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Frühe Neuzeit – Luther und Cranach – Klausurvorbereitungen

Ich finde Klausuren schreiben sinnlos – es ist das Lernen für den Augenblick.

Von einer Hausarbeit nehme ich für meinen Geist viel mehr mit! Bei einer Hausarbeit setze ich mich mit einem Thema auseinander, das Recherchieren, Verstehen, Erklären und Vergleichen in Beziehung setzten, was mir große Freude bereitet und mich fasziniert.

Aber das Auswendiglernen von der Ständegesellschaft, zur Reformation, zum Augsburger und Wesfälischen Frieden über Kolumbus und Cook? Es ist die Frühe Neuzeit – o.k. Mir erscheint es beim Lernen wie ein Kessel buntes.

Es ist schon etwas länger her, dass ich Sinnbilder von Luther und Cranach zeichnete. Im Zusammenhang mit Cranach habe ich mich auch mit Luther beschäftigt. Aber doch nicht so intensiv, um zu wissen, wie die verschiedenen Abendmal Sichten der drei großen Konfessionen sind:

Katholisch: Transsubstantiationslehre
-> buchstäbliches Verständnis / Verwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi

Luther: Konsubstantiation
-> Christus bei Eucharistie real präsent, jedoch ohne tatsächliche Verwandlung

Reformierte Kirchen (Zwingli/ Calvin):
-> Glaube an geistige Präsenz Christi im Abendmahl, Erinnerungsmahl

Ach ja! Eine Frage an euch: Gehört das Wissen um das Abendmal zur Allgemeinbildung?

2 Mein Sinnbild von Luther 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun
2 Mein Sinnbild von Luther 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

1 Mein Sinnbild von Cranach 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun
1 Mein Sinnbild von Cranach 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun
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Cranach und Luthers Portrait – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Es ist erstaunlich, wie viele Informationen aus einem kleinen Buch kommen können, wenn man nur weiß, wie man es lesen muß.

Für Cranach habe ich mich besonders intensiv Mitte des Jahres 2010 interessiert. Mit diesem Link seht ihr eine Übersicht meiner Artikel über Cranach und Luther mit meinem Wissenstand von 2012. In diesem Zusammenhang zeichnete ich auch meine Sinnbilder von Cranach und Luther.

HaunMein Sinnbild Luthers heute (c) Zeichnung von Susanne Haun
Mein Sinnbild Luthers heute (c) Zeichnung von Susanne

Nach der Lektüre und Diskussion des Buches „Cranachs Luther“ von Martin Warnke sehe ich vieles des damals gedachten intensiver und auch anders. Ich frage mich, wie meine Sinnbilder sich ob des Wissens, dass ich nun besitze, ändern werden?

Cranach hat eine große Anzahl an Porträtdrucken im Laufe Luthers Leben gefertigt. Warnke fragte sich, wie sich die Portraits mit der Zeit änderten und welche Funktion sie hatten. Er vergleicht die Funktion der Abbilder mit denen der weiteren im 15. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert was das Portrait den Fürsten vorbehalten oder Ehebilder wurden angefertigt, wenn die Eheleute sich vor der Hochzeit nicht kannten.

Warnke geht im historischen Kontext vor. Er betrachtet die Zeit, in der die Arbeiten entstanden sind. Ich höre oft in Diskussionen um Bildbeschreibungen mit anderen Künstlern, dass der Künstler sich nie all das Gedacht hat, was über seine Bilder geschrieben werden.
Vieles, was wir heute gerade bei historischen Bildern beschreiben und uns erarbeiten müssen, wissen die Künstler der jeweiligen Zeit, weil es in ihrer Zeit verankert liegt.

So hat Cranach in den späteren Abbildungen Luther mit Attribute ausgestatte, die dieser gar nicht besaß.
Der erste Druck, den er im Auftrag des Wittenbergischen Hofes erstellte, wird Luthers tatsächlichem Antlitz am nächsten kommen. Dieser Druck wurde allerdings vom Wittenbergischen Hof vertreten von Spalatin (heute würden wir zu Spalatin „Pressesprecher“ sagen) abgelehnt.

1 Mein Sinnbild von Cranach 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun
1 Mein Sinnbild von Cranach 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun

So wurden die weiteren Abbildungen Cranachs von Luther mit Attributen der antiken Physiognomik des Pseudo-Aristoteles ausgestattet. Luther bekam wulstigen Augenbrauen („primitive Stirnhöcker„²), die als Zeichen für Tatmenschen standen. So ist auch der Mund- und Kieferbereich sowie die Haarlocke dem Löwen angepasst worden, weil der Löwe als das edelste und tapferste aller Tiere galt. Die Nase wurde adlergleich gestaltet, das galt großherzig.

Was Pseudo-Aristoteles bedeutet? Das sind Schriften, die im Mittelalter Aristoteles zugeschrieben wurden, die sich aber in der späteren Forschung als unecht erwiesen.

Ihr fragt euch, was Luther selber zu den Veränderungen seines Antlitzes gesagt hat? Luther fand sein Äußeres unwichtig, ihm ging es um seine Seele und seine Lehre. Unter dem Kupferstick von 1521 von Cranach steht folgende Inschrift: „Des Lucas Werk ist dies Bild der sterblichen Gestalt Luthers, das ewige Bild seines Geistes prägt er selbst.“².

2 Mein Sinnbild von Luther 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun
2 Mein Sinnbild von Luther 2010 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Es wird gesagt, dass die Reformation ohne die neuen Drucktechniken nicht funktioniert hätte.

Ich als Künstlerin von heute möchte natürlich am liebsten die Seele Luthers zeigen. Sein Antlitz kann ich nur aus den Drucken Cranachs vermuten. Aber wie zeige ich die Seele eines Menschen, dessen Lehre ich nur in Ansätzen kenne und den ich nie persönlich kennen gelernt habe?.
Viele Künstler, unter anderem Baldung, Altdorf, Hopfer haben nach Cranachs Arbeit Luther dargestellt.

For my English-speaking readers:
Cranach has made ​​a large number of printing portrait during Luther’s life.
Warnke, an arthistorien ask how the portraits changed over time and what function they had.
He compares the function of the images with those of the other in the 15th Century. In the 15th Century what the portrait subject to the prince or marriage pictures were taken when the couple is not provided before wedding.
Cranach drawed Luther with attributes of ancient physiognomy of Pseudeo-Aristotle. You wonder what Luther himself said to the changes of his face?
Luther found his appearance unimportant, it was about his soul and his teachings. Under the stick of copper in 1521 by Cranach is the following inscription:
„In business, this is Lucas image of mortal form Luther, the eternal image of his mind, he characterizes himself“ ².

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²Warnke, Martin. Cranachs Luther. Frankfurt am Main, April 1984.

Berühmt · Lucas Cranach der Ältere · Portraitmalerei · Zeichnung

Maria mit dem Kind – Zeichnung von Susanne Haun

Schon einmal zeichnete ich die Maria und berichtete, dass sie die am häuftigsten gemalte Gestalt in der christlichen Kunst ist. Heute habe ich dieses Thema wieder aufgegriffen.

Mir gefällt die Cranach Darstellung der Maria mit dem Jesus Kind sehr gut. Er hat eine Frau aus der Bevölkerung als Model für seine Darstellung gewählt. Das bewegte Jesuskind ist sehr realistisch. Ich habe mir mal wieder den kleinen Melvin Mattern ausgeborgt und ihn auf den Arm genommen. Das ist nicht so einfach, denn ein zweijähriges Kind hat keine Lust auf dem Arm zu sein – nicht nur keine Lust nein überhaupt gar keine Lust. Der kleine Kerl wandt sich wie ein Aal und strafte die ganzen klassischen „braven“ Maria und Jesus Darstellungen Lügen. Und so begeisterte mich die Cranachdarstellung nach dieser Erfahrung noch viel mehr, weil sie einfach aus dem Leben gegriffen ist!

Das Bild der Maria und des Jesus Kindes ist im Wandel – wie schauen sie sich heute an, die beiden? Eine unbefleckte Empfängnis? Ich muss lächeln. Zwischen den Beiden ist über die Jahrtausende Liebe, Verantwortung, Schutz und eine besondere Bindung geblieben, egal in welcher Religion.

Maria mit Kind - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 32 cm - Tusche auf Bütten
Maria mit Kind - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 32 cm - Tusche auf Bütten

Ich bin in der letzten Zeit oft zum Verkauf meiner Bilder angesprochen worden und habe deshalb eine neue Seite mit Verkaufsbedingungen eingefügt.

Aktmalerei · Blumen und Pflanzen · Exlibris und Titelrahmen · Lucas Cranach der Ältere · Tiere · Zeichnung

Titelrahmen und Exlibris – Zeichnungen von Susanne Haun

In früheren Zeiten wurde weitaus mehr künstlerische Fähigkeit für den Titelrahmen eines Buches benötigt. In der Cranach Ausstellung Venus, Eva & Co. waren mehrere Titelrahmen zu sehen, die mit dem Beginn der Buchdruckerei als Buchcover verwendet wurden. Davor wurden Bücher handschriftlich vervielfältigt; fast ausschließlich in den Klöstern der Welt. Die Gestaltung erfolgte von Mönchen, die besonders gut zeichnen konnten. Cranach stellte Holzschnitte für die Titelgestaltung der von Gutenberg gedruckten Bücher her.

Wir kennen heute noch den Exlibris, mit dem der stolze Besitzer seine Bücher als sein Eigentum kennzeichnen kann. Exlibris sind kleine gedruckte grafische Kunstwerke auf Papierbögen als Holzschnitt, Kupferstich, Stahlstich, Lithografie oder in einer der modernen Drucktechniken.

Exlibris - Zeichnung von Susanne Haun - 32 x 24 cm - Tusche auf Bütten
Exlibris - Zeichnung von Susanne Haun - 32 x 24 cm - Tusche auf Bütten

Sollte jemand Interesse an einem eigenen Exlibris auf selbstklebenden Etiketten haben, kann er / sie sich gerne bei mir (info@susannehaun.de) melden. Ich erstelle ein unverbindlichen Kostenvoranschlag.

Akt · Aktmalerei · Lucas Cranach der Ältere · Zeichnung

Wer ist Eva? – Zeichnung von Susanne Haun

Eva wurde von Gott aus einer Rippe Adams geschaffen. Ich dachte immer in der Bibel würde stehen, dass der Apfel die verbotene Frucht ist, von der Eva aß. Aber der Apfel wurde auf Grund eines sehr alten Übersetzungfehlers zur Paradiesfrucht. Das lateinischen Wort malum, das dem Apfel zugrunde liegt, kann sowohl böse als auch Apfelbaum bedeuten.

Eva - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 32 cm - Tusche auf Hahnemühle Bütten
Eva - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 32 cm - Tusche auf Hahnemühle Bütten

Ich bin bei brauner Tusche geblieben und habe mich gegen das harte Schwarz entschieden und war froh, dass der Apfelbaum kein Apfelbaum sondern ein beliebiger Baum sein kann. So konnte ich wieder meine Linde vor der Tür zeichnen. Sie treibt unten an den Wurzeln neue Blätter aus. Das Bild und die Rolle der Eva in unserer Zeit hat sich gewandelt, ich habe ihr deshalb die Schlange zu Füßen gelegt und sie an den Baum gelehnt. Den monochromen Hintergrund Cranachs habe ich übernommen – es ist sehr erholsam für das Auge neben der Fülle an Informationen, die Ruhe des Hintergrundes zu geniessen.

Aktmalerei · Betrachtungen zur Kunst · Lucas Cranach der Ältere · Zeichnung

Wittenberg, das Cranach Haus und die Farbe Schwarz – Zeichnungen von Susanne Haun

Heute war ich in der Lutherstadt Wittenberg und habe das Cranach Haus besucht. Es ist eine unglaubliche Vorstellung, ich bin in den Räumen gelaufen, in denen Cranach vor 500 Jahren einen großen Teil seines Lebens verbracht hat.

Es läuft gerade die Ausstellung „Venus, Eva & Co.“, die ich euch wirklich empfehlen kann. Ich durfte teilweise Fotos im Haus machen, aber natürlich nicht von der Ausstellung. Wenn ihr hier dem Link folgt, bekommt ihr Informationen zu den Cranach Höfen.

Katalog und Eintrittskarte - Foto von Susanne Haun
Katalog und Eintrittskarte - Foto von Susanne Haun

Anfang des 16. Jahrhunderts wurde „Das Urteil des Paris“ christlichen, lutherischen Bedeutungsaspekten zugeordnet, denn es geht um die Erörterung des rechten Lebensweges, die Entscheidung zwischen Macht, militärischem Rum und Liebe.
„Venus und Amor“ Darstellungen sollten vor dem sündhaften Blick warnen.

Die Aktfiguren auf dem dunklen Grund waren damals ein ungewohntes Seherlebnis. Für mich ist es auch nicht einfach, mit schwarzer Tusche, Akte zu zeichnen. Schwarz erscheint mir so hart, selbst in den Abstufungen der Grautöne.

Morgenstimmung - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 20 cm - Tusche auf Bütten
Morgenstimmung - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Mein bevorzugtes Braunvermittelt Wärme und Leben, das Schwarz im Akt ist eine echte Herausforderung für mich. Schwarz ist unbunt, man empfindet ein neutrales Lichtempfinden, lt. Buschendorf. Somit paßt es für mich nicht zu Amor, Psyche, und den drei Damen des Urteils des Paris. Heute habe ich Akte mit schwarzer Tusche gezeichnet – ich bin zufrieden. Den Hintergrund mit Schwarz zu füllen habe ich heute noch nicht übers Herz gebracht aber ich arbeite weiter daran und morgen ist auch noch ein Tag.

Lucas Cranach der Ältere · Portraitmalerei · Zeichnung

Fortsetzung „Ich mit Hut“ und warum Barbara Cranach auf keinem Bild zu sehen ist – Zeichnung von Susanne Haun

Heute habe ich weiter an meinem Selbstbildniss mit Hut gemalt. Angesichts der Blütenpracht in der Natur malt sich der Hut fast von alleine weiter und ich muss meine Fantasie und die Blumen nur in Hutform lenken.

Die Halspartie ist etwas schwieriger, weil durch den geneigten Kopf der Hals nicht frei sondern vom Körper eingeschlossen ist. So ist es wichtig, die Schulterblätter zu betonen.

In der S-Bahn habe ich eine witzige Geschichte über die Ehefrau Cranachs in seiner Biographie von Berthold Hinz gelesen.

„Es existiert weder ein Portrait von ihr (Barbara Cranach), (…) noch eine Grabschrift. (…) Aus Eifersucht habe sie ihrem Mann für dessen ungezählte Evas, Lukretias, Venusse selbst Modell gestanden, sei also schön, wie diese, gewesen uns aus Diskretion nie erkennbar porträtiert worden.“
Andere meinten, sie wäre so häßlich gewesen, dass Cranach sie des Reichtums wegen geheiratet hat und sich nie entschliessen konnte, ihr Gesicht zu malen.

Ich habe mir die Akte Cranachs lange und gründlich angeschaut und mich noch bevor ich den Text Hinzs lass gefaagt, wer wohl diese Frau war, die ihm immer wieder Modell stand. Ich hatte von Anfang an den Eindruck, es ist immer wieder dasselbe Modell. So kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es Barbara Cranach war. Die Zeilen in der Biografie zu lesen war wie ein Aha-Erlebniss.

Entstehung Zeichnung "Ich mit Hut" - 80 x 60 cm - Tusche auf Aquarellbütten Hahnemühle Leonardo
Lucas Cranach der Ältere · Portraitmalerei · Zeichnung

Ich mit Hut, Teil 1 – Zeichnung von Susanne Haun

Ich habe mir von Berthold Hinz die Biographie von Lucas Cranach aus dem rororo Verlag gekauft.

Hinz spekuliert über den Erfolg Cranachs Akte, den er unter anderem den Accesoires und den unwirklichen Eindruck der Frauen zuschreibt. Als Accesoires dienten große Hüte und Schmuck, der Frauentyp erinnert an Nabokovs Lolita.

Heute wollte ich mir den ersten Fantasiehut ausdenken, da wie immer kein Modell im Atelier war, nahm ich einen Spiegel und setze mir selber einen gedanklichen Hut auf. Die Zeichnung ist auf 600g Hahnemühle Büttenpapier Leonardo und noch lange nicht fertig.

Detail Entstehung Selbstportrait mit Hut - Foto von Susanne Haun
Detail Entstehung Selbstportrait mit Hut (c) Foto und Zeichnung von Susanne Haun

Ich möchte gerne als größeres Projekt „Das Urteil des Paris“ zeichnen. Paris, der Sohn Hektor von Trojas, soll entscheiden, wer die Schönste ist: Hera, Athene oder Aphrodite. Er hat dafür den Apfel für die Schönste von der Göttin der Zwietracht erhalten. Hera verspricht Paris Macht, Athene Weisheit und Aphrodite verspricht Paris die schönste Frau der Welt – Helena. Aphrodite gewinnt und da Helena mit Melenaos verheiratet war, wird dadurch der trojanische Krieg ausgelöst.

Es hat sich also in all den Jahren nichts auf der Welt geändert. Es gab schon damals ein Germanys next Topmodel!

Akt · Aktmalerei · Aquarell · Lucas Cranach der Ältere · Zeichnung

Der kleine Engel Amor – Zeichnung von Susanne Haun

Gestern war ich bei Familie Mattern und habe mit dem kleinen Melvin Mattern, knapp 2 Jahre gespielt. Ein Bereich meines Kopfes ist immer mit meinem aktuellen Thema gefüllt und so mischten sich meine Gedanken um Cranach mit dem Gesehenen und ich sah im Swimmingpool der Matterns mein Model für Amor auftauchen.

Amor und Psysche waren ein beliebtes Thema auf Cranachs Bildern. Mir wurde gestern auch schlagartig klar, wie all‘ die Puttenbilder der Renaissance entstanden. Wenn eine Horde Kleinkinder an einem Swimmingpool spielt, sieht man alle klassischen Gemälde mindestens einmal. Ich brauchte nur ein paar Amselfügel an Melvins Rücken und Blumen in seinem Arm zeichnen und schon war der kleine Amor, der Psyche in der Nacht besuchen kommt, fertig. In dem Foto, welches ich hier von Melvin zeige, sehe ich den einen Engel Raphaels auf dem Bild der sixtinischen Madonna.

Amor - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 20 cm - Aquarell und Buntstift auf Bütten
Amor - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 20 cm - Aquarell und Buntstift auf Bütten

Gestern habe ich in Patrick Hankes Blog eine sehr schöne Beschreibung zum Lavieren beim Aquarellieren gelesen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Lucas Cranach der Ältere · Tiere · Zeichnung

Die Eule, Symbol für Melancholie – Zeichnung von Susanne Haun

Die Melancholie galt im Mittelalter als Versuchung des Teufels, die der Gläubige wie eine Prüfung bestehen mußte.
Luther wurde häufig von Schwermut überfallen und setzte sich in Trostschriften mit der Melancholie auseinander. Auf dem Gemälde Cranachs, das Cuspinian darstellt, ist am Himmel eine Eule zu sehen, das Tier des Melancholikers. Während der Gegenreform wurde deswegn die Melancholie als häufig typische Krankheit der Protestanten bezeichnet.

Vor einiger Zeit gab man der Melancholie einen neuen Namen: Depressionen.

Dürer (Melancolia), Cranach (Melancholie), Caspar David Friedrich (Der Mönch am Meer) und Böcklin (Die Toteninsel) haben unter anderen versucht, die Melancholie bildlich darzustellen. Ich habe irgendwo gelesen, dass „Die Toteninsel“ von Böcklin das meistgehangenste Bild in deutschen Wohnzimmern ist.

Eulen gelten schon seit der Antike als Unglücksbringer. Noch heute morgen hätte ich gesagt „Alles Aberglaube!“. Beim Malen der Eule habe ich meine neue 100 ml Flasche Caput mortuum Tusche über die Tastatur meines Sony Vaio Laptops geschüttet. Er gibt nun keinen Ton mehr von sich – ich mußte mir für mein Blog einen Laptop von meinen Eltern borgen. Ich weiß nicht, wann ich das nächste mal eine Eule male!

Eule - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 25 cm - Tusche auf Bütten - Mit Handy fotografiert, da der geborgte Laptop keine SD Karte liest
Eule - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 25 cm - Tusche auf Bütten - Mit Handy fotografiert, da der geborgte Laptop keine SD Karte liest