Susanne Haun

Die Hände bewusst wahrnehmen – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Klosterkirche Grimma, Leinwand, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 22. März 2014

Hände zeichnen ist nicht einfach. So habe ich mir in vielen kleinen Zeichnungen die Hände für den Atlas bewusst gemacht.

Bevor ich wieder mit Atlas Händen auf meiner großen Leinwand loslege, verschwinden die vorher gezeichneten. Die bordeauxfarbende Tusche ist so hoch pigmentiert, das sie durch die Grundierung durchscheint. Ich mag die durchscheinenden Linien sehr, sie geben meiner Leinwand für Grimma Substanz.

Die Hände sollen neu entstehen (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Die Hände sollen neu entstehen (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Ich frage mich, ob ich eine Hand zeichnen sollte, von der nur zwei Finger zu sehen sind. Die restlichen sind von der Kugel verdeckt. Auf meinen kleinen Vorzeichnungen hinterlassen die zweifingrigen Hände jedoch ein unangehmes Gefühl beim Anschauen bei mir.

Den ganzen Dingturm stelle ich auf eine kleine Kugel, sie trägt die Last.

Nun muß ich Pause machen, mir die Zeichnung verinnerlichen und überlegen, was ich ändern will, ob ich ändern will oder ob die in der Mitte getätigte Signatur die Entgültige ist.

Der DingTurm ruht auf einer kleinen Kugel (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Der DingTurm ruht auf einer kleinen Kugel (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

wischenstand (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

wischenstand (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Das untere Ende – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Klosterkirche Grimma, Leinwand, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 21. März 2014

Nun bin ich schon am unteren Ende der Leinwand angelangt. Das heisst nicht, dass ich die Leinwand damit als fertig erachte. Es ist noch einiges zu tun.

Ich konnte mich vom letzten Meter des Motivs vom vorigen Jahr nicht trennen und habe die Linien nicht übermalt. Sie können aber auch so nicht stehen bleiben. Der Anschluss funktionniert nicht. So habe ich beschlossen, dass Motiv des Totenkopfs wieder aufzunehmen und in Bordeaux über die Linien vom vorigen Jahr zu zeichnen. Ich habe mich sehr gefreut, wie gut das funktioniert und das Bild dadurch an dieser Stelle geschlossen wird.

 Wie zeichne ich den Anschluss  (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Wie zeichne ich den Anschluss (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Nun wird es immer schwerer zu zeichnen, ich muß das Bild schliessen und fertig stellen. Das erfordert ständiges Betrachten der Leinwand.

Ich kann langsam darüber nachdenken, wie ich die  Leinwand für Grimma hängen möchte, denn ich muss die Hängevorrichtung auch arbeiten. Die Leinwand ist etwas länger als ich in Erinnerung hatte: 5,20 statt 4,50 Meter.Die Leinwand wird nicht auf Keilrahmen aufgezogen sondern soll frei hängen. Der untere Meter wird auf dem Boden liegen.  Ich werde die Seiten mit der Nähmaschine umnähen, damit es perfekt aussieht. Oben nähe ich eine Schlaufe, um dort ein Kupferrohr durchzuziehen. Durch das Rohr wird eine Kette gezogen und an dieser Kette soll meine Leinwand aufgehangen werden.

Und etwas verschwindet wieder – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Klosterkirche Grimma, Leinwand, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 20. März 2014

Es ist eine andere Art des Zeichnens wenn ich auf einer so großen Leinwand arbeite.

Die weiße unbearbeitete Leinwand und die einzelne Linie reichen nicht aus, die Leinwand zu füllen. Sie braucht mehr Tiefe als ein einzelnen Blatt. Ich stehe morgens auf und betrachte die Leinwand und ich gehe Abends ins Bett und betrachte die Leinwand. Dabei stehe ich oft davor und denke und so entscheide ich, welche Linien wieder verschwinden.

Bei Tagesbeginn verschwinden einige Linien des Skorpiopns (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Bei Tagesbeginn verschwinden einige Linien des Skorpiopns (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Die Leinwand ist aufgrund ihrer Größe schwer zu fotografieren. Ich versuche immer wieder die Gesamtheit zu erfassen, aber es funktioniert nicht so wirklich.

Ein Riesenskorpion – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Klosterkirche Grimma, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 19. März 2014

Nun bin ich schon fast am unteren Ende der Leinwand für Grimma angekommen.

Es ist schwer, das Motiv, das auf dem Boden liegt, als ganzes zu erfassen. Ich werde die Leinwand wohl erst im ganzen richtig nach dem Hängen in der Klosterkirche in Grimma sehen.

Ich überzeichne Stellen, die ich Vorgestern gezeichnet habe (c) Foto von Susanne Haun

Ich überzeichne Stellen, die ich Vorgestern gezeichnet habe (c) Foto von Susanne Haun

Der Skorpion, der am unteren Ende der Leinwand hockt, ist sehr plakativ und lustig und ich weiss, dass ich ihn zum Teil wieder mit weiß abdecken und neue Linien hinzufügen werde.

Riesenknochen – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Klosterkirche Grimma, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 18. März 2014

Es ist gut, wenn ich die Dinge, die ich so groß auf die Leinwand für Grimma zeichne schon kenne, mich mit ihnen auseinandergesetzt habe. Denn nur so kann ich sie auch groß in flüssigen und eindrucksvollen Linien darstellen.

Auf der riesigen Leinwand wirken die Knochen ganz klein.

 Detail (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Detail (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Es geht vorwärts und das macht mich froh, ich stocke nicht, ich arbeite kontinuierlich.

In meiner Hausarbeit setze ich mich mit dem Begriff „subtil“ auseinander und überlege, in welcher Art und Weise dieser Begriff einen Künstler beschreibt. Was ist mit dem beginnenden Humanismus der Unterschied zwischen Werkmann und Künstler?

Vergängliches für Grimma, die nächsten Linien – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Klosterkirche Grimma, Kunstgeschichte, Leinwand, Vergänglichkeit by Susanne Haun on 17. März 2014

Täglich arbeite ich an der großen Leinwand für Grimma. Sie schaut mich an und ich sehe die Linien, die bleiben und die Linien, die verschwinden müssen.

Zwischenstand Vergängliches (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Zwischenstand Vergängliches (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Heute habe ich begonnen, meine letzte Hausarbeit für das erste Semester in die entgültie Form zu schreiben. Es ist viel Arbeit, denn ich kann nicht wie hier meinen persönlichen Eindruck vermerken – ich muß in den Hausarbeiten wissenschaftlich bleiben, ohne Emotion, sachlich! Alles muss mit Fußnoten und Literaturhinweisen belegt werden. Eine vollständig andere Art zu arbeiten, als ich es hier in meinem Arbeitstagebuch so lange Jahre praktiziere.

Ich muß vor dem Schreiben Luft holen, um mich von dem einen in den anderen Modus zu bringen.

So kann ich nicht so viel Text zu meiner Leinwand schreiben. Vielleicht ist das auch einmal besser so.

Ich beschrifte die Fotos anständig, so kann ich dort auch ein wenig meiner Gedanken unterbringen.

Vergängliches für Grimma auf 450 x 200 cm – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Klosterkirche Grimma, Leinwand, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 14. März 2014

Es ist noch bis August Zeit, die Arbeiten für die Ausstellung in der Klosterkirche Grimma müssen am 3. August ab 16 Uhr zur Vernissage an der Wand hängen.

Trotzdem ist es mir, als ob die Ausstellung schon morgen beginnt und ich bin voller Tatendrang. Letztes Jahr began ich für Grimma eine große Arbeit von mir zu übermalen.

Ich berichtete hier darüber.

1 Grundieren der Leinwand (c) Selbstfoto von Susanne Haun

1 Grundieren der Leinwand (c) Selbstfoto von Susanne Haun

Ich endete mit der ersten Überzeichnung im Juni 2013 als mich die Nachricht erreichte, dass die Ausstellung wegen des Hochwassers ausfällt.

Hier ist der Stand der Dinge im Juni 2013 zu sehen.

Zeichne das Bild auswendig - Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun

Zeichne das Bild auswendig – Entstehung Leinwand von (c) Susanne Haun

Nun ist ein Jahr vergangen, ich habe viel zur Vergänglichkeit gearbeitet und nachgedacht und möchte dieses alles in die große Leinwand einbringen. So bleibt nur eines: ich übermale die Leinwand nochmals. Nun schon das zweite Mal und ich habe den Eindruck, das Vergängliche unter den vielen Schichten wird so immer sichtbarer.

Mein Präsentations- bzw. Galerieraum ist groß genug für die Leinwand für Grimma 450 x 200 cm (c) Foto von Susanne Haun

Mein Präsentations- bzw. Galerieraum ist groß genug für die Leinwand für Grimma 450 x 200 cm (c) Selbstfoto von Susanne Haun

Ich möchte einen „Vergänglichkeitsturm“ zeichnen und beginne mit einer verwelkten Pflanze. Der Anfang ist bei der Größe der Leinwand am schwersten. Ich schätze es sehr, dass ich die Leinwand betrachten kann, wann ich möchte. Manchmal stehe ich eine Stunde davor und denke nach, wie ich die Komposition aufbaue. Ich schätze den Vorteil meiner Atelierwohnung sehr. Morgen früh kann ich schon bei meinem Morgenkaffee im Schlafanzug die Leinwand betrachten.

Meine Überlegungen gehen in die Richtung, dass ich eine zweite große Arbeit zeichne. Es ist so viel einfacher, zu arbeiten, wenn der Platz vorhanden ist. Und die Vorstellung in mein Lager zu gehen und noch eine und noch eine und noch eine Leinwand zum überzeichnen herauszusuchen ist sehr verführerisch und nimmt mir den Streß, dass die EINE nach meinen Richtlinien perfekt sein muß. Schließlich habe ich doch Leinwand noch und nöcher…. und wenn nicht, dann gibt es auch noch Läden, die Leinwänder verkaufen…

Meine beiden Kolleginnen Conny Niehoff und Christiane Budig bereiten sich auf die eine oder andere Art auch auf unsere gemeinsame Ausstellung vor.

Grimma 2014 Einladungskarte Vorderseite Version 1

Grimma 2014 Einladungskarte Vorderseite Version 1

Grimma 2014 Rückseite Version 1

Grimma 2014 Rückseite Version 1

Die Struktur der Leinwand und eine Blütenranke – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Klosterkirche Grimma, Leinwand, Zeichnung by Susanne Haun on 28. März 2013

Schicht um Schicht zeichne ich auf der Leinwand.

Tagesbeginn, die Baumspitze (c) Zeichnung von Susanne Haun

Tagesbeginn, die Baumspitze (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich konnte mich noch nicht von der großen Lilith trennen (siehe hier), deshalb habe ich mit dem Baum oder der Blütenranke begonnen, die sich die gesamte Länge der Leinwand herunter ranken soll.

Betrachte ich die Arbeit als ganzes, dann ist von meiner heutigen Ranke nichts zu sehen. Die große Lilith ist zu dominant. Ich weiss, ich übemale sie, aber ein wenig soll sie noch von rechts nach links fliegen.

Die Struktur der Leinwand (c) Foto von Susanne Haun

Die Struktur der Leinwand (c) Foto von Susanne Haun

Ich mag die Struktur der Leinwand. Ich habe mich beim Kauf vor 8 Jahren für grundiertes Reinleinen , 420 g/m², entschieden. Das erste Bild, dass ich auf ihr malte, untertrich die unregelmäßig gewebte Leinwand nicht. Nach dem neuerlichen Grundieren ist die Struktur der Leinwand, die leichten Unregelmäßigkeiten und Regelmäßigkeiten besser zu erkennen. Das Weiß verstärkt sie. Ich bin erstaunt, wie leicht die Feder trotzdem über die neue Grundierung läuft. Ich hätte es nicht vermutet. Beim Rollen muss ich aufpassen, das die Grundierung nicht abplatz. Das heißt, sie muss groß gerollt werden.

For my english speaking reader:

I draw layer by layer on the canvas.

I could not divide from the great Lilith (see here), so I started with the tree that will have grown up the entire length of the canvas down.

Der Baum wächst (c) Foto von Susanne Haun

Der Baum wächst (c) Foto von Susanne Haun

If you see the work entirety, then you can see from my current tree nothing. The great Lilith is too dominant. I know I will make a new layer white over them but a little I will still fly her from right to left.

I like the texture of the canvas. 8 years ago, I decided to buy the cancay like primed for pure linen, 420 g/m². The first picture that I painted on her didn’t show the irregularly woven canvas. But now, you will see the irregularly woven canvas very well.

Die Gegenwart des Betrachters und des Schaffenden – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Klosterkirche Grimma, Leinwand, Zeichnung by Susanne Haun on 26. März 2013

Heute habe ich es endlich geschafft, den Bericht von Sabrina Möller über Richard Serra in ihrem Blog Positionen zur Kunst zu lesen und mir das dazugehörige 3Sat Video anzuschauen.

Ich habe mir dazu zwei Sätze herausgeschrieben, die ich sehr prägnant fand und über die ich nachdenken will. Richard Serra spricht von der Gegenwart des Betrachters und davon, dass Zeiterfahrung individuell und persönlich (personal and privat) ist.

Ich arbeite im Moment sehr intensiv an meiner Leinwand für Grimma. Sie hat schon jetzt mehrere Zeitebenen. Die Ebene der Produktion, die Ebene der ersten Bemalung von mir, die Ebene der Neugrundierung mit weiß und nun die Ebene der jetzigen Bemalung.

 Studie zur Lilith im Flug (c) von Susanne Haun

Studie zur Lilith im Flug (c) von Susanne Haun

Inzwischen wisst ihr, dass ich mir keinen Plan oder kein Konzept für die Leinwand erarbeitet habe, einzig das Thema – Lilith – habe ich mir vorgegeben. Was bisher geschah seht ihr, wenn ihr dem Link folgt.

Im Moment stocke ich ein wenig. Ich hatte mir eine zweite Lilith, größer als die erste in der Mitte der Leinwand vorgestellt. An zwei Tagen habe ich sie gezeichnet. Ich machte mir vorher eine kleine Skizze. Aber nun teilt sie elegant die Leinwand und ist mir zu dominant.

Ich denke darüber nach, die große Lilith wieder zu übermalen.

 Entstehung Leinwand Lilith (c) Foto von Susanne Haun

Entstehung Leinwand Lilith (c) Foto von Susanne Haun

For my english speaking reader:

I was currently working very hard on my canvas for Grimma. She already has more time levels. The level of production, the level of the first painting by me, the level of painting with white color and now the level of the current painting.

Meanwhile, you know that I have gained no plan or no concept of the screen, only the subject – Lilith – I have set myself. What happened so far do you see when you follow the link.

 Lilith durchfliegt die Leinwand (c) Zeichnung von Susanne Haun

Lilith durchfliegt die Leinwand (c) Zeichnung von Susanne Haun

At the moment, I hesitate a little. I had a second Lilith, presented greater than the first in the middle of the canvas. Over two days, I’ve drawn it. I made a little sketch before in my scetchbook. But now she shares the screen elegantly and is too dominant – for me.

I think about the great Lilith painting over again.

Lilith, ein weiblicher Dämon – Leinwand von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Klosterkirche Grimma, Leinwand, Zeichnung by Susanne Haun on 14. März 2013

Die Entscheidung über das Thema meiner großen Leinwand traf ich beim Übermalen.

6 Bis hier erstmal - der erste Schritt ist wichtig (c) Zeichnung von Susanne Haun

6 Bis hier erstmal – der erste Schritt ist wichtig (c) Zeichnung von Susanne Haun

Vögel sollten es sein, Vögel die fliegen und über die Vögel bin ich zu Lilith, die Vogelfrau gekommen, übersetzt aus dem hebräischen bedeutet Lilith „weiblicher Dämon“.

So fiel es mir nicht schwer die ersten Striche auf das entstandenen Weiß zu setzen.

For my English-speaking readers:

The decision off the subject of my big picture I met on overpainting the canvas.

5 Detail Lilith (c) Zeichnung von Susanne Haun

5 Detail Lilith (c) Zeichnung von Susanne Haun

I want Birds flying over the canvas and from the bird I have the thought of Lilith, the bird woman. Translated from the Hebrew Lilith means „female demon“.

So it was not difficult for me to put the first lines the resulting white.

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