Susanne Haun

Welches Bedürfnis lässt uns Kunst produzieren? – Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Hegel, Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 28. Oktober 2015

Hegel bindet meine Gedanken. Das ist sehr gut aber ich kann es eigentlich gerade gar nicht gebrauchen.

Eigentlich sollte mich die Frage nach der Proportionslehre Dürers umtreiben, denn das ist das Thema meiner Bachelorarbeit und Hegel wollte ich als Seminar „nebenher“ besuchen, weil ich daran Interesse habe.

 

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Welches ist das Bedürfnis des Menschen, Kunstwerke zu produzieren? fragt Hegel.²

Ist es ein Spiel des Zufalls und der Einfälle?

Entsteht Kunst aus einem höheren Triebe?

Hegel kann (oder will) die Frage zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu beantworten.

„Das allgemeine und absolute Bedürfnis, aus dem die Kunst (nach ihrer formellen Seite) quillt, findet seinen Ursprung darin, dass der Mensch denkendes Bewußtsein ist, d.h. daß er, was er ist, aus sich selbst für sich macht.“² ist seine vorläufige Antwort.

Warum produziere ich Kunst? Sicher, es ist ein Trieb in mir wie das Essen und das Sehen und das Denken. Es ist meine Sprache, in der ich mich mit meinen Gedanken und Ideen auseinandersetze. Ich drücke mich in ihr aus, damit mein Kopf vor lauter Gedanken nicht platzt.

 

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

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²Hegel, G.W.F., Werke in 20 Bänden, Band 13, Vorlesung über die Ästhetik I, Frankfurt a.M., 1970, Seite 50.

 

7 Antworten

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  1. gkazakou said, on 28. Oktober 2015 at 19:36

    Deine Pflanzenzeichnungen sind sehr schön. Wie ich schon mal sagte, beeindruckt mich besonders, wie du sie in die rechteckige Form hineinstellst und also lebendiges Wachstum in den Rahmen der Logik stellst, ohne es zu behindern. Es zeigt ein Befürfnis, die Dinge nicht nur geschehen zu lassen, sondern sie zu verstehen und notfalls auch zu kontrollieren.

    • Susanne Haun said, on 29. Oktober 2015 at 16:45

      Ja, Gerda, so ist es. Verstehen auf jeden Fall, zur Kontrolle muß ich noch mal in mich gehen und überlegen, inwiefern ich kontrolliere, oder die Kontrolle behalten will. Auf jeden Fall ist mir der Zufall unangenehm, ich weiß gerne, wann und wie die Dinge funktionieren, da hast du recht. Der Zufall erzeugt ein Unbehagen in mir. Somit ist auch klar, warum ich zeichne :-). Danke für den Denkanstoß und viele Grüße von Susanne

  2. emhaeu said, on 28. Oktober 2015 at 19:45

    „aus sich selbst für sich“ – also nicht für den Kunstmarkt und auch nicht, um die Welt zu verändern …. …. …. jetzt ist aber Schluß für heute, ich muss die Reise (kein Urlaub) vorbereiten … LG Martin

    • Susanne Haun said, on 29. Oktober 2015 at 16:47

      Ja, das ist ein wichtiger Faktor. Der Markt und die Welt sind unberechenbar und wie Gerda schon geschrieben hat, scheine ich lieber kontrolliert als zufällig zu arbeiten.
      LG Susanne

  3. Ulli said, on 28. Oktober 2015 at 20:04

    liebe Susanne, du schreibst „Ich drücke mich in ihr aus, damit mein Kopf vor lauter Gedanken nicht platzt“ ich füge hinzu und damit mein Geist nicht von Bildern geflutet wird …
    interessant finde ich auch den Satz, den schon Martin aufgenommen hat: “aus sich selbst für sich”, das ist wohl der absolute Idealfall, weil man sich ja auch wünscht, dass andere das eigene Schaffen betrachten oder lesen oder hören sollen, ob nun an Verkauf gebunden oder nicht, aber wer kann sich schon leisten Kunst nur für sich zu schaffen, wenn man dann nicht weiss wie das Brot auf den Tisch gelangt? Aber es darf auch für mich in zweiter Reihe stehen. Was nun die Kunst als Spiegel angeht, da wünscht man sich dann eben vielleicht doch manch eine oder einen wach zu rütteln oder gar die Welt zu verändern-

    herzliche Abendgrüsse

    • Susanne Haun said, on 29. Oktober 2015 at 16:50

      Ach ja, Ulli. Die Bilder in meinem Kopf, die haben seid meinem Studium Gesellschaft bekommen. Gesellschaft von Worten und Gedanken. Ich habe vor dem Studium einzig in Bildern gedacht, sinnlich mit Augen und Ohren wahrgenommen. Nun möchte ich tanzen vor Freude, denn ich habe nun gelernt, die Dinge auch mit Worte zu betrachten. Und ich habe gelernt, Gedanken ohne Bilder und Worte zu denken.
      Dir auch herzliche Abendgrüße und danke für den Kommentar 🙂

      • Ulli said, on 29. Oktober 2015 at 17:34

        ja genau, liebe Susanne, deswegen schrieb ich ja: hinzufügen … wollte nicht damit eins gegen das andere setzen!


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