Susanne Haun

Das Netz quillt über voller Mädels mit Perlenohrringen – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Mai 2020

 

Ausgerechnet das Mädchen mit dem Perlenohrring hat es ihr angetan. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es noch einer Interpretation dieses Themas bedarf. Sie bleibt stur dabei. Es soll das Mädchen mit dem Perlenohrring sein.

Johannes Vermeer (1632 – 1675) malte das Mädchen mit dem Perlenohrring ca. 1665 in Öl auf Leinwand in der Größe 44,5 x 39 cm. Das Bild befindet sich heute im Mauritshuis in Den Haag, das lt. eigener Aussage, das „einzigartige niederländische Gemälde des sogenannten Goldenen Zeitalters beherbergt.

 

Mein Mädchen mit dem Perlenohring, Tusche und Acryl auf Aquarellkarton, 44,5 x 39 cm, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019Mein Mädchen mit dem Perlenohring, Tusche und Acryl auf Aquarellkarton, 44,5 x 39 cm, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Schaut man in die Bilder-Google-Suche, so quillt das Netz über von Interpretationen dieses scheinbar immer noch interessanten Frauenportraits.

Was aber macht den Reiz und Charme dieses Gemäldes von Vermeer aus?

Die Haltung? Die Jungend? Der Blick? Das Tuch um den Kopf? Der Ohrring? Die Farben Blau und Ocker? Der aus dem dunklen kommende Blick?

Interessant!

Eine gute, sogar gesprochene, Bildbeschreibung erhaltet ihr auf der Seite von „the artinspector / alexandra tuschka“ (siehe hier).

Ich habe das Gemälde zeichnerisch interpretiert und empfinde es als „langweilig“. Sicher, man sieht, ich habe es gezeichnet. Meine Handschrift ist erkennbar und doch bin nicht ich darin.

So habe ich begonnen, mich selber in meinem Tageskalender in dieser Haltung zu zeichnen. Ich bin noch am Nachdenken, wie ich dieses Portraitthema Vermeers aufgreifen und etwas individuelles daraus schaffen kann.

Ach! Ich werde es wie Picasso angehen und mich mal eine Weile mit diesem Thema beschäftigen. Picasso hat 58 Versionen von  Las Meninas von Velázquez interpretiert.

Dann ging es weiter in meinem Kopf und das Thema verselbständigte sich und begann, mir Freude zu bereiten. Diesen Beitrag habe ich schon im August geschrieben und ihn heute vervollständigt.

 

 

 

Allzeit bereit – der Beagle – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Portraitmalerei, Tiere, Tierportraits, Zeichnung by Susanne Haun on 2. April 2018

 

Beagles sind lustig zu beobachten.

Die heutigen Zeichnungen entstanden inspiriert von einer Mischung aus Skizzen, Fotos und youtube Videos.

 

Allzeit bereit - der Beagle - Version 2 -21 x 21 cm - Tusche auf Hahnemühle quattro (c) Zeichnung von Susanne Haun

Allzeit bereit – der Beagle – Version 2 -21 x 21 cm – Tusche auf Hahnemühle quattro (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

Beethovens Musik zeichnen – Zeichnungen aus dem Konzerthaus von Susanne Haun

Posted in Konzert, Zeichnung by Susanne Haun on 11. November 2012

„Wahre Kunst ist eigensinnig, lässt sich nicht in schmeichelnde Formen zwängen.“
Ludwig von Beethoven

Gestern war der Beethoven Marathon im Konzerthaus, von dem ich hier schon vor weg berichtete. Ich war sehr neugierig, was es wohl werden wird und bin immer noch ganz begeistert. Die Vorfreude hat sich gelohnt.

Das Konzerthaus zum Beethoven Marathon (c) Foto von Susanne Haun

Das Konzerthaus zum Beethoven Marathon (c) Foto von Susanne Haun

Zu den Konzerten um 16 und 17 Uhr war es voll, aber nichts im Vergleich zu dem Konzert um 20 Uhr, das ausverkauft war.

Das Septett Es-Dur op. 20 hörten wir im Kleinen Saal. Er ist intimer als der Große Saal und bei freier Platzwahl in der dritten Reihe konnte ich die Musiker sehr gut beobachten. Sayako Kusaka spielte die Geige. Sie ist seit 2008 die Konzertmeisterin des Konzerthausorchesters und Sie ist grandios. Ich habe keine Ahnung von Musik aber die Leidenschaft, mit der sie die Violine spielte und die schönen Melodien, die sie dem Instrument entlockte, sind für mich nicht beschreibbar. Interessant finde ich auch die Information, dass sie eine Geige von Pressenda aus dem Jahre 1822 spielt. Sofort versuche ich mir vorzustellen, durch welche Hände diese Geige wohl vor ihr schon gegangen ist.

Bei diesem Konzert zeichnete ich mich ein. Es ist auch das einzige Konzert, wo ich die Zuschauer vor mir fest hielt. Ich konzentrierte mich auf die Hände und das Instrument.

Beethovens Musik Zuschauer Septett Es-Dur op.20 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Beethovens Musik Zuschauer Septett Es-Dur op.20 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Nach dem ersten Konzert hatten wir nur 5 Minuten Zeit, in den großen Saal zu der Dresdner Symphonie zu gelangen, dirigiert von Michael Sanderling. Beim zeichnen der Musik eines großen Orchesters muss man sich auf eine Person beschränken. Jedenfalls, wenn die Konzerte wie beim Marathon 45 Minuten betragen.

Beethovens Musik der Dirigent Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Beethovens Musik der Dirigent Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich zeichnete sowohl den Dirigenten als auch die Musik, die er dem Orchester entlockte. Es ist eine tolle Erfahrung. Ich bemerkte beim dritten Konzert Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60, das wir hörten und das von Ivan Fischer dirigiert wurde, wie unterschiedlich der Ausdruck der Dirigenten ist. Sanderling dirigiert mit ganzen Körpereinsatz. Er richtete vor dem Konzert einige Worte ans Publikum, dass er den sportlichen anstrengenden Marathon nicht mag aber den musikalischen genüßlichen sehr wohl. Bei dem Einsatz, den er zeigte, muss er nach einem Konzert ja fast genauso erschöpft sein, wie der Marathonist nach seinem Lauf!
Fischer scheint souveräner. Er steht fast unbeweglich auf seinen Beinen und nur der Oberkörper bewegt sich hin und her.

Es war anstrengend aber es hat mir auch große Freude gemacht, diese musikalischen Erlebnisse fest zu halten. Und einens weiss ich schon, beim nächsten Konzert, was ich besuche, möchte ich seitlich neben den Musikern im 2.Rang sitzen! Das Konzerthaus birgt einen Suchtfaktor für mich.

Beethovens Musik Musiker Septett Es-Dur op.20 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Beethovens Musik Musiker Septett Es-Dur op.20 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Den heutigen Artikel beschliesse ich mit dem zweiten Zitat auf den Programmflyern. Vor jedem Konzert gab es einen kleinen Flyer mit dem Wissenswerten der interpretierten Musikstückes und einem Zitat von Beethoven.

„Kein Mensch kann das Land so lieben wie ich – geben doch Wälder Bäume Felsen den Widerhall, der der Mensch wünscht“ Beethoven an Therese Malfatti, Mai 1810

Ich möchte euch auf die Jazz Drawings von Martina Wald aufmerksam machen. Auch Frank Koesch ist ein Fan vom Jazz und seine Jazz Aquarell könnt ihr hier betrachten.

Beethovens Musik Der Dirigent Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Beethovens Musik Der Dirigent Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60 (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
True art is stubborn, can not squeeze into flattering shapes. “ Ludwig von Beethoven
Yesterday was the Beethoven Marathon in the Konzerthaus Berlin, which I reported here. I was very curious what it will be and I’m still very excited. The anticipation was worth it. It was exhausting but it gave me great pleasure to keep this musical experiences firmly. I already know, at the next concert, which I visit, I want to sit next to the side of the musicians in the 2nd rank! The concert hall holds an addictive for me.

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Konzerthaus Berlin: „Ludwig von Beethoven, Notiz in einem Konversationsheft, 1820“, „Beethoven an Therese Malfatti, Mai 1810“

Beethoven – Marathon im Berliner Konzerthaus – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 8. November 2012

Ich mag das Konzerthaus in Berlin und ich habe es bestimmt 10 Jahre nicht mehr von Innen gesehen.

Um so mehr habe ich mich darüber gefreut, als ich auf den Beethoven 12-stündigen Marathon aufmerksam gemacht wurde. Die Konzerte dauern immer nur 45 Minuten und zu jeder vollen Stunde werden drei in verschiedenen Säalen des Hauses angeboten. Der neue Chefdirigent Iván Fischer hat diese  Art der Musikpräsentation als Marathon aus seiner Heimatstadt Budapest mitgebracht, wo sie seit einigen Jahren mit Erfolg laufen.

Beethoven und Josephine 30 x 40 cm Tusche uaf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Beethoven und Josephine 30 x 40 cm Tusche uaf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

So habe ich auch eine Auswahl getroffen, was ich mir anhören möchte:
Um 16 Uhr wird das Septett Es-Dur op. 20 im kleinen Saal gespielt. Bei der Uraufführung soll Beethoven im Hinblick auf seinen Lehrer Joseph Haydn stolz erklärt haben: „Das ist meine Schöpfung.“
Um 17 Uhr spielen die Dresdner Philharmoniker die Overtüre „Zur Namensfeier“ und um 20 Uhr werde ich im großen Saal die Sinfonie Nr. 4 hören. Sie gilt als die „romantischste“ aller Sinfonien Beethovens, da er sich wegen seiner Liebe zur Comtesse Josephine Brunsvikin in einer sehr guten Stimmung befand.

Konzerthaus Berlin (c) Foto von Susanne Haun

Konzerthaus Berlin (c) Foto von Susanne Haun

Ich mag es, das Netz nach Personen zu durchstöbern. Beethoven bei Google hat mich zu einen Film mit Ed Harris und Diane Kruger geführt: „Copying Beethoven“ oder in Deutschland unter dem Titel „Klang der Stille“ erschienen. Natürlich mußte ich mir den Film gleich kaufen, obwohl ich wußte, er ist und wird amerikanisch sein. Mir gefiel Ed Harris, der den Beethoven spielt, schon in der Rolle als Pollock.

Mein Sinnbild von Beethoven mit der Comtesse Josephine ist zwar eindrucksvoll aber aufgrund der wenigen Informationen, die ich dann doch von Beethoven habe, sehr unbestimmt. Ich mag die Farbkombination Ocker, Sienna und Goldgelb.

Konzerthaus Berlin (c) Foto von Susanne Haun

Konzerthaus Berlin (c) Foto von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
I like the Konzerthaus in Berlin and I haven’t seen certainly the inner room of interior 10 years. This saturday there is a  Beethoven 12-hour marathon. Concerts take only 45 minutes and are offered every hour three in various rooms of the house. The new chief conductor Iván Fischer has brought this kind of music presentation as a marathon from his native  town Budapest, where they run for several years with success.

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Berliner Zeitung, Sonderseiten der Berliner Bühnen 26.10.2012

Hibiskus und der Wert der Farbe – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 1. September 2012

Bei meinen Eltern im Garten wächst eine wunderschöne Hibiskushecke in den Farben hell Lila und Weis.

Jedes Jahr im August bin ich fasziniert, wie aus den „Sträuchern“ die Blumen erblühen. Ich habe festgestellt, dass ich den Hibiskus trotzdem in den letzten Jahren nur einmal groß und einmal klein gezeichnet habe. Erstaunlich!

Das gelbe Ocker steht immer noch in vorderster Reihe auf meinem Arbeitstisch und so wurde der heutige Hibiskus auch wieder nicht zu einem typischen Hibiskus.

Hibiskus 20 x 50 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Hibiskus 20 x 50 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Über den Wert der Farbe macht sich in unserer heutigen Zeit keine Gedanken mehr, die Läden sind voll davon und über die Qualität machen sich die allerwenigsten Gedanken. Früher war Ultramarin gewonnen aus dem afghanischen Lapislazuli die wertvollste Farbe. Das lateinische ultra marine bedeutet über die Meere. Dieser blaue Farbton war nur der Jungfrau Maria und Christus vorbehalten.

Ocker ist für mich auch auch ein Goldton. Reines Gold auf Bilder mag ich gar nicht. Ich mag die ganzen goldenen Heiligenscheine nicht, obwohl es natürlich nachvollziehbar ist, dass mit Gold die Herrlichkeit des Himmels dargestellt werden sollte. Weiterhin steht das Ocker für mich auch für Erde und Natur, so paßt es hervorragend zum Hibiskus, der aus der Erde wächst.

For my english reader:
Hibiscus and the worth of colour. Today nobody thinks about the worth of a colour everybody goes into a shop an buy them. But in the past the Afghanistan ultramarin won on Lapislazuli was the expensive colour. Ultramarin is latin and means over the ocean. The deep blue only for the clothes of the virgin Maria or her sun Jesus.

Hibiskus und der Wert der Farbe – Zeichnung von Susanne Haun

Ocker, braun, schwarz, wie nähere ich mich einem Künstler – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 15. August 2012

Ich war im Hamburger Bahnhof und Anselm Kiefers Raum hat mich schlichtweg „umgehauen“.

Kein Foto kann das, was ich empfunden habe als ich in Kiefers Reich eintratt, wiedergeben.
Es muss erlebt sein. Trotzdem möchte ich darüber schreiben.
Kiefer füllt den gesamten Raum, den er im Hamburger Bahnhof hat, aus. Die Größe und Eindringlichkeit seiner Gemälde und Objekte sind enorm.

Einen Ausschnitt von Kiefers Raum im Hamburger Bahnhof (c) fotografiert von S.Haun

Einen Ausschnitt von Kiefers Raum im Hamburger Bahnhof (c) fotografiert von S.Haun

Natürlich sagte mir der Namen Anselm Kiefer etwas. Aber ich bin nicht wegen Kiefer in den Hamburger Bahnhof gegangen, ich wollte die Ausstellung von Cy Twombly & The School of Fontainebleau und ein bißchen Karl André und Sol LeWitt schauen. Das habe ich auch getan und auch das war beeindruckend, ich berichte später darüber. Das besonderer an Kiefer ist einfach, dass er so unerwartet auf mich einwirkte.

Der trockene Mohn am Flugzeug, die Babykleidung an der Leinwand und alles ocker, schwarz, grau, weiß.

Es ist klar, dass ich heute in ocker, schwarz, grau zeichnete. Ich hatte noch mein Schlüsselbund, dass ich gestern zeichnete (siehe hier) im Kopf. Ich begann, meine Schlüssel zu zeichnen, um mich dann in den Formen und Linien zu verlieren, klein in klein auf 17 x 22 cm.

Nach dieser ersten „Entladung“ habe ich in der arte-Mediathek ein sehr interessantes und aussagekräftiges Interview gefunden – siehe hier. Es ist sehr empfehlenswert.

Die Auflösung der Schlüssel 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun (3)

Die Auflösung der Schlüssel 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun (3)

Nachdenkenswert finde ich folgende Sätze von Kiefer: „Ich gebe keine Interpretationen.“ und „Die Kunst ist eine andere Welt als die Reale.“

For my english speaking readers:

Today I wrote about ocer, brown and black and how to near an artist. I saw works of Anselm Kiefer in the museum “Hamburger Bahnhof”, Berlin. It was great and Kiefer fills his room in the museum with a presence. I like two sentences from him: “I give no interpretations.” and “The art is a other world as the real.”

 

Ocker, braun, schwarz, wie nähere ich mich einem Künstler – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

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