Susanne Haun

Zitat am Sonntag – Goethe

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 25. August 2019

 

Das Wort verwundet leichter als es heilt.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Worte, die den Raum füllen und als ewiges Licht bleiben (c) Zeichnung von Susanne Haun

Worte, die den Raum füllen  (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

 

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Goethe, in: Das kleine Lebensalphabet, Gedanken & Worte, Berlin, weder Erscheinungsjahr noch Seitenzahlen sind abgedruckt, ich schätze, das Heftchen wurde vom Möller Druck und Verlag GmbH in den 1950ziger gedruckt.

Zitat am Sonntag – Goethe

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 16. Juni 2019

 

Ein jeder sieht, was er im Herzen trägt.

Goethe

 

Das Licht im Herz - Zeichnung von Susanne Haun - Sepia auf Bütten - 22 x 17 cm

Das Licht im Herz – Zeichnung von Susanne Haun – Sepia auf Bütten – 22 x 17 cm

 

Vor drei Wochen habe ich im Tagesspiegel eine Diskussion zum Duell der Fakten gelesen (Klick hier). Die These lautet, dass Menschen ihren Kopf nur nutzen, um ihr Bauchgefühl zu rechtfertigen. Eine interessante Diskussion aus der ich mir die folgenden zwei Sätze herausgezogen habe.

 

„Mitgefühl ist eine Eigenschaft, die nicht jeder in sich trägt und Mitgefühl trifft auf Individualismus.“

„Hochschulen schärfen die Linsen, mit denen die Absolventen die Realität wahrnehmen und sie fördern die Fähigkeit, das eigene Bauchgefühl mit Fakten zu untermauern.“

 

Ich hoffe immer, dass ich es schaffe eine gute Mischung an Bauchgefühl (Mitgefühl) und Fakten an den Tag lege. Erschrocken hat mich die Tatsache, dass ich natürlich auch an der Uni gelernt habe, meine Thesen zu untermauern, hinter ihnen zu stehen und sie in Diskussionen zu verteidigen. Aber wer sagt, dass unsere Thesen korrekt sind? Wenn ich genügend Menschen davon überzeugen kann? Gefährlich!!!!!!!

Was meint ihr dazu?

 

Die lichtlose Ecke des Herzens - Zeichnung von Susanne Haun - Sepia auf Bütten - 22 x 17 cm

Die lichtlose Ecke des Herzens – Zeichnung von Susanne Haun – Sepia auf Bütten – 22 x 17 cm

 

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Zitiert nach Causa, Tagesspiegel vom 26.5.2019, David Barker, Morgan Marietta, Seite 8

 

 

Vernissage im Projekt forma:t und Portraits – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Betrachtungen zur Kunst, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 15. September 2012

Gestern war ich bei einer der Vernissagen (speziell die von Conrad Panzner und Carl Kenz) im Projekt forma:t.

Im Gruppenraum bin ich mit meinem Portrait „Ophelia“ vertreten und mein Portfolio mit einigen kleinen Originalen kann der Betrachter dort ebenfalls einsehen. Nächstes Jahr im Frühjahr wird in den Vorräumen meine Vernissage stattfinden.

Kunst Projekt format (c) Foto von Susanne Haun

Kunst Projekt format (c) Foto von Susanne Haun

Die vergangene Woche habe ich viel Neues probiert und mich intensiv mit Kunsttheorien auseinandergesetzt, so dass mein Kopf so richtig voll von Eindrücken und Erlebnissen ist.

In der Boesner Zeitung „Kunst und Material“ habe ich dazu dieses schöne Zitat von Goethe gelesen:
„Denken ist interessanter als Wisssen, aber nicht als Anschauen.“

Ich denke noch darüber nach, ob ich Goethes Meinung bin, ich denke, denken und schauen ist gleich inspirierend. Nach oder beim Schauen folgt das Denken.

Lange habe ich keine kleinen Arbeiten mehr auf Silberburg Bütten in der Größe 20 x 15 cm gezeichnet. Letzte Woche hat mich richtig die Sehnsucht nach diesem Papier gepackt. Ich habe es immer etwas davon in meiner Schreibtischschublade. Es war eine Erholung mit diesen vertrauten Materialien zu arbeiten.

Der Nachgedanke Version 3 Tusche auf Bütten 20 x 15 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Der Nachgedanke Version 3 Tusche auf Bütten 20 x 15 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Warum ich Portraits male? Natürlich zum einen, um die Gesichtslandschaften zu erforschen, Charaktere auf zu zeigen, Emotionen oder Stimmungen zu treffen ja und weil es mir Freude bereitet.

Portait ist französisch und heißt zu deutsch Brustbild. Es gibt ein Portraitfoto von Marlene Dumas (siehe Foto hier), dass dem deutschen Wort Brustbild im warsten Sinne des Wortes entspricht. Ob sie sich bewußt so  fotografieren hat lassen?

Natürlich gehen meine eigenen Stimmungen in die Zeichnungen ein, bei der Portraitversion 1, ist mein Kopf voll – ich dachte schon, ich nehme ihn ab und lege ihn beiseite 🙂

Beim dritten Portrait habe ich an meine Mutter gedacht. Mein Vater erzählt mir, dass sie vor Jahren, als die beiden noch ganz jung waren, auch einmal als Kellnerin in einer Eisdiele gearbeitet hat. Das wußte ich gar nicht und so zeichnete ich meine Vorstellung von meiner jungen Mama in einer Eisdiele.

For my english reader:
This week, a tought a lot of about art and try new ways to draw. So I was happy to get trusted paper to draw portraits. Also I visited a vernissage in the art project forma:t. My ophelia is hanging there in the group room and the visitor can also see my portfolio.

Vernissage im Projekt forma:t und Portraits – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Das 100. Pferd oder Wiedergabe und Erscheinung – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 24. März 2012

„Muss ich das 100. Pferd  zeichnen?“ oder genügt mir für meine Kunst „eine schöne Zeichnung?“
waren die Fragen,  die ich mir heute mit einem Galeristen in der Auguststraße überlegte.

Diese Fragen beschäftigten mich natürlich heute weiter den Tag über. In der Kunst kommt es nicht nur auf die Wiedergabe und Erscheinung  der Dinge an.

Das Handwerk selber ist natürlich auch wichtig, ich muss das, was ich in meinem Herzen habe auch in der Lage sein, auszudrücken. Hier habe ich schon einmal über Pferde und das Handwerk geschrieben.

Dafür kann ich drei Gestaltungsmittel nutzen:

Erfassen und formulieren von Merkmalen und die Eigenschaften der Zeichnung wie hell/dunkel, ruhig und bewegte Linien und verschiedene Strukturen.

Pferd Version 2 Tusche auf Bütten 34 x 22 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Pferd Version 2 Tusche auf Bütten 34 x 22 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Dann kommt zu den Gestaltungsmitteln noch das Unbekannte hinzu, so wie Goethe es schon so schön formulierte:

„Alles kommt aufs Anschauen an.“

Sicher, ich kann mich an einer schönen, gut gezeichneten Zeichnung erfreuen.  Aber sie alleine befriedigt mich nicht. Dann muss ich sagen, ja, ich muss 100 Pferde zeichnen, weil sie mich als Serie überzeugen, aber die Frage ist, langweilt es mich nicht nach einiger Zeit, wenn ich immer wieder Pferde zeichne oder bin ich auf der Suche nach dem perfekten Pferd?

Ja, ich bin stolz auf eine gut gezeichnete Zeichnung. Qualität kann ich erkenne, obwohl ich gelernt habe, dass ich mir selber diese Qualität nicht bescheinigen darf. Es steht mir nicht zu, über meine eigene Kunst zu urteilen.

Michelangelo sah es als wichtigstes Anliegen der Kunst an, „wachzuhalten, was für uns Menschen so von Bedeutung und notwendig ist.“

Mir reicht es nicht ALLEINE eine schöne Zeichnung oder 100 Pferde zu zeichnen, ich möchte auch wachhalten, was ich für die Menschen für bedeutend halte.

Das 100. Pferd oder Wiedergabe und Erscheinung  – Zeichnungen von Susanne Haun

Tarot Trumpfkarte – Der Narr – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Tarot, Zeichnung by Susanne Haun on 17. Februar 2012

„Null als Vorbild“
heißt es in der Überschrift des Tarot Einsteiger Buches zur Trumpfkarte Der Narr.

Eine sehr gute Freundin hat zwei Jahre hintereinander den Narren als Jahreskarte gezogen und wollte den Narren nun bei sich tragen. In der Deutung heißt es, dass der Narr Karteninhaber Mut zum eigenen Weg hat, er ist am Ende und gleichzeitig am Anfang eines Weges.

Tarot Karte Der Narr Version 1 , 17 x 13 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Tarot Karte Der Narr Version 1 , 17 x 13 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Macht das die Narr Karte nicht spannend? Ist es nicht interessant, einen neuen Weg vor sich zu haben?

Wie heißt es so schön? Man muss alte Küsten loslassen, um neue zu erreichen! Dazu gehört natürlich sehr viel Mut zu! Ich sehe dazu eine Zeichnung, die ich demnächst von meinem Kopf aus auf das Papier bringen werde.

Ob ich auch Tarot Karten ziehe? Manchmal, heute, gerade eben, habe ich das As der Scheiben als Tageskarte gezogen. Sie paßt zu meinem vergangenen Tag! Jede Sachfrage ist doppeldeutig, heißt es und Goethe sagt dazu: „Es ist ein Universum auch im Innern“.

Natürlich habe ich mir das passende Textschnipsel  herausgesucht. Mit dem Schlusssatz der Deutung kann ich heute nichts anfangen: „… entdecken Sie neu, was die Erde Ihnen zu bieten hat….“

Ich entdeckde doch jeden Tag das Universum auf’s neue…
.


 

Tarot Trumpfkarte – Der Narr – Zeichnung von Susanne Haun

Flamingos offen zur Interpretation – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Engel, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 7. November 2011

Sir Andrew Marbot erschoss sich im Alter von 28 Jahren.

Er war der Meinung , dass seine Möglichkeiten erschöpft waren und er sah ein Leben voller Wiederholungen vor sich.
Marbot war einer der erste Kunstpsychologe und wurde 1801 geboren. Er traf mit vielen bekannten Größen seiner Zeit  wie William Turner, William Blake, Goethe, Schopenhauer, Lord Byron, Delacroix , Berlioz und vielen mehr zusammen.

Zuerst mache ich mir eine kleine Skizze für mein weiteres Vorgehen - Susanne Haun

Zuerst mache ich mir eine kleine Skizze für mein weiteres Vorgehen - Susanne Haun

Ich las das erste mal in Wolfgang Hildesheimers „Schule des Sehens“ von Marbot. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat von ihm. Dem Kapitel von Francis Bacon steht folgenes voran:

„… Die Betrachtung des Bildes nötigt uns auf ein Gebiet, das kein anderes Kunstwerk für sich beanspruchen darf. Hier ist nichts mehr in Bewegung, wir sehen das Werk so, als habe der Künstler soeben erst den Pinsel abgelegt. Nun steht es da, offen zur Interpretation, die, wenn sie einmal erschöpfend gegeben ist, sich niemals mehr ändern wird.“

Der erste Flamingo sitzt auf seinen Beinen - Susanne Haun

Der erste Flamingo sitzt auf seinen Beinen - Susanne Haun

Ehrlich gesagt, verstehe ich das nicht, wieso niemals mehr ändern? Wird nicht jeder, der eine Interpretation abgibt seine Sicht der Dinge auf das Bild beschreiben.  Und wird nicht derjenige morgen oder nächsten Monat oder in 10 Jahren durch seine Erfahrung wieder andere Dinge im Bild entdecken?

Flamingos und andere Zeichnungen von Susanne Haun

Flamingos und andere Zeichnungen von Susanne Haun

Einer meiner Sammler möchte gerne Zeilen zu meinen heute gezeigten Flamingos schreiben. Ich freue mich darauf zu lesen, was er in diesem Bild sieht, das sehr vielschichtig ist und eben nicht nur aus Flamingos besteht.

Ich freue mich auch sehr, wenn der eine oder andere von euch liebe Leser eure Gedanken zu diesem Bild schreibt.

Nachbars Garten und das schwere WEISS – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Juni 2011

Gestern waren wir in einem blau weiß gestalteten Garten.
Ich hätte nie gedacht, dass es so schwer ist Weiß zu fotografieren.

Weiß ist im physikalischen Sinne mehr als eine Farbe, denn weiß ist alle Farben vom Prisma zerlegt.
Als Zeichenrin halte ich es wie die Aquarellisten: Ich lasse im Bild das Weiß stehen – das heißt, Weiß in meinen Zeichnungen ist das Papierweiß. Nun ist Weiß nicht gleich Weiß. Es gibt ungleich viele Weißtöne….

Rosen - Zeichnung von Susanne Haun - 10 x 15 cm - Tusche auf Bütten

Rosen - Zeichnung von Susanne Haun - 10 x 15 cm - Tusche auf Bütten

Obwohl es nun oft heißt, unsere Technik sei vollkommen, kann ich das von den preiswerteren Scannern nicht sagen, sie machen aus meinen unterschiedlichen Papierblattweißtönen immer das selbe strahlende Weiße Riese Weiß.

Wie kommt das? Vielleicht weil Weiß Reinheit und Sauberkeit sympolisiert? Brautkleider, Badezimmer, Ärztekittel, Engelskleider, Babyerstlingskleidung alles weiß!

Vielleicht können sich die Entwickler von Scannern und Fotoapparaten nicht die breite Palette der Weißtöne vorstellen? Es liegt sich daran, dass die physikalischen Farbenlehre in festen Begriffen arbeitet während es in der künstlerischen Farbenlehre keine einheitliche Sprache gibt.

Die Eiben sind zu Baumskulpturen geschnitten - Foto von Susanne Haun

Die Eiben sind zu Baumskulpturen geschnitten - Foto von Susanne Haun

Itten, Goethe, Runge, Klee, Van Gogh und fast alle Künstler beschäfftigen sich immer wieder mit der Farbenlehre.

Ich persönlich finde es auch immer wieder spannend, mich mit den Farben auseinander zu setzen. Ein Kapitel in meinem Buch „Mit Tusche zeichnen und kolorieren“ beschäftigt sich auch mit der Farbenlehre – mit dem Grün. Ich halte die Farbenlehre für sehr wichtig und immer wieder komme ich darauf zurück und habe in der Vergangenheit viele Schüler damit „gequält“. Eine sagte daraufhin zu mir: „Ich bin gekommen, um Engel zu zeichnen und du läßt mich Farben mischen!“.

Klematis - Zeichnung von Susanne Haun - 10 x 15 cm - Tusche auf Bütten

Klematis - Zeichnung von Susanne Haun - 10 x 15 cm - Tusche auf Bütten

Genau solche Diskussionen führen wir in unseren Blogparaden, im Moment auf Frank Koebschs Blog, der fragt, ob Aquarelle Kunst sind. Wer mit diskutieren möchte, folgt einfach dem Link.

Lilie – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 19. Oktober 2009

Am Freitag hatten wir in unserer Galerie K-02 die Vernissage der Ausstellung „Suchungen“ – Zeichnungen von Tina Krauß. Es war eine sehr gelungene und erfolgreiche Eröffnung. Tina bekam einen Strauß Lilien. Diesen Strauß teilte sie mit mir.
Als ich heute Morgen ins Atelier kam, war die Versuchung zu groß – ich habe die Lilien gezeichnet. Dazu habe ich bourdeauxfarbende Tusche von Rohrer und Klinger benutzt.

J.W. Goethe schrieb:
„Ein großer Blumenmaler ist gar nicht mehr denkbar; es wird jetzt zu große Wissenschaftliche Wahrheit verlangt und der Botaniker zählt dem Künstler die Staubfäden nach, während er für malerische Gruppierung und Beleuchtung kein Auge hat.“
(aus: Johann Peter Eckermann, Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens, Weimar 1848)

Ich habe mich gefragt, ob wir in unserer Zeit überhaupt noch reine Blumenmaler kennen. Der Aquarellist Koller hat sich viel mit Blumen beschäftigt, aber nicht ausschließlich. Mir fällt kein ausschließlicher Blumenmaler ein.

Vielleicht hat einer von euch eine Idee.

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