Susanne Haun

Zitat am Sonntag – Simone de Beauvoir

Posted in Berühmt, Portraitmalerei, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 18. August 2019

 

Altern heisst, sich über sich selbst klarwerden.

Simone de Beauvoir, 1908 – 1986, französische Schriftstellerin, Philosophin und Feministin

 

Mein Sinnbild von Simone de Beauvoir, 30 x 40 cm, Tusche auf Hahnemuehle Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst 2019

Mein Sinnbild von Simone de Beauvoir, 30 x 40 cm, Tusche auf Hahnemuehle Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst 2019

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Quelle: Abreißen, loslassen, Kalender 2019, Diogenes, Donnerstag, den 14. August 2019

Mein Sinnbild von Haruki Murakami – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 3. Juli 2019

 

Die Ausstellung Schau mich an. (siehe hier) nähert sich und so zeichne ich weiterhin Personen, die mich beeindrucken.

Heute Haruki Murakami, ist ein japanischer Autor von Romanen, Erzählungen und Sachbüchern.  Wikipedia schreibt über Murakami, dass sein Stil sich durch surrealistische Elemente und Anspielungen auf die Popkultur auszeichne. Obgleich seine Erzählungen in Japan spielen, sind sie durch Vorbilder westlicher Literatur geprägt.

 

Kalligrafische Vorübungen zu Murakami, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Kalligrafische Vorübungen zu Murakami, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Gerade dieser Mix aus japanischer und westlicher Kultur gefällt mir gut. Ich habe viele Bücher von ihm gelesen, aber die beiden neusten Bücher, Die Ermordung des Commendatore I, Eine Idee erscheint von 2017 und die Fortsetzung Die Ermordung des Commendatore II von 2018 haben mir als Künstlerin besonders gut gefallen. Auch die drei Teile von 1Q84 habe ich als Hörbuch fast Tag und Nacht gehört. Aus diesen Gründen habe ich mein Sinnbild von Murakami gezeichnet, dabei war es mir wichtig, den jungen Mann so wie den alten Mann darzustellen. Für die Präsentation meines Sinnbilds habe ich mir etwas besonderes einfallen lassen, das ich euch in den nächsten Tagen im Zusammenhang mit der Challenge von Ulli in Bezug auf Alltag vorstellen werden.

Um Murakamis Namen korrekt schreiben zu können, habe ich vorher kalligrafische Übungen unternommen. Sein Name steht auf dem Blatt auf der rechten Seite. Die Anordnung erfolgte nach ästhetischen Gesichtspunkte. Oben in der linken Ecke steht mein Name. Er sorgt für das Gleichgewicht der Buchstaben auf dem Blatt.

 

 

Mein Sinnbild von Haruki Murakami, Tusche auf Aquarellkarton Burgund, 30 x 40 cm, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Mein Sinnbild von Haruki Murakami, Tusche auf Aquarellkarton Burgund, 30 x 40 cm, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

 

Mein Sinnbild von Tilda Swinton – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Caravaggio, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 31. Mai 2019

 

Mein Sinnbild von Tilda Swinton, 30 x 40 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

Mein Sinnbild von Tilda Swinton, 30 x 40 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

 

Vor kurzem ist mir aufgefallen, wie wenig Frauen ich bisher in meinen Portraits gezeichnet habe.

Ich empfinde es auch als schwieriger Frauen als Männer darzustellen. Ich denke, es liegt am herschenden Schönheitsideal. Eine Linie bei einer Frau kann in den Augen der Betrachter das Alter bedeuten, während es bei einem Mann als Weisheit ausgelegt wird.

Immernoch gilt das Alter bei Frauen als Makel. Es ist nicht einfach, sich gegen dieses herschende Schönheitsideal zu lehnen. Es bessert sich langsam. In der Werbung werden immer mehr ältere Menschen gezeigt. Aber liegt das nicht vielleicht daran, dass in der älteren Generation eine Zielgruppe gesehen wird, die sich durch die neue Medizin vergrößert.

 

Mein Sinnbild von Tilda Swinton, 30 x 40 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

Mein Sinnbild von Tilda Swinton, 30 x 40 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

 

Die Schauspielerin Tilda Swinton erschien mir immer als androgynes perfektes Wesen. 1960 geboren nähert sie sich inzwischen den 60 Jahren. 1986 spielt sie die Prostituierte Lena im Film Caravaggio. Sie ist erst 26 Jahre alt und ihre Schauspielkunst und ihre Schönheit sind überwältigend. Die Handlung des Films ist ein raffiniertes Konstrukt aus durch Quellen gesicherten Ereignissen, biografischen Fakten, Mutmaßungen, Legenden und reiner Fiktion. Der englische Regisseur Derek Jarman verknüpft diese Elemente zu einer atmosphärisch dichten und plausiblen Geschichte ohne Anspruch auf historische Wahrheit (Quelle Wikipedia).

Tilda Swinton trägt ihr Alter mit Stolz. Aktuell spielt sie in Jim Jarmuschs Zombie Parodie eine Rolle. Auf dem roten Teppich in Cannes hat sie, die bis auf Lippenstift völlig ungeschminckt den roten Teppich betritt, nichts von ihrer Faszination verloren (siehe hier).

Die beiden Portraits in der Größe 30 x 30 cm sind aus Skizzen, die während des Films Caravaggio entstanden, gezeichnet. Zuerst aber setzte ich in 30 x 40 cm das Profilbild der jungen Tilda ihrem älteren Portraitbild entgegen.

 

Mein Sinnbild von Tilda Swinton, 30 x 40 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

Mein Sinnbild von Tilda Swinton, 30 x 40 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

 

Die welke Iris verliert das Lila – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 30. Mai 2018

 

Nur eine einzige der vielen im letzten Jahr gepflanzten Iris ist dieses Jahr wiedergekommen. Ich zeichnete sie (siehe hier) und nun ist sie schon wieder verwelkt.

 

 

Zitat am Sonntag – Albert Schweitzer – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Portraitmalerei, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 29. April 2018

 

Mit den Jahren runzelt die Haut,

mit dem Verzicht auf Begeisterung aber runzelt die Seele.

Albert Schweitzer

 

 

Portrait Alter (c) Zeichnung von Susanne Haun

Portrait Alter (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Küchenuhr von Borchert – Illustrationen von Susanne Haun

Posted in Borchert - Die Küchenuhr, Zeichnung by Susanne Haun on 20. März 2017

 

Im Januar bewarb ich mich für den Otto-Dietscher-Preis 2017 für Illustration.

 

1 Die Kuechenuhr - innerlich ist sie kaputt (c) Zeichnung von Susanne Haun

1 Die Kuechenuhr – innerlich ist sie kaputt (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Es waren drei Texte vorgegeben, aus denen einer ausgewählt und zwischen 3 bis 5 Illustrationen angefertigt werden sollten. Die Zeichnungen durften nicht signiert, nur mit einer Nummer gekennzeichnet sein, damit „der Künstlername“ keine Rolle spielte.

Leider ist meine Illustration nicht ausgewählt worden. Hier findet ihr die Preisträger.

Die Generation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 2. Weltkriegs stirbt, nur noch wenige Augenzeugen leben. Ich gehöre zur Generation der Kriegsenkelkinder. Meine Oma berichtete mir, wie es war, ausgebombt zu werden, sie erzählte anschaulich, wie ganze Straßenzüge brannten und das Feuer mit seinem Licht die Nacht zum Tag und mit seiner Wärme den Winter zum Sommer machte. In Berlin, meiner Heimatstadt, waren in den 70iger Jahren, in denen ich aufwuchs, noch die Kriegsschäden zu sehen. Inzwischen sind sie fast ganz verschwunden.

In der Schule gehörte die Küchenuhr von Borchert zur Pflichtlektüre. Schon als ich sie mit 15 Jahren zum ersten Mal las, knüpfte ich Verbindungen von der Uhr zu den Erlebnissen meiner Oma.

 

2 Die Kuechenuhr - er kam nach Hause ins Paradies (c) Zeichnung von Susanne Haun

2 Die Kuechenuhr – er kam nach Hause ins Paradies (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Borchert verwendet sehr einfache, stilistische Mittel. In knappen Sätzen verwendet er die Sprache der armen, einfachen Menschen, von denen die Geschichte handelt. Aufgrund dessen entschloss ich mich, Marker und Layoutpapier für die Illustration der Geschichte zu verwenden. Die Linien der Marker können nicht durch Druck modelliert werden, ein Mischen der Farben ist nicht möglich. So einfach wie Borchert seine Geschichte erzählt, so einfach habe ich die Illustration gestaltet. Die Linien sollen die Intention des Autors aufnehmen und vermitteln. Wichtig war für mich beim Illustrieren die Semantik der um halb drei stehen gebliebenen Küchenuhr, weswegen sie in allen drei Blättern aufgenommen wird. Die Farbe Blau symbolisiert die Zeit des Paradieses vor dem Krieg, die Zeit nach dem Krieg wird in zwei Grautönen dargestellt.

In den drei Blättern sind die Kernaussagen Borcherts „Trümmerliteratur“ festgehalten:

Blatt 1: Susanne Haun, Die Kuechenuhr – innerlich ist sie kaputt, 30 x 40 cm, 2017, Zeichnung, Marker auf Layoutpapier
Blatt 2: Susanne Haun, Die Kuechenuhr – er kam nach Hause ins Paradies, 30 x 40 cm, 2017, Zeichnung, Marker auf Layoutpapier
Blatt 3: Susanne Haun, Die Kuechenuhr – sie sahen ihn nicht an, 30 x 40 cm, 2017, Zeichnung, Marker auf Layoutpapier

Borchert möchte den Leser zum Nachdenken über den Krieg anregen, die Küchenuhr ist in der Vorderansicht das Symbol für das verlorene Paradies vor dem Krieg und in der Hinteransicht zeigt sie die Zerstörung der Seele des Mannes. Der Mann ist seelisch überfordert mit der Situation. Die Zuhörer sind gleichgültig, der Mann hat keine Familie mehr, der er seine Not anvertrauen kann, er vertraut sich Fremden an. Borschert löst mit seiner Erzählung starke Gefühle aus, die auf den Illustrationen bildlich dargestellt sind.

 

3 Die Kuechenuhr - sie sahen ihn nicht an (c) Zeichnung von Susanne Haun

3 Die Kuechenuhr – sie sahen ihn nicht an (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 176 – Heinrich Wölfflin

Posted in Kunstgeschichte, Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 5. Februar 2017

 

„Kunstgeschichte zu treiben, ohne selbst Zu zeichnen, erscheint Mir unmöglich.“²
Heinrich Wölfflin

 

Romanisch (c) Zeichnung von Susanne Haun

Romanisch (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Heinrich Wolfflin ist am21.6.1864 in Winterthur geboren und am 19.7.1945 in Zürich gestorben. Er war Kunsthistoriker; Ordinarius für Kunstgeschichte und Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.  Im Studium der Kunstgeschichte war Wölfflin einer der ersten, den wir im Grundkurs kennenlernten.

Zur Zeit schreibe ich eine Hausarbeit über Menzel und eine Skizze zum Kassler Karton. Beim Recherchieren fand ich im Buch Adolphe Menzel und Lois Renner, das Künstleratelier  dieses Zitat, das ein Lächeln auf mein Gesicht zauberte.

 

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² Gaßner, Hubertus; Howoldt, Jenns, Adolphe Menzel und Lois Renner, das Künstleratelier, Hamburg 2008, S. 3.

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 175 – Marie von Ebner-Eschenbach

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 29. Januar 2017

 

Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusßtseins!²
Marie von Ebner-Eschenbach

 

Selbstportrait Tagebuch 38. Woche (c) Zeichnung von Susanne

Selbstportrait Tagebuch 38. Woche 2013 (c) Zeichnung von Susanne

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²Marie von Ebner-Eschenbach, Die Kunst zu Leben, Frankfurt am Main 2005, S. 131.

 

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 174 – Giacomo Casanova

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 22. Januar 2017

 

Ich bin zwar alt, doch ist mir noch nicht alles genommen: Mir bleibt die Neugier als Tochter meines Verstandes, der die Zusammenhänge zwischen den Dingen sucht, die mich interessieren.²
Giacomo Casanova

 

Portrait Alter (c) Zeichnung von Susanne Haun

Portrait Alter (c) Zeichnung von Susanne Haun

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²Giacomo Casanova, Die Kunst zu Leben, Frankfurt am Main 2005, S. 115.

 

Bilanz ziehen – Susanne Haun

Posted in Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 21. März 2016

Manchmal sind Kommentare so inhaltschwer, dass ich sie in einem Blogbeitrag festhalte.

Mein Blog funktioniert als mein Gedächtnis. Solche Kommentare / Gedanken kann ich nur wiederfinden, wenn ich sie in Beiträge festhalte und durch Schlagworte kennzeichne.

Ein Strauß Tulpen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ein Strauß Tulpen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Diskussionsgrundlage war meine Zeichnung Ein Strauß Tulpen (siehe hier).

Susanne:
Ich stelle auch den Kontrast von Leben und Tod dar. Und kann der Tod nicht nach einem erfüllten Leben auch schön sein? Ich weiss nicht, ob man selber merkt, wann die Zeit gekommen ist?

Bine:
Ich denke das kommt auf jeden einzelnen an. Meine Großmutter wußte, dass es soweit war. Ich glaube sie hat für sich akzeptiert, das ihr Körper/Kraft einfach aufgebraucht war.
Ein erfülltes Leben……das ist ein großes Thema. Ich denke eher ich muß auf meinem Sterbebett Bilanz ziehen und mir auch die verpassten Chancen, die nicht gesagten Worte, die nicht getanen Taten etc. verzeihen und annehmen. Das ist aber sehr spekulativ da ich selbst noch nicht mit dem Sterben konfrontiert worden bin.

Susanne
Ich habe in meinem Leben viele Dinge getan, die man ganz sicher auch anders machen kann. Ich sage extra anders, denn was ist im Leben ein Fehler? Der ist doch nur in der Moralphilosophie zu finden, also ein Fehler ist, wenn ich gegen die 10 Gebote, wie z.B. du sollst nicht töten,  verstoße. Diese Gebote lauten in jeder Religion.
Bilanz ziehe ich nicht erst am Sterbebett sondern täglich. Manche Entscheidungen, die ich getroffen habe, brauchen Zeit, um Wirkung zu tragen. Ein kleines Beispiel: Ich arbeite in meinem 6. Atelier – d.h. ich bin sechsmal mit meinem gesamten Kram umgezogen – jedesmal ein Kraftakt! Aber ich bereue keinen Umzug – aus allem habe ich etwas gelernt. Sicher – ich hätte mir vielleicht den einen oder anderen Umzug sparen können aber mir gingen dadurch wertvolle Erfahrungen verloren.
Jede Entscheidung und jede Erfahrung, die ich mache, bringt mich vorwärts. Statt mit mir zu hadern, warum ich nicht gleich nach dem Abitur studiert habe, studiere ich eben jetzt. Wer sagt denn, dass ein Studium vom Alter abhängig ist.
Und wenn ich auf dem Sterbebett liege, dann weiß ich, dass ich nur traurig sein werde, weil ich nicht mehr erfahren werden, wie es denn mit der Welt weiter geht. Werden wir Kolonien im Weltraum aufbauen? Können wir irgendwann Gehirne vor dem Tod in einen Computer übertragen und wie ist das ethisch zu sehen? Gibt es einen Weltfrieden? Und so weiter…
Wenn ich heute Nachrichten sehe oder über neue Technologien lese, dann macht sich eine Traurigkeit breit, dass ich von vielen Dingen das Ende nicht erfahren werde.

 

Der Tod ist ein häufiger Bestandteil meiner Kunst:

 

 

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