungen aus (siehe hier).

Hilmars Arbeiten und seine Vita findet ihr beim stilhaus, eine Seite, auf der sich das Stöbern lohnt. Das stilhaus ist zwischen Kiel und Fehmarn zuhause. Auch ich als Berlinerin benötige 5 Stunden Autofahrt, um anzukommen. Leider zu lange! Dafür war uns die Anfahrt zum Jubiläum zum Buchdruckmuseum in Krakow am See (siehe hier) nicht zu weit. Hilmar betreibt das Museum seit 20 Jahren und bewahrt viele Maschinen und Buchstabensätze vor dem verschrotten.

 

 

„Seit 1998 gibt es in Krakow am See in der Alten Schule ein Museum der Buchdruckkunst zum Anfassen, ein Unikat in der Museumslandschaft des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Hierbei handelt es sich nicht um eine Technikansammlung schlechthin. Alle Maschinen und Geräte sind so ausgesucht und angeordnet, dass der Besucher sich in die Arbeitswelt eines Buchdruck-Familienbetriebes der 1920er und 30er Jahre hineinversetzen kann.“ ist auf der Tourismus-Seite von Krakow am See zu lesen.

Beim Jubiläum stellte Hilmar mit dem Künstler Arndt Weigend den aktuellen Ringelnatz Kalender vor und ich konnte nicht widerstehen, ihn zu kaufen. Hilmar hat mir Fotos von der Produktion des Ringelnatz-Kalenders gesendet, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

 

 

Ihr wollt auch einen Ringelnatz.Kalender?

Ihr könnt ihn per E-Mail hans-hilmar.koch@t-online.de  oder Telefon/Fax: 038457 23872 bei Hilmar direkt bestellen. Hilmar ist auch oft bei Messen zu finden. Auch dort könnt ihr den Kalender erwerben.

 

Hans Hilmar Koch mit seinen Offizin Schwarze Kunst bei der Messe (c) Hilmar Koch

Hans Hilmar Koch mit seinen Offizin Schwarze Kunst bei der Messe (c) Hilmar Koch

 

Gehört die Präsentation der Werke W E G S C H Ü T T E N zur Kunst dazu? – Susanne Haun

 

Für viele Künstler hört der kreative Prozeß nach der Erstellung des einzelnen Werks auf.

 

Präsentation unserer Arbeit wegschütten im Künstlerunikatbuch (c) Foto von Susanne Haun

Präsentation unserer Arbeit wegschütten im Künstlerunikatbuch (c) Foto von Susanne Haun

 

Für mich geht der Prozeß bei der Zusammenstellung und Präsentation der Kunst weiter. Erst mit der Interaktion mit dem Publikum beginnt für mich die Kunst zu leben und zu wirken.

So habe ich mir für die Ausstellung Wegschütten (siehe hier), die ich mit Jürgen und Cristina am Dienstag von 16 – 21 Uhr bestreite, viele Gedanken um die Präsentation unserer Werke gemacht.

In der c/o habe ich bei einer Ausstellung gesehen, dass Fotos in kleine Heftchen zusammengestellt wurden und an Bändern an der Wand zum Betrachten hingen. Das hat mir ausgesprochen gefallen und ich habe die Idee darum erweitert, dass Jürgen und ich nach der Erstellung der kleinen Heftchen noch ein paar Handzeichnungen dazu setzen.

 

 

Wer neugierig geworden ist, sei herzlich eingeladen zur Kunstpräsentation des Projekts

W E G S C H Ü T T E N

Objekte und Zeichnungen von Susanne Haun und Jürgen Küster

16. August 2016 von 16 – 21 Uhr

Kunstraum Susanne Haun, Groninger Str. 22, 13347 Berlin

Anfahrt: U-Bahn 9 Nauner Platz, U-Bahn 6 Leopoldplatz, Tram 13 oder 50 Osramhöfe (Link zu google maps)

Eine Einführung in die Präsentation gibt die Kuratorin Cristina Wiedebusch.

Der Eintritt ist frei.

 

Über die Felder in Colbitz bei Magdeburg mit Conny Niehoff und Leopold – Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 2. August 2016

Man kann nicht alles haben, das haben Conny Niehoff (siehe hier) und ich festgestellt.

Ich falle aus meiner Ateliertür und habe die kulinarische Welt Berlin Weddings vor mir, ich kann im Angebot der zahlreichen Trödler und 2nd Hand Läden stöbern und mich mit fast allen Nationen austauschen. Conny fällt aus ihrer Ateliertür und hat die gesamte Natur vor sich.

Gestern bin ich mit dem RE von Berlin nach Wolmirstedt gefahren. Dort hat mich Conny Niehoff in Empfang genommen. 12 Jahre kennen wir uns nun schon, wir haben uns im Internet kennengelernt, als Facebook noch nicht entwickelt war. Damals gab es Foren, so auch das artcafe. Das artcafe hat seinen Betrieb schon eingestellt, wir aber halten immer noch Kontakt. Durch mein Studium war es nicht ganz so einfach – ich hatte doch viel zu tun. Und bevor ich mich nun in mein Masterstudium stürze, wollte ich Conny besuchen. Drei Jahre war ich nicht mehr in Colbitz.

Die Zeit verging wie im Flug und wir haben einen schönen Spaziergang in die schöne Umgebung von Colbitz unternommen. Dabei habe ich etwas skizziert – nicht viel, denn plötzlich war es schon halb vier und wir wollten auch noch Kuchen in Connys Atelier essen.

 

 

Conny hat ein großes Atelier in Colbitz im Gebäude eines geschlossenen Supermarkts. Sie nutzt den Platz sehr gut und gibt im Sommer auch viele Malkurse. Hier auf ihrer Seite findet ihr mehr Informationen dazu.

Hier findet ihr einen Bericht über ihren letzten Kurs. Ihre Kursteilnehmer kommen aus ganz Deutschland. Sie quartieren sich im Hotel oder in der Pension in Colbitz ein. Es wird nicht nur gemeinsam gemalt sondern auch gemeinsam gegessen. In dieser schönen Atmosphäre entstehen die abstrakten Leinwände.

 

 

The Botticelli Renaissance – Ausstellungstip

Posted in Ausstellungstip, Berlin, Betrachtungen zur Kunst by Susanne Haun on 16. Januar 2016

Gestern besuchten wir die Ausstellung The Botticelli Renaissance in der Gemäldegalerie.

Berlin Kulturforum (c) Foto von Susanne Haun

Berlin Kulturforum (c) Foto von Susanne Haun

 

Es war gut, dass wir relativ früh am Tag in der Gemäldegalerie ankamen, denn es war wirklich sehr voll und nicht einfach, die Exponate in Ruhe zu betrachten. Besonders interessant fand ich den Zusammenhang zwischen den Kleiderentwürfen von Elsa Schiaparelli und den Bildern Botticellis. Hier könnt ihr den Tagesspiegelartikel „Venus ist das Maß“ lesen.

The Botticelli Renaissance, Gemäldegalerie, Kulturforum
Der Botticelli-Coup, Kupferstichkabinett, Kulturforum
24. Sep 2015 – 24. Jan 2016
Mo geschlossen, Di 10:00 – 18:00 Uhr, Mi 10:00 – 18:00 Uhr, Do 10:00 – 20:00 Uhr, Fr 10:00 – 18:00 Uhr, Sa 11:00 – 18:00 Uhr, So 11:00 – 18:00 Uhr

 

Venus of Berlin (c) Foto M.Fanke

Venus of Berlin (c) Foto M.Fanke

 

Für mich war das Highlight nicht die Ausstellung der Boticelli Renaissance sondern die Zeichnungen Botticellis in der Ausstellung der Botticelli-Coup im Kupferstichkabinett. 1882 gelang es mit Hilfe des privaten Vermögen des Kaisers die Handschriften Sammlung des Herzogs von Hamilton zu kaufen. Hamiltons Enkel geriet aufgrund seines verschwenderischen Lebenswandels in Finanznot und musste sich von großen Teilen der Kunstsammlung seines Großvaters trennen. In der Ausstellung wird ein Foto des Bücherzimmers des Herzog Alexander Douglas, dem zehnten Herzog von Hamilton (1767 – 1852) gezeigt. Es ist unglaublich, dass dieser Schatz an Büchern verkauft werden musste, Königin Victoria versuchte, diesen Schatz in Großbritannien zu halten, jedoch gelang es den Berliner Museen die Sammlung noch vor der angesetzen Auktion zu kaufen.²

Im Kupferstichkabinett war es so leer, dass wir die Zeichnungen in Ruhe betrachten konnten. Diese Zeichnungen werden zu den wichtigsten Werken Botticellis gezählt. Boticelli illustriert Dantes göttliche Komödie. Ich bin begeistert von den Linien Botticellis, die Vergil, Dantes und Beatrice durch die Kreise der Hölle laufen lassen.

 

 

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² Kupferstichkabinett Staatliche Museen zu Berlin, Der Botticelli-Coup 16.10.2015 – 24.1.2016

ENDLICH!

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Hegel, Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 3. November 2015

ENDLICH!

Ich habe mit einen Kommentar wie den folgenden zu meinen Hegel Beiträgen lange schon gerechnet und war enttäuscht, dass er erst so spät erfolgte:

„Deine Blütenzeichnungen sind vordergründig, objektiv wahrnehmbare Blumendarstellungen.
Hegel ist da schon zwei Schritte weiter und erkennt in dem einzigartigen, subjektiven Ausdruck das Äussere ins Innere geholt und somit das übergreifende Objektive im Subjektiven verborgen.“ schrieb Wolfgang Herok gestern in den Kommentaren zu meinem 6.Beitrag zu Hegels Vorlesungen über die Ästhetik (siehe hier).

 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich dachte, es wäre schnell zu erkennen, dass ich die Blüten als bewusste Provokation den Hegelbeiträgen beigegeben habe. Hegel postoliert das Ende der Kunst. Er hat in seinen Vorlesungen über die Ästhetik die kommende Kunst vorweggenommen. Das finde ich sehr bewundernswert.

Was also ist an meinen Blüten die Kunst?

Die Blütenzeichnungen sind nicht alleine zu sehen. Jede der Blüten gehört zu den Hegelbeiträgen und die Hegelbeiträge gehören gebündelt zusammen und finden ihre Präsentation hier im Blog. Der Blog ist mein Gesamtwerk, aus diesem Gesamtwerk sind die Hegelbeiräge ein Teil davon. Ich präsentiere mein Kunstwerk digital in einer Ausstellung. Das Werk ist eine soziale Plastik, jeder von euch kann das Werk mit seinen Kommentaren erweitern!

Nun bin ich sehr gespannt auf eure Kommentare!

 

Ich war erstaunt und erfreut diese Kommentare von Gerda zu lesen. Vor allem gefallen mir Gerdas Worte zum gezeichneten Rahmen meiner Bilder.

„Vergiss nicht, dass Hegel kein Künstler war. Und der Dozent, ist er einer? Wie stehts mit den klugen Diskutanten? Wissen sie etwas von dem, was einen Künstler umtreibt, wie er vorgeht, was ihn antreibt, wo er Halt macht? Von seiner zitternden Freude, seinem Kampf und Krampf, seiner Verzweiflung? Wissen sie, wie er auf sein eigenes Bild starrt und es zu beurteilen versucht?
Deine Blumenbilder zeigen, wie das Lebendige über den Kasten im Kopf hinauswächst. Das erste tut es mit erheblicher Anstrengung, man fühlt den Kampf, das zweite ist fast gleichgültig gegenüber dem Kasten, ähnelt ihm mehr.
Deine Pflanzenzeichnungen sind sehr schön. Wie ich schon mal sagte, beeindruckt mich besonders, wie du sie in die rechteckige Form hineinstellst und also lebendiges Wachstum in den Rahmen der Logik stellst, ohne es zu behindern. Es zeigt ein Befürfnis, die Dinge nicht nur geschehen zu lassen, sondern sie zu verstehen und notfalls auch zu kontrollieren.“
schrieb Gerda Kazakou zu meinen Hegel

Liebe Gerda, danke dafür, auch wenn ich mir etwas ganz anderes zu den Blüten gedacht habe!

 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Hegel fasst den Begriff des Schönen und der Kunst zusammen und das hört sich fast einfach an

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Hegel, Philosophie by Susanne Haun on 2. November 2015

Hegel fast den Begriff des Schönen und der Kunst zusammen. Die Zusammenfassung  hört sich fast einfach an.

„Erinnern wir uns desjenigen, was wir schon über den Begriff des Schönen und der Kunst festgestellt haben, so fanden wir darin Gedoppeltes: erstens einen Inhalt, einen Zweck, eine Bedeutung, sodann den Ausdruck, die Erscheinung und Realität dieses Inhalts, und beide Seiten drittens so voneinander durchdrungen, daß das Äußere, Besondere ausschließlich als Darstellung des Inneren erscheint.“²
G.W.F. Hegel

 

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Heisst es jetzt, aufzuatmen? Schließt Hegel mit diesem doch so einsichtigen Satz seine Überlegungen ab?

Nein, natürlich nicht und die Einfachheit des Satzes ist trügerisch.

Schon, wenn wir die weiteren Überlegungen zum Thema Inhalt lesen, wissen wir, dass es noch viel zu klären und überlegen gab.  Er gibt zu bedenken, dass der Inhalt zunächst subjektiv sei, ein Inneres, dem gegenüber das Objektive steht.  So referiert er, dass das Subjektive zu objektivieren ist.

Hat einer von euch eine Idee, sie das zu bewerkstelligen ist?

 

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

 

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²Hegel, G.W.F., Werke in 20 Bänden, Band 13, Vorlesung über die Ästhetik I, Frankfurt a.M., 1970, Seite 132.

Was bedeuten Fantasie und Erinnerung?

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Hegel, Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 31. Oktober 2015

Vor kurzem habe ich den künstlerischen Blog von Gerda Kazakou (siehe hier) entdeckt.

Seither stehen wir im regen Austausch und Gerda stellte mir zu meinem Beitrag „Das Kunstwerk ist das bewusste Produzieren eines Äußerlichen“ (siehe hier) einige Fragen:

„Mir gefällt es, dass du versuchst, dir und uns etwas begreiflich zu machen, was schwer zu begreifen ist. Was bedeutet zB Fantasie und Erinnerung sollen getrennt sein? Selbst wenn man annimmt, dass Fantasie Neues schafft und Erinnerung Altes reproduziert, kommt Fantasie ohne das erinnerte Material wohl kaum aus. Woraus soll sie schöpfen, woraus gestalten? Was meinst du?“

 

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Es ist eine der Hauptfunktionen meines Blogs, ihn für meine Selbstreflektion zu nutzen. Ein Plus sind die Kommentare, die ich erhalte und die mich in dieser Reflektion mit neuen Fragen unterstützen und meine Fragen versuchen zu beantworten.

Hegel schreibt, dass der Künstler etwas Neues schafft, dass dann wahrscheinlich nicht aus der Erinnerung kommen soll. Aber ich gebe dir recht, Gerda, ich persönlich denke auch, dass ohne Erinnerung an Altem kein Neues geschafft werden kann. Wenn wir das Alte zur Schaffung von Kunst nicht nutzen dürfen, dann würden wir von der Stunde Null beginnen, also vom Geist des Neandertalers? Braucht es nicht die gesamte Welterfahrung um Neues zu schaffen?

Ich habe Hegel so verstanden, dass die Kraft der Schöpfung aus dem absoluten Geist kommt, der wiederum als Unendlichkeit der Endlichkeit zu sehen ist.

Die Endlichkeit beschreibt Hegel als befangen und beschränkt. Der unendlich Geist bestimmt aus sich selber, was das wahrhaft Wahre ist (S. 128).

Hier ist dann auch die Frage, ob die Erinnerung nicht zum wahrhaft Wahren gehört.

Vielleicht definiert er Erinnerung als nicht neu und Kunst soll neu sein. Sind dann die klassischen Kunstarten noch neu? Kommt hier der Begriff Avantgarde ins Spiel?

 

Mein bearbeiteter Hegel (c) Foto von Susanne Haun

Mein bearbeiteter Hegel (c) Foto von Susanne Haun

 

In Bezug auf die Dichter Goethe und Schiller schrieb Hegel (S.46), dass sie sich mit der „Hintansetzung aller Regeln, die damals fabriziert waren, von vorne angefangen und absicht gegen jene Regeln gahandelt, worin sie denn andere noch bei weitem überboten.“

Den Zustand der Erregung, könnten sie auch mit zuhilfe einer Champagnerflasche erreichen, schreibt Hegel ebenfalls auf Seite 46.

Ich frage mich, ob Hegel mit der Fantasie ohne Erinnerung das absolut Neue meint?

„Dadurch macht er sich in seinem höchten Gebiete für sich selbst zum Gegenstande seines Wissens und Wollens. Das Absolute selber wird Objekt des Geistes, indem der Geist auf die Stufe des Bewußtseins tritt uns sich in sich als Wissendes und diesem gegenüber als absoluter Gegenstand des Wissens unterscheidet.“² s

Aber was will er mir damit sagen?

Jede Seite, ja jeder Satz (!)  in Hegels Werk birgt unendlich viel Diskussionsstoff und 90 Minuten Seminar für 40 Seiten Hegel sind ein Ding der Unmöglichkeit!

Und dann stelle ich mir natürlich die Frage, was bedeutet das alles für mich als Künstlerin?

 

 

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²Hegel, G.W.F., Werke in 20 Bänden, Band 13, Vorlesung über die Ästhetik I, Frankfurt a.M., 1970, Seite 130.

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