Susanne Haun

Aktivieren, Kuratieren und Vermitteln – Die Kunsthistorikerin Nina Alice Schuchardt

Posted in Ausstellungstip, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 18. April 2017

 

Seit Anfang des Jahres bekomme ich das Kunstforum International ins Haus geschickt. Ich hinke mit dem Lesen immer etwas hinterher, aber nichtsdestotrotz lese ich sie (manchmal auch quer)  Seite für Seite und habe mich gefreut, im Heft 244, 2017, Die Neue Auftragskunst, in einem Interview von Sabine B. Vogel mit der Stadtkuratorin Hamburg, Sophie Goltz, drei treffende Tätigkeiten auf Seite 120 zum Karatieren zu finden:

Aktivieren
Kuratieren
Vermitteln

Genau diesen Tätigkeiten geht die Kunsthistorikerin Nina Alice Schuchardt nach. Sie bespielt die Dorfkirche Roddahn. Als ich die vielfältigen Veranstaltungen der Jahres 2017 auf dem Programm der offenen Kirche Roddahn las, wuchs mein Respekt vor Nina noch mehr. Sie aktivierte viele Kreative, um ein buntes, interessantes Programm zusammenzustellen. Sie aktivierte Künstler und Veranstalter. Herzlichen Glückwunsch, Nina.

Die letzten beiden Jahre kuratierte Nina auch die Ausstellungen in der Kirche. Erinnert ihr euch, ich stellte 2015 in einer Solo-Show aus (siehe hier), 2016 war ich Teil einer Gruppenausstellung in der Kirche, die viele Gäste anzog (siehe hier).

Ich denke, es kann hier kaum von nebenbei gesprochen werden, dass Nina in diesem Jahr zusätzlich zu ihrer Arbeit in der offenen Kirche Roddahn auch einen Verlag für Kunst und Kinder gründete. Auf ihrer Homepage (siehe hier) kann ausführlich ihr Programm zur Vermittlung von Inhalten gelesen werden.

Wer Interesse an die eine oder andere Veranstaltung hat, der kann den Flyer der  Offenen Kirche Roddahn mit den Veranstaltungen für 2017 hier herunterladen.

Veranstaltungsflyer offene Kirche Roddahn 2017 (c) Nina Alice Schuhardt – Kunsthistorikerin

 

Offene Kirche Roddahn - Veranstaltungen 2017 - Seite 1 (c) Nina Alice Schuchardt

Offene Kirche Roddahn – Veranstaltungen 2017 – Seite 1 (c) Nina Alice Schuchardt

 

Offene Kirche Roddahn - Veranstaltungen 2017 - Seite 2 (c) Nina Alice Schuchardt

Offene Kirche Roddahn – Veranstaltungen 2017 – Seite 2 (c) Nina Alice Schuchardt

 

Im Neanderthal Museum – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Architektur, Ausstellungstip, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 27. Januar 2017

Letzte Woche haben wir unseren Besuch bei Schmincke (siehe hier) mit einem Besuch des Neanderthal Museums verbunden.

Das Museum ist sehr liebevoll gestaltet und vermittelt in unterschiedlichster Form Wissen. Auch die kleinen Neugierigen können hier viel erfahren und ausprobieren. Leider hatten wir nur drei Stunden bis zur Schliessung des Museums Zeit und liefen im Dauerlauf zur Ausgrabungsstätte, um anschliessend die für uns interessanten Exponate im Inneren der sachlichen Ausstellungsarchitektur zu betrachten und zu hören.

1 Neanderthal Museum (c) Foto von M.Fanke

Neanderthal Museum (c) Foto von M.Fanke

An großen Ohren konnte die Besucherin / der Besucher die vier verschiedenen Schöpfungsmythen hören.  Zu sitzen, die Mythen zu hören und ins Museum zu schauen, inspirierte mich sehr. Ich war sehr traurig, zeitlich nur zwei der vier Mythen hören zu können. Dann entdeckte ich die App (siehe hier) des Museums, die kostenlos heruntergeladen werden kann und einen Audioguide enthält. So konnte ich zuhause alle vier Geschichten in Ruhe hören. Sehr gefallen hat mir der Neanderthaler mit Faustkeil und Anzug. Ich fand den Vergleich des Faustkeils mit meinen Handy als Statussymbol sehr passend.

 Im Neanderthal Museum (c) Zeichnung von Susanne Haun

Im Neanderthal Museum (c) Zeichnung von Susanne Haun

An der Fundstätte stehen mehrere Steine, in denen man Kopfhörer stecken kann und viele Informationen erhält. Auf dem Stein stehen auch Informationen, leider ist die Schrift zum Teil mit einer Eisschicht überzogen gewesen – der Winter fegt zur Zeit durch das Tal.

Angst hat mir die Bevölkerungsdichte, die auf einem der Fotos zu sehen ist, gemacht. Die Welt ist so voll, dass einige Menschen schon am Rand mit baumelnden Beinen sitzen. Wir wissen alle, wozu das  in der bisherigen Weltgeschichte führte: Seuche oder Krieg.

Kalendervorstellung in Schmetterlingshorst – Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Publikationen, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 29. August 2016

 

Gestern war die Ausstellungseröffnung PROträts – Susanna Cardelli und Utz Benkel.

Während der Vernissage wurden auch die Kalender Starke Frauen 2017 und Männer 2017 präsentiert.

 

Kalenderbeiteiligte 2017 (c) Foto von M.Fanke

Kalenderbeiteiligte 2017 (c) Foto von M.Fanke

 

Utz Rede zur Ausstellung hatte den Schalk im Nacken. Er erklärte, dass er seit 40 Jahren dasselbe Linolschnittmesser benutze und alle Werke, die zusehen seien, wären mit diesem Messer geschnitten. Das Messer hätte länger gehalten als seine Ehe! Nun sei es zerbrochen. Was das wohl bedeutet? Ich dachte gleich an meinen ersten Marderpinsel, den ich noch zu Schulzeiten mir zum Geburtstag wünschte und der immer noch in meinem Pinselglas steht. er dürfte um die 35 Jahre alt sein und hat meine beiden Ehen überdauert!

Gregor Gysi, der Schirmherr der Ausstellung,  ging in seiner Rede auf Utz frühere Tätigkeiten als Hausbesetzer, Anarchist und Gotteslästerer ein. Gegen Utz wurde im Freistaat Bayern der erste Gotteslästerungsprozeß nach dem Krieg ermittelt. Die Anklage und das Verfahren wurden wegen § 166 Gotteslästerung aufgrund seines Artikels „Gottseidank” im Stadtinfo geführt.

Mehr erfahren wir über den Tatbestand der Gotteslästerung in der Kolumne von  Thomas Fischer, Bundesrichter in Karlsruhe  in der Zeit (siehe hier).

„Gott – jeglicher denkbare Gott – mag alles Mögliche benötigen, aber gewiss keinen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch, der seine „Lästerung“ verbietet.“ schreibt Fischer dort. ²

Es war insgesamt eine gelungene Veranstaltung, bei der alle trotz 34 Grad im Schatten viel Spaß an Kunst, Musik und Gesprächen hatten.

 

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² Fischer, Thomas. In: Zeit, Ist Gotteslästerung ein notwendiger Straftatbestand? – Eine Kolumne von Thomas Fischer. Hamburg 2015.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-03/blasphemie-gotteslaesterung-straftatbestand-religion , 29.8.2016, 11:31 Uhr

Das Dürer Haus in Nürnberg – Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Nürnberg, Reiseberichte by Susanne Haun on 23. August 2016

 

Außer den Gemäuern ist nichts echt im Albrecht Dürer Haus und trotzdem fand ich es besuchenswert.

 

Susanne Haun klingelt bei Herrn Dürer (c) Foto von M.Fanke

Susanne Haun klingelt bei Herrn Dürer (c) Foto von M.Fanke

 

Schon kurze Zeit nach Dürers Tod 1627 verließ eines seiner Hauptwerke, die vier Apostel, die Stadt und wurde von Kurfürst Maximilian von Bayern nach München gebracht, weitere folgten und sind heute in der ganzen Welt zu finden. So ist kein original Dürer mehr im Dürer Haus platziert. Dafür gibt es einen ungewöhnlichen Raum, der sich „Original kopiert! Der Neue Dürer Saal“ nennt. 1928 wurden zur großen Dürer Ausstellung viele Original Dürer ausgeliehen und Nürnberger Künstler erhielten den Auftrag, die Originale zu kopieren. Seither besitzt die Stadt Dürers Hauptwerke in „hochwertigen historischen Nachschöpfungen“.²

Ich mochte das überlebensgroße Selbstportrait Dürers, was im ersten zu besichtigen Raum im Dürerhaus als Tapete an der Wand angebracht ist. Da konnte ich doch endlich mal dem Herrn Dürer in der Nase boren! Multimedial bietet das Dürerhaus neben der Audioguide Führung einiges. So auch einen Schrank mit Gegenständen wie das berühmte Nashorn. Der Schrank ist mit einer Multimediaglaswand, die auf Fingerdruck reagiert ausgestattet.

 

Ich wollte schon immer Herrn Dürer in der Nase boren (c) Foto von M.Fanke

Ich wollte schon immer Herrn Dürer in der Nase boren (c) Foto von M.Fanke

 

Dürer ist in Nürnberg allgegenwertig, er wird mit Straßenschildern und Restaurationstiteln geehrt. Daniel Rauch schuf die Dürerskulptur auf dem Dürerplatz.

Für mich ist dieser Kurzurlaub die Belohnung für meinen bestandenen Bachelor. Das Thema meiner Bachelorarbeit lautet „Wissenschaftlichkeit und Disegno in Albrecht Dürers Werk“. Nun habe ich neben Abitur, Ausbildung und meinem Künstlerinnendasein eine zusätzliche Bezeichnung in meiner Vita, Bachelor of Arts. Inzwischen bin ich für das Masterstudium Kunstgeschichte immatrikuliert und schreibe schon an meiner ersten Masterhausarbeit. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen, dass ich mein erstes Studienziel schon erreicht habe.

 

 

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² Im Dürer Haus hängen zahlreiche Informationstafeln und mit dem Eintritt erhält die Besucherin einen Audioguide, der 17 Stationen beinhaltet.

Ausstellungstip: EL SIGLO DE ORO – Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Berlin, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 21. Juli 2016

 

Die Ausstellung  EL SIGLO DE ORO (siehe hier)  birgt mit ihrem gut durchdachten Konzept eine Menge Überraschungen.

 

Blick aus dem Kulturforum zum Potsdamer Platz (c) Foto von Susanne Haun

Blick aus dem Kulturforum zum Potsdamer Platz (c) Foto von Susanne Haun

 

Anhand der Farbe der Wände kann der Besucher unterscheiden aus welchem Landstrich des großen spanischen Imperiums des 17. Jahrhunderts. Gleich am Beginn der Ausstellung wird eine entsprechend farbige Weltkarte gezeigt.

„El Siglo de Oro – das Goldene Zeitalter der spanischen Kunst – zählt zu den bedeutendsten wie populärsten Kapiteln der europäischen Kulturgeschichte. Erstmals kann in diesem Sommer in Berlin die faszinierende Vielfalt der Malerei und Skulptur des 17. Jahrhunderts auch außerhalb Spaniens umfassend erlebt werden – mit über 130 Meisterwerken von Velázquez, El Greco, Francisco de Zurbarán und Bartolomé E. Murillo sowie bislang kaum bekannten Künstlern wie Alonso Cano und Gregorio Fernández. „² ist sowohl auf der Internetseite der Ausstellung als auch auf den Ausstellungsflyer zu sehen.

Mir gefällt schon im Foyer die große durchscheinene Lichtwand, die wechselnd Bilder der Ausstellung im gelben Kreis zeigt. Ich mag die Veränderung, die die Gemälde durch den sich schliessenden Kreis erfahren.

In der Ausstellung fand ich den Raum mit Zeichnungen der goldenen Ära eindrucksvoll, vielleicht sollte ich mir überlegen, eine der Zeichnugnen von Jusepe de Ribera in meiner Masterarbeit zu besprechen? Ich fand besonders die Portraits in ihren einfachen Linien ausdrucksstark.

Einen sehr guten Bericht mit Fotos zur Ausstellung (innen ist es verboten, zu fotografieren) ist auf der Seite des Tagesspiegel zu finden (siehe hier). Hier kann auch El Grecos „Immaculata Oballe“ aus dem Jahr 1613, das Mariä Empfängnis zeigt zu sehen. Als Einstieg in die Ausstellung ist dieses Bild ein wahres Spektakel an Farben, Form und Komposition.

 

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²El Siglo de Oro. Die Ära Velázquez, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Berlin 2016, http://www.el-siglo-de-oro.de/home.html, 21.7.2016, 7:09 Uhr

 

The Botticelli Renaissance – Ausstellungstip

Posted in Ausstellungstip, Berlin, Betrachtungen zur Kunst by Susanne Haun on 16. Januar 2016

Gestern besuchten wir die Ausstellung The Botticelli Renaissance in der Gemäldegalerie.

Berlin Kulturforum (c) Foto von Susanne Haun

Berlin Kulturforum (c) Foto von Susanne Haun

 

Es war gut, dass wir relativ früh am Tag in der Gemäldegalerie ankamen, denn es war wirklich sehr voll und nicht einfach, die Exponate in Ruhe zu betrachten. Besonders interessant fand ich den Zusammenhang zwischen den Kleiderentwürfen von Elsa Schiaparelli und den Bildern Botticellis. Hier könnt ihr den Tagesspiegelartikel „Venus ist das Maß“ lesen.

The Botticelli Renaissance, Gemäldegalerie, Kulturforum
Der Botticelli-Coup, Kupferstichkabinett, Kulturforum
24. Sep 2015 – 24. Jan 2016
Mo geschlossen, Di 10:00 – 18:00 Uhr, Mi 10:00 – 18:00 Uhr, Do 10:00 – 20:00 Uhr, Fr 10:00 – 18:00 Uhr, Sa 11:00 – 18:00 Uhr, So 11:00 – 18:00 Uhr

 

Venus of Berlin (c) Foto M.Fanke

Venus of Berlin (c) Foto M.Fanke

 

Für mich war das Highlight nicht die Ausstellung der Boticelli Renaissance sondern die Zeichnungen Botticellis in der Ausstellung der Botticelli-Coup im Kupferstichkabinett. 1882 gelang es mit Hilfe des privaten Vermögen des Kaisers die Handschriften Sammlung des Herzogs von Hamilton zu kaufen. Hamiltons Enkel geriet aufgrund seines verschwenderischen Lebenswandels in Finanznot und musste sich von großen Teilen der Kunstsammlung seines Großvaters trennen. In der Ausstellung wird ein Foto des Bücherzimmers des Herzog Alexander Douglas, dem zehnten Herzog von Hamilton (1767 – 1852) gezeigt. Es ist unglaublich, dass dieser Schatz an Büchern verkauft werden musste, Königin Victoria versuchte, diesen Schatz in Großbritannien zu halten, jedoch gelang es den Berliner Museen die Sammlung noch vor der angesetzen Auktion zu kaufen.²

Im Kupferstichkabinett war es so leer, dass wir die Zeichnungen in Ruhe betrachten konnten. Diese Zeichnungen werden zu den wichtigsten Werken Botticellis gezählt. Boticelli illustriert Dantes göttliche Komödie. Ich bin begeistert von den Linien Botticellis, die Vergil, Dantes und Beatrice durch die Kreise der Hölle laufen lassen.

 

 

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² Kupferstichkabinett Staatliche Museen zu Berlin, Der Botticelli-Coup 16.10.2015 – 24.1.2016

Die Einsamkeit des Künstlers – Bericht von Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Berlin by Susanne Haun on 21. November 2015

Vorgestern war ich bei der Ausstellungseröffnung „Double Vision“ im Berliner Kupferstichkabinett im Kulturforum. 

Es werden graphische Arbeiten von Albrecht Dürer (1471-1528) und William Kentridge (geb. 1955 in Johannesburg) präsentiert.

Es ist eine sehr beeindruckende Ausstellung, die ich jedem nur empfehlen kann. Ich werde die nächsten Freitage in der Ausstellung verbringen, eine der beiden Kuratorinnen, Elke Anna Werner, ist Dozentin an der FU und „scheinlos glücklich“ werde ich mein drittes Seminar, dieses mal zum Thema Ausstellungsdisplay, bei ihr absolvieren. Die lezten beiden Seminare handelten von den Arbeiten Kentridge (2013) und von den Meisterstichen Dürers (2013/14) (siehe hier mein Bericht).

 

Ich freue mich über den Katalog (c) Foto von M.Fanke

Ich freue mich über den Katalog (c) Foto von M.Fanke

Ich war das erste mal bei einer musealen Ausstellungseröffnung. Inklusive des Künstlers kamen sechs Redner zu Wort. Besonders die Reden der beiden Kuratorinnen, Elke Anna Werner und Andreas Schalhorn sowie die abschliessenden Worte des Künstlers gefielen mir. Frau Werner redete bis auf wenige Sätze deutsch und Herr Schalhorn englisch, so war sowohl das Publikum als auch William Kentride einbezogen. Frau Werner überreichte Kentridge eine Tafel Schokolade, zu der ich später zurückkomme.

Kentridge selber ist ein sehr guter, charismatischer Redner. Sein Deutsch sei schlecht, sagte der Künstler,  aber trotzdem zitierte er rednerisch brilliant Worte in Deutsch. Ich muß Frau Werner noch fragen, was genau er zitierte. Ich bewunderte Kentridge, dass er nach den vielen Reden, von denen er die meisten Worte nicht verstand, noch soviel Elan auf die Bühne brachte.

Es fiel mir auf, wie einsam Kentridge durch die Ausstellung lief, er schien sich an der Tafel Schokolade festzuhalten. Gut, dass er sie hatte! Die vielen Leute unterhielten sich über sein Werk und schauten sich mit großen Augen um, aber mit ihm selber sprach kaum einer. Cris,  mit der ich zur gleichen Zeit das Studium begann und ich kauften uns den Katalog der Ausstellung, suchten Kentridge und ließen uns die Kataloge signieren. Ich fragte ihn mit meinem vor Aufregung noch schlechteren Englisch, ob er wirklich alle seine Radierungen selber drucke, also selbst die wirklich großen Platten, die mit Farbe einzuschmieren und auszuwischen eine große Anstrengung bedeuten! Er antwortete, dass er das tue – aber nicht alle! (Yes, I do, but not all!)

Ich freue mich über den signierten Katalog (c) Foto von M.Fanke

Ich freue mich über den signierten Katalog (c) Foto von M.Fanke

Cris fragte ihn, ob er sich alleine fühle, weil er doch so alleine durch die Gemäldegalerie strich. Aber er antwortete, dass das gut so sei. Er sah müde aus und als ich ihm einen schönen Feierabend wünschte, erfuhren wir, dass ihn noch ein weiteres Programm am Abend erwartete.

Nein – ich habe keine Fotos gemacht. Nicht mit der Kamera und auch nicht mit dem Handy. Ich habe beides in einem der Schließfächer des Museums eingeschlossen und mit meinen Augen beobachtet und nun schreibe ich die Beobachtungen nieder.

Ob ich mit Kamera die selben Beobachtungen gemacht hätte, wie ohne? Ist unser Auge nicht ohne Technik geschärfter?

Eine sehr gute Dokumentation der Ausstellung liefert der Blog „Double Vision Berlin“ (siehe hier) oder die Informationsseite der FU Berlin „Evidenz ausstellen“ (siehe hier).
Auf der Seite des Deutschlandradios Kultur erhält der Interessierte weitere Informationen im Artikel:
„“Double Vision“ im Berliner KupferstichkabinettUnterhaltung mit den Bildern im Kopf“ von Jochen Stöckmann (siehe hier)

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Double Vision: Albrecht Dürer & William Kentridge

20. November 2015 bis 6. März 2016
Öffnungszeiten

Di. – Fr.: 10:00 – 18:00 Uhr
Do.: 10:00 – 20:00 Uhr
Sa. – So.: 11:00 – 18:00 Uhr

Kupferstichkabinett
Kulturforum
Matthäikirchplatz, 10785 Berlin

Eintritt Ausstellung: 8 € / 4 €
Bereichskarte Kulturforum: 16 € / 8 €

U-Bahn U2 (Potsdamer Platz)
S-Bahn S1, S2, S25 (Potsdamer Platz)
Bus M29 (Potsdamer Brücke); M41 (Potsdamer Platz Bhf / Voßstraße)
M48, M85 (Kulturforum); 200 (Philharmonie)

Die leere Berlinische Galerie – Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Berlin by Susanne Haun on 4. November 2015

Bevor man ein Museum besucht, empfiehlt es sich zu schauen, ob gerade Ausstellungswechsel ist.

Am Sonntag schauten wir uns die fast leere Berlinische Galerie an. Die Ausstellung „Radikal Modern, Planen und Bauen im Berlin der 1960er-Jahre“ war abgebaut. Schade! Ich hatte mich darauf gefreut!

Die diagonal gekreuzte Treppe der Berlinischen Galerie (c) Foto von M.Fanke

Die diagonal gekreuzte Treppe der Berlinischen Galerie (c) Foto von M.Fanke

Aber die Galerie war natürlich nicht ganz leer. Die ständige Ausstellung im ersten Stockwerk konnten wir schauen. Ich war das letzte mal vor einem Jahr in der Berlinischen Galerie und so konnte ich den etwas anderen Aufbau der Werke bewundern.

Mehr noch als die Werke hat mich die Architektur der Berlinischen Galerie wieder fasziniert. Ohne Bilder war die Treppe das Hauptwerk des großen Saals.  Die diagonal den Raum kreuzende Freitreppe im Zentrum des Gebäude ist für mich eine besondere architektonische Raffinesse.  Ein ehemaliges Glaslager wurde für das Museum umgebaut (siehe hier).

Auch die Ausstellung „Ich kenne kein Weekend“ aus der Sammlung des Galeristen René Block (siehe hier) ist ausgesprochen sehenswert. Schon alleine diese Ausstellung, die noch bis zum 15.2.2016 läuft, ist einen Besuch der Berlinischen Galerie wert.

Am Berlin Museum (c) Foto von M.Fanke

Am Berlin Museum (c) Foto von M.Fanke

Den Weg zur Berlinischen Galerie auf der Straße „Am Berlin Museum“ mag ich besonders gerne. Ich berichtete schon einmal über diese Straße im Februar 2013 (siehe hier). Dieses mal fielen mir andere Schilder ins Auge.

Am Berlin Museum (c) Foto von Susanne Haun

Am Berlin Museum (c) Foto von Susanne Haun

161 Arbeiten von Künstler und nur 6 von Künstlerinnen sind in der Sammlung Würth in Berlin zu sehen

Posted in Ausstellungstip, Betrachtungen zur Kunst by Susanne Haun on 29. Oktober 2015

Es ist schon ein wenig her, da habe ich die Sammlung Würth im Martin Gropius Bau (siehe hier) besucht.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Die Sammlung ist eindrucksvoll und besonders die Kunst- und Wunderkammer hat mir sehr gut gefallen.

Nachdem ich jedoch die Hälfte der Ausstellung betrachtet hatte, fiel mir auf, dass kaum Arbeiten von Künstlerinnen zu sehen sind. Insgesamt werden die Arbeiten von 161 Künstlern und 6 Frauen gezeigt.

 

Ich habe ein Video auf youtube gefunden, dass die Ausstellung gelungen präsentiert:

 

Wie anders schaut es da beim me Collectors Room (siehe hier) aus!
Dort läuft gerade eine Retrospektive zu Cindy Sherman. In der Zeitkunst habe ich den Artikel „Meisterin der Verwandlung“ zur Ausstellung gelesen. Die Kollektion von Thomas Olbricht, der seit 1980 Kunst sammelt, besteht fast zur Hälft aus Kunst von Frauen!² Ich gehe gerne in den me Collectors Room und habe schon einiges darüber berichtet (siehe hier). Ich freue mich schon darauf, die Retrospektive zu Cindy Sherman zu besuchen, ich bin dazu schon fest im November verabredet und werde berichten.

Hier ist ein guter Beitrag zur Ausstellung auf meinem Lieblingssender radio 1 (siehe hier) zu hören.

Und hier findet ihr das Dartellungsvideo vom me collectors room:

 

Frauen und Männer, was meint ihr dazu?

 

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²Leitzke, Ankelika, Meisterin der Verwandlung, In: Zeitkunst 09:2015, Neu-Isenburg, September 2015, S. 3.

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Die Besucher mussten schnell schaue – es wurde in rasanter Geschwindigkeit gekauft – Anonyme Zeichner in Berlin

Posted in Anonyme Zeichner, Ausstellung, Ausstellungstip, Berlin, Zeichnung by Susanne Haun on 4. August 2015

Ein Glück waren wir ein wenig vor der offiziellen  Eröffnung der Ausstellung bei den Anonymen Zeichnern.

 

Anonyme Zeichner 2015 (c) Foto von Susanne Haun

Anonyme Zeichner 2015 (c) Foto von Susanne Haun

 

Es wurde so voll, dass es kaum noch möglich war, die Arbeiten zu betrachten! Die ersten Zeichnungen waren schon verkauft, bevor wir sie betrachten konnten.

Anonyme Zeichner 2015 (c) Foto von M. Fanke

Anonyme Zeichner 2015 (c) Foto von M. Fanke

 

Jürgen entschied sich, bereits Samstag Morgen Berlin zu verlassen. Er war so voll von Erlebnissen, dass er nun Ruhe haben wollte. Schade! Bei der Ausstellungseröffnung war Rosa Gabriel zu Besuch. Sie arbeitet wie Jürgen in Geldern.

 

Anonyme Zeichner 2015 (c) Foto von M. Fanke

Anonyme Zeichner 2015 (c) Foto von M. Fanke

 

Auch Roswitha, eine regelmäßige Besucherin meines Salons, war unter den Besuchern.

Der Verkauf aller ausgestellten Zeichnungen  erfolgt zu einem Einheitspreis von 200 € pro Stück; vor Ort während der Eröffnung sowie Dienstags -Donnerstag / 17 – 19 Uhr gegen Barzahlung.

 

Anonyme Zeichner 2015 (c) Foto von M. Fanke

Anonyme Zeichner 2015 (c) Foto von M. Fanke

 

Wird ein Bild verkauft, wird es von der Wand aus der Ausstellung abgenommen und der Name der Zeichnerin / des Zeichners wird statt der Zeichnung an die Wand geschrieben.

 

Anonyme Zeichner 2015 (c) Foto von M. Fanke

Anonyme Zeichner 2015 (c) Foto von M. Fanke

 

Natürlich können die Zeichnungen auch Online gekauft : 3. – 29. August 2015

weitere Ausstellungsstationen:
Galerie ARTQ13, Rom/Italien – 9. – 11. Oktober 2015
Galerie GEYSO20, Braunschweig – 13. 11. – 18. 12. 2015
Kunstverein Rüsselsheim (Februar/März 2016)

 

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