Susanne Haun

Doreen Trittel in der Ausstellung Healing in der Concept-Gallery PAULINA’S FRIENDS

Posted in Ausstellungstip by Susanne Haun on 11. Mai 2018

 

Pünktlich zum Galerie Weekend startete die Ausstellung Healing in der Concept-Gallery PAULINA’S FRIENDS, Gartenstr. 114, 10115 Berlin-Mitte mit den Öffnungszeiten: Mo-Sa, 12-19 Uhr. Die Ausstellung kann noch bis zum 30.06.2018 besucht werden.

 

Susanne Haun besucht Doreen Trittel in der Ausstellung Healing (c) Foto von M.Fanke

Susanne Haun besucht Doreen Trittel in der Ausstellung Healing (c) Foto von M.Fanke

Die Ausstellung wurde von Paulina Tsvetanova, der Besitzerin der Galerie, kuratiert. In der Pressemitteilung ist zu lesen:

„Die Galerie PAULINA’S FRIENDS in Berlin-Mitte hat 29 internationale Künstler und Designer durch einen Wettbewerb ausgewählt. Sie bekommen Raum, um ihre besonderen Werke in der Ausstellung „Healing“ zu präsentieren. Die Kreativen erzählen mit Bildern, Skulpturen, Installationen, Fotografien, Keramikobjekten, Multimedia oder Mode persönliche Geschichten von Stärke, Hoffnung, Liebe und persönlicher Erlösung, die beflügeln und wichtige Lebensfragen beantworten.

Alle 29 internationalen Künstler und Designer, die in der Galerie PAULINA’S FRIENDS im Rahmen der Kunstaustellung „Healing“ zu erleben sind, werden auf folgender Internetseite mit ihren Werken vorgestellt: www.paulinasfriends.com/h-e-a-l-i-n-g  “

Auch Doreens Statement zu ihren Arbeiten bereichert die Pressemitteilung:

„Eine der vertretenen Künstlerinnen ist Doreen Trittel. Sie stellt mehrere Zielscheiben aus, die normalerweise für Gewalt und Krieg stehen. Von ihr wurden sie in neue Symbole für Liebe und Frieden verwandelt (siehe Foto oben). Ihre Werke mit dem Titel „SCHIESSEN FÜR DEN FRIEDEN!“ sind auch eine Anspielung auf die momentane globale Situation mit zahlreichen kriegerischen Konflikten. Doreen Trittel meint: „Situationen, die ausweglos erscheinen, können durch Mut und Kreativität verändert werden. Es gibt immer mehr als eine Option. Ich hoffe, dass dies auch für komplexe Konstellationen, wie zum Beispiel den Krieg um Syrien, gilt.“ “

Ich mag Doreens Werk sehr, es regt zum Nachdenken an und von der Künstlerin selber weiss ich, dass die Idee, bzw. das Konzept oft vor den einzelnen Elementen des Werks steht. Ich bin fasziniert davon, wie symbolträchtig Doreen arbeitet und wie sie ihre Ideen visualisiert.

Die Reihe „SCHIESSEN FÜR DEN FRIEDEN!“ zeigt sehr eindrücklich, wie Doreen kriegerische Symbole augenzwinkernd in friedliche Symbole überführt.

Am 2. Juni wird Doreen einen Workshop zum Thema Collage in der Galerie anbieten:

Collagen-Workshop: Die Schönheit der Kunst und ihre Fähigkeiten, Sa, 2.06, 14-18 Uhr, Teilnahme kostenlos, Spenden erbeten. 

Lasst uns das Leben im gemeinsamen Kreativsein feiern und dies in in einer selbst gefertigten Collage ausdrücken. Erfahre in netter und lockerer Runde, wie aus der Zerstörung durch Reißen und Schneiden etwas wundervoll Neues durch Gestalten und Kleben entstehen kann – ganz intuitiv und nach Herzenslust, allein durch Dein Tun. Wenn Du magst, kannst Du gern persönliche Materialien, wie zum Beispiel Fotos, Papier oder Stoffreste, mitbringen. Zeitschriften, Schere und Kleber sind herzlich willkommen. Es sind keine künstlerischen oder handwerklichen Vorkenntnisse erforderlich. Eine spontane Teilnahme ist leider nur bei einem freien Platz möglich. Daher sichere Dir einen von 8 Plätzen besser unter kontakt@hehocra.de.

Gerne hätte ich am Workshop teilgenommen, jedoch sind wir genau an diesem Wochenende verhindert. Vielleicht hat die eine oder andere von euch Zeit, den Workshop zu besuchen.

Zur Ausstellung selber: Ich persönlich finde 29 Künstler*innen einfach zu viel für eine Ausstellung. Während der Vernissage konnten die Werke, die sowieso schon auf engsten Raum präsentiert sind, durch die Fülle der Vernissagegäste fast gar nicht betrachtet werden. Ich vermute, dass im alltäglichen Ausstellungsbetrieb mehr Ruhe zum geniessen der Werke vorhanden ist.

Weitere Infos aus der Pressemitteilung:

Teilnehmende Künstler/innen:
Adi Davidoff (BG), Andreas Brunolupo (DE), Beate Flierl (DE), Britta Schwalm (DE), Claudia Hartwig (DE), Dagmar Gester (DE), Donat Fritschy (CH), Doreen Trittel (DE), Dr. Klaus Chmillon (ES/DL), Elisabeth Schneller (CH), Eva Lippert (DE), Evelyne M. Fricker (AU), Graf Seibert (DE), Gret Beth (DE), Hannes Albert (DE), Julia Antonia (DE), Jutta Imelda Kanneberger (DE), Lucy Libre (DE/MEX), Lukas & Robertson (CZ), Pasquale Aleardi (CH, IT, GRC), Peter Schlangenbader (DE), Philippe Ségalard (FR), Simone Birk (CH), Tatawa (Wei Tan) (MYS), Ulrike Hofmann-Schüll (DE), Uwe Schwarz (DE), Valentina Pisarra (DE/IT), w e i s s über den tod hinaus (DE), Dr. Yoanna Planchette (BG/FR)

Parallel zu Ausstellung „Healing“ findet ein gleichnamiges Festival statt. Es bietet interaktive Workshops & Kurse zu Themen wie Bodywork, Selbsterkenntnis und -management, Mindfulness, Work-Life-Balance und vieles mehr: www.paulinasfriends.com/healing-festival
Zur Concept-Gallery PAULINA’S FRIENDS:

Der Schwerpunkt der Galerie liegt auf der Schnittstelle/Interaktion von Kunst & Design. Alle Kunstgattungen und kreativen Disziplinen sind vertreten. Angeboten werden Kunst, Design und Mode – zeitlos, universal, einzigartig  (es werden nur Unikate verkauft).

 

Eva und Adele im Lampenfieber

Posted in Ausstellungstip by Susanne Haun on 26. April 2018

Das Duo Eva & Adele hält seit 27 Jahren an ihrem künstlerischen Konzept fest.

Diese Konsequenz veranlasste den me Collectors Room Berlin (Stiftung Olbricht) das Paar in einer retrospektiven Gesamtinstallation unter dem Namen “L’AMOUR DU RISQUE“ zu präsentieren.

Vom 27. April bis zum 27. August 2018 kann das Werk des außergewöhnlichen Paars in der Auguststr. 26 in Berlin besichtigt werden.

Gestern fand das Presse-Preview der von Dr. Heike Fuhlbrügge kuratierten Werk-Show statt.

 

 

Sicher, ich wusste vor dem Besuch des Presse-Previews zu dem mich Doreen Trittel begleitete, wer Eva & Adele sind und ich bin schon lange beeindruckt von ihrer kontinuierlichen Arbeit und der Treue ihrem Konzept gegenüber. Jedoch habe ich nicht erwartet, zwei so sympathische herzliche Menschen kennenzulernen. Mit dem Gedanken an ihr Konzept, „Over the Boundaries of Gender“ denkend, betitele ich die beiden als Menschen, für die das Weibliche oder Männliche keine Rolle spielt, sie selber bezeichnen sich als drittes Geschlecht.

Die Direktorin des me Collector Rooms, Julia Rust, stellte gemeinsam mit der Kuratorin Dr. Heike Fuhlbrügge das Duo vor und ich fand es besonders charmant, dass Eva und Adel vor Beantwortung der Fragen um Verständnis für ihr Lampenfieber baten. 27 Jahre stehen die beiden in der Öffentlichkeit und trotzdem ist jede Präsentation neu und aufregend für sie. Berlin bezeichnen sie als Entstehungsort ihres Werkes, als ihre Heimat, ihren Lebensmittelpunkt und ihr persönliches Fort Knox, in dem sie sich regenerieren können.

 

Doreen Trittel in der Ausstellung Eva und Adele, me Collectors Room Berlin, Foto von Susanne Haun

Doreen Trittel in der Ausstellung Eva und Adele, me Collectors Room Berlin, Foto von Susanne Haun

 

Die Begriffe Kunst und Performance empfanden die beiden nicht als ausreichend, um ihr Werk zu definieren, weswegen sie ihr Konzept auch mit dem Namen Futuring belegten. Unter der Decke hängt da Wort FUTURING von 2013 als Neonschriftzug, der die gesamte Ausstellung einzuschließen scheint.

Betritt die/ der Besucher*in den Ausstellungsraum, fällt der Blick auf 6 rosa übereinander gestapelte Koffer in unterschiedlicher Größe. In diesen Koffern, berichten die beiden, haben sie gerade in den ersten Jahren ihre Präsentation wie Postkarten und Flyer mit sich getragen, um sie bei ihren Erkundungen in der Welt zu verteilen. Als Biografische Skulptur N°1 stellten die beiden 1997 ihre Koffer erstmals im Sprengelmuseum aus. New York und Paris folgten und nun können die zur Kunst geadelten Koffer auf einem rosa Holztisch in der Ausstellung besichtigt werden. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich subjektiver Weise diese Skulptur oder die 165 Kostümpläne von 1996 – 2018 als das für mich eindrucksvollste Element der Ausstellung betrachte.

 

 

Trotz großem Ansturm hatten Doreen und  ich das Glück, ein kleines persönliches 5-Minuten Interview mit den beiden zu erhalten. Ihre Strategie „Wherever we are is Museum“ zeigt, dass sich Eva und Adele in einem permanenten Zustand der Performance und Öffentlichkeit bewegen und so fragte ich, ob sie in den 27 Jahren nicht Augenblicke gab, wo ihnen die Anstrengung der Arbeit zu viel wurde. Doreen ergänzte, ob sie sich schon einmal überlegt hätten, einfach aufzuhören, Eva und Adele zu sein.

 

Susanne Haun, Eva und Adele, Doreen Trittel im me Collectors Room Berlin, Foto von Tina Volk

Susanne Haun, Eva und Adele, Doreen Trittel im me Collectors Room Berlin, Foto von Tina Volk

 

Die Antwort der beiden ist eindrucksvoll und einheitlich. Es hätte kritische Augenblicke am Anfang der Konzipierung ihres Werks gegeben, die sie sehr analytisch betrachtet hätten. Daraus hätte sich eine Basis für ihr Lebenskunstwerk ergeben. Wut und Verzweiflung gehören genau wie Frieden und Liebe dazu. Sie hätten sich auch in existenziellen Situationen am Abgrund befunden, aber all dies würde von der Freiheit, die sie beide innerhalb ihres Konstrukts besitzen kompensiert. Die Freude und der Schaffensdrang der beiden, sowie ihre analytische Herangehensweise an ihr Werk hat sie nicht an ein Ende denken lassen.

Es ist für mich spürbar, dass sie von ganzem Herzen Eva & Adele sind, ein Werk, das kein Ende kennt.

 

Doreen und ich konnten nicht widerstehen, einige Selfies von uns zu machen und eine Auswahl möchte ich heute und hier auch zeigen. Den schönen Puschel, den ich an meinem Halsband trage, kann die / der Besucher*in im Shop des me Collector Rooms kaufen. Neben Handtaschen, Strümpfen, Parfüm und mehr gibt es eine bunte Collection an Artikeln, die die Ausstellung begleiten und die als Erinnerung gekauft werden können.

Die Ausstellung hallt nach, Doreen und ich sprechen immer wieder über Momente, die wir dort gemeinsam erlebten.  Wie Doreen die Ausstellung und den Besuch wiedergibt, kannst Du hier nachlesen: Eva & Adele: Kunstwerk in Persona.

Die Ausstellung hat uns sehr inspiriert und wir können  jedem nur empfehlen, sich die Zeit für einen Besuch zu nehmen:

Informationen zur Ausstellung:

Eva & Adele “L’AMOUR DU RISQUE“

27. April bis zum 27. August 2018

me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht

Auguststraße 68, 10117 Berlin
Fon +49 30 86 00 85-10
Fax +49 30 86 00 85-120
info[at]me-berlin.com
http://www.me-berlin.com

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog und ein umfassendes Begleitprogramm.

Eintritt Wunderkammer und Ausstellungen

Regulär 8 Euro / Ermäßigt 4 Euro
Gruppenticket 4 Euro/Person (für Gruppen ab 10 Personen)

Mehr Informationen zu Gruppentarifen und Ermäßigungen erhalten Sie auf der Homepage des me Collector Rooms (siehe hier).

Veranstaltungen

06.05., 15 Uhr: Kuratorinnenführung mit Dr. Heike Fuhlbrügge
26.05., 16 Uhr: Vortrag von Dr. Marcus Steinweg
09.06., 16 Uhr: Talk mit EVA & ADELE und Dr. Heike Fuhlbrügge
27.06., 19 Uhr: Art & Dinner mit EVA & ADELE

Was bei der Ausstellungsplanung alles zu beachten ist (4) – Das Konzept – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Betrachtungen zur Kunst, Netzwerk, Roddahn, Zeichnung by Susanne Haun on 7. Juli 2015

Wie sieht mein Konzept für die Ausstellung in Roddahn aus?

Ich möchte mit meinen Zeichnungen das ausdrücken, was auch  Sprachspiele  (siehe hier) ausdrücken.

Ich möchte meine Arbeiten (wie das Netzwerk), mit meinen Federzeichnungen (üblichen Arbeiten) und den Objekte verbinden. Das gibt die Kirche sehr gut her, da die Kirchee durch die hohen Fenster, dieGalerie und die Kanzel in mehrere Bereiche geteilt ist. Jeder Bereich soll eine eigene Geschichte erzählen und jede Geschichte soll wieder mit den anderen Geschichten und der Ikonografie der Kirche kommunizieren.

Was sind aber meine „üblichen“ Arbeiten? Arbeite ich auch unüblich ?

Wie können meine Arbeiten mit Feder und Tusch (üblich) mit meinen Arbeiten mit dem Füllfederhalter (Arbeiten in einer Linie) kommunizieren. Wie schaffe ich es, die beiden mir so wichtigen Ausdrucksformen zu verbinden.

Sind die weißen Rahmen, die ich grundsätzlich benutze, schon das verbindene Element. Ist es das Material, die Tusche, die ich in allen Arbeiten, ob auf Leinwand, Papier, Glas oder Torso, verwende, schon das bindenede Moment? Sind es die Farben, das viele Weiß was meine Arbeiten atmen lässt?

Wenn die Besucher in die Kirche kommen, will ich in jeder Arbeit in einem Gesamteindruck sichtbar sein.

Mit diesen Ideen im Hinterkopf, kann ich die Zeichnung für die Einladungskarte aussuchen.

 

M. 1.6 (c) Zeichnung von Susanne Haun

M. 1.6 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Dem Disegno auf der Spur und mein Selbstportrait-Tagebuch – Susanne Haun

Der Begriff Disegno hat mich noch nicht wieder losgelassen (siehe hier).

Ich habe mir aus der Zentral- und Landesbibliothek den „Kemp-Reader“ bestellt, da immer wieder auf einen Aufsatz des Kunsthistoriker Wolfgang Kemp verwiesen wird, wenn die Sprache auf Disegno kommt.

Selbstportrait Tagebuch 25. Woche  (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Selbstportrait Tagebuch 25. Woche (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Kemp betrachtet die Geschichte des Begriff Disegno von 1547 bis 1607. Ich habe beim Lesen Notizen von den Aussagen geschrieben, die mir wichtig erschienen. Schon damals waren sich die Gelehrten nicht einig, wie der Begriff zu definieren ist.

Vasari (Florenz): Disegno stellt sich erst nach der Schöpfung des Weltalls ein.

Doni (Venedig): Disegno ist der göttliche Urplan der Entstehung der Welt. Das verbindende gemeinsame aller Künste ist in der geistigen Herkunft.

Vasari: Wenn er die Erfindung, die Idee, aus dem Urteilsvermögen gewonnen hat, ist er auch darauf angewiesen, durch jahrzehntelange Übung (sein Handwerk) das gedachte auszudrücken.

Disegno bestimmt den künstlerischen Prozess.

Das führte mich zu der Frage, wie das Disegno zur Konzeptkunst steht, denn dort findet eine Trennung zwischen Idee und Ausführung statt.

Vasari: Disegno übernimmt die aktive Vermittlerrolle zwischen der Natur und dem Kunstwerk.

Vasari stellte sich damit gegen die neuplatonische Strömung seiner Zeit, in der die Idee das Gegebene war und nicht nur ein Abkömmling der Naturwirklichkeit.

Selbstportrait Tagebuch 23. Woche (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Selbstportrait Tagebuch 23. Woche (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Was hat Disegno mit meiner Kunst zu tun?

Die jahrzehntelange Übung in der Zeichnung kann ich mein Eigen nennen.
Die Idee?
Ich habe viele Ideen, leider habe ich für 90% meiner Ideen keine Zeit, sie zu verwirklichen.
Bei manchen Ideen, wie bei der Rolle (siehe hier), brauche ich Hilfe bei der Ausführung – nicht bei der Zeichnung aber beim Bau der Kästen. Und ich brauche Geld, um die Kästen bauen zu lassen.

Ich arbeite zur Zeit an der dritten Rolle. Die erste ist in einem Prototyp von Glaskasten, an dem es noch einiges zu verbessern gibt. Ich denke über einen neuen Kasten nach, der an der Wand hängen soll. Da ist viel zu bedenken:
Die Aufhängung, das Gewicht, das Rollsystem und vieles mehr…..

Und bei all dem reflektiere ich mich selber in meinem Selbstportrait Tagebuch. Es hilft mir. Die Idee ist nicht neu aber es ist Kontinuität erforderlich. Ich freue mich schon, wenn wieder drei Tage herum sind und ich den Blick auf mich selber werfen kann.

Selbstportrait Tagebuch 24. Woche (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Selbstportrait Tagebuch 24. Woche (c) Zeichnungen von Susanne Haun

For my english reader:
I try to understand the consept „disegno“ and read a book from the art historian Wolfgang Kemp. Vasari and Doni had different persecptions about this term. Vasari thought, the best execution is important and the execution follows the given nature. Doni thought, the idea is more important and was before the building of the universe.
I ask me what means this term in my art?
I think my execution is excellent and whats about my ideas? I will think about it the next time.
If I have time… most of my ideas are lost on reason on less time.
Solong – I reflect myself in my Selfportrait notebook.


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Kemp, Wolfgang. „Kemp-Reader“. Berlin 2006.

Disegno braucht eine schnelle Hand – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Disegno, Kunstgeschichte, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 4. Mai 2013

„Disegno braucht eine schnelle Hand und den Intellekt für die Konzepte“, erläuterte uns die Dozentin bei der letzten Vorlesung zur Linie.

Von der reinen Übersetzung kommt das italienische Disegno vom lateinischen designare, was bezeichnen, zeichnen und im Umriss darstellen, heisst.

In der S-Bahn Vers.4 (c) Zeichung von Susanne Haun

In der S-Bahn Vers.4 (c) Zeichung von Susanne Haun

Den Begriff des Disegno zu erfassen, ist nicht einfach, ich gehe fast soweit, zu behaupten, dass es fast so schwer ist, wie die Kunst selber zu erläutern. Ich mag das Gefühl, einen Begriff nicht wirklich fassen zu können, nicht, es ist unangenehm. So werde ich mich in der nächsten Zeit immer wieder dem Disegno zuwenden.

Im Wikipedia steht, dass Disegno Zeichnung bedeutet, sowohl als künstlerische Idee, Entwurf und als geistiges Konzept in einem religiösen Sinne.

Vasari, einer der ersten Kunsthistoriker, spricht von den drei Künsten des disegnos: Malerei, Bildhauerei und Architektur.

Heute Morgen habe ich wieder einmal in der S-Bahn gezeichnet, und zeige euch meine mit „schneller Hand“ gefertigten Arbeiten.

In der S-Bahn Vers.2 (c) Zeichung von Susanne Haun

In der S-Bahn Vers.2 (c) Zeichung von Susanne Haun

For my english speaking readers:

In the morning I’am drawing people in the train. I draw with „fast hand“. In the last lecture our dozent talk about designo. She said, that it is drawing with fast hand and to have intellect for the concepts.
I have to think about it!

Engel ohne Flügel und Zöpfe aber mit Begleitzettel – von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Engel, Foto, Kunstgeschichte, Projekt “douple bind”, Zeichnung by Susanne Haun on 1. Dezember 2012

Ich bekomme viele kitschige Engelfiguren geschenkt, jedoch mag ich eigentlich keine Engelfigürchen.

Zum einen habe ich wirklich keinen Platz, sie aufzustellen und zum anderen sind sie zum Teil so total kitschig, dass es mir den Magen zusammen zieht. Schaue ich mir zum Beispiel die Engelskulpturen des Florenzer Doms an und vergleiche sie dann mit dem Nippes, der mir angeschleppt wird, dann sind Welten dazwischen.

1 Bearbeitung von Jürgens Engel Version 3 (c) Susanne Haun

1 Bearbeitung von Jürgens Engel Version 3 (c) Susanne Haun

Aber ehrlich gesagt, als ich heute meine Weihnachtskisten aus dem Keller holte und mir den geballten Engelkitsch anschaute, fand ich sie wieder in ihrer Vielfalt klasse. Manche sind so scheußlich, dass es schon wieder gut ist.

Besonders gefährdet sind bei mir Engelköpfe und Flügel, da mir diese kleinen Figuren auch öfter herunterfallen. Meistens hebe ich sie dann auch noch in allen Einzelteilen auf.

Mit Jürgen Küster habe schon öfter über Engel gesprochen bzw. wegen der Entfernung gemailt. Er ist am Anfang fassungslos gewesen, dass ich immer wieder hartnäckig Engel zeichne. Aber schaue ich zurück in die Vergangenheit finde ich in zwei der ältesten Quellen der Welt, die Bibel und die Apokryphen, so viele Geschichten über die Engel, dass ich einfach fasziniert bin.

6 Engel Gloria mit Gabriel 30 x 20 cm Tushe auf Bütten (c) Zeich

6 Engel Gloria mit Gabriel 30 x 20 cm Tushe auf Bütten (c) Zeich

Jürgen stellt gerne Fragen und ich finde es immer spannend, unter einem anderen Gesichtspunkt als den eigenen, Themen zu betrachten.
Da morgen der erste Advent ist, habe ich mir als erstes diese Frage aus Jürgens Fragentopf gezogen.

Wie findet die religiöse Moral ihren Ausdruck in den Engelsdarstellungen?

Zuerst einmal frage ich mich, was denn eine religiöse Moral ist. Unser moralisches Wertesystem basiert auch heute noch auf die christliche Lehre. Es ist nicht richtig von einer Engeldarstellung zu sprechen. Es gibt eine so große Anzahl an Engel und so unterschiedliche Darstellungen. Die Engel haben Namen und Funktionen.

Interessant finde ich den Engel Gabriel, der Maria Jesus Geburt ankündigte. Es gibt unzählige Darstellungen von Maria Verkündung.

Ich bin nicht übermäßig gläubig und ich bin auch keine Esoterikerin. Mich interessieren die Engel vom künstlerischen Ausdruck und wegen der Geschichte.

„Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt Galiläas, mit Namen Nazareth, zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Manne aus dem Hause David, namens Joseph, und der Name der Jungfrau war Maria.“²

9 Bearbeitung von Bearbeitung von Jürgens Engel Version 4 (c) Susanne Haun (2)

9 Bearbeitung von Bearbeitung von Jürgens Engel Version 4 (c) Susanne Haun (2)

Letze Woche habe ich von Jürgen zwei Fotos von einer Engelfigur mit gebrochenem Flügel gesendet bekommen und habe ihm im Gegenzug ein Foto eines meiner zerbrochenen Engel gesendet.

Jürgens zwei Fotos habe ich heute unter dem Blickwinkel „Erzengel Gabriel“ und „Maria Verkündung“ betrachtet. Eigentlich trägt der Engel auf seinem Banner „Gloria“ für Ruhm. Gloria in excelsis Deo („Ehre sei Gott in der Höhe“).

Ich stülpe den Gabriel darüber, weil wir bisher immer nur von Engel geredet haben, egal welcher dargestellt wird. In diesem Sinne stülpe ich dem Gloria Engel den Gabriel über. So sind wir alle sensibilisiert für die Unterschiedlichkeit der Engel!

3 Start Engel Foto (c)von Susanne Haun Version 2

3 Start Engel Foto (c)von Susanne Haun Version 2

For my English-speaking readers:
I get a lot of kitschy angels, but I actually like no angel figurines. First, I have really no place to establish it and to the other part they are so totally cheesy that I’m had stomach contracts by viewing. I look at, for example, to the angel scultures at the Florence cathedral and then compare it with the trinkets that will be dragged me, then worlds in between. But honestly, when I got my Christmas present boxes from the basement and I beheld the Angel, I found it great again in their diversity. Some are so horrible that it’s good again.

__________________________________________-
²Kürzinger, Josef, Dr. Übersetzung des Neuen Testaments, Das Evangelium nach Lukas, 1,26, Augsburg 1999

Beuys, die 7.000 Eichen bei der documenta 7 und die soziale Plastik – Bericht von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Konzeptkunst, Kunstgeschichte, Zeichnung by Susanne Haun on 19. August 2012

Von Beuys gingen viele sogenannte Skandale aus. Einer davon war die soziale Plastik 7.000 Eichen zur documenta 7.

Beuys gehört für mich zu den Künstlern, über die ich gerne mehr wissen möchte, um sein Werk zu verstehen. Das ist nicht einfach, Beuys war sehr interlektuell und hatte so viele Gedanken, das es ja fast noch ein Leben braucht, um sie zu verfolgen.

Mir reicht es, einen groben Überblick über seine Motivationen zu erhalten, besonders wichtig war mir vor meinem Besuch der documenta 13, die 7.000 Eichen zu begreifen. Ein wenig Glück hatte ich dabei, haben wir in einem Seminar ausführlich über dieses Werk diskutiert. Es ist schon eine Weile her jetzt, aber das Prinzip und die Gedanken der sozialen Plastik gefallen mir sehr.

Die 7.000 Eichen waren zuerst einmal ein großer Skandal in Kassel. Die 7.000 Basaltsteine, die neben jedem Baum gepflanz wurden, nahmen vor dem Fridericianum einen gewaltigen Platz ein und einige der Kassler fühlten sich dadurch gestört, da man nun nicht mehr über den Platz gehen konnte.

Konstellation Bäume - Beziehungen - Zeichnung von Susanne Haun

Konstellation Bäume – Beziehungen – Zeichnung von Susanne Haun

Beuys wollte, dass die 7.000 Eichen im ganzen Kassler Stadtraum gepflanzt werden. Jeder Baum kostete 500 Euro Spendengeld, und wer einen Baum gepflanzt hat, der bekam ein Zertifikat mit Unterschrift von Beuys. Die Bäume mußten vom Spender selbständig (oder beauftragt) gepflanzt werden. Die Stadt Kassel übernahm die weitere Pflege der Bäume (z.B. Baumschnitt).

Dadurch wurde eine persönliche Beziehung zum Kunstwerk aufgebaut. Die, die die Bäume pflanzten, hatten auch ein Interesse daran, dass sie als Gesamtwerk erhalten blieben und ein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Pflanzern entsteht. Der Reziepent wird also in das Werk mit einbezogen!

Beuys wollte gegen den Verortungsprozeß und Stilllstand der Gesellschaft vorgehen und den Menschen zum Nachdenken bringen. Die Bäume werden länger leben als diejenigen, die sie gepflanzt haben.  Der Basaltstein, der neben dem Baum in die Erde gestellt wurde, ist einer der ältesten Steine der Welt.

Nachdem ich soviel über Bäume gelesen habe, bin ich einfach „baumbewußt“ durch die Straßen gelaufen. Wie unterschiedlich verästelt die Bäume doch stehen und welche Linien sich daraus ergeben. So habe ich verschieden Baumkonstellationen gezeichnet – nicht in Beuys Sinne aber in meinem.

Es ist meine Art des Begreifens der Dinge, genau, wie ich vor zwei Jahren (siehe meinen Artikel hier) mich Beuys mit Sinnbildern von mir näherte.

Ich stellte mir damals die Frage, ob die Kunst Beuys mit seinem Sterben verblaßt. Ich kann heute nach zwei Jahren sagen „NEIN!“ – wer sich mit der Kunst beschäftigt, der wird feststellen, dass Beuys nie verblassen wird, weil er für die gesamte Weltkunst viel zu wichtig ist und grundsätzliche Dinge fand, die zum Beispiel aktuell von Katerina Seda aufgegriffen werden.

Beuys, die 7.000 Eichen bei der documenta 7 und die soziale Plastik – Bericht von Susanne Haun

Karstadt und Wald – KarWa – Fotos von Susanne Haun

Posted in Foto, Konzeptkunst by Susanne Haun on 29. Juni 2012

Wer kennt nicht die alten silbernen Kaufhausfilialen? Ich glaube, sie sind ein Kind der 70ziger Jahre.

Als ich letzte Woche bei Conny Niehoff war, stellte ich fest, dass „das Karstadt“ von Magdeburg noch genau solch eine Fassade besitzt.

KarWa (c) Foto von Susanne Haun

KarWa (c) Foto von Susanne Haun

Seither kreisen die Fotos, die ich von der Fassade gemacht habe, in meinem Kopf. Als Kontrast gefallen mir die Fotos von einem Holzstapel, die ich bei mir in Berlin im Wald fotografierte. Ich schliesse das Foto aus Wald und Geometrie/Architektur mit roten Linien und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Karstadt und Wald – KarWa – Fotos von Susanne Haun

Ein Preisauschreiben und der Nordberliner – Ausstellung Flughafen Berlin Tegel

Nun geht es in den Endspurt. Gestern haben wir mit der Kuratorin den Ablauf der Ausstellung
„Flughafen Berlin Tegel – Eine Hommage“ besprochen.

Es gibt einiges rund um die Ausstellung zu berichten:

Wir haben uns sehr gefreut, als wir vom ibis Hotel Berlin Airport 2 Gutscheine für jeweils 2 Übernachtungen inklusive Frühstück im ibis Hotel Berlin Airport und im Grand City Central Hotel Berlin und ein Frühstück für zwei Personen im ibis Hotel Berlin Airport für ein gemeinsames Preisausschreiben erhalten haben. Die Gutscheine sind bis März 2014 einlösbar, so können die Gewinner in Ruhe planen, wann sie nach Berlin kommen möchten.

Gewinne für die Verlosung des Preisausschreibens – Hommage Berlin Tegel gesponsort vom ibis Airport Hotel Berlin

Gewinne für die Verlosung des Preisausschreibens – Hommage Berlin Tegel gesponsort vom ibis Airport Hotel Berlin

Von Frank Koebsch und mir werden drei “Kleingewinne” hinzugegeben, einmal das Buch “Mit Tusche zeichnen und kolorieren” im Edition Michael Fischer Verlag (hier bei Amazon) und zweimal Buch “Sternzeichen” im curach-bhan Verlag (hier bei Amazon). Natürlich signieren wir die Bücher für die Gewinner.

Beantworten Sie die Frage:

Wer ist der Architekt des Flughafens Berlin Tegel Otto Lilienthal?

Senden Sie mir die Lösung mit ihrer vollständigen Adresse einfach per Mail an info@susannehaun.de oder per Postkarte an meine Anschrift.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen; alle Lösungen ohne Adresse werden nicht berücksichtigt.

Sie können auch während der Ausstellung in der Humboldt Bibliothek ein bereitgelegtes Gewinnkärtchen ausfüllen und in den vorgesehenen Gewinnkasten stecken.

Die Gewinner werden nach der Ausstellung unter Ausschluss der Öffentlichkeit ermittelt und schriftlich mit den Gutscheinen benachrichtigt. Bei schriftlichen Einsendungen ist das Datum des Poststempels maßgebend.

Der Einsendeschluss ist das Ende der Ausstellung in der Humboldt – Bibliothek also dem 30.06.2012. Bei schriftlichen Einsendungen ist das Datum des Poststempels maßgebend. Die Preisträger benennen wir am 06.07.2012 wir hier und auf unserem Blog http://berlintegel.wordpress.com/.

Der Nordberliner berichtete vorigen Mittwoch über unsere Ausstellung. Hier zeige ich euch einfach den Artikel.

Nordberliner 16.Mai 2012

Nordberliner 16.Mai 2012

Flughafen Berlin Tegel – Eine Hommage – Vorbereitungen und Objekte von Susanne Haun

Gestern haben Christiane Weidner und ich die Einladungen vom Kunstamt Reinickendorf für unsere Ausstellung abgeholt.

Nach über 1jähriger Vorbereitung ist es nun endlich soweit!

Einladungskarte "Flughafen Berlin Tegel - Eine Hommage

Einladungskarte „Flughafen Berlin Tegel – Eine Hommage

Ich habe mich entschieden, für die 50 Blätter des  Zyklus „Der Traum vom Fliegen“ mattsilberne Alurahmen zu kaufen. Die ersten 40 Blätter habe ich heute gerahmt.

Um zu schauen, ob und wie es paßt, haben wir Christiane Weidern, Frank Koebsch und ich eine Ecke in meinem Atelier „Probe gehangen“. Wir sind zufrieden.

Probe Hängung im Atelier (c) Susanne Haun

Probe Hängung im Atelier (c) Susanne Haun

Womit ich hingegen nicht zufrieden bin, sind meine Fotos von den Objekten.
Ich habe mich entschieden, sie zusammen mit der Rolle professionel fotografieren zu lassen. Diese Fotos übersteigen einfach mein fotografisches Können und das Glas reflektiert von allen Seiten…

Flughafen Berlin Tegel – Eine Hommage – Vorbereitungen und Objekte von Susanne Haun

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