Susanne Haun

Übermalungsprojekt – der Platz wird knapp! – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Übermalungen, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 15. Januar 2018

 

Seit Sommer 2017 arbeite ich mit Heike und Jürgen an einem Porträt – Übermalungs – Projekt (siehe hier).

Der Beginn des Projekts entstand aus einer Laune heraus mit der Frage an Heike, ob sie von Rauschenberg den ausgelöschten de Koonig kenne (siehe hier).

 

Detail Susanne Portrait - Übermalung (c) Zeichnung von Jürgen und Heike und Susanne

Detail Susanne Portrait – Übermalung (c) Zeichnung von Jürgen und Heike und Susanne

 

Im Laufe des Projekts bemerkten wir, wie schmerzhaft Löschungen der eigenen Linien sein können. Stellen der Zeichnung, die dem Ersteller lieb und teuer waren, wurden vom nächsten Zeichner ausgelöscht.

Es blieb mitunter keine andere Möglichkeit als die Auslöschung, wenn nur noch eine Linie gezeichnet werden wollte, musste man zum Weiss greifen!

Im Moment bin ich gerade am Erstellen einer Übersicht unserer Arbeiten, die ich euch, wenn sie fertig ist, zeigen werde. Es ist nicht einfach, Ordnung in das Ganze zu bekommen, aber ihr kennt ja meinen Hang zum Sortieren.

Bei beiden Portraits, die ich heute bearbeitet habe, bin ich die letzte, die ans Werken geht. Das entspannt mich sehr, bleiben doch die nun gezeichneten Linien erhalten!

Wie war das bei euch, Heike und Jürgen, fandet ihr es auch angenehm, die letzten zu sein, die etwas übermalen?

 

 

 

 

6 Antworten

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  1. hikeonart said, on 15. Januar 2018 at 18:35

    Liebe Susanne,
    Danke, dass du dir die Mühe machst und alles sortierst.
    Auf deine Frage: Nein, nicht immer. Bei einem Gemeinschaftsprojekt bestimmt man ja zum Schluss über die Aussage des Bildes, man hat das letzte Wort sozusagen. Trotzdem hab ich mich dann auch mal durchgesetzt. Nimm zum Beispiel dein Portrait, dass ich ganz weiß übermalte (lasierend). Ich musste aber unbedingt auch einmal „auslöschen“, war neugierig. Das war eine Erfahrung und es ist überhaupt nicht leicht. Da dachte ich ans Sterben und was bleibt, wenn ein Mensch geht und was man noch fühlt von diesem Menschen. Und mit jeder Schicht verschwindet der Mensch immer mehr und nachher sind es nur noch Spuren, die ich wahrnehme. Ja, das war sehr intensiv. Angenehm wäre hier nicht passend.
    Jetzt hast du in Form eines Bildes ein bisschen dafür herhalten müssen und ich frage mich, wie du das empfindest.
    Herzliche Grüße, Heike

    • Susanne Haun said, on 16. Januar 2018 at 07:56

      Liebe Heike,
      das Paket ist leider noch nicht angekommen, das lasierend weiße Portrait von mir geht aber sicher erst zu Jürgen, oder? Ich empfinde es nicht schlimm, dass du mich auslasiert hast, ich bin ja als Erinnerungsspur vorhanden. So halte ich es bei meinen Leinwänden und ich mag die Linien, die durchschimmern.
      Das Sterben ist ein schweres Thema. Am Anfang steht der Mensch noch präsent neben dir, nach einem Jahr musst du schon überlegen, ob du die Nase noch zeichnen könntest. Und trotzdem ist das Karma (ich weiss nicht, ob das das richtige Wort ist) noch da. Der Mensch lebt in den Erinnerungen weiter. Ein spannendes Thema.
      Ich bin gespannt, was ich alles in der Rolle finde, liebe Grüße von Susanne

  2. juergenkuester said, on 15. Januar 2018 at 20:17

    Liebe Susanne!
    Nein, als angenehm habe ich das nicht empfunden. Aber „angenehm“ ist für mich auch nicht das passende Wort. Besser: Ich war erleichtert, der Letzte zu sein, weil meine Bemühungen jetzt nicht vorläufig blieben, und war gleichzeitig voller Schwere, weil jetzt etwas entstehen musste, dass dem Vorangegangenen Rechnung trug, damit Eure Bemühungen nicht umsonst gewesen waren, und das gleichzeitig meinen Qualitätsstandards genügte.

    Trotz der Schwere und gerade wegen der Leichte, die nämlich auch vorhanden war, wenn ich da so ein Anfangsbild „hingerotzt“ habe, werde ich in den nächsten Tagen wieder etwas auf den Weg bringen. Wenn ich denn darf und Deine Bilanzierung das zuläßt.
    LG Juergen

    • Susanne Haun said, on 16. Januar 2018 at 07:59

      Lieber Jürgen,
      klar lässt das die Bilanzierung zu – es ist ein Zwischenstand. Ich freue mich auf deine Arbeiten. Denkst du bitte daran, sie im Laufe der Woche abzusenden, sonst erhalte ich sie nicht mehr vor Afrika und so kann ich deine Ergebnisse im Kopf behalten und darüber nachdenken.
      Dieses Verantwortung und den Qualitätsstandard habe ich nicht empfunden. Jedoch habe ich manchmal einen Monat auf das Portrait gestarrt, bevor ich dann die Übermalung in Angriff nahm.
      Ich wünsche dir einen schönen Tag, liebe Grüße von Susanne

  3. hehocra said, on 17. Januar 2018 at 22:43

    Eine Herausforderung, der ich mich noch nicht gestellt habe. Spannend und danke, dass Ihr uns daran teilhaben lasst. Ich war mal in einer Ausstellung, in der Kleider präsentiert wurden, die von zehn Textilkünstlerinnen reihum bearbeitet wurden. Sie berichteten auch von den nicht immer einfachen Änderungen der Kolleginnen. Aber am Ende waren es großartige Arbeiten, wie bei Euch! Liebe Grüße, Doreen

    • Susanne Haun said, on 18. Januar 2018 at 07:48

      Ja, es ist nicht einfach. Ich habe gestern erst drei bearbeitete Portraits von Heike bekommen. Eines liegt schon auf meinem Arbeitstisch und will bearbeitet werden. Ich denke, ich bin noch so im Collagefieber und werde meine „Übermalungen“ einkleben 🙂 LG, Susanne
      P.S. Das Kleidungsprojekt hört sich auch gut an.


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