Susanne Haun

Natur – Überzeichnung – bin ich fertig? – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Hände, Leinwand, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 20. Juli 2015

Und wieder geht es um die Frage:
„Bin ich fertig?“

Zeichnung Zwischenstand Natur (c) Leinwand von Susanne Haun

Zeichnung Zwischenstand Natur (c) Leinwand von Susanne Haun

 

Ich habe die dominante Blüte aus dem Kopf der Ziege hinausgenommen und durch einen zarten vertrockneten Geranienzweig ersetzt. Die große Blüte schimmert durch das von mir gesetzte Weiß durch.

 

Zeichnung Zwischenstand Natur (c) Leinwand von Susanne Haun

Zeichnung Zwischenstand Natur (c) Leinwand von Susanne Haun

 

Text fehlte mir auch. Ich habe ihn platziert.
Aber ich bin mir trotzdem unklar, ob die Leinwand fertig ist. Ich stelle fest, eine Leinwand braucht mehr Gedanken als ein Papier! Nun ist sie auch größer. Die Leinwand ist 160 x 47 cm groß.
Mit meinen neuen Änderungen ist sie nicht mehr so minimalistisch wie sie zuerst war. Eigenartigerweise war sie mir vor der letzten Änderung zu leer und nun weiss ich nicht, ob sie mir jetzt zu voll ist.

Heutiger Stand der Dinge:

Zeichnung Zwischenstand Natur (c) Leinwand von Susanne Haun

Zeichnung Zwischenstand Natur (c) Leinwand von Susanne Haun

 

Vergangener Stand der Dinge:

Zwischenstand Leinwand Natur (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Zwischenstand Leinwand Natur (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

 

Ich werde die Leinwand die nächsten Tage anschauen und entscheiden, ob ich sie für beendet betrachte!

 

Einen Körper für die Ziege – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Hände, Leinwand, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Juli 2015

Die Ziege braucht einen Körper – ganz klar!

Zwischenstand  Leinwand Natur  (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Zwischenstand Leinwand Natur (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Die Zeichnung entsteht auf Leinwand. Die Leinwände habe ich 2005 das erste Mal benutzt. Am Anfang jeden Jahres gehe ich in mein Lager und entscheide, was aus der vergangenen Zeit noch meinen heutigen Ansprüchen entspricht. Alles, was nicht mehr meinen Ansprüchen entspricht werfe ich, wenn es auf Papier ist, weg – natürlich nicht, ohne es vorher zu schreddern. Die Leinwände, die nicht mehr den Ansprüchen entsprechen, grundiere ich neu und habe so wieder ein neues Medium für ein neues Bild. Manchmal lasse ich beim grundieren das alte Bild hervorschauen. So entstehen Schichten – ich nenne sie Erinnerungsschichten. Bei der Ziege leuchten einige Erinnerungen durch.

Zwischenstand  Leinwand Natur  (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Zwischenstand Leinwand Natur (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Nach dem Zeichnen muß ich die Leinwand auch noch mit Stoff einfassen, da ich nicht vorhabe, sie auf Keilrahmen zu ziehen. Sie soll bewegt im Raum hängen, dazu müssen aber die Ränder sauber sein. Die Präsentation ist genauso wichtig und Ausdrucksmittel wie die Zeichnung selber.

Zwischenstand  Leinwand Natur  (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Zwischenstand Leinwand Natur (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

 

Als nächstes entscheide ich, was bestehen bleibt und was ich wieder verschwinden lasse. Fertig ist die Leinwand noch nicht — nein – noch lange nicht.

Der mentale Habitus des Disegno – Zeichnung von Susanne Haun

Es ist sehr spannend, einem Begriff wie „Disegno“ auf der Spur zu sein.

Ist es nicht so, dass ein gutes Lexikon alle Unklarheiten beseitigen kann?
Ich habe im Regal Metzlers Lexikon der Kunstwissenschaft zu stehen und arbeite mich langsam, Satz für Satz an der Definition vorwärts.

Das Auge (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das Auge (c) Zeichnung von Susanne Haun

Gestern begann ich, mich mit der Bedeutung von Disegno auseinanderzusetzen (siehe hier).

Im Lexikon steht, dass Disegno in der Grundbedeutung Form/Zeichnung/Komposition heisst aber durch Vasari mit einem „mentalen Habitus“ (Kemp 1974, 225) unterlegt wurde und daher eine umfassendere Semantik (Bedeutung) erhielt. Der Habitus hat, je nach Anwendung auf eine bestimmte Wissenschaft, unterschiedliche Bedeutungen. Stur übersetzt bedeutet das Wort „Stellung oder Verhalten“.

Ateliereingang Susanne Haun (c) Foto von Susanne Haun

Ateliereingang Susanne Haun (c) Foto von Susanne Haun

Ihr lest also – es ist nicht so einfach, einen Satz aus dem Lexikon auch zu verstehen. Dieser Satz will bedacht sein. Da ich immer wieder beim Studium auf Wolfgang Kemp treffe, habe ich mir bei der Zentralbibliothek Berlin ein Sammelwerk von Kemp bestellt. Ich schätze den Service der Bibliotheken sehr, ich kann online in jedem Bestand recherchieren und mir dann die gewählten Bücher gegen eine Gebühr von 2 Euro in meine Heimatbücherei senden lassen. Ein sehr guter Service.

Irgendwie finde ich, dass hier auch der Link zur Lyrikzeitung passt: 10. Nicht jeden Tag.
Es geht darum, was jeden Tag in unseren Elternhäusern gelesen wurde…. 🙂

An die Zeichnung auf der Leinwand, die ich euch jetzt zeige, gewöhnt euch nicht zu sehr.
Ich habe sie gestern so begonnen und heute wieder übermalt. Alles was ich hier zeige ist also nicht mehr existent. Wie die Leinwand nun aussieht, werde ich euch morgen zeigen.

_________________________________________________________________________________

Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²

Ein anderer zeichnerischer Tanz – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Hände, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 30. April 2013

Sehr oft zeichne ich in der S-Bahn oder Kaffees Passanten und habe mir eine gewisse Routine erarbeitet.

Wie erstaunt war ich, dass mir das zeichnerische Erfassen der Dozentin in der Vorlesung letzte Woche schwerer gefallen ist als das der Passanten und wie froh war ich, diese Routine zu durchbrechen!

Im Vorlesungssaal (c) Zeichnung von Susanne Haun

Im Vorlesungssaal (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Dozentin ist sehr anmutig, hat sehr lange ausdrucksstarke Hände, die wie sie selber immer in Bewegung sind. Die Zeichnungen, von denen sie in der Vorlesung sprach, wurden mit einem Beamer an die Wand geworfen und sie tanzte und gestekulierte zwischen ihrem Pult und den Abbildungen hin und her.

Ich nahm mir den Kopf und die Hände einzeln zur Darstellung vor. Ein Glück habe ich noch bis Juni jede Woche eine Vorlesung bei der Dozentin, da kann ich sie noch lange beobachten.

Der gefallene Engel Semjasa – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Das äthiopische Buch Henoch, Engel, Hände, Illustration, Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 14. Juni 2011

„So herrschte viel Gottlosigkeit, und sie trieben Unzucht, gerieten auf Abwegen und alle ihre Pfade wurden verdorben. Semjasa lehrte die Beschwörungen und das Schneiden der Wurzeln …“ Das Buch Henoch

Semjasa lehrte die Beschwörungen - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Semjasa lehrte die Beschwörungen - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Im Buch Henoch werden nun alle gefallenen Engel aufgezählt und was Sie den Menschen an „Greultaten“ lehrten: Sternschauen, Astrologie, Wolkenkunde, Zeichen der Erde, Zeichen der Sonne und die Zeichen des Mondes.
Das alles lief zu der Zeit, als das Buch Henoch geschrieben wurde, unter „gottlos“.

„Wissen ist Macht“ ist bei uns ein geflügeltes Wort aber diese drei Worte, die auf den englischen Philosophen Francis Bacon zurückgehen, enthalten sehr viel Wahrheit.

Je „dümmer“ die Masse der Menschen „gehalten“ wird, desto leichter haben es wenige wissende Macht auszuüben. Deshalb bekomme ich immer Angst, wenn ich mir das Fernsehprogramm ansehe! Das ist zum Teil die reinste Volksverdummung!

Nachdem ich die „beiden Greultaten“ des Semjasa gezeichnet hatte, wollte ich einfach nur einen schönen Engel zeichnen … nur so ohne Gedanken!

Engel - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Engel - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Wenn ihr Lust habe, könnt ihr auf Rosie Geislers Blog mit uns über Illusion und Wirklichkeit diskutieren. Auf Rosies BLog läuft unsere vorletzte Blogparade mit Fragen zur Kunst.

Das Orakel – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Der Rinderraub - Táin Bó Cuailnge, Hände, Illustration, Keltische Eindrücke, Zeichnung by Susanne Haun on 19. Februar 2011

Ein Orakel ist für mich immer geheimnisvoll. Mittels eines Orakels sollen mit göttlicher Hilfe Fragen beantwortet werden. Praktisch, oder?

Daniel Büchner stellte mir Knöchlein als Orakelmodell zur Verfügung - Foto von Susanne Haun

Daniel Büchner stellte mir Knöchlein als Orakelmodell zur Verfügung - Foto von Susanne Haun

In der Táin wird natürlich auch das Orakel befragt. Je nachdem, wer die Táin übersetzt hat, klingt die Frage so:

Ernst Windisch
„Einer von ihnen fragte seinen Erzieher (den Druiden Cathba) , was für ein Zeichen und Omen der Tag hätte, an dem sie waren, ob es gut sei, oder ob es schlecht sei.“

Thomas Kinsella
„Wem bringt die Stunde Glück?“

Bei einem Druiden denkt man entweder an Gandalf aus dem Herrn der Ringe oder an Miraculix aus Asterix und Obelix. Um nicht in diese Schiene zu rutschen, habe ich nur die Hand des Druiden gezeichnet.

Das Orakel - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 30 x 40 cm

Das Orakel - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 30 x 40 cm

Leben – Zeichnung (Rolle) von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Blumen und Pflanzen, Engel, Hände, Landschaft, Portraitmalerei, Rolle, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 6. Dezember 2010

Heute kam der Titel für meine Rolle zu mir. LEBEN. Einfach und knapp, der Titel meiner 1000 x 40 cm großen Rolle ist „Leben“.

„Leben“ im Internet in ihrer Vollständigkeit darzustellen ist genauso schwierig wie sie im realen Leben zu zeigen.

Ich habe sie Stück für Stück abfotografiert und gefilmt. Die Bilder zeige ich euch genau wie den Film. Den Film zeige ich ganz am Ende des Beitrages.

Ausschnitt "Leben" - Zeichnung von Susanne Haun - 1000 x 40 cm

Ausschnitt "Leben" - Zeichnung von Susanne Haun - 1000 x 40 cm

Elke Teggertz, die meinen Blütenzweig vom 11.11. für ihre Sammlung kaufte, schrieb mir folgende Idee:

„Die gezeichnete Rolle finde ich großartig, auch und gerade weil sie vielleicht aus kommerzieller Sicht schwachsinnig ist. Ich würde sie auf einem großen Rad präsentieren, dass sich langsam dreht (und das einen Durchmesser von über 3 m haben müsste, was die ganze Sache schwierig gestaltet).“

Ausschnitt "Leben" - Zeichnung von Susanne Haun - 1000 x 40 cm

Ausschnitt "Leben" - Zeichnung von Susanne Haun - 1000 x 40 cm

Angelika Bläser, die zwei meiner Engel in ihrer Sammlung ihr Eigen nennt, würde das „Leben“ über Schienen an der Wand und Decke lang führen.

Ich selber finde die Idee gut, sie auf den Boden zu legen und mit Trittglas zu bedecken.

Ausschnitt "Leben" - Zeichnung von Susanne Haun - 1000 x 40 cm

Ausschnitt "Leben" - Zeichnung von Susanne Haun - 1000 x 40 cm

Martina Mattern, die in einem Zimmer nur Bilder von mir zu hängen hat, fand die Idee, das „Leben“ über ein Rollensystem mit einer Kurbel zu zeigen, sehr gut. Der Betrachter muss eine Kurbel drehen, um immer wieder andere Ausschnitte der Rolle zu sehen.

Ich freue mich über eure Ideen in den Kommentaren.

Ausschnitt "Leben" - Zeichnung von Susanne Haun - 1000 x 40 cm

Ausschnitt "Leben" - Zeichnung von Susanne Haun - 1000 x 40 cm

Eine Ziege auf der Rolle und von der Freiheit – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Engel, Hände, Rolle, Rolle des Lebens, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 30. November 2010

Heute habe ich im Blog von Patrick Hanke (Aquarellist, seht hier) seine Auffassung über den Begriff „Freiheit“ gelesen.

Patrick schreibt:
„Die Frage, ob man frei ist oder nicht, ist absurd. Nicht ob, sondern wie frei man ist, ist die einzig reale Frage in Bezug auf Freiheit. Man ist nicht einfach frei oder nicht. Man bewegt sich zur Freiheit hin. Die Menschheit entwickelt sich, indem sie sich von gewissen Dingen frei macht. Und in dem Maße man das selber als Individuum tut, in dem Maße schafft man Kunst.“

Aus meiner Erfahrung braucht man, um frei zu sein, Menschen die einen unterstützen, die einen den Rücken frei halten, die an einen glauben.

Engelshände - Entstehung Zeichnung Susanne Haun - 1000 x 40 cm

Engelshände - Entstehung Zeichnung Susanne Haun - 1000 x 40 cm

Und kann man nur ohne Kinder – ohne Verantwortung – frei sein? Eine andere Künstlerin in Facebook berichtete mir, dass irgend jemand ihr erzählte, man kann nur ohne Familie ein wahrer Künstler sein. Für mich persönlich ist diese Ausage Unsinn.

Uns inspirieren Kinder und zeigen neue Wege auf und Ideen. Von der Urzeit an hat jedes Kind – jede neue Idee – uns ein Stück von den Bäumen herunter geholt!

Eine Ziege in der anderen Hand des Engels - Entstehung Zeichnung Susanne Haun - 1000 x 40 cm

Eine Ziege in der anderen Hand des Engels - Entstehung Zeichnung Susanne Haun - 1000 x 40 cm

Ich kämpfe mit Andreas jeden Tag um diesen Begriff der Freiheit!

Beispiel:
Ich zeichne auf 1000 x 40 cm.
Andreas: Völliger Schwachsinn, wie willst du das rahmen und präsentieren?
Ich: Ist mir egal, ich will eine Idee ausdrücken!

Hier ergibt sich die Frage nach dem Einfluß der wirtschaftlichen Freiheit zur persönlichen Freiheit. Wir brauchen schon ein Brötchen, um satt zu werden.

Ich freue mich, über eure Auffasssung zum Thema Freiheit, vielleicht habt ihr Lust, sie in den Kommentaren zu schreiben.

Hände auf dem Klavier – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Hände, Zeichnung by Susanne Haun on 11. Juni 2010

30 Grad werden es heute noch einmal in Berlin. Die Nacht war so schwül, dass ich nicht richtig schlafen konnte. Dann stehe ich immer auf und so habe ich des Nachts noch einmal Klavierhände gezeichnet. Beim Morgenkaffee habe ich dann versucht, ein Gefühl für das Klavier unter den Händen zu bekommen. Es ist ein Gegenstand geworden und das finde ich o.k. Ich sehe nur die Grafik des Klaviers – das Wesen bleibt mir verschlossen bis die kleine Winona (siehe Kommentar vom gestriegen Beitrag) Klavier für mich spielt.

Ich habe auch zwei Detailfotos von den Linien der Hände fotografiert. Sie sind abstrakt und ich mag es, mir die Verdickungen und Verdünnungen der Linien anzuschauen.

Es ist ungefähr 10 Jahre her, da kaufte ich bei Bösner das Buch „Skizzenheft – Die Hand“ von Jean-Christophe Bailly. Ich schaue oft in das Buch und betrachte die Zeichnungen der Hände der alten Meister. Die Hand übte zu allen Zeiten eine große Faszination auf Künstler aus. Bailly schreibt, dass die Hand, ähnlich wie das Gesicht, schwer wiederzugeben ist. „… die Hände in der Malerei – und das können uns die Zeichnungen belegen – sind niemals belanglose Details, sie sind vielmehr zentrale Stellen, in denen sich die Energie eines Gemäldes erweist und konzentriert.“

Ich habe in meinen Arbeiten den Händen immer eine besondere Stellung eingeräumt. Oft finde ich sie ausdrucksstärker als das Gesicht selber!

Hände am Klavier - Zeichnung von Susanne Haun - 30x 40 cm - Tusche auf Bütten

Hände am Klavier - Zeichnung von Susanne Haun - 30x 40 cm - Tusche auf Bütten

Das Klavier – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Hände, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Juni 2010

Vor kurzem sind neue Mieter in die Wohnung über mir eingezogen. Seither wird das Schreiben meines Blogs von Klaviermusik begleitet. Ich bin darüber ganz begeistert und stelle die Hörbücher aus und lausche und schreibe. Manche Passagen der Musik haken noch und manche Passagen werden sehr flüssig und routiniert von der unsichtbaren Hand gespielt. Ich habe die neue Mitbewohnerin des Hausses noch nicht gesehen, so kann ich mir noch alles vorstellen; manchmal sehe ich ein blondes junges Mädchen mit Korkenzieherlocken und ein anderes Mal eine stolze ältere Dame mit einem langen grauhaarigen Zopf. Ich möchte mir diese Phantasie noch bewahren, bevor ich hochgehe, klingele, mich vorstelle und schaue, wer dort spielt.

Um ein Gefühl für die Hände am Klavier zu bekommen, habe ich mir auf youtube Klavierclips angeschaut und nachdem ich den Trailer von „Der Pianist“ gesehen habe, habe ich diese DVD auch gleich auf ebay ersteigert.

Ich habe nie Klavier gespielt, meine Familie hat generell kein musikalisches Rhytmusgefühl und unsere Einsätze kommen zur Belustigung der Anwesenden entweder zu spät oder zu früh. Nichtsdestotrotz hören wir sehr gerne Musik und singen falsch mit! Während mir die Hände bei den Zeichnungen keine Probleme bereitet haben, war das Klavier sehr schwierig für mich. Ich möchte das Gefühl für ein Klavier wiedergeben aber woher soll ich das nehmen? Ich mag keine perspektivisch perfekte Tastatur zeichnen. Aber vielleicht sollte ich mich morgen daran machen. Vielleicht erschließt mir eine Perspektivstudie das Wesen des Klaviers!

Da ich heute im Atelier die Bilder für den Künstlermarkt in Hilden gerahmt und bereitgestellt habe, hatte ich wenig Zeit zum zeichnen. So zeige ich euch die ersten drei schnellen Skizzen, die ich zum Klavierthema fertigte.

%d Bloggern gefällt das: