Susanne Haun

Radieren mit Roswitha – Susanne Haun

Posted in Arktis, Radierung, Radierung, Radierungen, Zeichnung by Susanne Haun on 14. Juni 2017

 

Meine Schülerin Roswitha war der Anlaß, dass ich vor zwei Wochen radierte.

Sie hat einen Radierkurs belegt, mit dem Ziel, zu erfahren, wie man mit mehreren Platten farbig drucken kann. Am ersten Tag haben wir mit der dunklen Hauptplatte begonnen. Diese Woche geht es mit zwei farbigen Platten weiter. Roswitha (siehe hier) ist Grafikerin und hat lange Zeit in ihrem Beruf am Theater gearbeitet. So ist es ihr relativ einfach gefallen, sich in die Arbeitsweise der Radierung einzudenken.

 

 

Bei nur einer Schülerin kann ich neben meiner Lehrtätigkeit auch selber gut radieren – ich mache vor, erläutere und Roswitha macht nach. So sind wir auch nur zu zweit an der Radierpresse, was Wartezeit erspart.

Für die Eiswelten habe ich mich dem Thema Tulugaqs Weg zur Erkenntnis  (siehe hier) gewidmet. Hier ein paar Impressionen von meiner Radierplatte.

 

 

Wer genau wissen möchte, wie das mit dem Radieren funktioniert, den möchte ich auf mein Buch im Edition Michael Fischer Verlag, „Die Kunst der Radierung“, hinweisen. Es kann signiert bei mir für 23 Euro inklusive Porto innerhalb Deutschlands bestellt werden, indem ihr mir eine Mail zu info@susannehaun.de schreibt. Natürlich ist es auch beim Verlag (siehe hier) oder bei Amazon (siehe hier) erhältlich.

 

Lamour und Amseln – Aquatinta Radierung von Susanne Haun

Posted in Radierung, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 10. März 2012

Die gesamte Woche über beobachte ich eine Amsel,
die auf meinem Balkon die ausgestreuten Körner aus dem Balkonkasten pickt.

Ich hoffe, die Amsel baut auf meinem Balkon ihr Nest. Als ich heute morgen zum Radieren aufbrach, hatte ich nicht vor, eine Amsel zu auf der Zinkplatte zu bannen. Ich wollte nur drucken und die letzten noch verbesserten Fotos für mein Buch Die Kunst der Radierung fotografieren. Beim Korrekturlesen ist meinem Lektor und auch mir aufgefallen, dass das eine oder andere Foto noch besser fotografiert werden könnte und so brach ich mit einer todo Liste und schon fertigen Platten aus dem Atelier auf.

Amsel (c) Aquatinta Radierung auf Hahnemühle Kupferdruckpapier von Susanne Haun

Amsel (c) Aquatinta Radierung auf Hahnemühle Kupferdruckpapier von Susanne Haun

Ich konnte aber dem Lamour Black Satin Ätzgrund, der Amsel und dem Flughafen Tegel nicht widerstehen und radierte eine Amsel, die aus einem Flugzeug schaut.
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Lamour und Amseln – Aquatinta Radierung von Susanne Haun

Zwei verschiedene Wege: Blume – Strichätzung und Kaltnadel von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Radierung, Zeichnung by Susanne Haun on 4. September 2011

In der Radierung unterscheiden wir das chemische und das mechanische Verfahren: ich mag in DER REGEL lieber die chemischen Verfahren. Das hängt mir der Kraft zusammen, die mich mechanische Arbeiten kosten würden.

Beim chemischen Verfahren, der Strichätzung und fortführend der Aquatinta, entstehen durch stufenweise Ätzung (Flächen, die heller bleiben sollen, müssen bei weiteren Ätzvorgängen mit Asphaltlack abgedeckt werden) können starke Hell-Dunkel Kontraste erreicht werden.

Eine Zeichnung ist die Grundlage meiner Strichätzung - Foto von Susanne Haun

Eine Zeichnung ist die Grundlage meiner Strichätzung - Foto von Susanne Haun

Bei der Kaltnadel wird die Zeichnung direkt mit der Radiernadel in die Metallplatte gebracht und nicht durch Säureeinwirkung. Das ist sehr anstrengend und die Linien werden viel eckiger.

Bei der heute gezeigten Blume von mir habe ich zuerst eine Strichätzung und dann zur Verstärkung einiger Stellen einige Kaltnadellinien angebracht.

Zinkplatte nach der Ätzung - Foto von Susanne Haun

Zinkplatte nach der Ätzung - Foto von Susanne Haun

Das Ergebnis, die Zinkplatte, dieser Radierung ist wiedrum der Begin für die Aquatinta Radierung, die ich darauf anlege. Bevor ich mit der Platte weiterarbeite und den jetzigen Zustand „zerstöre“ werde ich noch einige Abzüge mit schwarzer Kupferdruckfarbe erstellen. Ihr werden erstaunt sein, wie anders die schwarzen Abzüge im Gegensatz zu den farbigen aussehen.

Im Hintergrund eine Portraitradierung von mir - Foto von Susanen Haun

Im Hintergrund eine Portraitradierung von mir - Foto von Susanen Haun

Von der Strichätzung und Markus Lüpertz – Radierung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Radierung, Zeichnung by Susanne Haun on 11. August 2011

Manche Dinge müssen einfach an bestimmte Orte vollbracht werden. So kann ich zuhause nicht radieren. Da die Anfahrt und Abfahrt zu meinem Atelier im Moment jeweils 1 ½ Stunden dauert, habe ich beschlossen, wenn ich im Atelier bin, und das bin ich nicht täglich, zu radieren.

Immer noch unter dem Einfluss  der Kurfürstin Luise Henriette (siehe hier den Beitrag), habe ich mich für die Strichätzung einer Wildrose aus einem dem Gartenzimmer der Liebe der Kurfürstin ausgesucht. Ich habe von Claudia Jahnke, Sammlerin meiner Bilder, gestern einen großen Bildband „Onder den Oranje Boom“ geliehen bekommen, der mich weiter in diese Richtung inspirieren wird.

Wildrosen karminrot - Radierung von Susanne Haun - 15 x 20 cm - Strichätzung

Wildrosen karminrot - Radierung von Susanne Haun - 15 x 20 cm - Strichätzung

Sehr beeindruckt hat mich heute auch das Interview mit Markus Lüpertz, das ich mir auf youtube anhörte und dabei folgende, für mich prägnante Sätze notiert:

„Wenn man sich darauf einlässt Künstler zu sein, dann betreibt man das mit allen Mitteln – an die Grenze seiner selbst gehend. … Wenn man Seiltänzer ist, sollte man schwindelfrei sein.“

Ich persönlich glaube, dass 85% aller, die den Wunsch haben Künstler zu werden, an diesem Satz scheitern.

Karminrot ist gegenüber dem Zinnoberrot ein kaltes Rot - Foto von Susanne Haun

Karminrot ist gegenüber dem Zinnoberrot ein kaltes Rot - Foto von Susanne Haun

Während des Films wurde auch der Kurator Wolfgang Ullrich interviewt. Er definiert den Künstler an sich als „risikofreudig, kräftig, entschlossen, dynamisch, zukunftsorientiert“, seiner Ansicht nach alles Eigenschaften, die auch ein guter Manager haben sollte. Er bringt die Politiker mit den Künstlern in Verbindung, während Schröder provokant dem gefallenen Adler von Baselitz hinter seinem Schreibtisch zu hängen hatte, schmückt sich Merkel konservativ mit einem Portrait von Adenauer.

Eine von Lüpertz besten Antworten fand ich auf die Frage, was er von seiner Skulptur im Kanzleramt hält: „Es ist eine mir zustehende Anerkennung!“ – Ja, dachte ich, er ist wahrlich ein Malerfürst!

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