Susanne Haun

Zehn Antworten zu Birgits Fragen zu Bücher – Susanne Haun

Posted in Hemingway "Der alte Mann und das Meer", Literatur, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Oktober 2015

Es ist etwas länger her, das stellte Birgit von sätze&schätze (siehe hier) ihren Leserinnen Fragen zu Bücher.

Der alte Mann - Zeichnung von Susanne Haun

Der alte Mann – Zeichnung von Susanne Haun

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt, nach meiner Ausstellungseröffnung habe ich mich in Ruhe mit den Fragen beschäftigt:

1. Das erste Buch, das du bewusst gelesen hast?

Es müssen die 5 Freunde von Enid Blyton gewesen sein. In meiner Generation ein viel gelesenes Jugendbuch.

2. Das Buch, das Deine Jugend begleitete?

Enid Blytons Detektiv- und Internatgeschichten begleiteten meine Jugend genauso wie die Science Fiction Stories von Mark Brandis und Robert A. Heinlein.

3. Das Buch, das Dich zur Leserin/zum Leser machte?

Es gab kein bestimmtes Buch – ich las den ganzen lieben Tag, so dass meine Mutter sich schon sorgte.

4. Das Buch, das Du am häufigsten gelesen hast?

Vor meinem 30. Lebensjahr ist es Revolte auf Luna (englischer Originaltitel The Moon Is a Harsh Mistress) oder die Leben des Lazarus Long. „Lazarus Long, 1916 – 4272: Das Schlüsselwerk Heinleins führt den Leser durch mehrere Jahrtausende, zahllose Welten und Zeitebenen. Das ambitionierteste Werk des Autors und ein Klassiker des Genres über einen Mann, der das Leben so sehr liebte, dass er sich einfach weigerte, zu sterben, und schließlich gar zu seinem eigenen Vorfahr wurde.“ ist auf dem heutigen Klappentext des Buches zu lesen.
Heute lese ich selten ein Buch nochmal, es gibt so viele Bücher, die ich noch lesen möchte. Aber ich lese durchaus Passagen nochmal.

5. Das Buch, das Dir am wichtigsten ist?

Ich kann nicht sagen, welches Buch mir am wichtigsten ist. Das wechselt. Im Moment ist es Hegels Ästhetik, die mich fasziniert, gemischt mit Walsers 13. Kapitel. Ich lese meistens Bücher für die Uni und höre Bücher zum einschlafen und entspannen. Hertha Müllers Herztier hat mich genau so berührt wie Irvings Gottes Werk und Teufels Beitrag. Siri Hustvedts „Gleissende Welt“ hat mich angeregt. Bei dem Angebot an Wissen und Literatur, wie soll ich mich da für ein Buch entscheiden?

6. Das Buch, vor dem Du einen riesigen Respekt bzw. Bammel hast?

Ich habe generell großen Respekt vor den philosophischen Werken. Kant, Hegel, Platon, Aristoteles, Locke um nur wahllos in den Pool zu greifen.

7. Das Buch, das Deiner Meinung nach am meisten überschätzt wird?

Feuchtgebiete, ich weiss nicht, was Leser an diesem Buch so toll finden. Ich habe es nach 10 Seiten zur Seite gelegt, weil es mich einfach nicht interessiert.

8. Das Buch, das Du unbedingt noch lesen willst – wenn da einmal Zeit wäre?

Ich glaube, auf meiner Bücherwunschliste befinden sich knapp 50 Bücher, wie soll ich da eines herausgreifen? Und wenn ich etwas unbedingt lesen möchte, dann nehme ich mir die Zeit 🙂

9. Das Buch, das Dir am meisten Angst macht?

Die Bibel und der Koran und noch einige anderen ähnlichen religiöse, idealistische Schriften.

10. Das Buch, das Du gern selbst geschrieben hättest?

Descartes Meditations und Prinzipien.

Der alte Mann wartete - Zeichnung von Susanne Haun

Der alte Mann wartete – nach Hemingway (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Danke für die Fragen, Birgit, ich fand es sehr inspirierend!

Meine Bücher und der alte Mann und das Meer – Künstlerunikatbuch von Susanne Haun

Ich freue mich, heute meine Bibliothek im Artikel „Books in Limited Space“ auf dem Blog von Klausbernd Vollmar vorzustellen. Klausbernd ist Autor (fiction & non-fiction), Diplompsychologe (Spezialist für Symbolik, speziell Traum- und Farbsymbolik).

Neben mir liegt das Buch „Die Magie der Farben erleben und anwenden“ (seht hier) von ihm. Da ich es erst seit gestern besitze, habe ich bisher nur das Vorwort und quer gelesen aber ich freue mich schon auf die vollständige Lektüre. Der Aufbau ist sehr ansprechend und der Leser kann auch selber aktiv werden. Die Zitate und Informationen von verschiedenen Künstlern und Denkern am Rand gefallen mir sehr gut. Ich mag kleine Weisheiten.

Ich möchte an meinen heutigen Beitrag auf Klausbernd Vollmars Blog anknüpfen und mit euch über mein neues, im entstehen begriffenes, Künstlerunikatbuch „Der alte Mann und das Meer“ sprechen.

Fischgräte  (c) Künstlerunikatbuch von Susanne Haun

Fischgräte (c) Künstlerunikatbuch von Susanne Haun

Hier unter diesem Link findet ihr mein letztes Künstlerunikatbuch zum alten Mann und das Meer.

Vor einiger Zeit kaufte ich in einem Druck der Deutschen Buch-Gemeinschaft Berlin und Darmstadt, Printed 1956 eine Ausgabe des alten Manns. Das Buch hat 142 Seiten, die ich zum Teil unbearbeitet gelassen habe.

Micahil Bachtin schreibt in seinem Buch „Formen der Zeit im Roman“:
“Städtchen dieser Art sind Stätten der zyklischen Alltagszeit. Hier gibt es keine Ereignisse, sondern nur sich wiederholende Begebenheiten.”²
In meiner Arbeit sehe ich das Meer wie Bachtin die Stadt sieht. Die Arbeit als Fischer auf dem Meer ist von meinem Verständnis ebenfalls eine Tätigkeit der zyklischen Alltagszeit und Boot und Meer sind eine Stätte derselben.

Vorderseite Künstlerunikatbuch Mann Meer Marlin (c) von Susanne Haun

Vorderseite Künstlerunikatbuch Mann Meer Marlin (c) von Susanne Haun

Ich griff ab Mitte des Jahres 2012 auf meine erste Interpretation des alten Manns zurück und erstellte auf dem Untergrund des Buches Linolschnitte zum Thema. Dabei reduzierte ich die Geschichte auf die Begriffe Mann, Meer, Marlin.Um zu abstrahieren und zu verhindern, dass der ursprüngliche Text und die Bedeutung des Textes über die Linoldrucke dominieren, habe ich das Buch auf dem Kopf verwendet. So werden die Buchstaben zu Fragmenten in den Drucken aber die Vergangenheit bleibt unübersehbar im Bild.
Durch den Rezipienten der im Buch auf die Vergangenheit und das Heute schaut, entstehen so immer wieder neue Geschichten.

Mein Arbeitsplatz (c) Foto von Susanne Haun

Mein Arbeitsplatz (c) Foto von Susanne Haun

Das Drucken der Linolschnitte in dem bestehen Buch ist mit Kraft verbunden und ich habe keine Presse sondern Bürste und Nudelholz verwendet. Es besteht keine Möglichkeit, Drucke aus dem Buch auszusortieren. Was einmal im Buch enthalten ist, kann nicht wieder gelöscht werden. Dadurch wird die Eindringlichkeit der Bilder bestimmt. Die Drucke ordne ich immer wiederholend in unterschiedlichen Farben und Druckstärken an. Je nachdem, ob ich lasierende oder deckende Farbe benutze, bleiben die darunterliegenden Texte sichtbar.

In der ruhigen aber eindringlichen Erzählweise wiederholen sich die Bilder.

 Boot und Meer blau  (c) Künstlerunikatbuch von Susanne Haun

Boot und Meer blau (c) Künstlerunikatbuch von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
I am proud to present my library on the blog of   Klausbernd  Vollmar.  Klausbernd is author (fiction & non-fiction) and Psychologist’s (specialist for symbolism, specifically dream and color symbolism).
Next to me on my worktable is „Experience the magic of color and apply“ the book (see here) of him.  I own it since yesterday so I have only read the preface and cross but I’m looking forward to the full reading. The design is very appealing and the reader can be active themselves. I like the quotes and information from various artists and thinkers on the edge. Today I would like to  talk to you about my new, resulting in forming conceptual, unique artist’s book „The Old Man and the Sea.“

_______________________________________
Hemmingway, Ernst. Der alte Mann und das Meer. Hamburg 2959. rororo.
Vollmar, Klausbernd. Die Magie der Farben erleben und anwenden. Krummwisch 2010.

Der alte Mann und das Meer – Teil 1 – Künstlerunikatbuch von Susanne Haun 2009

Posted in Hemingway "Der alte Mann und das Meer", Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 7. Januar 2013

2009 habe ich Zeichnungen zum Klassiker „Der alte Mann und das Meer“ von Hemingway erstellt und zum Unikatbuch gebunden.

Ich bin dabei vorgegangen, wie ich immer vorgehe, wenn ich mich mit Literatur auseinandersetze. Ich habe mir Textzeilen im Buch markiert und begonnen meine Gedanken dazu in Zeichnungen festzuhalten.

Mich fasziniert dabei nicht nur Hemingway und sein Werk bzw. Leben, mich fasziniert auch der Kampf des alten Mannes mit dem Marlin und die Kommunikation zwischen den beiden. Die Gedanken des alten Mannes, die er während seiner Auseinandersetzung mit dem Fisch führt.

3 Seite 32 (c) Zeichnung von Susanne Haun

3 Seite 32 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich mag grundsätzlich Bücher, in denen „der Kopf“ unzensiert und schonungslos ausgeschüttet wird. So unsortiert wie wir selber denken, wenn wir alleine auf einer Parkbank sitzen.

Meine Buchausgabe ist von 1959, ein Zeitpunkt, an dem ich noch nicht geboren war. Im Klappentext steht:

„So ist Hemingways elementare Erzählkunst Gleichnis der Mühsal und Tapferkeit eines Daseines, dessen Sinn nicht durch äußere Siege bestätigt zu werden braucht. (…) Ernest Hemingway (…) war ein Meister des metaphysischen Realismus, ein Pionier der Kurzgeschichte und Erneuerer des amerikanischen Romans.“

Letztes Jahr habe ich festgestellt, dass ich „noch nicht fertig“ mit dem Buch bin und habe es nochmals hervorgeholt. Die neuen Ergebnisse werde ich euch noch diesen Monat vorstellen.

12 Behutsam zwischen Daumen und Zeigefinger (c) Zeichnung von Susanne Haun

12 Behutsam zwischen Daumen und Zeigefinger (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
In 2009 I created drawings for the classic „The Old Man and the Sea“ by Hemingway and bound to unique book.
I proceeded it, how I do every time I draw literature. I’ve marked lines of text in the book and my thoughts began to be recorded in drawings.
I am fascinated not only Hemingway and his work and life, I am fascinated by the struggle of the old man with the Marlin and the communication between the two. The thoughts of the old man, which he leads in his dispute with the fish.
I like books in which „the head“ uncensored distributed. So unsorted how we ourselves think, when we are sitting alone on a park bench.

_______________________________________
Hemmingway, Ernst. Der alte Mann und das Meer. Hamburg 2959. rororo.

Neubindung des „Alten Mann und des Meeres“ – Illustrationen von Susanne Haun

Posted in Hemingway "Der alte Mann und das Meer", Illustration, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 12. Juli 2011

Letzte Woche war ich mit dem Verleger Daniel Büchner in einer sehr atmosphärischen, traditionellen Buchbinderwerkstatt.

Er möchte meine Zeichnungen zum alten Mann und das Meer hochwertig neu in A3 als Künstlerunikatbuch binden lassen und es dann exisit bei sich im Verlag anbieten.

Vorsichtig habe ich schon einmal zwei Zeichnungen aus dem Buch gelöse - Susanne Haun

Vorsichtig habe ich schon einmal zwei Zeichnungen aus dem Buch gelöse - Susanne Haun

Meine Aufgabe ist es, ihm den Buchblock neu zu erstellen – er wird den Buchblock dann entsprechend binden lassen. Die ganze Woche laufen die Gedanken zu diesem Projekt parallel zu den anderen in meinem Kopf herum. Ich habe erst überlegt, A3 Büttenpapier mit Tusche einzufärben. Das Färben selber hat mir viel Freude bereitet und auf dem gefärbten Papier werden gute Zeichnungen entstehen. Aber für den Buchblock ist mir das gute Zeichenbüttenpapier zu schwer (300g) – ich wollte es mehr „pergamentartig“.

... und türkisfarbende Tusche - Foto von Susanne Haun

... und türkisfarbende Tusche - Foto von Susanne Haun

So bin ich gestern  zu „Boesner professionelle Kunstmaterialien“ gefahren, um dort im Himalaya Papier zu wühlen und habe 16 verschieden farbige Bögen herausgesucht, so dass der Buchblock die Farben des Meeres annehmen wird.

Mein Buchblock mit Steinen des Meeres - pure Spielerei von mir mit dem schönen Papier und dem Fotoapparat - Foto von Susanne Haun

Mein Buchblock mit Steinen des Meeres - pure Spielerei von mir mit dem schönen Papier und dem Fotoapparat - Foto von Susanne Haun

In den letzen zwei Jahren habe ich mich auch sehr mit der Kaligraphie beschäftigt, so dass ich die Zitate zu den Zeichnungen selber mit der Plakatfeder schreiben möchte. Die ursprünglich mit dem Drucker gefertigten A4 Texte sind ja nun auch zu klein. Auf A3 hochttransparentem Zeichenpapier werden die Zitate entstehen.

Um mich einzustimmen, habe ich natürlich in Hemingways Klassiker geblättert und viele Stellen gefunden, die ich angestrichen habe und wozu keine Zeichnung entstand. So auch folgendes:

„Wenigstens der Wind ist unser Freund, dachte er. Dann fügte er hinzu, manchmal.“ Ernest Hemingway

Dieses Zitat zeichnete und schrieb ich heute.

So stelle ich mir den alten Mann und das Meer vor! - Foto von Susanne Haun

So stelle ich mir den alten Mann und das Meer vor! - Foto von Susanne Haun

Abschluss – Der alte Mann und das Meer – 60 x 80 cm – Tuschezeichnungen von Susanne Haun

Posted in Hemingway "Der alte Mann und das Meer", Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 20. Juni 2009

In den letzten Wochen spukte der alte Mann noch in meinem Kopf herum, so dass ich sechs weitere große Bilder brauchte, um das Thema abzuschliessen. Erst wollte ich einfach Zeichnungen, die ich schon in meinem kleinen Format gearbeitet habe, größer zeichnen. Aber wie das so ist, verselbständigte sich das Thema und ich habe auch wieder ganz andere Zeichnungen gearbeitet. Es war mir zu langweilig, einfach nur größer zu malen.

Seid gestern Abend habe ich begonnen, mich einem neuen Thema zu widmen. Dieses neue Thema füllt nun meinen Kopf und meine Gedanken. So zeige ich euch jetzt meine letzten 6 Arbeiten zum Thema der alte Mann und das Meer. Die Arbeiten habe ich gerahmt und sie hängen im Atelier. So kann sie jeder, der zum offenen Atelier oder auch so kommt, betrachten.

Die Präsentation des alten Mannes und des Meeres – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Hemingway "Der alte Mann und das Meer", Illustration by Susanne Haun on 16. Juni 2009

Heute habe ich mich mit der Präsentation des alten Mannes und dem Meer beschäftigt. Das hat sehr viel mehr Zeit in Anspruch genommen als ich vermutete. Das Konzept dafür hatte ich schon lange im Kopf und auch die „Zutaten“ wie Papier, Leim und Leder lagen auf meinem Schreibtisch.

Ich habe „Recycling Papier“ zur Montage der Bilder benutzt. Auf Layoutpapier habe ich die Texte gedruckt. Erst hatte ich überlegt, sie mit der Hand zu schreiben, aber mir gefiel dann die Einheitlichkeit und die Lesbarkeit der gedruckten Texte besser. Mit meiner guten alten Singer Nähmaschine habe ich die Blätter zusammengenäht. Die Bilder habe ich mit lösbaren Fotoklebepunkten befestigt. So sind in dem Buch immer Text auf Layoutpapier und Bild hintereinander. 24 Bilder habe ich aus den 35 ausgewählt. Die Auswahl ist mir nicht einfach gefallen. Aber ich hatte manche Motive von mehreren Seiten beleuchtet und wollte nichts doppeltes im Buch haben.

Natürlich sah der Pfalz mit meiner etwas unregelmäßiger Naht nicht so gut aus. Ich schnitt ein Stück Leder zurecht und klebte es mit Leim über meine Buchbindung. Nun bin ich sehr zufrieden. Das Titelblatt erhielt noch meinen Stempel mit meiner Signatur SH. Den Stempel benutze ich schon sehr lange. Ich habe ihn vor ca. 15 Jahren aus einem Speckstein hergestellt und stempel ihn mit roter Tinte.

Ich habe versucht, das Ergebnis zu fotografieren. Ich halte es gerne in der Hand und blätter in den Seiten. Oder fahre mit der Hand über das Papier, wo der kleine Absatz vom Leder zum Papier ist.

Überblick über „Der alte Mann und das Meer“ von Hemingway

Posted in Hemingway "Der alte Mann und das Meer", Illustration by Susanne Haun on 25. Mai 2009

Ich habe die Zeichnungen, die ich zum Hemingway Buch gearbeitet habe, geschlossen auf meine Homepage gestellt.

Hier seht ihr sie. Ich freue mich, dass ein so einheitliches Bild entstanden ist.

Endlich geschafft – Der alte Mann und das Meer – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Hemingway "Der alte Mann und das Meer", Illustration by Susanne Haun on 20. Mai 2009

Nun habe ich es endlich geschafft und ich habe heute die letzten beiden Zeichnungen gefertigt.
Der Junge, Manolin, kommt zum alten Mann. Der alte Mann freut sich über den Jungen. Er hat ihn sehr vermißt – auf vielen Seiten schreibt Hemingway vom Jungen: S.47: „Ich wünschte, der Junge wäre hier.“, S. 49 „Ich wünschte, ich hätte den Jungen da.“, S.54 „Ich wünschte, der Junge wäre hier.“, S.80 „Wenn der Junge da wäre, […], Ja, wenn der Junge da wäre. Wenn der Junge da wäre.“ S 103 „Der Junge erhält mich am Leben“

S.121: “ Du hast mir gefehlt“ sagte er, „Was hast du angefangen?“ – „Jetzt gehen wir wieder zusammen fischen“ sagte der Junge.

Jetzt gehen wir wieder zusammen fischen - Zeichnung von Susanne Haun

Jetzt gehen wir wieder zusammen fischen - Zeichnung von Susanne Haun

Dann habe ich auch noch die letzte Zeichnung gefertigt. Touristen sehen das Fischskelett. Sie fragen den Kellner, was das ist und verstehen den Kellner völlig falsch. Ich denke, die Dummheit der Touristen soll gezeigt werden. Sie kommen in das Land und haben keine Ahnung von den Verhältnissen dort.

„Tiburon“, sagte der Kellner. „Ein Hai“. Er beabsichtige hiermit zu erklären, was geschehen war. „Ich wußte nicht, das Haifische so schöne, wohlgeformte Schwänze haben.“ sagte die Touristin.

Tiburón - Zeichnung von Susanne Haun

Tiburón - Zeichnung von Susanne Haun

Es ist schwer, nun den alten Mann und den Jungen und den Schwertfisch ziehen zu lassen und sie aus meinen Gedanken zu verbannen.

Dann legte er sich auf sein Bett – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Hemingway "Der alte Mann und das Meer", Illustration by Susanne Haun on 19. Mai 2009

Nach dem Kampf mit der Natur ist der alte Mann am Ende seiner Kräfte. Er möchte nur noch liegen und sich regenerieren.
Hemingway schreibt nicht, was er träumt. Ich denke nicht, dass er wieder von den Löwen träumt. Ich denke, er verarbeitet das erlebte und hat den toten, leergefressenen Fisch vor Augen.

„Dann legte er sich auf sein Bett. Er zog die Decke über seine Schultern und dann über seinen Rücken und seine Beine, und er schlief mit dem Gesicht auf den Zeitungen, mit ausgestreckten Armen und den Handflächen nach oben.“

Ich wußte beim besten Willen nicht, wie ich in dieser Position die Handflächen nach oben zeichnen sollte? Standen die Handflächen bei Hemingway für ich bin geschafft oder ich habe es geschafft? Oder hat er sich einfach keine Gedanken dazu gemacht und nur aus der Intuition geschrieben?

Dann legte er sich auf sein Bett - Zeichnung von Susanne Haun

Dann legte er sich auf sein Bett - Zeichnung von Susanne Haun

Der alte Mann wartete – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Hemingway "Der alte Mann und das Meer", Illustration by Susanne Haun on 18. Mai 2009

Insgesamt habe ich schon 36 Zeichnungen vom alten Mann und das Meer gefertigt. Ich bin müde wie der alte Mann und möchte das Thema jetzt abschliessen. Aber ich weiss, es fehlern noch 3 Zeichnungen, die einfach zur Geschichte gehören. Die gilt es noch zu zeichnen. Vielleicht brauche ich diese Müdigkeit für die letzten Zeichnungen.

Der alte Mann muß gegen die Hai kämpfen, die immer wieder kommen und den toten Fisch fresssen wollen. Dem alten Mann blutet das Herz als er ansehen muss, wie die Haie immer mehr seinen Fisch auffressen. Der alte Mann wartete darauf, dass er noch einmal kommen würde. Aber keiner der beiden Haie zeigte sich.“

Der alte Mann wartete - Zeichnung von Susanne Haun

Der alte Mann wartete - Zeichnung von Susanne Haun

%d Bloggern gefällt das: