Susanne Haun

Zitat am Sonntag – Oscar Wilde

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 9. Juni 2019

 

So mancher junge Mensch tritt mit einer natürlichen Begabung zur Übertreibung in dieses Leben, aus der, so sie nur in einfühlsamer Umgebung gefördert würde, etwas wirklich Großes und Wunderbares erwachsen könnte.
Doch nach einer Weile entwickelt er einen morbiden und ungesunden Hang zur Wahrheit und häufig schreibt er am Ende Romane, die so lebensnah sind, dass es niemandem mehr möglich ist, an ihre Wahrscheinlichkeit zu glauben.

Oscar Wilde, 1854 – 1900, irischer Schriftsteller

 

Der Baum der Weisheit, Ausschnitt aus der Rolle des Buchs Henoch, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

Der Baum der Weisheit, Ausschnitt aus der Rolle des Buchs Henoch, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2019

 

 

 

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Oscar Wilde, zitiert nach Merlin Holland, Das Oscar-Wilde-Album, München 1998, S. 127 – 128.

Die Sprache der Blumen von Rilke – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Illustration, Rilke, Zeichnung by Susanne Haun on 7. März 2015

Die Sprache der Blumen von Rainer Maria Rilke

Und glaubst du gleich den Worten nicht,
die ich dir hoffend schrieb
die Sprache, die die Blume spricht,
verstehst du doch, mein Lieb.
Wenn dein Fuss dort fürder schreitet,
wo die Fluren üppig stehn
glaub mir, jede Blume deutet
viel dir – kannst du sie verstehen.

 

Glaub mir, jede Blume deutet (c) Zeichnung von Susanne Haun

Glaub mir, jede Blume deutet (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Die Sprache der Blumen im Salon – Rilke – Sammler – Zeichnung und Bericht von Susanne Haun

Posted in Rilke, Zeichnung by Susanne Haun on 5. März 2015

Die Sprache der Blumen von Rainer Maria Rilke

Und glaubst du gleich den Worten nicht,
die ich dir hoffend schrieb
die Sprache, die die Blume spricht,
verstehst du doch, mein Lieb.
Wenn dein Fuss dort fürder schreitet,
wo die Fluren üppig stehn

Wenn dein Fuss dort fürder schreitet (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wenn dein Fuss dort fürder schreitet (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich versprach gestern weiter von meinem KunstSalon am Dienstag zu berichten.
Nach der ersten Hälfte des KunstSalons am Dienstag (siehe hier) sprachen wir über Kunstsammler.
Die Autorin Petra A. Bauer, die auch beim Salon teilnahm, berichtete auf Ihrem Blog writingwoman vom Geschehen.

Ich stellte dazu einige Folien zusammen:

Wer sammelt Kunst?
Kirche
Staat
Adel, den es noch gibt
Großunternehmer
Institutionen
Finanzwelt
Mittelstand (Ärzte / Anwälte)
Künstler

Schwerpunkte von Kunstsammlung
Grafikkunst
Malerei Aufgeteilt nach Gattungen, Epochen, Ländern und Kontinenten
Skulptur
Dabei werden die Sammler meistens von Galeristen oder Kunstagenten beraten. Viele Sammler beschäftigen eigene Kuratoren für ihre Sammlung. Sie besitzen eigene Ausstellungshäuser und beschäftigen Kunsthistoriker und Autoren für ihre Publikationen. Alle besitzen Internetpräsenzen und sind sozial in anderen Projekten tätig.

Warum sammeln Sammler? Welchen Zweck hat eine Sammlung?
Unterhalterin des Klerus und Staatlicher Autoritäten in Sachen Repräsentation
Gehilfin bei der Identitätsfindung
Die Freude / Gier nach dem Einzigartigen, was kein anderer besitzt
Top-Ergebnisse internationaler Auktionshäuser machen Lust auf Sammeln
Geld verdienen durch Spekulation
Einer Leidenschaft zu frönen
Accessoire oder Statussymbol

Verhältnis Sammler – Künstler

Der Künstler an sich ziert sich in die Nähe des schnöden Mammons zu geraten.
Der Künstler hat eine gewisse Abhängigkeit dem Begehrenen des Sammlers gegenüber.
Der Sammler hat eine Erwartungshaltung dem Künstler Gegenüber.

Ingvild Goetz:
„Die Kunst soll nicht nur intellektuell erfasst werden, sondern auch persönliche Betroffenheit auslösen; es müssen Fragen entstehen, sie muss einen ständig beschäftigen.“

Reiner Speck versteht sich als Partner: Nimmt die Arbeit des Künstlers ernst und begleitet ihn über Jahrzehnte, wenn er sich für ihn entschieden hat.

Die Rubell Family Collection kaufte in den letzten 30 Jahren von jungen Künstlern, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Die Sammlung beinhaltet mehr als 6.000 Werke.

Antoine de Galbert lebt von seinem Erbe und sammelt Kunst.

Patrizia Sandretto de Rebaudengos sammelt unter anderem feminine Kunst, um die Sache zu unterstützen!
Hier drei Punkte, die ihr wichtig sind:
1. Förderung von jungen Kuratoren, die Ausstellungen in ihrer Sammlung organisieren.
2. Dem nicht im Kunstgeschehen stehendem Publikum, die manchmal schwer zu verstehende zeitgenössische Kunst näher zu bringen.
3. Netzwerke zwischen den Sammlern in Europa schaffen, sie ist stolz auf den daraus resultierenden Austausch von Sammlungspräsentationen in Europa.

Francesca von Habsburg, der es um die Erfahrung, Erkenntnis und Anregung geht und nicht um den physischen Besitz fördert Projekte von Künstler.

Verhältnis Sammler – Öffentlichkeit

Es wird erwartet, dass der Sammler Schwerpunkte setzt

Reinhold Würth wird vorgeworfen, zu gegensätzlich, zu breit angelegt, zu wenig konzentriert gesammelt zu haben. Er kaufte eine Ansammlung von Bildern und Skulpturen, die ihm gefallen.
Dabei sind Sammler eigentlich private Leute, die theoretisch niemandes Ansprüche erfüllen müssen.

Verhältnis Sammler – Sammler

Konkurrenz: Wetteifern um das teuerste Kunstwerk

Durch die Präsentation in der Wohnung können sich Sammler in Salonatmosphäre treffen und untereinander austauschen, um so wieder den Inhalten der Kunst näher zu kommen.

Was sage ich als Künstlerin über Sammler?

Manchmal ist es mehr als ein Austausch von Dienstleistung oder Ware. Es kann zwischen Sammler und Künstler eine sich gegenseitig inspirierende Freundschaft entstehen.

Manchmal, bei wenn Galerien die Kunst verkaufen, erfährt der Künstler nie, wer seine Bilder kauft.
Manchmal möchte sich der Sammler „Beachtung“ kaufen.
Oft wird nur dann Kunst gekauft, wenn es zum Kontakt zwischen Sammler/Käufer und Künstler kommt.

Zum Job des Künstlers gehört das Besuchen von Vernissagen und Veranstaltungen, um Kontakte zum Publikum aufzubauen. Ich bin keine Freundin davon. Ich finde es unerhört anstrengend, auf einer Veranstaltung zu sein, bei der es nur darum geht, Menschen (Kontakte) zu sammeln. Ich behandele diesen so wichtigen Aspekt meines Berufs deshalb stiefmütterlich und natürlich merke ich das auch im Ergebnis.

Fakten

Ankaufetats der Museen sind sehr viel geringer als die der Sammler.

Staatliche Galerien bezahlen die Künstler nicht. Es gibt kein Ausstellungshonorar. Jeder Musiker, der bei einer Eröffnung spielt, erhält ein Honorar. Wie verträgt sich das mit dem Mindestlohn? Für Ausstellungshonorare kämpft der bbk Berlin.

Nur zwischen 5 und 10 Prozent der Künstler können von ihrer Kunst leben.

Was sagt ihr als Künstler, egal, ob ihr schreibt, malt oder darstellt zu dieser Problematik?

Was sagt ihr als Betrachter und Kunstkäufer zum Sammeln?

Sind die Künstler abhängig von den Sammlern?

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Literaturliste

Die Heilige Macht der Sammler I, in Kunstforum, Band 209, 2011

Die Heilige Macht der Sammler II, in Kunstforum, Band 211, 2011

Glutowacz, Irene, van Hagen, Susanne, Chancel, Phillipe, Kunstsammler und ihre Häuser, München 2005.

Herrschaften des Sammelns, in Kunstforum, Band 217, 2014.

Herstatt, Claudia, Fit für den Kunstmarkt, Ostfildern-Ruit, 2002.

Kunst und Wirtschaft, in Kunstforum, Band 200, 2010.

Schmid, Karlheinz, Erfolgreich Sammeln, Ratgeber Kunst, Band 1, Regensburg 2007.

Siekmann, Andreas, Für transparente Verhältnisse, in Texte zur Kunst, The Collectors, Heft Nr. 83, 2011, S. 76 – 93.

Thornton, Sarah, Sieben Tage in der Kunstwelt, Frankfurt am Main, 2010.

Der KunstSalon am Dienstag und Rilke – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Illustration, Portraitmalerei, Rilke, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 2. März 2015

Morgen findet der nächste KunstSalon am Dienstag in meinem Atelier statt.

Ulli Gau vom Café Weltenall ist mein Gast und gestaltet den Salon
gemeinsam mit mir. Unser Thema ist „Kunstsammlungen und ihr Verhältnis zu Blumenbilder“.

Dazu bringt Ulli einige ihrer Blumencollagen auf Leinwand mit, die wir gemeinsam mit einigen Blumenzeichnungen präsentieren werden.

Ulli sendete mir auch ein Gedicht von Rilke, dass sie passend und inspirierend findet.

Ich habe begonnen, das Gedicht „Die Sprache der Blumen“ zeichnerisch zu interpretieren und beginne mit der ersten Zeile:

Die Sprache der Blumen von Rainer Maria Rilke

Und glaubst du gleich den Worten nicht,

Und glaubst du gleich den Worten nicht (c) Zeichnung von Susanne Haun

Und glaubst du gleich den Worten nicht (c) Zeichnung von Susanne Haun

Fortsetzung der Zeichnungen zum Gedicht folgt …

Wer am Dienstag Zeit hat, der ist herzlich eingeladen zum
KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun
3. März 2015 um 18 Uhr
Groninger Str. 22, 13347 Berlin
(Da die Anzahl an Plätzen begrenzt ist, bitte ich um Anmeldung via Mail: info@susannehaun.de)

Dämonen – Gedichte und Zeichnungen von Diarmuid Johnson und Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Ausstellungstip, Diarmuid Johnson - Die Dämonen, Zeichnung by Susanne Haun on 28. Oktober 2014

Vor knapp 2 Jahren erschien das Buch „Dämonen“, Gedichte von Diarmuid Johnson, Zeichnungen von Susanne Haun.

Das Buch ist in einer limitierten und nummerierte Auflage von 100 Exemplaren erschienen.

Ein Dämon werde ich (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ein Dämon werde ich (c) Zeichnung von Susanne

Das Erscheinen des Buches, die original Zeichnungen und Leinwände wurden zusammem mit einer lyrisch/musikalischen Darbietung von Diarmuid Johnson in der Irischen Botschaft im Januar 2013 vorgestellt (siehe hier).

Diarmuid sprach mich vor einiger Zeit an, ob ich während seiner Veranstaltung „Feuer und Schatten“ in Königswinter bei Bonn Leinwände der Dämonen zeigen könnte.
So habe ich vier dämonische Leinwände auf Reisen gesendet. Wo und wie ihr sie sehen könnt, das entnehmt bitte der unten gezeigten Einladung. Ich werde persönlich nicht bei der Veranstaltung anwesend sein.

Wer mehr von Diarmuid Johnson erfahren möchte, der kann sich in der Mediathek der ARD die Sendung

Bustour durch Großbritannien – Folge 8: Rhos-y-Gilwen: Aktuelle Stunde vom 06.08.2014 anschauen.
Christian Dassel besucht auf seiner Bustour Diarmuid Johnson in Wales. Er arbeitet dort als Poet und spielt walisische Musik auf der Flöte. Mit Musik und Sprache versucht Diarmuid, Christian für diesen Landstrich Englands zu begeistern.

Bustour durch Großbritannien – Christian Dassel besucht auf seiner Bustour Diarmuid Johnson in Wales.

 

Das Buch Dämonen - Diarmuid Johnson und Susanne Haun (c) Foto von Susanne Haun

Das Buch Dämonen – Diarmuid Johnson und Susanne Haun (c) Foto von Susanne Haun

 

Ich habe noch einige Dämonenbücher zur Verfügung. Sie sind alle von Diarmuid und mir signiert. Ich habe in jedem zusätzlich einen kleinen Dämon gezeichnet.

 

Das Buch Dämonen - Diarmuid Johnson und Susanne Haun (c) Foto von Susanne Haun

Das Buch Dämonen – original Zeichnung von Susanne Haun

 

Das Buch Dämonen - Diarmuid Johnson und Susanne Haun (c) Foto von Susanne Haun

Das Buch Dämonen – original signiert von Diarmuid Johnson und Susanne Haun (c) Foto von Susanne Haun

 

Ihr könnt das signierte Buch mit einer kleinen original Dämonen Zeichnung von mir für 35 Euro inklusisve Porto (innerhalb Deutschlands, ansonsten bitte Portokosten anfragen) bei mir bestellen. Sendet einfach eine kleine Mail mit euren Daten an info@susannehaun.de

 

 

Die Windblüte geht auf – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Haiku, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 8. Januar 2013

Die
Windenblüte
geht
ganz
gelassen
auf
im
Winde
morgens

– Dômei

6 Windblume Version 2 24 x 32 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

6 Windblume Version 2 24 x 32 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ein Haiku ist die kürzeste der lyrischen Formen der Weltliteratur und kommt ursprünglich aus Japan.
Für den Europäer ist ein Haiku auch wenn es übersetzt ist, nicht einfach zu verstehen. Es gehört ein einlassen dazu, eine Bereitschaft den Worten einen tieferen Sinn zu geben.

Ein Haiku ist nicht zu vergleichen mit den Gedichten unserer Größen Goethe oder Hölderlin.
Ein Haiku ist vergleichbar mit einer Zeichnung, deshalb mag ich diese Form der Gedichtskunst auch besonders. Der Leser ist aufgefordert den Sinn zu ermitteln und auch über eine Fortsetzung oder einen Schluss nachzudenken. Trotzdem ist es nicht gewährleistet, dass er dem Haiku auf den Grund gehen kann oder ihn erkennt.

Die Zeichnung erfordert große Abstraktion und eine Reduzierung auf das Wesentliche ist notwenig. Auch hier ist der Betrachter in den Schaffensprozeß einbezogen.

In Japan sind Haikus Zeichnungen und es gibt drei wichtige Regeln von den Dichtern der Haiku Zeit des 17. Jahrhunderts.

3 Entstehung Windblume (c) Zeichnung von Susanne Haun

3 Entstehung Windblume (c) Zeichnung von Susanne Haun

1 Haiku soll, und sei’s nur in einer Andeutung, einen Naturgegenstand erwähnen außerhalb der menschlichen Natur.

2 Es soll sich auf ein einmaliges Ereignis (Situation) beziehen

3 Das Ereignis / die Situation soll als gegenwärtig dargestellt und nicht als vergangen berichtet werden.

Ein Haiku gilt nicht als reine Kunstform sondern als Existenz und Welterfahrung.

Ich zeichne sehr gerne nach Haiku, weil sie kein genaues Bild sondern eine Vielzahl von Möglichkeiten in sich bergen. Meine ersten Haiku habe ich 1998 mit Acryl und Öl-Kreide auf Packpapier gezeichnet. In den letzten Tagen habe ich meine Tusche und Feder benutzt, was auch der japanischen Darstellung sehr viel näher kommt.

1 Entstehung Windblume (c) Zeichnung von Susanne Haun

1 Entstehung Windblume (c) Zeichnung von Susanne Haun

Während des Zeichnens habe ich die Windblüte als abstrakte, nicht existierende Blüte gesehen, eine Mischung aus Wind und Blättern. Erst nachdem die Zeichnungen fertig waren habe ich nachgeschlagen und entdeckt, das Windblumen Königskerzen sind. Ich bin froh, dass ich das nicht zu beginn meiner Zeichnungen wußte.

For my English-speaking readers:

Wind blossom
goes on
all
calmly
in
the wind
in the morning

– Domei

5 Windblume 30 x 40 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

5 Windblume 30 x 40 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

A haiku is the shortest kind of lyrical form of world literature and is originally from Japan.
For the Europeans, a haiku is also when it is translated, not easy to understand. It includes an admit to a willingness to give the words a deeper meaning.
A haiku is not considered a pure art form but as existence and experience.
I draw very often haikus, because they do not pose a clear picture but a multitude of possibilities. My first haiku 1998 I painted with acrylic and oil pastel on brown paper. In recent days I have used my spring and ink, which is also the Japanese representation much closer.

__________________________________
Krusche, Dietrich. Herausgeber. Haiku. München [1994]² 1997

Vom Gehen wurden mir die Beine lahm – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Diarmuid Johnson - Die Dämonen, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 23. Oktober 2011

24 Zeilen besitzt das Gedicht „Die Dämonen“ von Diarmuid Johnson; heute seht ihr drei Versionen der Zeile 15.

Ich möchte aber trotzdem nocheimal zur Zeile 13 zurückkommen:
So ein gewöhnlicher Mensch war auch ich

Was ist ein gewöhnlicher Mensch?

Das Wort „gewöhnlich“ bietet jedem Leser ein anderes Bild im Kopf, ich aber kann nur mein Bild aus meinem Kopf zeichnen. Sind Texte damit felxibeler als Bilder? Immer wenn ich darüber lese wird es genau umgekehrt beschrieben. Bilder lassen viele Deutungen zu und Texte sind eindeutig.

Aber meine Wahrheit dazu ist, dass sowohl Bilder als auch Texte viele, viele Interpretationen zulassen. Und ist es nicht dass, was es spannend macht? Jürgen Küster fragte mich in den Kommentaren, ob man mit Bildern zum Text die Fantasie des Lesers zu sehr einschränkt. Ich finde es aus den genannten Gründen nicht.
Ich gebe diese Frage aber auch gerne an meine Leser weiter. Vielleicht mag der eine oder andere dazu seine Gedanken schreiben.

Vom Gehen wurden mir die Beine lahm - Version 1 - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 17 x 22 cm

Vom Gehen wurden mir die Beine lahm - Version 1 - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 17 x 22 cm

Die Dämonen
von Diarmuid Johnson

Ich lebe unter Dämonen
dort, wo die anderen Leute nicht hinkommen.

Aber in jedem steckt ein Dämon
In einer lichtlosen Ecke seines Herzens.

Die anderen Leute kommen nie zur Ruhe
Sie sind immer in Bewegung
Sie sitzen nicht am Rande der Klippe
Um in den Schlund des Meeres zu starren.

Sie folgen dem großen, glatten Weg
Wo das Licht des Fleißes ihr Herz erleuchtet
Ihre Dämonen bedrohen sie nicht tagsüber
Dämonen erwachen nur kurz in der tiefsten Nacht.

So ein gewöhnlicher Mensch war auch ich
immer in Bewegung mit wenig Schlaf
Aber vom Gehen wurden mir die Beine lahm

Hier seht ihr die restlichen Beiträge zum Gedicht „Die Dämonen“.

Sie kommen nie zur Ruhe – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Diarmuid Johnson - Die Dämonen, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 12. Oktober 2011

Es ist selten, dass ich sofort für jede Zeile eines Gedichtes Bilder im Kopf habe. Bei den Dämonen von Diarmuid Johnson ist es so.

Wer von uns kennt die Sehnsucht nach Ruhe nicht?
Es kann uns passieren, dass wir vor lauter Terminen und Hektik an den schönen Dingen des Lebens einfach vorbeilaufen.
Oder haben wir sagar verlernt, das Schöne überhaupt zu sehen? Haben wir nur unsere Klopapierlangen „todo“ Listen im Kopf?

Die anderen Leute kommen nie zur Ruhe - Zeichnung von Susanne Haun - Sepia auf Bütten - 22 x 17 cm

Die anderen Leute kommen nie zur Ruhe - Zeichnung von Susanne Haun - Sepia auf Bütten - 22 x 17 cm

Die Dämonen
von Diarmuid Johnson

Ich lebe unter Dämonen
dort, wo die anderen Leute nicht hinkommen.

Aber in jedem steckt ein Dämon
In einer lichtlosen Ecke seines Herzens.

Die anderen Leute kommen nie zur Ruhe
Sie sind immer in Bewegung
Sie sitzen nicht am Rande der Klippe

Sie sitzen nicht am Rande der Klippe - Zeichnung von Susanne Haun - Sepia auf Bütten - 22 x 17 cm

Sie sitzen nicht am Rande der Klippe - Zeichnung von Susanne Haun - Sepia auf Bütten - 22 x 17 cm

Hier seht ihr die restlichen Beiträge zum Gedicht „Die Dämonen“.

Die lichtlose Ecke des Herzen – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Diarmuid Johnson - Die Dämonen, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Oktober 2011

Ich hätte nicht gedacht, dass es mir soviel Freude bereiten könnte, ein Herz zu zeichnen.

Das Herz ist wie eine Blume, die Adern (Zweige) führen zur Blüte (Herz).
Das ist das, was ich an „Aufträgen“ mag – sie führen den Zeichner in Richtungen, in denen er selber vielleicht gar nicht gedacht hätte.

Die lichtlose Ecke des Herzens - Zeichnung von Susanne Haun - Sepia auf Bütten - 22 x 17 cm

Die lichtlose Ecke des Herzens - Zeichnung von Susanne Haun - Sepia auf Bütten - 22 x 17 cm

In jedem steckt ein Dämon, heißt es in dem Gedicht von Diarmuid Johnson. Das Wort DÄMON gefällt mir gut. Es ist ein universelles, ein allgemein gültiges Wort. Dein Dämon ist noch lange nicht mein Dämon und über mein Dämon kannst du schon lange lachen, während ich an deinen Dämonen nicht mal denke! Und diese meine Gedanken flossen in die Zeichnung „In jedem steckt ein Dämon“ am unteren Ende des Bildes. Ich lies meine Gedanken zum Dämonen gleiten.

Die Dämonen
von Diarmuid Johnson

Ich lebe unter Dämonen
Dort, wo die anderen Leute nicht hinkommen.

Aber in jedem steckt ein Dämon
In einer lichtlosen Ecke seines Herzens.

Als ich klein war, brachte meine Mutter mir bei, vor dem Schlafen gehen, Gesicht, Hände und Füße zu waschen, Zähne zu putzen und zu beten. Sie lehrte mich ein einfaches Gebet: „Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Gott allein.“ Da ich das ungerecht fand, setzte ich immer noch Jesus hinzu.

Heute kämpft meine christliche mit der naturwissenschaftlichen Erziehung. Es sind harte DÄMONISCHE Kämpfe.

Die Dämonen – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Diarmuid Johnson - Die Dämonen, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 9. Oktober 2011

Um Dämonen richtig zeichnen zu können, muss der Zeichner entweder Angst, Wut, Hunger oder schlechte Laune haben.

Ich hatte gestern Abend eine Mischung aus Hunger und schlechter Laune, die ich in Version eins und zwei hervorragend ausgetobt habe. Vor Version drei hatte ich ein Tomatenbrot gegessen und ich mußte dann schon über mich selber lachen und das Dämonische war vorbei.

Dämone Vers 1 - Zeichnung von Susanne Haun - Sepia auf Hahnemühle Bütten - 17 x 22 cm

Dämone Vers 1 - Zeichnung von Susanne Haun - Sepia auf Hahnemühle Bütten - 17 x 22 cm

Am Donnerstag trete ich meine nächste Dienstreise an und liefere die besprochenen Arbeiten in der Galerie Zeitlos in Kamen ab und werde in Bonn den Dichter Diarmuid Johnson kennen lernen.  Von ihm soll ein Gedichtband verlegt werden und es ist im Gespräch, dass ich die Illustration dazu liefer. Natürlich müssen dazu Dichter und Zeichnerin zusammen passen und so haben wir uns als „Probezusammenarbeit“ auf das Gedicht „Die Dämonen“ von Diarmuid Johnson geeinigt.

Wir haben auch beprochen, dass ich das Gedicht und die Zeichnungen dazu meinen Lesern, euch,  im Blog vorstelle.

Ich werde euch das Gedicht in den nächsten Tagen Zeile für Zeile zum Lesen geben….

Die Dämonen
von Diarmuid Johnson

Ich lebe unter Dämonen
Dort, wo die anderen Leute nicht hinkommen.

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