Susanne Haun mit dem Buch Heinrich Böll (c) Foto von M.Fanke, VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Heinrich Böll und Pimps und Kruh – Publikationen mit Beteiligung von Susanne Haun

Dieses Jahr sind zwei Bücher mit Zeichnungen von Susanne Haun erschienen.

Ich freue mich, sie hier vorzustellen. Ebenfalls möchte ich euch auf meine Werkschau 2013 – 2020 aus dem Eichhörnchenverlag hinweisen.

Vielleicht eine Idee, das eine oder andere Buch zum Nikolaus oder zu Weihnachten zu verschenken?

Mehr über Susanne Haun und ihre Kunst erfahrt ihr bequem auf dem Sofa sitzend auf Instagram @susanne_haun oder auf ihren Blog http://www.susannehaun.com.

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Tagebucheintratung 25.08.2022, Boris trank gerne Kaffee und hatte eine Beinprothese, 1, 20 x 15 cm, Tinte und Aquarell auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Heinrich Böll – Gruppenbild mit Dame – Die Prothese – Zeichnungen von Susanne Haun

Illustration von Susanne Haun zu Heinrich Bölls Gruppenbild mit Dame

Heribert Kremp und die Stunde der Tasse Kaffee

Im und nach einem Krieg gehört es zu einem vertrauten Stadtbild, dass Menschen, nach dem 2. Weltkrieg vorwiegend Männer, mit fehlenden Gliedmaßen zu sehen sind. In der Pause in der Kranzbinderei servierte Ilse Kremer Kaffee „Plörre“. Der beinamputierte Heribert Kremp schlägt Boris die Tasse mit seiner Beinprothese aus der Hand. Die Tasse fällt weich und zerbricht nicht. Da Kaffee zu dieser Zeit sehr knapp ist, füllt Leni die Tasse mit ihrem eigenen Kaffee neu für Boris und verzichtet auf den eigenen Kaffee.

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Tagebucheintrag 17.08.2022, Es soll Blumen regnen, 20 x 15 cm, Tinte auf Silberburg Büttenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Heinrich Böll – gespaltene Gesellschaft – Zeichnungen von Susanne Haun

Illustration von Susanne Haun zu Heinrich Bölls Gruppenbild mit Dame

„kleines“ Sittengemälde

1974 schrieb Böll den Roman Guppenbild mit Dame. Böll beschreibt das Leben der Leni Pfeiffer, einer Frau des Jahrgangs 1922. Ich habe meine Arbeit zum Buch wieder aufgenommen. Der Abstand hat mir gut getan, auch, wenn ich nicht zeichne, die Worte schwirren in meinem Kopf herum und formen sich zu Bildern.

Böll schreibt ein Sittengemälde von Zeit im und nach dem 2. Weltkrieg. Natürlich kann auch eine Zeichnung ein Sittengemälde sein. Ein Sittengemälde stellt mit Worten oder eben in einer Zeichnung / Gemälde die allgemeinen Gepflogenheiten, Normen und den moralischen Zustand der Gesellschaft dar.

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Tagebucheintrag 24.04.2021, Frische Brötchen, V2, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Böll – Gruppenbild mit Dame – Frische Brötchen – Zeichnungen von Susanne Haun

Illustration von Susanne Haun zu Heinrich Bölls Gruppenbild mit Dame

Leni legt wert auf frische Brötchen

1974 schrieb Böll den Roman Guppenbild mit Dame. Böll beschreibt das Leben der Leni Pfeiffer, einer Frau des Jahrgangs 1922. Ich habe mich mit einigen Szenen des 1. Kapitels beschäftigt.

Jedem das seine, dachte ich bei folgendem Zitat.

„Den größten Wert legt Leni auf die frischen Brötchen, die sie sich nicht bringen läßt, sondern eigenhändig aussucht, nicht, indem sie sie betastet, nur indem sie die Farbe begutachtet; nichts – an Speisen jedenfalls nichts – ist ihr so verhaßt wie laffe Brötchen.“
Heinrich Böll, Gruppenbild mit Dame, Köln 1971, Seite 10.

Ich brauche die Haptik und fasste gerne Brötchen und Brot an, am sinnlichsten ist der Teig. Aber das geht beim Kauf natürlich nicht, da gibt es die Katze im Sack. Geschweige denn, dass ich helle Brötchen überhaupt nicht mag, sie sind für mich geschmacksneutral. Ich brauche dunkles Mehl und viele Körner, damit mir ein Brötchen schmeckt.

Alle Illustration zum Thema Heinrich Böll und dem Gruppenbild mit Dame findet ihr unter diesem (klick) Link.
Tagebucheintrag 24.04.2021, Frische Brötchen, V2, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

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Tagebucheintrag 22.04.2021, Es steht ihr auf dem Busen geschrieben, V1, 20 x 15 cm, Tinte auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Böll – Gruppenbild mit Dame – Leni und die unverwüstliche Brust – Zeichnungen von Susanne Haun

Illustration von Susanne Haun zu Heinrich Bölls Gruppenbild mit Dame

Tagebucheintrag 11.05.2022, Es steht ihr auf dem Busen geschrieben, V3, 20 x 15 cm, Tinte auf Silberburg Büttenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Lenis unverwüstliche Brust

1974 schrieb Böll den Roman Guppenbild mit Dame. Böll beschreibt das Leben der Leni Pfeiffer, einer Frau des Jahrgangs 1922. Ich habe mich mit einigen Szenen des 1. Kapitels beschäftigt und war von der Sicht Bölls auf eine Frau erstaunt.

„Leni hat die fast unverwüstliche Brust einer Frau, die zärtlich geliebt worden ist und auf deren Brust Gedichte geschrieben worden sind.„
Heinrich Böll, Gruppenbild mit Dame, Köln 1971, Seite 10.

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Tagebucheintrag 19.04.2022, Leni im Spiegel, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Böll und das Gruppenbild mit Dame – Zeichnungen von Susanne Haun

Emanzipation der Frau

Leni im Spiegel

1974 schrieb Böll den Roman Guppenbild mit Dame. Böll beschreibt das Leben der Leni Pfeiffer, einer Frau des Jahrgangs 1922. Ich habe mich mit einigen Szenen des 1. Kapitels beschäftigt und war von der Sicht Bölls auf eine Frau erstaunt.

„Da Leni im Augenblick ohne ständigen männlichen Schutz oder Rat in der Welt steht, unterliegt sie, was ihre Haartracht betrifft, einer Dauertäuschung; an der ist ihr Spiegel schlult, ein alter Spiegel aus dem Jahr 1894, der zu Lenis Unglück zwei Weltkriege überdauert hat.“
Heinrich Böll, Gruppenbild mit Dame, Köln 1971, Seite 8.

Heute braucht eine Frau keinen ständigen männlichen Schutz oder Rat, denn Frau kann gut selbst in der Welt stehen.

Das Lebenskonzept einer Frau ist heute selbstbestimmt ob mit Partner oder Partnerin oder alleine, Sie entscheidet über ihr leben.

Deshalb kam mir der Satz von Böll doch sehr veraltet vor. Ich bin in die Zeit zurückgereist: Noch bis 1977 durfte eine Frau in Westdeutschland nur dann berufstätig sein, wenn das „mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar“ war. Ist das nicht grausig? Wer legte fest, was diese Pflichten waren und ob sie vereinbar waren? Schon (!) ab 1958 durten Frauen ohne Einwilligung ihres Mannes ein Konto eröffnen.

Ich habe den Eindruck, dass sich 1974 erst langsam das neue Weltbild der Frau durchsetzte, hätte jedoch gedacht, dass Böll fortschrittlicher im Denken war.

Vielleicht erwarte ich jedoch zu viel. Erziehung und zeitgenössische Gesellschaft sind schwer zu durchbrechen.

Leni im Spiegel erschien mir nichtsdestotrotz als reizvolles Motiv.

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