Susanne Haun

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 194 – Platon

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 11. Juni 2017

 

Das Denken ist das Selbstgepräch der Seele.

Platon

 

Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerund und Zeichnung von Susanne Haun

Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerung und Zeichnung auf Angiografieaufnahem  des Selbst von Susanne Haun

 

 

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Zitiert nach Zitatkalender aus der Helmut Lingen Verlag Gmbh, 2016 Köln, Kalenderblatt 5. Juni 2017

Ich nenne sie Maggie – Objekt von Susanne Haun

Posted in Ojekt, Zeichnung by Susanne Haun on 20. Juni 2015

Der Arbeitstitel für mein Objekt ist „Maggie“.

Meine Dinge in meinem zweiten Atelier im Wedding - Foto von Susanne Haun

Die gute alte Maggie in meinem damaligen Atelier in der Martin-Opitz Strasse  – Foto von Susanne Haun

 

Vor einigen Jahren hatte ich eine Schaufenster-Hut-Puppe bei ebay ersteigert. Ich nannte sie Maggie. Bei einen meiner vielen Atelierumzüge verkaufte ich sie wieder bei ebay und habe sie seither jeden Tag vermisst. Ich verkleinerte mich damals räumlich und meinte, keinen Platz mehr für meine Maggie zu haben. Das stimmte auch. Aber trotzdem …. vielleicht hätte ich sie irgendwo zwischenlagern können….

Von den Proportionen sieht meine „neue Maggie“ fast so aus wie die Alte.

 

Entstehung von Maggie - Objekt Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung von Maggie – Objekt Zeichnung von Susanne Haun

 

Es ist nicht einfach, den Torso zu bezeichnen. Heute habe ich auf der linken Torsohälfte einen Vogel gezeichnet und war stark am überlegen, wie ich den Kopf gestalten werden. Das Gesicht ist mir zu schön.

Die Schäden bezeichne ich deutlich sichtbar. Sie wirken für sich betrachtet abstrakt. Mehr als eine Abstrakte Vorstellung von unserem Gehirn besitzen wir leider auch nicht.

 

Entstehung von Maggie - Objekt Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung von Maggie – Objekt Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung von Maggie - Objekt Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung von Maggie – Objekt Zeichnung von Susanne Haun

 

Der Schaden ist sichtbar – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Objekt, Zeichnung by Susanne Haun on 15. Juni 2015

Kontinuierlich arbeite ich am Torso.

Die Schäden, die meine Schaufensterpuppe genommen hat, sind sichtbar. Wichtig ist es für mich, sie bewusst in mein Werk einfliessen zu lassen. Die Schäden sind vor der Kunst entstanden und bestimmen sie mit und nicht umgekehrt. Sie sind ein wichtiges Element der Arbeit.

Zerstörung Torso mit Kopf - Zeichnung auf Objekt von Susanne Haun

Zerstörung Torso mit Kopf – Zeichnung auf Objekt von Susanne Haun

Ein weiteres Element ist der Titel des Werks.

Sie ist nun keine Schaufensterpuppe mehr, sie wird zu Kunst alleine deshalb, weil ich es sage und weil ich Künstler bin. Ich bräuchte sie im Sinne Duchamps nicht bearbeiten und sie wäre schon Kunst. Aber in dem Fall war mir das alleinige Erheben zur Kunst zu wenig. Das Schwarz des Torsos war so mächtig, dass alle Linien verloren gingen. So war für mich das Weiß ein Muß.

Torso mit Kopf - Zeichnung auf Objekt von Susanne Haun

Torso mit Kopf – Zeichnung auf Objekt von Susanne Haun

Der Kopf auf dem Torso ist zerschmettert. Das Gehirn des Menschen ist sein höchstes Gut, sein Heiligtum. Dort sitzt der Mensch in seiner Ausprägung selber. Im zeitgenössischen Film wird dieses Thema oft ausgeschlachtet, ich denke da an „Source Code“ oder den Klassiker „Die Matrix“. So möchte ich den Titel in diese Richtung denken:

„Das höchste Gut des Menschen“ (Das Wort Gut ist mir philosophisch zu stark anders bewertet)

„Das Heiligtum des inneren Menschen“ (Das Wort Heiligtum ist mir zu religiös.)

Ich bin am Überlegen und Sammeln.

Starke Nerven – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 23. Februar 2015

Unser Gehirn ist zum größten Teil noch unerforscht.

Heute habe ich meine Gedanken zum Thema Nerven zeichnerisch festgehalten, ohne Biologie und Psychoanalyse zu berücksichtigen, rein intuitiv.

Interessant finde ich, dass Nerv vom lateinischen nervus und von griechisch νεῦρον neúron was „Faden“, „Sehne“ oder auch „Schnur“ bedeutet, kommt. Das hat mich zu meinen Zeichnungen inspiriert.

 

1 Starke Nerven (c) Zeichnung von Susanne Haun

1 Starke Nerven (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Exit Ghost, Täuschung und Lüge – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Arktis, Den Kopf ausgestülpt, Rolle, Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 17. Juli 2013

Die Fähigkeit der Menschen, Dinge in ihrem Gedächtnis / Gehirn zu speichern, lässt im Alter nach.

Es gibt verschiedene Krankheiten, die diese Fähigkeit beeinträchtigen. Das Gehirn und die Seele ist ein Thema, das mich sehr beschäftigt. So habe ich in letzter Zeit Bücher von zwei großen Literaten zum Thema gelesen.

Der Körper des Gruselwesens (c) Zeichnung ovn Susanne Haun

Der Körper des Gruselwesens (c) Zeichnung ovn Susanne Haun

„Der Mensch erscheint im Holozän“ von Max Frisch, in dem ein alter Mann mit fortschreitender Demenz versucht, sein Leben zu meistern.

„Exit Ghost“ von Philip Roth berichtet von einem alten Schriftsteller, der am Ende seines Lebens über den Tod, das Verlassen der Kräfte und den Gedächtnisverlust resümiert.

„Exit Ghost“ hat mir neue Aspekte für das Arktis Projekt eröffnet. Im Arktis Projekt arbeite ich mit dem Autor Klausbernd Vollmar zusammen. Er hat die Arktischen Fantasien geschrieben und er hat natürlich Bilder zu seiner Geschichte im Kopf.

Diese Bilder decken sich nicht immer mit den Bildern, die in meinem Kopf beim Lesen des Texts entstehen.

Es entstand bei meiner Darstellung vom Eis der Arktis die Diskussion, wie realistisch meine Zeichnungen zur Arktis sein sollten.

Da ich noch nie in der Arktis war, können alle Arbeiten von mir zu diesem Thema nur Sinnbilder meiner Wahrnehmung sein – unrealistisch meiner Vorstellung entspringend.

Klausbernd aber denkt an die Erwartungen der Käufer des Buches. Diese Erwartungen kann und möchte ich nicht bedienen, denn ich zeichne nicht für das Publikum oder wie das Publikum es scheinbar gerne möchte. Ich zeichne aus mir heraus.
Wer kann schon wissen, was das Publikum möchte? Denn wir sind nicht in den Köpfen der Leser und Betrachter.

Gerade von oben - mein Arbeitstisch mit meinen Füssen (c) Foto von Susanne Haun

Gerade von oben – mein Arbeitstisch mit meinen Füssen (c) Foto von Susanne Haun

Philip Roth schreibt in seinem Buch „Exit Ghost“:
„Der Schriftsteller arbeitet jahrelang allein, gibt sich ganz und gar dem Schreiben hin, denkt über jeden Satz zweiundsechzigmal nach und hat doch keinerlei übergeordnetes literarisches Bewusstsein, Verständnis oder Ziel. Alles, was der Schriftsteller akribisch aufbaut, Satz für Satz und Detail für Detail, ist nichts als Täuschung und Lüge. Der Schriftsteller hat keinerlei literaisches Motiv. Sein Interesse, die Wirklichkeit abzubilden geht gegen null. Seine Motive sind immer persönlicher und grundsätzlich niedriger Natur.“

Philip Roth geht da für mein Verständnis sehr persönlich und gnadenlos mit sich um!

Ich frage mich, in wiefern ich diesen Text auf meine Zeichnungen übertragen kann?

Ich habe heute weiter an dem Gruselmonster gearbeitet. Für die Radierung habe ich einzig den Kopf als Thema benutzt, meine Rolle aber bietet mir viel mehr Raum zum arbeiten und so ist auch ein Eisbäroberkörper unter dem Kopf entstanden. Der Kopf selber sitzt unter den Korallen.

Ich bin zum Kapitel „Mythen der polaren Völker“ übergegangen. In dem Kapitel schreibt Klausbernd Vollmar: „Wie alle Mädchen sehnte sie sich nach Abwechslung in der Liebe. So geschah es, dass sie sich einen Eisbären als Liebhaber wählte.“

So habe ich unter dem Gruselmonster den Eisbär und das Mädchen gezeichnet.

Einen Eindruck von Klausbernds Reise in die Aktis könnt ihr hier auf seinem Blog erhalten.

 Das Mädchen und das Gruselwesen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das Mädchen und das Gruselwesen (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my english speaking reader:
My english isn’t so good to write the whole german text in english but I try a little bit.
I read two books from great literatur authors. There are first Max Frisch and second Philip Roth. The wrote about the advancing in age and the loss of memory. It’s a great theme for me.
I found a quote from Roth about the intention of being author and I wonder he wrote, that his interesting to have wrote about the reality is zero.
I discus with Klausbernd Vollmar the necessity to write or to draw in reality.
I don’t do that, I draw my imagination and I like it.

Aber kennen wir wohl die ganze Macht der Natur? – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 2. März 2013

Berge, Wasser und mein Gehirn fielen mir spontan zum Zitat
„Aber kennen wir wohl die ganze Macht der Natur?“ von Flaubert ein.

Blatt 118 Die Macht der Natur  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 118 Die Macht der Natur (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Berge habe ich bei der Darstellung des Zitats weggelassen, denn hier kommt meine eigene Sehnsucht nach einer Bergtour ins Spiel. Manchmal träume ich davon, das Geräusch der Exen an meinen Hüften zu hören. Exen heißt eigentlich Express-Set und besteht aus zwei Karabinern mit einer Nylonschnur verbunden. Der eine Karabiner wird benutzt, um ihn am Berg zu befestigen und der andere um das Seil einzuhaken, am dem der Bergsteiger hängt. So kann der Bergsteiger immer nur bis zur nächsten Sicherung fallen.

For my English-speaking readers:

I remembered mountains, water and my brain by the quote:
„But know we well all the power of nature?“ of Flaubert.

Blatt 120 Die Macht der Natur (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 120 Die Macht der Natur (c) Zeichnung von Susanne Haun

I’ve omitted the mountains in the presentation of the quote, because here comes my own longing for a hike into game. Sometimes I dream of hearing the sound of the exes on my hips. Exes really means quickdraw and consists of two carabiners connected with a nylon cord. One carbine is used to attach it to the mountain and the other to hook to the rope on which the climber hangs. So the climber can always fall until the next backup.

Flaubert, Gustave, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

„Erinnern heißt Vergessen“ – Zeichnungen von Susanne Haun

In meinem Kopf hat sich eine Gedankenkette inklusive Reizüberflutung gebildet.

In einer solchen Kette fliessen viele meiner Gedanken, die ich aktuell habe, vom Kopf in die Bilder.

Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerund und Zeichnung von Susanne Haun

Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerund und Zeichnung von Susanne Haun

Heute vermischt sich Christoph Schlingensief mit Seele und Gehirn.
In der Bücherei habe ich mir „Christoph Schlingesief, Deutscher Pavillion 2011, 54. Internationale Kunstausstellung La Biennale Di Venezia“, ausgeliehen.
Im Buch schreiben Kollegen, Historiker, Jounalisten und Sammler über Schlingensief.

Der theaterschaffenden Carl Hegemann schrieb das Kapitel „Erinnern heißt Vergessen“ und zitiert gleich im ersten Absatz Boris Groys:
„Wenn eine Kunst wie Kunst aussieht, gilt sie nicht als Kunst, sondern als Kitsch. Wenn die Kunst wie Nicht-Kunst aussieht, ist sie einfach Nicht-Kunst.“

Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ hat Schlingensief sein Fluxus-Oratorium (Bühneninstallation) genannt. Riesige Röntgenbilder seiner Lunge, seines Geschwürs, werden gezeigt, zusammen mit einem Hasen und Bilder von Menschen, die alle verzweifelt und gequält aussehen. Am besten ihr geht hier auf die Homepage des Projekts.

Versteht ihr mich jetzt?

Wie bin ich zu meinen heutigen Bildern gekommen? Wie kann die Erinnerung gleichzeitig Vergessen sein und was sagt der Satz von Groys aus?

In den letzten 5 Jahren sind wiederholt Angiografie Aufnahmen von meinem Gehirn gefertigt worden.
Wenn ich davon ausgehe, dass die Seele das Gehirn ist, dann habe ich Fotos meiner Seele.

Ich nahm die Bilder von meinem Gehirn, schaute sie mir an und fragte mich, ob das wirklich ein Abbild meiner Seele sein soll?

Ich (c) Foto und Zeichnungsüberlagerung von Susanne Haun

Ich (c) Foto und Zeichnungsüberlagerung von Susanne Haun

Ich brauchte eine Woche, um mich zu entscheiden diese intimen Bilder meiner selbst zu überlagern und dann hier zu zeigen.
Und ich brauchte eine weitere Woche, um diese Überlagerungen mit den Portraits technisch zu meiner Zufriedenheit zu realsisieren.

Was bedeutet erinnern? Mein Blog ist ein großer Teil meiner Erinnerung,  meiner zeichnerisch, künstlerischen Erinnerung. Bildung basiert auch auf Erinnerung. Das ist aber eine „innere Erinnerung“ eine Erinnerung auf uns selbst bezogen. Nach außen bezogen lautete die Frage, wie erinnern wir uns an Verstorbene? Schlingensief hat eine breite Spur für uns zur Erinnerung hinterlassen. Wan verblaßt die Erinnerung? Und ist das, an was wir uns in Bezug auf Schlingensief erinnern, wirklich auch das, was er sagen wollte.

Zur Erinnerung kommt immer die Wahrnehmung hinzu und schon haben wir wieder tausende von Wahrheiten.

Lassen sich diese Wahrheiten mit den Verästelungen des Gehirns erklären? Was sehe ich auf den Bildern meines Gehirns nun wirklich … ich bin skeptisch, dass diese Fotos meine Seele darstellen sollen. Muss da nicht mehr sein?

Nun kommen wir zu Groys. Er ist generell schwer zu verstehen und so ein einziger Satz aus dem Kontext genommen ist natürlich immer problematisch. Ist ein Röntgenbild Kunst? Und wenn ja, wer ist dann der Künstler? Die Radiologin? Es ist ein Abbild wie ein Foto wie ein Portrait!

Denken wir an Duchamps readymades, das Pissoir. Der Künstler ist der, der die Arbeiten in die Galerie bringt, sie zum Kunstwerk erhebt. Duchamps schrieb übrigens noch auf dem Pissoir.

Ich und der Baum (c) Fotoüberlagerung von Susanne Haun

Ich und der Baum (c) Fotoüberlagerung von Susanne Haun

Es war nicht einfach, die Röntgen – Bilder zu bearbeiten. Das erste Bild sieht auf dem ersten Blick unbearbeitet aus, ist es aber nicht. Ein Teil der Verästelungen entstand schon  durch Überlagerung beim Fotografieren. Ich musste die Bilder an meiner Balkontür anbringen, um genügend Licht zum fotografieren zu haben. Dabei habe ich gemerkt, dass die Bilder sich überlagern. Ich habe probiert und entscheiden, die kahlen Äste der Linde vor meinem Balkon sind perfekt in meinem Gehirnfoto. Die Unruhe um den Kopf habe ich einfach geschwärzt.

For my English-speaking readers:
In my head there is a chain of thoughts were completely overwhelmed has formed.
In such a chain flow many of my thoughts that I have known, from the head to the images. I took the pictures of my brain, she looked at me and asked me if it should really be a reflection of my soul? I work with them.

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Gaensheimer, Susanne. Hrsg. Christop Schlingesief, Deutscher Pavillion 2011, 54. Internationale Kunstausstellung La Biennale Di Venezia. Venedig 2011.

Venizianische Engel und die Seele – Überlegungen und Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Engel, Zeichnung by Susanne Haun on 11. Dezember 2012

Heute Morgen habe ich meine Fotografien aus Venedig betrachtet und mir vorgestellt, wie es wäre, wenn die Engel aus den Fotos flögen.

Holen Engel die Seelen der Menschen, wenn sie sterben? Warum fühlt sich der Mensch geborgen, wenn er an Engel denkt?

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Unter einem der Kupferstiche mit einem Portrait Luthers von 1521 von Lucas Cranach steht folgende Inschrift:
“Des Lucas Werk ist dies Bild der sterblichen Gestalt Luthers, das ewige Bild seines Geistes prägt er selbst.”².
Ich berichtete hier.

In den Kommentaren des Beitrags diskutieren wir über die Seele des Menschen und was ist die Seele überhaupt?

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Klausbernd hat sehr lesenswert über die Seele aus dem Symbollexikon zitiert. Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Kommentar.

„Literatur: In der Literatur wird die Seele meistens als der Träger psychischer Vorgänge angesehen. So schrieb der Freud-Biograf Irving Stone einen Roman über S. Freud mit dem Titel „Der Seele dunkle Pfade“. Auch Graham Greene benutzte in dieser Weise den Begriff „Seele“ im Titel seines Romans „Zwiespalt der Seele“ und selbst der postmoderne amerikanische Romancier Douglas Adams fühlt sich vom Begriff der Seele angezogen, so dass er einen seiner ironischen Romane „Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele“ nennt. Paul Valéry und Umberto Eco setzen die Seele einer Person mit ihrem Gedächtnis gleich. Auch Augustinus sieht in seinen Bekenntnissen die Seele als Gedächtnis an: „Eine große Kraft ist das Gedächtnis […] und das ist meine Seele, das bin ich selbst.“
Pascal Mercier, Schweizer Autor und Philosophieprofessor in Berlin, schreibt: “Wir haben die Seele erfunden, um einen Gesprächsgegenstand zu haben, etwas, über das wir reden können, wenn wir uns begegnen.“ (aus „Nachtzug nach Lissabon“).“

Ich habe  aus dem Zitat den Teil herausgenommen,  den ich persönlich treffend finde; ich habe eine subjektive Auswahl getroffen.

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Natürlich ist die Seele immer wieder Gesprächsgegenstand, wie wir gerade merken.

Aber sind wir nicht ohne Gedächtnis seelenlos? Ohne Gedächtnis sind wir nicht mehr wir selber. Verlieren wir einen Teil unseres Gedächtnis, ist es, als ob ein Teil unserer Selbst verloren gegangen ist; schlimmer als ein physikalisch einfach zu fassendes Körperteil.  Wir verlieren ein Teil dessen, was uns ausmacht!

Eines der großen Geheimnisse auf der Welt ist unser Gehirn. Da unser Gehirn in vielen Dingen so unbegreiflich ist, sucht sich der Mensch ein fremdes Wesen wie einen Engel zur Erklärung. Ich finde die Vorstellung von etwas, was ALLES erklären kann schön, glaube aber nicht daran.

Ende 2008 las ich das Buch „Der Griff nach dem Gehirn“ von Friedhelm Schwarz und aus der Buchhandlung vom Hamburger Bahnhof kaufte ich von Michael O’Shea „Das Gehirn“.

Wer mag, kann auf der Seite Gehirn und Geist einiges über den Stand der Forschung und des Glaubens lesen.

Wie ich mit den Bildern zu meinem Gehirn umgehe und wie ich es für meine Kunst entdecke werde ich euch in den nächsten Tagen berichten!

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
This morning I looked at my photos from Venice and imagined how it would be if the angels fly away from the photos. Get Angel’s souls when they die? Why people feel safe, when he thinks of angels? I don’t think so, I think our soul is in brain!


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²Warnke, Martin. Cranachs Luther. Frankfurt am Main, April 1984.

Marielyst und Erdkünstler – Bericht und Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Foto, Foto, Konzeptkunst, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 3. Oktober 2012

Das kleine gelbe Holzhaus, was ich euch vorgestern zeigte, steht in Marielyst, Dänemark.

Im Sommer beherbergt das knapp 700 Einwohner zählende Marielyst ca. 50.000 Touristen. Die wohl berühmtesten Gäste waren Kafka und sein Freund Weiss.

Seetank am Strand (c) Foto von Susanne Haun

Seetank am Strand (c) Foto von Susanne Haun

Jetzt im Herbst ist es sehr ruhig hier und so kann ich den neuen Spiegel, den ich im Kiosk kaufte, draußen auf einer Parkbank lesen. Der Weg zum Zeitungskiosk führt am Strand oder auf dem Deich entlang. Ebenfalls habe ich als Reiselektüre einige Kunstforum Hefte im Gepäck.

Das Seegras auf dem Hinweg am Strand sieht aus wie gezogene Tuschelinien auf Papier. Es macht mir Freude, immer wieder neue Konstellationen zu entdecken und zu fotografieren, durch das Anschneiden des Grases auf dem Foto, teile ich es auf und schaffe Kompositionen. Interessant ist die Frage, ob das, was ich draußen finde und fotografiere auch schon Kunst ist! Also nicht das Foto selber sondern das, was wir auf dem Foto sehen.

Seetank am Strand (c) Foto von Susanne Haun

Seetank am Strand (c) Foto von Susanne Haun

Ich habe im Kunstforum von 1985, Band 81 ein schönes Zitat von Dan Graham in einem Artikel über Gordon Matta-Clark gefunden:
Die Erdkünstler konnten auf die Galerie als Dokumentationsort für ihre Arbeiten keineswegs verzichten. Darüberhinaus liefen sie Gefahr, einfach ein Stück aus der Natur als „vorgefundenes Objekt“ auszustellen.“

Genau dieses ging mir beim Fotografieren des Seetanks durch den Kopf. Wenn ich mir die Fotos anschaue, wüsste ich allerdings auch nicht, warum ich sie nochmals in Tusche umsetzen sollte. Sie stehen gut für sich dar und brauchen keine erneute Umsetzung. Auf dem Papier kann ich meine eigene Seetanklinien und Kompositionen entwickeln.

Auch im neuen Spiegel wird über das Geheimnis Kunst nachgedacht. Der Nobelpreisträger und Neurologe Eric Kandel erklärt, dass Indizien dafür sprechen, dass dem rechten Frontalhirn eine zentrale Rolle im kreativen Prozeß zukommen, während die linke Hirnhälfte die Kreativität sogar aktiv hemmt.

Erkennen also nur die, die eine wenig ausgeprägte linke Hirnhälfte haben, in dem Seetank Kunst?

Es ist schön, einfach in Ruhe, ungehetzt Zeitungsartikel zu lesen. Ich sollte mir dafür auch mehr Zeit zuhause nehmen. Aber neben dem Tagesspiegel und den Kunstbüchern bleibt da nicht viel Zeit übrig, ich will ja realistisch bleiben.

Kreisdefelsen 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Kreisdefelsen 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Zu den einfachen Linien Zeichnungen von gestern habe ich heute nochmals eine Kreideküste mit mehr Linien gezeichnet – nach jedem Foto habe ich überlegt, aufzuhören und das Bild stehen zu lassen.

For my english reader:
In the summer Marielyst has about 50,000 tourists in town, but Marielyst has only the nearly 700 inhabitants. The most famous guests were Kafka and his friend Weiss. Now in the autumn it is very quiet here and so I can use the new Spiegel that I bought in the kiosk, read out on a park bench. The shop sells newspaper stands on the beach along the dike. Also I have some reading material as Art Forum magazines in luggage.

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Quellen: Kunstforum Band 81 von 4/1985,  www.marielyst.dk, Spiegel Nr. 40 1.10.2012

Was macht dich glücklich? – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 15. September 2010

In Nicole Krauss Buch „Kommt ein Mann ins Zimmer“ verliert der Hauptdarsteller 24 Jahre seines Gedächtnisses durch die Entfernung eines Gehirntumors bei einer Operation. Seine letzten Erinnerungen, die im bleiben, sind die, die er als 12jähriger hatte.

Unser Gedächtnis ist unser Sein – es ist das, was uns als Persönlichkeit ausmacht. Im Gehirn liegt die Summe unserer Erfahrungen und all das, was wir gelernt haben.

Im Buch wird der Mann, der alles (sein Gedächtnis) verloren hat, gefragt,
„Was macht dich glücklich?“

Diese Frage geht mir seither nicht mehr aus dem Kopf. Es ist eine sehr intime Frage, spontan fällt mir persönlich als Antwort ein: mein Sohn, meine Familie und meine Freunde, meine Kunst, mein Blog.

Im Kunstmagazin sagt Christiane zu Salm-Kokler: „Kunst hat die Fähigkeit, einen glücklich zu machen.“

Und da ist noch etwas, etwas, was ich erst in den letzten zwei Jahren zu schätzen gelernt habe. Mein Gehirn macht mich glücklich – meine Fähigkeit zu Denken, zu Lernen und Wissen zu speichern. Ich habe diese Fähigkeit als Selbstverständlich erachtet – ja, ich habe bisweilen sogar gesagt, „Ich wünschte, ich hätte keine 100% Denkauslastung!“. So ein Quatsch! Es ist schön zu denken und es macht mich glücklich!

Ich finde es auch sehr interessant und spannend, mir die Bilder des menschlichen Gehirns anzuschauen. Es wird viel auf diesem Sektor geforscht und oft sieht man Bilder von Gehirnen im Fernsehen. Wie wenig wir doch darüber wissen!

Ich - Zeichnung von Susanne Haun - 25 x 25 cm - Tusche auf Bütten

Ich - Zeichnung von Susanne Haun - 25 x 25 cm - Tusche auf Bütten

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