Susanne Haun

Übermalungsprojekt – Heike verschwindet unter weiß – Susanne Haun, Heike Schnittker und Jürgen Küster

Posted in Übermalungen, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 27. Oktober 2017

 

Heike hat mir schon  vor einiger Seite zwei Selbstportraits zum Übermalen gesendet. Da Jürgen noch in Spanien unterwegs war, ließ ich mir Zeit mit dem Übermalen.

Beim ersten Portrait musste ich mich überwinden mit dem Übermalen zu beginnen. Mir gefiel das Portrait von Heike sehr gut besonders die Augen. Ich nahm einen stylefile Marker in Blau, zeichnete mit schnellen Strichen ein Rechteck um die Augen und mit weißem Acryl löschte ich die Linien, die ich im neuen Portrait entbehrlich fand. Heike hat so hochpigmentig gezeichnet, dass die Linien unter dem Acryl durchscheinen, das gefällt mir.

Nach dem zweiten Seminar über das Portrait in der Frühen Neuzeit an der Uni fand ich, dass es Zeit wäre, die Seele mit ins Spiel zu bringen. Und damit Jürgen auch noch Platz hat, habe ich mich nur klein aber fein mit der Seelenwanderung eingebracht.

 

 

Das zweite Portrait drehe ich um und zeichne mich aus dem Gedächtnis mit lotusgrüner Tusche in schnellen Linien. Um Ordnung in das Chaos zu bringen, hilft wieder weiße Acrylfarbe.

 

 

Das ganze Projekt könnt ihr in der Themenauswahl (siehe im Widget rechts KLICK) in der  Kategorie Portraitmalerei -> Übermalungen aufrufen.

 

Der Prinz dominiert – die Prinzessinnen müssen nachlegen – Übermalungsprojekt – Susanne Haun, Heike Schnittker und Jürgen Küster

Posted in Übermalungen, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 27. September 2017

 

Während Heike und ich ganz brav sowohl Jürgen und uns selber jeweils ein Selbstportrait zum Übermalen versendeten, hat uns Jürgen jeder mit drei Selbstportraits versorgt.

 

Selbstportrait für mich - 60 x 40 cm – Tusche auf Skizzenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

Selbstportrait für mich – 60 x 40 cm – Tusche auf Skizzenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Damit haben wir eine große Dominanz von Jürgens Arbeiten und ich denke, Heike und ich sollten nachlegen. Das heisst, dass ich noch vier Portraits in die weite Welt senden sollte – zwei an Jürgen und zwei an Heike. Dann stimmt das Verhältnis wieder.

Es fällt mir schwer, mich nach Sizilien wieder an den Atelieralltag zu gewöhnen, vieles ist liegengeblieben, die Ausstellung in Nettersheim musste abgebaut werden und die nächste Ausstellung Querbrüche steht schon vor der Tür und ich möchte noch dafür arbeiten. Montag Nachmittag packte es mich dann, ich nahm A3 Blätter und grüne Tusche und arbeite in schnellen Zügen, emotional und energiegeladen 6 Selbstportraits von mir, drei geordnet und struckturiert und dann drei sehr freie fast konturlose Gesichter, die irgenwie auch mir entsprechen. So im Elan, nahm ich mir auch das letzte Selbstportrait von Jürgen vor und übermalte weiter mit grüner Tusche.

Warum jeweils drei Portraits? Zwei möchte ich behalten, ganz für mich, ohne dass Jürgen oder Heike sie übermalen. Und jeweils zwei verpacke ich und sende sie zu Jürgen und Heike. Heikes Paket kann ich dann in den nächsten Tagen auf den Weg bringen. Ich weiss zuerst noch nicht, wer welches Portrait als erstes erhält, ich entscheide spontan beim beschriften der Fotos.

Das ganze Projekt könnt ihr in der Themenauswahl (siehe im Widget rechts) in der  Kategorie Portraitmalerei -> Übermalungen aufrufen.

 

 

Fertig sind für mich die Portraits, wenn wir alle drei Jürgen, Heike, Susanne die Blätter signiert haben. Eines von Jürgen habe ich übermalt, nun ist Heike an der Reihe.

 

 

Postkarte #31 von hikeonart alias Heike Schnittker entstanden aus der Ziege von Susanne Haun

Posted in Übermalungen, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 26. August 2017

 

Heike Schnittker übermalt Postkarten (siehe hier). So auch meine Postkarte mit einer Ziege.

Ich habe mich ihr angeschlossen und meine eigene Postkarte überzeichnet 🙂

 

 

An den Prinzen: selbst und nicht selbst – Übermalungen von Susanne Haun

Posted in Übermalungen, Portraitmalerei by Susanne Haun on 9. August 2017

 

Heute habe ich Jürgens Auseinandersetzungen mit sich selbst bearbeitet (siehe hier).

Nachdem ich die gerollten arbeiten eine Weile unter meiner Fachlektüre geglättet habe, schaute ich die letzten Tage immer wieder auf die Portraits. Sie waren mir viel zu dunkel und zu voll. Wie Jürgen irgenwann in der Diskussion schrieb, er hat Probleme mit dem Projekt.

 

 

„Mann, oh Mann, was für ein Kampf. Mehrere Tage hat es gedauert bis eine übermalte Version von Susannes Selbstportrait vorlag, eine solche, die Juergen leidlich zufrieden an Heike weitergeben konnte – in der Hoffnung, dass sie es jetzt richten wird.
(…)
Die Absprache in dem Projekt von Heike und Susanne und ihm ist ja, dass man das zugeschickte Porträt übermalt, aber Juergen kann sich dazu nicht so recht aufraffen. Denn wenn er übermalt, ist alles so endgültig. Und daher überklebt er lieber, denn dann kann er vorher alles auflegen und anlegen und die Wirkung ausprobieren und sehen und entscheiden. Ihm fällt das alles sehr schwer, denn alles in den Bildern ist ihm zu viel: zu viele Bild – Elemente, zu viele Spuren, zu viel Spontanes, zu viele Materialien, zu viel von allem, da ja drei Personen ihre Spuren hinterlassen. Und wenn er Bilder bekommt, scheinen sie ihm oft fertig zu sein, und wenn er Bilder weiterschickt, sind sie für ihn auch fertig. Wenn es fertig ist, dann ist es ja gut. Und wenn es dann wieder überarbeitet wird, wird es nicht unbedingt besser. Und das alles wird dann wieder aufgehoben. Das sei eine seltsame Erfahrung für ihn, mit der er so nicht gerechnet habe.“

Jürgen Küster (siehe hier) am 1. und 8. August 2017

 

 

Ich fand Jürgens Portraits auch zu voll. Er hat mir nicht nur fertige Arbeiten sondern eigentlich Arbeiten gesendet, die den Punkst des „fertigseins“ meines erachtens schon überschritten hatten. So habe ich mit Acryl Titanweiß gearbeitet und die Stellen, die mir zu dunkel und zu voll erschienen wieder in den Urzustand zurückgeführt. Dann dachte ich erst, das wäre zu wenig und ich muss die geschaffenen Freiflächen wieder übermalen. Jedoch nach einigem Hinschauen ist mir aufgefallen, dass meine Linien einfach zu viel für das schon sehr gut gefüllt Bild sind. So habe ich sie wieder mit weißem Aryl weggenommen.

Was meint ihr, Heike und Jürgen?
Die Idee nächstes Jahr im Frühjahr eine Auswertung des Projekts anzustreben sollten wir auf jeden Fall im Kopf behalten.

 

Ich behalte die Arbeiten noch ein wenig bei mir, bevor ich sie Heike sende. Ich habe sie an eine meiner Atelierschnüre aufgehängt und schaue, ob ich sie doch noch verändere.

 

 

Übermalung von Heike Schnittker zu Susanne Haun

Posted in Übermalungen, Portraitmalerei, Selbstbildnis im Badezimmerspiegel, Zeichnung by Susanne Haun on 7. Juli 2017

 

So fing alles an: Heike übermalt Postkarten (siehe hier). Sie stellt sich in dem Beitrag folgende Frage:

„Gerade übermale ich eine Postkarte und denke, dass, da ich ja das Bild des ursprünglichen Künstlers nicht gänzlich übermale, ich es wegen der Urheberrechte gar nicht darf! Also schon, aber nicht öffentlich machen. Da schützt auch keine Namensnennung sagt der freundliche Anwalt am Telefon.

Oder ich muss es anders übermalen….“

In den Kommentaren von Heikes Blog schreibe ich

„Heike, kennst du von Rauschenberg den ausgelöschten de Koonig?
https://en.wikipedia.org/wiki/Erased_de_Kooning_Drawing
Ich habe mit Jürgen eine Zeit lang gemeinsam gezeichnet. Wir haben jedoch den anderen nicht übermalt sondern fortgesetzt. Magst du mir ein Portrait von dir senden, dann führe ich es fort oder übermale auch Stellen und sende es an Jürgen weiter. Mal schauen, wo er es hinsendet. Er ist für solch ein Projekt immer zu haben.
Wichtig ist, dass du ein großes Papier nimmst. Du kannst es falten, das macht die Sache noch interessanter.
Und wichtig ist, dass die anderen nicht ganz ausgelöscht werden.
Ich hoffe, dir gefällt mein Vorschlag, wenn nicht ist auch nicht so schlimm, liebe Grüße von Susanne“

 

 

Einige Tage später fand ich von Heike ein großes Blatt mit einem Selbstportrait und viel Raum zum Übermalen in meinem Briefkasten und habe mit weißem Softpastell Teile ausgelöscht und mit Rötel und Kohle Teile hinzugefügt.

Eigentlich sollte es nun weiter zu Jürgen. Jürgen ist auf große Reise. Wollen wir es ihm trotzdem senden und abwarten, bis er wieder im Lande ist und sich damit beschäftigen kann, Heike? Oder soll ich es weiter bearbeiten und es dann dir zu weiteren Bearbeitung zurück senden?

 

 

Actionpainting und ein Notenbuch – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Künstlerunikatbuch, Kunstgeschichte, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 5. Juli 2013

Peggy Gugenheim beauftragte den Fotografen Hans Namuth, Pollock beim Zeichnen seiner „dripping paints“ zu fotografieren.

Diese Fotos trugen maßgeblich zur Definition des Actionpaintings bei.

Spuren verwischen (c) Foto von Susanne Haun

Spuren verwischen (c) Foto von Susanne Haun

Beim Actionpainting ist der Körper des Künstlers wichtig. Der Akt der Schaffung des Werks will etwas zum Ausdruck bringen. Das bewusste Denken soll ausgeschaltet werden und damit soll das Werk „blind entstehen“ – nicht physikalisch sondern mental blind. Das Gemälde als Akt ist mit der Biografie des Künstlers verbunden. Dabei ist die eigene Bewegung und die Eigendynamik des Materials wichtig. Das Actionpainting fängt oft mit einer Kritzelei an.

Franz Kline, ein weiterer Vertreter des abstrakten Expressionismus, zu dem das Actionpainting gehört, drückte seine Arbeit wie folgt aus „Ich male nicht die Dinge, die ich sehe, sondern die Gefühle, die sie auslösen“. Sehr interessant fand ich auch folgende seiner Gedanken, die ich nur dem Sinn nach wiedergeben kann: Dinge sind zu disorganisieren und das wiederum ist eine Form der Organisation. Es ist eine Brechung der Linie, der Formation.

Cy Twombly zählt ebenfalls wie Pollock und Kline zu den wichtigsten Vertretern des amerikanischen abstrakten Expressionismus. Er arbeitet mit nicht lesbaren Texten und zeichnete nachts blind dem Lauf der Hand folgend.

Interessant finde ich auch das Auslöschen von Spuren und Erinnerungen. Rauschenberg radierte eine Arbeit von de Koenig aus.

Ich zeichne sehr überlegt und konzentriert. Wie kann ich also das Actionpainting verstehen und in meiner Arbeit nutzbar machen? Sicher, ich kann mich in einen dunklen Raum setzen und zeichnen. Gut. Das ist wirklich unkontrolliert.

Die Gedanken, die ich hier zum Actionpainting geschrieben habe sind aus der letzten Sitzung der Vorlesungen „Die Zugkraft der Linie“.

Ohne vorher das wöchentliche Thema zu wissen, nahm ich mir ein altes Notenbuch, dass ich auf dem Buchtrödel gekauft hatte mit zur Vorlesung. Mein Plan war, wie immer zu zeichnen aber dieses Mal wollte ich bewusst ein Notenbuch überzeichnen. Ich habe gleich bei den ersten zwei Arbeiten bemerkt, dass der Füller zu fein und zart für die dicke gedruckte Schrift des Heftes ist. So habe ich den Pitt artist pen von Faber-Castell in der Stärke bold mit wasserfester, lichtbeständiger Tusche benutzt. Dieses Material ist auch auf den dunklen Noten sichtbar.

Während der Vorlesung letzte Woche habe ich eine Studentin immer und immer wieder auf jeweils einer Seite gezeichnet und das Notenbuch war „voll“. Zufrieden war ich nicht.

Als zweiten Arbeitsdurchgang benutze ich weiße Acrylfarbe, um Spuren auszuwischen. Aber auch hier bin ich noch nicht zufrieden und ich werde weiter an dem kleinen Buch arbeiten.

Gestern habe ich während der Vorlesung das mittels der Powerpoint Projektion an der Wand geworfene auf die Seiten gezeichnet. Ich benutzte dazu meinen Füller mit grüner Tinte und wiederholte die Linien. Ich bin nun zufriedener aber noch lange nicht mit meiner Arbeit fertig.

Es haben sich einige Ideen in meinem Kopf zur Weiterarbeit entwickelt. So zeige ich auch heute nur einige der Arbeiten, die im Notenheft entstanden sind. Ich werde aus allen eine Animation erstellen. Aber dazu werde ich die Seiten des Notenheftes noch einige Male bearbeiten.

For my english reader:
I heard last week in my course a lot about actionpainting. It was great and I was inspired to draw into an old music box. In the first passing I wasn’t satisfacted but in the third I found slowly a way and I have now a plan in my head. So I will show only a few drawings from the book.

Zeit der Berge – Collagen von Susanne Haun

Posted in Übermalungen, Collage, Foto, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 6. Februar 2013

Im November vergangenen Jahres fand ich zwei weggeworfene Fotoalben im Papiermüll und habe damit begonnen, die Fotos zu Collagen verarbeitet.

Dabei steht für mich das Thema “Zeit” im Vordergrund.
Wie erleben wir das Vergehen der Zeit?
Kann ich es in den Collagen verdeutlichen?
Welche Mittel benutze ich dazu?

Blatt 14 Vergangene Urlaubszeit (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 14 Vergangene Urlaubszeit (c) Collage von Susanne Haun

In den Fotoalben waren auch Urlaubsfotos, vier davon sprachen mich besonders an, Neuschwanstein, der Alpsee, zwei Mädchen auf einen Stein und ein junges Mädchen, das aussieht, als ob sie gerade aufwacht vor einem Bretterzaun.

Hinten auf den Fotos befinden sich Stempel. Sie geben den Fotos Namen und Nummern. Ob sie recherchierbar sind? Im Google finde ich einige Bürgerbücher dazu.

Die Berge und selbst Neuschwanstein werde sich seit Entstehung der gezeigten Fotos nicht verändert haben. Aber für die fotografierten Menschen wird sicher alles anders sein, leben sie noch und haben sie Erinnerungen an den Urlaub, den sie dort verbrachten?

Auf diesen Fotos wird die Zeit durch ihre Merkmale sichtbar, durch den rückseitigen Stempel, durch das Fotopapier der Zeit, durch die Kleidung der abgebildeten Personen. Dieser abstrakte Begriff Zeit fasziniert mich.

Hier seht ihr eine Übersicht der Collagen, die ich schon aus Fotos aus den Alben erstellte.

Blatt 15 Zeit wie ein Fluss (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 15 Zeit wie ein Fluss (c) Collage von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
In november 2012 I found two discarded photo albums in paper waste and started to process the photos into collages.

My focus is in the foreground the theme of “time”.
As we experience the elapse of the time?
Can I explain it in the collages?
What resources do I use it?

In the photo albums were vacation photos, I like particularly four of them : Neuschwanstein, Alpsee, two girls look at a stone and a young girl looks like as she wakes up just in this moment.

In the Back of the photos are stamps withe photographer name and number.

The mountains and Neuschwanstein itself will have not changed since the creation of the photos. But whats about the people? I think all changed since they photographed, are they ttill alive and have they memories of the holiday showing on the photos?

In these photos, the time can be seen by their characteristics, through the back stamp, by the time of the photo paper, through the clothes of the people pictured. This abstract concept of time fascinates me.

Übermalungen mit Ziege, Schmetterling und SIE – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Leinwand, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 13. September 2012

Erinnert ihr euch? Ich habe aus meinem Keller Leinwände herausgeholt, um sie zu Übermalen — nein zu Überzeichnen  (Hier ist der Beitrag dazu).

Es ist ein nicht ganz so einfaches Unterfangen. Ich habe zuerst schwarze China Tusche benutzt, weil sie höher pigmentiert ist als die anderen Zeichentuschen. Dazu griff ich zum zeichnen zur Stenografierfeder, da durch die Grundierung die Zeichenfeder zu zart für das Material ist. Die Tusche bleibt auf der grundierten Leinwand stehen. Ich muss dadurch vorsichtig arbeiten, um sie nicht zu verwischen.

Die schwarze Tusche ist ein guter Kontrast zur weißen Leinwand (c) Susanne Haun

Die schwarze Tusche ist ein guter Kontrast zur weißen Leinwand (c) Susanne Haun

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So lasse ich die Ziege erst einmal einen Tag liegen und schaue mir meine Arbeit und den Trocknungsprozeß erst einmal am nächsten Tag wieder an. Die Tusche ist gut auf der Leinwand getrocknet und die Linien sehen bewegt  aus.

Das schöne an der Leinwand ist die Flexibilität. Ich kann die großen Arbeiten so besser bearbeiten als das Papier, denn dabei muss ich immer sehr vorsichtig sein, damit keine Knicke und Risse entstehen. Ich muss die Leinwand später auch nicht hinter Glas bringen wie ich es mit dem Papier muss.

Das schöne an der Leinwand ist die Flexibilität (c) Foto von Susanne Haun

Das schöne an der Leinwand ist die Flexibilität (c) Foto von Susanne Haun

Am zweiten Tag lege ich ohne Plan, vom Inneren geleitet, los. Die Tusche ist gut auf der Leinwand getrocknet. Ich werde zum Schluss das Werk mit Firnis besprühen müssen, denn sonst ist es nicht dauerhaft haltbar. Vielleicht versuche ich auf einem Probestück auch flüssigen Firnis mit dem Pinsel aufzutragen. Ich habe immer das Gefühl, das hält besser.

Mich juckt es weiter in den Fingern und ich setze einen Frau, Blumen, Kugeln und einen Schmetterling auf die Leinwand. Alles was in meinem Kopf ist kommt in diesem Moment auf die Leinwand. Ich schütte sozusagen meine planlosen Gedanken auf die Leinwand. Das erfordert viel Routine, da ich vor mir nichts sehe sondern aus dem Inneren schöpfe.

Bei dem Schmetterling bin ich schon mutiger und benutze die lotusgrüne Antiktusche. Auf den Fotos ist der Unterschied kaum zu sehen. Leider habe ich mit meinem Arm einen Teil der Linien vom Schmetterling wieder verwischt. Das passiert schon mal, wenn man sich ganz von den Gedanken leiten läßt.

Ich lasse die Leinwand noch einen Tag liegen und hänge sie dann auf. Da hängt sie nun und ich schaue sie an.

Wie weiter? Ich schaue sie mir an und denke nach. Viel fehlt nicht mehr, nur ein wenig nach unten auslaufend.

Es paßt, Hängung im Atelier (c) Foto von Susanne Haun

Es paßt, Hängung im Atelier (c) Foto von Susanne Haun

For my english reader:
In my cellar, storage of my pictures, I have a lot of canvas with acrylic paintings from my about five to ten years old. One day I brought them in my studio to overdraw one of them. I put on the picture „Green forest“ white grounding regarding that the recipient looks a little bit from the older picture. Than I draw with black china ink on the grounding canvas. I like the result.

Übermalungen mit Ziege, Schmetterling und SIE – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Dreimal über den Schatten springen – Übermalungen von Susanne Haun

Posted in Übermalungen, Betrachtungen zur Kunst, Foto, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 8. Juli 2011

Ich übermale mich selber. Das gefällt mir, so kann ich auf einen Schlag meine Stimmung ändern.

Früher haben Künstler vorwiegend übermalt, um Material zu sparen. Eine andere Art des Übermalens ist das „Kunstzitieren“, also übermalen von Bildern anderer Künstler oder mittels Collage Stücke andere Künstler ins eigene Werk einzubringen.

Ich fand beim Herumstromern in der Bastionstraße in Düsseldorf, wo die Galerie von Angelika Blaeser liegt, nicht nur Stockrosen und das Verwaltungsgericht Düsseldorf, sondern auch drei mal mich selber auf dem Asphalt. Ich finde es spanned, wie der Untergrund den Schatten verändert und hatte das erste Mal das Bedürfnis, Fotos mit meinen Linien zu übermalen.

Mir gefallen die Schatten schon so sehr gut, aber ich kann die Finger nicht von den CD-Markern lassen - Foto von Susanne Haun

Mir gefallen die Schatten schon so sehr gut, aber ich kann die Finger nicht von den CD-Markern lassen - Foto von Susanne Haun

Diese Fotos wirken eigentlich auch an sich nur durch das nebeneinandersetzen.

Aber ich konnte trotzdem nicht die Finger davon lassen, sie zu übermalen. Sie laden dazu ein. Da wir heute viele Gäste aus Facebook im Atelier hatten, bin ich mit meinen Überlegungen nicht ganz zu Ende gekommen und zeige euch einen Zwischenstand. Ein neues Medium, einen neuen Untergrund mit meiner Handschrift in nur 1 Stunde  zu füllen, ist nicht einfach, ja sogar unmöglich.

Ich habe aber viele Ideen zum weiterarbeiten im Kopf …. und werde diese Ideen auf meine Schatten legen!

Wißt ihr, was das Tolle ist? Ich kann das Foto noch oft ausdrucken und meine Handschrift mit Tusche darüberlegen.

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