Hegel bindet meine Gedanken. Das ist sehr gut aber ich kann es eigentlich gerade gar nicht gebrauchen.
Eigentlich sollte mich die Frage nach der Proportionslehre Dürers umtreiben, denn das ist das Thema meiner Bachelorarbeit und Hegel wollte ich als Seminar „nebenher“ besuchen, weil ich daran Interesse habe.
Welches ist das Bedürfnis des Menschen, Kunstwerke zu produzieren? fragt Hegel.²
Ist es ein Spiel des Zufalls und der Einfälle?
Entsteht Kunst aus einem höheren Triebe?
Hegel kann (oder will) die Frage zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu beantworten.
„Das allgemeine und absolute Bedürfnis, aus dem die Kunst (nach ihrer formellen Seite) quillt, findet seinen Ursprung darin, dass der Mensch denkendes Bewußtsein ist, d.h. daß er, was er ist, aus sich selbst für sich macht.“² ist seine vorläufige Antwort.
Warum produziere ich Kunst? Sicher, es ist ein Trieb in mir wie das Essen und das Sehen und das Denken. Es ist meine Sprache, in der ich mich mit meinen Gedanken und Ideen auseinandersetze. Ich drücke mich in ihr aus, damit mein Kopf vor lauter Gedanken nicht platzt.
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²Hegel, G.W.F., Werke in 20 Bänden, Band 13, Vorlesung über die Ästhetik I, Frankfurt a.M., 1970, Seite 50.
