Susanne Haun

Blumen und Abreise aus der Emilia Romagna – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Emilia Romagna, Zeichnung by Susanne Haun on 4. August 2012

Mit drei Füller bin ich in Portico angereist, mit zwei fahre ich wieder ab.

Der dritte Füller ist wohl in Cesenatico geblieben, jedenfalls habe ich da mit ihm die Hafenszenerie und den Deiderus gezeichnet. Es ist mir erst beim Packen aufgefallen, dass er fehlt, da dieser nicht mein Lieblingsfüller war. Aber nun, wo er weg ist, vermisse ich ihn doch!

Meine Zeichnungen auf dem Balkon (c) Foto von Susanne Haun

Meine Zeichnungen auf dem Balkon (c) Foto von Susanne Haun

Die Idylle hier am Montone hat mir ausgesprochen gut gefallen. Deutsche Touristen habe ich nicht gesehen, im Landgasthaus waren ein paar Holländer und Engländer aber da das Landgasthaus auch nur 15 Zimmer besitzt, hält sich auch das in Grenzen. Die Ferienwohnung ist eine wirklich italienisch eingerichtete Wohnung mit viel Platz und zwei Terrassen.

Unsere Ferienwohnung in Portica (c) Foto von Susanne Haun

Unsere Ferienwohnung in Portica (c) Foto von Susanne Haun

Gefallen hat mir auch das gemeinsame Fußballschauen im Landgasthaus. Der Kontrast zwischen alt und neu war groß. Das Essen gab es im klassischen italienischen Garten und das Fußballspiel wurde mit Beamer auf die Leinwand unter dem Weinstock gezeigt!

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Ich denke, dass ich noch lange inspiriert von der Reise in die Emilia Romagna sein werde.

Rote Blumen 17 x 22 cm Tusche auf Burgund (c) Zeichnung von Susanne Haun

Rote Blumen 17 x 22 cm Tusche auf Burgund (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wenn ihr die vorherigen Berichte meiner Reise lesen und sehen möchtet, könnt ihr das hier !

Blumen und Abreise aus der Emilia Romagna – Zeichnungen von Susanne Haun

Der Steinkreis: Zeit zum Nachdenken – Zeichnungen und Animation von Susanne Haun

Weiter unten am Fluss in Portico finde ich Steine, in einem Kreis gelegt gefallen sie mir ausgesprochen gut.

Ich nehme einen 10 Sekunden Film der Steine und Geräusche auf. Das gefällt mir auch ausgesprochen gut. Es gibt noch andere Orte für 10 Sekunden Filme, z.B. der Kaminholzhaufen auf der Terrasse der Ferienwohnung.

Steinkreis (c)Still von Susanne Haun

Steinkreis (c)Still von Susanne Haun

Ich gebrauche an dieser Stelle Zeit zum Nachdenken. Das Nachdenken über meine Kunst, wo ich her komme und wo ich hin will.

Mein Skizzenbuch wird mir immer wichtiger. Ich zeichne die Steine, wie ich sie sehe, immer neue Konstellationen – immer neue Gedanken.

Der Urlaub ist fast vorbei und das Resultat der Ruhe in meinem Kopf ist erstaunlich. Ich werde mir jeden Tag Zeit zum Nachdenken nehmen. Zeit, in der ich auf eine Bank sitze und nichts tue, so wie ich hier am Montone sitze und die Steine anschaue.

Steinkreis (c) Zeichnung von Susanne Haun (6)

Steinkreis (c) Zeichnung von Susanne Haun (6)

Ich habe die Steine immer wieder in neuen Konstellationen gezeichnet und hätte, wenn ich gewollt hätte auch noch viele Konstellationen zeichnen können. Jede Steinzeichnung beschreibt einen neuen Weg und es stehen jeden von uns 1.000 solcher Wege offen.

Ich habe die Steine geschichtet, sie einzeln abfotografiert und sie wieder neu geschichtet, es gibt auf der Tonspur des Filmes die Geräusche des Wassers nur den Geruch, den habe ich nicht eingefangen.

Und ich habe die Steine allesamt auch mit nach Hause genommen, bis auf die Großen, um weiter mit ihnen zu arbeiten.
Die gezeigten Turnschuhe mußte ich wegschmeissen. Die Klebenähte haben sich gelöst – ich habe sie 1992 aus New York mitgebracht, gehegt und gepflegt aber nun haben sie sich einfach aufgelöst.

Der Steinkreis: Zeit zum Nachdenken – Zeichnungen und Animation von Susanne Haun

Musei San Domenico – Pinacoteca – Bericht von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Betrachtungen zur Kunst, Emilia Romagna by Susanne Haun on 2. August 2012

Es gibt große Museen, die keinen Eintritt verlangen!

Ich war sehr erstaunt. Das Musei San Dominco ist riesig groß und es wird die Kunst der Umgebung von Forli in den Räumen der ersten Etage gezeigt. Unten im Erdgeschoss ist noch alles leer – die Wände und die Vitrinen.

Ich und Dama dei gelsomini - Pinacoteca Musei San Domenico Forli (c) Foto von H.Haun

Ich und Dama dei gelsomini – Pinacoteca Musei San Domenico Forli (c) Foto von H.Haun

Wir müssen uns ins Gästebuch des Museums eintragen, mit Datum. Gestern war keiner dort und heute waren wir die ersten und werden wohl auch die einzigen bleiben, da das Museum um 13 Uhr schließt.

Vier Museums Angestellte sehen wir, die eine führt uns durch den rechten Flügel, ein anderer durch den linken. Das Museum ist in zwei alten Klostern untergebracht. Der Architekt hat bei der Einfügung des Museums in die Kloster viel Glas verwendet. In den Gängen sind Glasfenster im Boden, um die alten Klostergrundmauern zu zeigen. Auch die Treppengeländer sind ganz aus Glas. Vor Aufregung vergesse ich das Fotografieren der Architektur – ich darf nämlich sogar umsonst fotografieren, „no flash“ ist die einzige Einschränkung, die mir gemacht wird.

Wir bekommen – natürlich auch kostenfrei – eine Broschüre, in der alle Exponate abgebildet sind.

Leider kann ich nicht viel mehr italienisch als Grazie und Bon Giorno und so scheitern weitere Erklärungen zu der gezeigten Kunst – LEIDER !

Dafür habe ich es wirklich ausgenutzt, große Arbeiten aus dem 13. – 16. Jahrhundert im Detail zu fotografieren. Einige der Fotos zeige ich euch hier und jetzt!

Wenn ihr die vorherigen Berichte meiner Reise lesen und sehen möchtet, könnt ihr das hier !

 

Musei San Domenico – Pinacoteca – Bericht von Susanne Haun

Libellen am Montone in Portico di Romagna – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Emilia Romagna, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 1. August 2012

Der Montone zieht mich fast täglich in seinem Bann.

Überall fliegen wunderschöne blaue Libellen auf dem Wasser. Sie sind sehr, sehr schnell und es dauert einen Moment, bis ich begreife, dass sie vier Flügel besitzen. Die Einzelheiten kann ich in der Schnelligkeit kaum sehen und so entstehen viele schnelle Bewegungszeichnungen in meinem kleinen Skizzenbuch.

Insekt 30 x 40 cm Tusche auf Hahnemühle Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Insekt 30 x 40 cm Tusche auf Hahnemühle Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich habe in diesem Urlaub zwei Scetchbooks von Hahnemühle benutzt, das A6 und das A5 Buch. Sie sind so schön leicht, dass ich mitunter auch beide mitnahm. Zum Montone war meistens das A6 dabei.

Einmal bin ich mit voller Bekleidung auf den Steinen ausgerutscht und ins Wasser gefallen. Das Skizzenbuch hielt ich hoch. Meine kleine Canon war in der Hosentasche und obwohl sie pitschenass geworden ist, funktionierte sie schon gleich nach dem trockenwischen wieder. Auch wenn sie zerbrochen und ertrunken wäre, ich habe auch noch die große Canon dabei. Einen Urlaub ohne Fotoapparat kann ich mir fast so schwer vorstellen, wie ein Urlaub ohne Skizzenbuch!

Libelle am Montone (c) Zeichnung von Susanne Haun

Libelle am Montone (c) Zeichnung von Susanne Haun

Detaillierte kann ich die Insekten, die ich schon am … gezeichnet habe (siehe Beitrag hier) darstellen. Sie bleiben so nett für mich sitzen, selbst wenn ich das Blatt, auf dem sie hocken, einfach umdrehe und mir ihre Beine genauer anschaue.

So ist eine interessante Serie von vier Arbeiten entstanden.

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Libellen am Montone in Portico di Romagna – Zeichnungen von Susanne Haun

Bologna, die schönste Stadt Italiens – Bericht und Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Emilia Romagna, Engel, Skizzen, Skizzenbuch, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 31. Juli 2012

Ich bin begeistert von Bologna!

Die Stadt pulsiert voll Leben und die Bogengänge schützen auch zur Mittagszeit vor der sengenden Sonne. Trotz der heutigen 32 Grad konnte ich durch die Bogengänge (knapp  38 km in der Stadt) flanieren. Bis ins 17. Jahrhundert war es Vorschrift, die Häuser mit Arkaden zu bauen, um ein einheitliches Stadtbild beizubehalten.

Skulptur im Palast Archiginnasio (c) Zeichnung von Susanne Haun

Skulptur im Palast Archiginnasio (c) Zeichnung von Susanne Haun

Sehr beeindruckt hat mich auch der Anatomie Vorlesungssaal, der Teatro Anatomico, in der alten Universität im Palast Archiginnasio. Da kann die Phantasie schon mit einem durchgehen und man sieht vor seinem geistigen Auge, wie der Professor vor seinen Studenten an Hand eines Toten die Anatomie erklärt. Die Universität ist voller Familienwappen von Professoren und Studenten.

Das Morandi Museum war für mich natürlich auch ein Höhepunkt, leider hatte ich mich nicht nach den Öffnungszeiten erkundigt, das Atelier kann nur von 12 bis 14 Uhr besichtigt werden und als ich um zehn vor zwei nach den Weg von der Ausstellung seiner Arbeiten im Rathaus zum Atelier fragte, war es schon zu spät.

Pause auf dem Piazza Maggiore (c) Foto von Julian Haun

Pause auf dem Piazza Maggiore (c) Foto von Julian Haun

Aber nichtsdestotrotz habe ich besonders seine Bleistiftzeichnungen, Kaltnadel Radierungen und Aquarelle genossen. Die Schraffuren der Radierungen sind einmalig.

In der Stadt selber gibt es so viele Skulpturen, die die Gebäude halten, dass ich schnelle Zeichnungen von einigen fertige. Der berühmte Neptunbrunnen von Bologna, mein Reiseführer sagt sogar, es sei DIE Sehenswürdigkeit der Stadt, liegt in der prallen Sonne und ist kaum wahrnehmbar. Beim nähertreten sehe ich einzig die vielen Tauben, die sich im Wasser erfrischen.

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Bologna, die schönste Stadt Italiens – Bericht und Zeichnungen von Susanne Haun

Der Wasserfall am Montone bei Portico di Romagna – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Aquarell, Betrachtungen zur Kunst, Emilia Romagna, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 30. Juli 2012

Vor Antritt der Reise habe ich mich köstlich über die Formulierung der FeWo Besitzer im Internet amüsiert, in der es heißt, „mit den Einheimischen von Portico im Fluss schwimmen“.

Nun weiß ich, was gemeint ist! In Portico gibt es wenig Touristen. Der Wasserfall des Montone fließt in ein natürliches „Swimmingpool-Becken“ und am Nachmittag und Wochenende gehen auch die Bewohner von Portico sich im Pool erfrischen. Bei der konstanten Hitze von 30 – 35 Grad ist das auch kein Wunder!

Am Montone (c) Foto von A.Haun

Am Montone (c) Foto von A.Haun

Ich bin kein Schwimmfreund aber es ist für mich auch sehr erfrischend, den Flusswind zu spüren und die Steine und das Wasser zu betrachten. Die Schatten werfen natürliche Zeichnungen auf mein Aquarellpapier.

Schattenspiel (c) Foto von Susanne Haun

Schattenspiel (c) Foto von Susanne Haun

Ich habe mir die Aufgabe gestellt, mit wenigen Linien Steine und Wasser mit den Aquarellfarben zu bannen.

Helen Königs zeigt im Facebook oft Schattengebilde und ich muss sagen, mich interessieren die Schatten der Dinge auch sehr!

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Der Wasserfall am Montone bei Portico di Romagna – Zeichnungen von Susanne Haun

Dädalus und Ikarus im Antiquarium Cesenatico – Zeichnungen von Susanne Haun

Ich habe mich sehr gefreut, im Antiquarium in Cesenatico zwei Fragmente von Skulpturen von Dädalus und Ikarus zu finden.

Die gesamte Sammlung im erzählt vom Alltag um Cesenatico zur Römerzeit.

So habe ich auch erfahren, dass die Prägung von Münzen von den Römern schon Ende des 4.Jahrhunderts vor Christus eingeführt wurde. Die Prägungen der Münzsammlung sind sehr fein und eindrucksvolle Zeichnungen.

Das Museum ist reich an Texten an den Wänden, die alle sicher sehr Informativ sind, wunderschön aussehen aber für mich leider unverständlich sind, da ich die italienisch Sprache nicht beherrsche.

Deidelus und Ikarus (c) Foto von Susanne Haun

Deidelus und Ikarus (c) Foto von Susanne Haun

So laufe ich um Ikarus Kopf und erfreue mich mit meinem Füller an seinen Proportionen.

Deidelus Version 9 (c) Zeichnung von Susanne Haun (10)

Deidelus Version 9 (c) Zeichnung von Susanne Haun (10)

Gefallen hat mir auch die Tabula Peutingeriana, eine mittelalterliche Karte mit den Eintragungen der Straßen des römischen Reiches. Auch hier kommt wie in der Tora das Prinzip der Rolle zum Tragen.

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Dädalus und Ikarus im Antiquarium Cesenatico – Zeichnungen von Susanne Haun

Die Adria, Sonnenbrand und der Hafen Leonardo Da Vincis – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Emilia Romagna, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 28. Juli 2012

An der Adria ist es gleich noch einmal wärmer als in der Emilia Romagna.

35 Grad im Schatten; ich möchte nicht wissen, wie hoch da die Temperatur auf dem Thermometer in der Sonne steigt.

In Cesenatico entwarf 1502 Leonardo da Vinci den Hafen und so war das für mich Cesenatico die Adria Stadt, die ich vor Rimini und Ricione sehen wollte.

Rutensegel mit Wappen der Fischerfamilien (c) Foto von Susanne Haun

Rutensegel mit Wappen der Fischerfamilien (c) Foto von Susanne Haun

Ich mag Boote, sie haben für mich immer etwas von Veränderung und Bewegung und in da Vincis Hafen liegen alte historische Boote des museo della Marineria Cesenatico. Sowohl der Außen- wie auch der Innenbereich sind absolut empfehlenswert, wenn der Besucher etwas für alte Fischkutter, Fische und eine schöne übersichtliche Sammlung von ausgegrabenen archäologischen Fundstücken übrig hat.

Vier Stunden bin ich die kurze Strecke des Hafens (der für mich vom Aufbau wie der Strom in Warnemünde ist) herauf und herunter gelaufen, habe mich hingesetzt und Skizzen gefertigt und mir trotz meiner Schattenplätze einen riesigen Sonnenbrand geholt.

Die Schattenplätze sind sehr rar in Cesenatico, die öffentlichen Bänke stehen in der prallen Sonne, während die zahlreichen Restaurants gerne Schattenplätze anbieten 😉 Da ich aber die Segel der historischen Schiffe im Hafen besonders betrachtenswert finde, bleibt mir nichts übrig, als sie bei Cappuccino zu skizzieren. Die Segel sind trapezförmig: Vela al Terzo. Wie ich im Museum gelesen habe, wird es so genannt, weil es zwischen zwei Rahen (obere und untere) ausgespannt und bei einem Drittel seiner Länge an den Mastbaum befestigt ist. Dieses Segel ist das Ergebnis einer Entwicklung und Einmündung des lateinischen Dreieck- und Rechtecksegels und war oft mit natürlicher Erde bemalt und mit den Symbolen der Fischerfamilien geschmückt.

Cesenatico (c) Skizzen von Susanne Haun (4)

Cesenatico (c) Skizzen von Susanne Haun (4)

Danach war das klimatisierte Marine Museum eine Wohltat. Eine Sonderausstellung zeigte Erfindungen da Vincis im Nachbau und eines seiner Skizzenbücher in Originalgröße. Mir war nie bewusst, wie klein seine Ideenbücher waren.

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Die Adria, Sonnenbrand und der Hafen Leonardo Da Vincis – Zeichnungen von Susanne Haun

Hahnenkampf und Marais Hund – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Emilia Romagna, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 27. Juli 2012

Unweit unserer Ferienwohnung ist ein großer Hühnerstall. 

Beim Beobachten stelle ich wieder einmal fest, dass der männliche Hahnenkampf zu recht nach diesem Tier benannt wurde. Es ist unglaublich welche Arroganz und welches Königsgehabe sie austrahlen.

Dabei sind Hunde groß im Kommen und nicht die Hähne!

Hahn 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun (2)

Hahn 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun (2)

Wer sich mit der documeta 13 beschäftigt, kommt kaum an Hunden vorbei. 

Die documenta-Leiterin Christov-Bakargiev sieht die Wertigkeit ihres Hundes sehr hoch, sie sieht keinen Unterschied zwischen Mensch und Hund.

Liest man Sandor Maráis Buch Ein Hund mit Charakter“, bemerkt der Leser, dass das Buch nicht nur vom Hund sondern auch um das Mensch sein handelt. Die kleinen und großen Schwächen der Menschen werden liebevoll immer mit Sicht auf den Hund beschrieben. Der Roman ist autobiografisch und ein ehemaliger Nachbar Marais empfahl ihm nach Erscheinen des Buches, lieber in die Provinz auszuwandern, weil alle wussten, wer die Charaktere des Buches sind.

Dabei beginnt Marais das Buch mit „Achtung, werter Leser! Hier folgt eine Hundegeschichte!“

Hahn 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun (3)

Hahn 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun (3)

Was vom Bericht Marais auf Tatsachen beruht, kann nicht gesagt werden, hier ein Zitat seines Biographen Erno Zeltner:

„Hat doch der Autor sein ganzes Schriftstellerleben lang einen wahren „Irrgarten“ angelegt, in dem sich Fakten und Erinnerung, Biographie und Fiktion auf sonderbare Weise mischen.“

Ich empfinde dieses Buch als sehr tiefsinnig und es regt mich mehr zum Denken an, als viele Bücher, die andere „sogenannte“ wichtige Themen haben. In dieser Geschichte vom Hund und Menschen ist für mich so viel Philosophie enthalten, dass ich das Buch, obwohl ich es schon vor einiger Zeit gelesen habe, nicht vergessen kann und bei der Lektüre der Berichte über die documenta 13 sofort wieder im Kopf hatte.

Besonders gefällt mir die Feststellung Marais, dass der Mensch irgendjemand zum Sprechen braucht und warum dann nicht der Hund! Der hört immer zu, macht keine verachtenden Bemerkungen und widerspricht auch nicht!

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Hahnenkampf und Marais Hund – Zeichnungen von Susanne Haun

Die Qual der Wahl: Bücher im Urlaub und es fehlt ein Reiseführer zu Faenza – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Betrachtungen zur Kunst, Emilia Romagna by Susanne Haun on 26. Juli 2012

Zu meinen Urlaubsvorbereitungen gehört maßgeblich die Auswahl der Bücher, die ich mitnehme.

Vor über zwanzig Jahren ist es mir einmal passiert, zu wenig Bücher im Gepäck zu haben, seither habe ich mehr Lektüre als ich lesen kann in meinem Koffer.

In der heutigen Zeit ist es ja kein Problem mehr, auf meinem Laptop sind mehr Hörbücher als ich in zwei Wochen hören und mehr Kindle Bücher als ich lesen kann.

Aber im Urlaub möchte ich noch mehr als zuhause, tatsächlich Bücher in der Hand halten, darin blättern und markieren können.

Es gibt auch bestimmte Funktionen für die ich bestimmte Bücher brauche, Füße waschen z.B.; beim Einweichen eignen sich bestens die kurzen Kolumnen von Martenstein aus seinem Buch „Der Titel ist die halbe Miete“.

Keramikmuseum Fanenza (c) Foto von Susanne Haun

Keramikmuseum Fanenza (c) Foto von Susanne Haun

Ich höre zum Einschlafen ein italienisches (in Deutsch übersetzte) Buch von Ugo Riccarelli: „Der Vollkommene Schmerz. Ein Buch über die Urlaubsregion ist einfach Pflicht und Riccarellis Saga über eine Familie in einem kleinen Dorf in der Toskana passt einfach perfekt.

Auf der Terrasse oder am Strand lese und markiere ich Genazinos ausgezeichnetes Buch „Wenn wir Tiere wären“.

Zurück zu Martenstein, er schreibt in einer Kolumne, dass er pro Woche zuhause und im Urlaub pro Tag ein Buch konsumiert. Das kommt auch bei mir hin und so erspare ich euch das Aufzählen der restlichen Bücher. Nach den Büchern von Genazino und Riccarelli kann ich auch nicht einfach „zum nächsten übergehen“. Ich brauche Pausen, um meine Gedanken zu sortieren.

Keramikmuseum Fanenza (c) Foto von Susanne Haun

Keramikmuseum Fanenza (c) Foto von Susanne Haun

Was natürlich gar nicht im Gepäck fehlen darf, sind die obligatorischen Reiseführer. Aber egal, wie viele Informationen ich mitschleppe, das was mich interessiert ist nicht dabei. Googeln kann ich nur auf meinem kleinen Handy und die Informationen im Museum sind auf Englisch.

Das Keramikmuseum ist sehr beeindruckend und ein Forschungszentrum für Keramikkunst aus aller Welt. Die Sammlung enthält Stücke von der klassischen Antike bis in die heutige Zeit. Ehrlich gesagt, hat es mich etwas überfordert. Ich hätte mir von vorne herein ein bestimmtes Zeitalter vornehmen müssen. Ich hätte wahrscheinlich die aktuelle Keramik Kunst gewählt.

Leider habe ich mir die Namen der Künstler nicht alle gemerkt, so kann ich meine Eindrücke in Fotos nur mit dem Keramikmuseum verbinden.

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Die Qual der Wahl: Bücher im Urlaub und es fehlt ein Reiseführer zu Faenza – Zeichnungen von Susanne Haun

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