Kinderkunst · Workshop

Von den letzten Projekttagen: Kinder aus fernen Ländern malen – Susanne Haun

Sechs mal habe ich im Schlosspark Charlottenburg mit Kindern aus fernen Ländern gemalt.

Ich berichtete schon von den ersten drei Projekttagen (siehe hier: 1.Tag, 2.Tag, 3.Tag).

Heute haben wir uns das letzte Mal am Schloss Charlottenburg getroffen.
Ich lasse die Fotos sprechen:

4. Tag zum Thema Perspektive (c) Foto von Susanne Haun
4. Tag zum Thema Perspektive (c) Foto von Susanne Haun
Kinderkunst · Workshop

3. Projekttag “Malen mit Kindern aus fernen Ländern” – Bericht von Susanne Haun

Heute habe ich das dritte Mal die Kinder der Willkommensklasse in Charlottenburg unterrichtet.

Impressionen vom 3. Maltag Kinderkunst (c) Foto von Susanne Haun
Impressionen vom 3. Maltag Kinderkunst (c) Foto von Susanne Haun

Das Wetter war rauer und wir hatten Glück, dass es erst nach dem Unterricht zu regnen begann. Damit die Kinder nur fünf Minuten Weg von der Schule zum Malort brauchen, haben wir uns wieder im Schlosspark Charlottenburg getroffen. Um den Kindern Abwechslung zu bieten, begann ich heute mit der Sophie Charlotte Brücke über die Spree am Rande des Schlossparks. Drei Stunden haben wir immer für eine Sitzung Zeit. Eine lange Zeit für Kinder, um sich zu konzentrieren. Deshalb macht Tanja, eine Schauspielerin, die auch immer dabei ist, mit den Kindern Tanz- und Turnübungen in der Pause zwischendurch. Auch ist immer für viel Essen gesorgt.

Mir ist wichtig, dass auch bei gleichem Motiv die Individualität des einzelnen Kindes bewahrt bleibt. Kinder gehen unverbraucht an die Motive heran. Sie sehen anders als die Erwachsenen. Erwachsene neigen dazu, aus der Erinnerung zu zeichnen, denn sie „wissen“ ja wie eine Brücke auszusehen hat. Kinder zeichnen was sie sehen und das ist gut.

Ali entdeckt sehr gute Motive – heute zeichnete er einen Engelflügel! Wo der Engel zu finden war… ihr seht ihn auf den Fotos.

Impressionen vom 3. Maltag Kinderkunst (c) Foto von Susanne Haun
Impressionen vom 3. Maltag Kinderkunst (c) Foto von Susanne Haun

Touko arbeitet sehr fein und frei und benötigt deshalb doppelt soviel Zeit wie die anderen Kinder.

Impressionen vom 3. Maltag Kinderkunst (c) Foto von Susanne Haun
Impressionen vom 3. Maltag Kinderkunst (c) Foto von Susanne Haun

Adriana hat die Fenster so gezeichnet, wie sie sie mag nicht wie sie tatsächlich zu sehen waren. Eine gute Kombination mit den reell gesehenen Komponenten vom Schloß.

Impressionen vom 3. Maltag Kinderkunst (c) Foto von Susanne Haun
Impressionen vom 3. Maltag Kinderkunst (c) Foto von Susanne Haun

Heute war auch ein Filmteam da, das die Arbeit mit den Kindern dokumentiert und dafür die Kinder in englischer Sprache interviewt hat.

Bericht vom 1. Projekttag
Bericht vom 2. Projekttag

Ich möchte nochmals an das Motto von Claudia Simon-Buzasi, die das Kindermalprojekt, das vom Kunstamt Charlottenburg unterstützt wird, ins Leben gerufen hat, erinnern dazu:
“Mit Hilfe unseres gemeinnützig anerkannten Vereins zur Förderung von Kindern wollen wir die Bildung von Kindern durch Projekte in verschiedenen Kunstarten fördern und erweitern. Besondere Förderung erhalten Kinder aus sozial benachteiligten Familien.”

 

Kinderkunst · Workshop · Zeichnung

2. Projekttag „Malen mit Kindern aus fernen Ländern“ – Bericht von Susanne Haun

Heute war der 2. Projekttag „Malen mit Kindern aus fernen Ländern“. Dieses mal brachte ich den Kindern die Materialien Bleistift und Tusche näher, um mit ihnen die Vorderseite des Schloß Charlottenburgs zu malen.

Impressionen vom 2. Kindermaltag (c) Foto von Susanne Haun
Impressionen vom 2. Kindermaltag (c) Foto von Susanne Haun

Die Kinder sind in einer Willkommensklasse. Die Kommunikation ist nicht einfach, selbst unter den Kindern. Der finnische und der ägyptische Junge können englisch miteinander sprechen. Beide werden nur für zwei Jahre in Deutschland bleiben. Solange arbeiten ihre Eltern in Projekten in Deutschland; die Eltern beider Kinder wollen, dass sie Deutsch in dieser Zeit lernen. Ich kann mich mit beiden gut auf englisch unterhalten. Alexan, der ägyptische Junge, spricht auch arabisch und kann so meine Ausführungen an die arabisch sprechenden Kinder weitergeben.

Impressionen vom 2. Kindermaltag (c) Foto von Susanne Haun
Impressionen vom 2. Kindermaltag (c) Foto von Susanne Haun

Die Lehrerin der Kinder spricht russisch, sie kann den russich sprechenden Kindern übersetzen. Zuerst erkläre ich die Bleistifzeichnung in deutscher Sprache, ich merke, ob meine Ausführungen von allen verstanden werden. Heute habe ich intensiver mit den einzelnen Kindern gearbeitet und ihnen viel gezeigt. Die Bildsprache ist mächtig.

Die Klassenlehrerin ist erstaunt, wie lange und konzentriert die Kinder mit mir arbeiten. Heute konnte ich auch Mischtafeln mit zwei Kindern erstellen.

Vom ersten Projekttag berichte ich hier

Impressionen vom 2. Kindermaltag (c) Foto von Susanne Haun
Impressionen vom 2. Kindermaltag (c) Foto von Susanne Haun
Kinderkunst · Workshop

Kinder aus fernen Ländern malen vor dem Schloss Charlottenburg – Susanne Haun

Heute habe ich mit sieben Kindern aus verschiedenen Ländern vor dem Schloss Charlottenburg gemalt.

Impressionen beim Malen mit Migrationskinder aus Charlottenburg (c) Foto Susanne Haun
Impressionen beim Malen mit Migrationskinder aus Charlottenburg (c) Foto Susanne Haun

Claudia Simon-Buzasi, die das Kindermalprojekt, das vom Kunstamt Charlottenburg unterstützt wird, ins Leben gerufen hat, sagt dazu:
„Mit Hilfe unseres gemeinnützig anerkannten Vereins zur Förderung von Kindern wollen wir die Bildung von Kindern durch Projekte in verschiedenen Kunstarten fördern und erweitern. Besondere Förderung erhalten Kinder aus sozial benachteiligten Familien.“

Alle sieben Kinder kommen aus verschiedenen Ländern: Ukraine, Syrien, Lybien, Mazedonien, Ägypten, Afghanistan und Finnland.
Ich habe die Kinder hinter ihrem Namen und Land die Farbe Gelb in ihrer Sprache und ihrem Schriftzeichen auf schreiben lassen. Interessant wie kleine Zeichnungen sehen die verschiedenen Schriftzüge aus.

Gelb (c) Susanne Haun
Gelb (c) Susanne Haun

Obwohl wir drei ganze Zeitstunden gemalt haben, zeigten die Kinder erst in der letzten halben Stunde Konzentrationsschwächen. Natürlich gab es zwischendurch auch eine Pause mit Obst und Brötchen und Saft.

Berlin · Betrachtungen zur Kunst · Zeichnung

Besuch der Sammlung Scharf-Gerstenberg – Susanne Haun

Seit 2008 werden im Stülerbau des Schloss Charlottenburg die Surrealen Welten der Sammlung Dieter Scharf zur Erinnerung an Otto Gerstenberg gezeigt.

Erst letzten Monat schaute ich mir die Ausstellung an. Ich hatte den Stülerbau noch gut als Ägyptisches Museum in Erinnerung und fand den Hinweis auf die vorige Nutzung des Bauwerks durch das Tempeltor von Kalabscha sehr gelungen. Ich war nach der Entscheidung, das Ägyptische Museum zu verlegen sehr traurig, es ist doch ein Ort meiner Jugend gewesen, wo ich viel Zeit verbracht und mir überlegt habe wie Nofrete und Echnaton wohl im alten Ägypten gelebt haben.

Inzwischen finde ich aber, dass die Büste der Nofrete im Neuen Museum eine würdige neue Heimat gefunden hat.

Blick in den Raum durch das Tempeltor von Kalabscha im Stülerbau Tempeltor von Kalabscha (c) Foto von Susanne Haun
Blick in den Raum durch das Tempeltor von Kalabscha im Stülerbau Tempeltor von Kalabscha (c) Foto von Susanne Haun

Die nun gezeigte Sammlung gefällt mir auch sehr gut. Es werden viele kleine Arbeiten im Grafikbereich gezeigt. Besonders die Collagen von Georges Hugnet und die Zeichnungen von Hans Bellmer haben mir gefallen. Ansonsten gibt es Werke von Goya, Dalí, Max Ernst, Odilo Redon und vielen mehr.

Ein ganzer Raum ist mit Werken von Piranesi gefüllt. Ich mag seine Raumwelten, die scheinbar von hier nach nirgendwo führen.

Das Tempeltor von Kalabscha im Stülerbau Tempeltor von Kalabscha
Das Tempeltor von Kalabscha im Stülerbau Tempeltor von Kalabscha

Es gibt eine sehr gute Beschreibung der Sammlung von Dr. Kylliki Zacharias (3 Minuten) auf youtube (siehe hier), die ich euch sehr ans Herz lege. Frau Zacharias definiert das Surreale als übernatürlich, als andere Realitäten. Sie zitiert Lautréamont: „Der Surealismus ist wie die Begegnung eines Regenschirms mit einer Nähmaschine auf einem Seziertisch“.

Tage bis Jahre würde es brauchen alle Spuren und Inspirationen, die diese Sammlung bietet zu verfolgen.

Eines meiner vielen Projekte sind meine Foto- und Zeichnungscollagen aus dem gefundenen alten Fotoalbum. Es wird langsam Zeit, dass ich dazu eine Projektbeschreibung mache und einen Ausstellungsort suche. An Arbeit mangelt es mir nicht…

For my english reader:
Last month I visited the exibition „Sammlung Scharf-Gerstenberg“ in the Stülerbau in Berlin. I remember the time there was the Museum of Egypt inside the Stülerbau. I liked to visit this place.
Now there are showing surrell art insite the museum a lot of drawings. I like them too.

Architektur · Berlin · Foto

Winterspaziergang am Schloss Charlottenburg – Fotos von Susanne Haun

Ich war schon viele Male im Garten am Schloss Charlottenburg und habe dort gezeichnet, Ausstellungen geschaut oder bin einfach nur spazieren gegangen.

Das Schloss Charlottenburg (c) Foto von Susanne Haun
Das Schloss Charlottenburg (c) Foto von Susanne Haun

Es war am Sonntag aber das erste Mal, dass ich diese schöne winterliche Atmosphäre im Barock Garten des Schlosses erlebt habe. Es war klirrend kalt, so dass ich kaum den Fotoapparat halten konnte geschweige denn zeichnen.

Der Schlossgarten ist ca. 55 Hektar groß und wurde als erster deutscher Garten im französischen Stil von Siméon Godeau angelegt.

Skulpturen im Schlosspark   (c) Foto von Susanne Haun
Skulpturen im Schlosspark (c) Foto von Susanne Haun

Im Belvedere im Schlossgarten befindet sich heute die KPM-Porzellansammlung des Landes Berlin, die zu den herausragenden Fachsammlungen der Stadt gehört. Ich wußte das nicht, denn Porzellan gehört nicht zu meinen Interessengebieten.

Ich mag diesen Busch, dessen Namen ich nicht kenne (c) Foto von Susanne Haun
Ich mag diesen Busch, dessen Namen ich nicht kenne (c) Foto von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
I have stayed many times in the garden at the Schloss Charlottenburg and have been drawn or looked at exhibitions or I am simply walked the ways between the plants.
This Sunday it was the first time that I experienced this beautiful winter atmosphere in the baroque garden of the castle. It was freezing cold, so I could hardly keep the camera and never mind drawing there.
The castle garden is approximately 55 hectares and was created from Siméon Godeau as the first German garden in french style.
At the Belvedere in the castle garden is now the KPM porcelain collection of Berlin, one of the most outstanding collections of the city trade. I didn’t know that, because porcelain is not one of my first interests.

Belvedere (c) Foto von Susanne Haun
Belvedere (c) Foto von Susanne Haun

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C. A. Wimmer: Die Gärten des Charlottenburger Schlosses, Herausgeber: Der Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz, 1987

Aquarell · Blumen und Pflanzen · Zeichnung

Am Schloss Charlottenburg – Zeichnungen von Susanne Haun

Heute waren wir bei schönstem Wetter am Schloss Charlottenburg malen.

Für mich hat das Schloss immer etwas sehr idyllisches aber Andreas und ich sind heute auf die Idee gekommen, es von der anderen Straßenseite des Spandauer Damms zu malen. Ich hätte nie vermutet, dass eine Straße so laut sein könnte! Als Krönung hat sich auch ein Bus vor uns gestellt und den Blick auf das Schloss versperrt. Ein Glück ist die Straße breit, so dass wir uns ein Stück weiter ein neues Plätzchen suchen konnten. Andreas drei Malschülerinnen – alle Gabi mit Namen – fanden den Platz sehr gut und es entstanden interessante Blätter. Hierzu schaut auf Andreas Blog.

Das hört sich jetzt negativ an – war es aber nicht! Es war einfach spannend und anders. Unkraut wächst überall, auch in Berlin an einer Hauptstraße und so begann ich den Maltag mit einer gelben Pflanze.

Unkraut - Zeichnung von Susanne Haun - 17 x 24 cm - Tusche auf Hahnemühle Leonardo
Unkraut - Zeichnung von Susanne Haun - 17 x 24 cm - Tusche auf Hahnemühle Leonardo

Da ich das Schloss aquarellieren wollte, reichten die drei Stunden Zeit, die wir hatten, nicht aus, um mein Aquarell zu beenden. Ich werde es morgen zu Ende malen. Jetzt lasse ich die Bilder sprechen!