Susanne Haun

#2 Zeichnerische Auseinandersetzung mit der Madonna des Kanzlers Nicolaus Rolin – Susanne Haun

Posted in Hortus Conclusus, Vom Bloggen an sich, Zeichnung by Susanne Haun on 30. Januar 2017

Die Rolin Madonna bietet mir viele Reibungspunkte und Inspirationen. (siehe hier).

Beim flüchtigen Betrachten fallen nur der Kanzler, die Madonna und das Kind ins Blickfeld. Beim zweiten Schauen wird die durch die Säulen geteilte Landschaft sichtbar.

Maria präsentiert das Jesuskind. Ich habe auf alten Fotos aus meinem Kinderalbum den Unterschied zwischen dem Präsentieren und dem liebevoll Anschauen des Kindes durch die Mutter entdeckt und zeichnerisch festgehalten. Meine Mutter hat mich nie präsentiert, auch später nicht. Ich empfinde das als Glück, so hat sie mich nicht unter Druck gesetzt, etwas beweisen zu müssen.

Eine weitere Frage beschäftigt mich, wie alt ist meine Mutter im Hortus Conclusus?

Übrigens!

Ich bin gerade am Überlegen, ob ich die Zeichnungen eher einzeln und damit größer einfüge oder ob ich sie weiter in einer Galerie abbilde und dann jedes angeklickt werden muss, um eine größere Abbildung zu erhalten.

Was meint ihr als Betrachter?

 

Zeichnerische Auseinandersetzung mit der Madonna des Kanzlers Nicolaus Rolin – Susanne Haun

Posted in Hortus Conclusus, Zeichnung by Susanne Haun on 16. Januar 2017

 

Jan van Eyck malte um 1435 Die Madonna des Kanzlers Rolin, heute im Louvre zu besichtigen (siehe hier).

Interpretation der Rolin Madonna Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Interpretation der Rolin Madonna Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Als wir in Venedig in der Santa Maria della Salute waren, dachte ich stark an Mama und lief mit Tränen das Achteck der Kirche ab. Es war mir ein Trost zu glauben, meine Mutter würde mit Maria im Hortus Conclusus Rummy Cup spielen. Ich weiß, es ist ein skurieler Gedanken. Um so erstaunter war ich, dass mir diese Vorstellung sehr geholfen hat. Mama war eine leidenschaftliche Rummy Cup Spielerin.

Aus diesen Gedanken heraus beschloss ich, mich mit dem Hortus Conclusus näher zu beschäftigen. Als Kunsthistorikerin fiel mir als erstes zu diesem Thema van Eycks Rolin Madonna ein. Ein ganzes Skizzenbuch habe ich für dieses Thema reserviert und als Resultut dieser Zeichnungen möchte ich auf Leinwand das Resümee aus der Sammlung von Skizzen zeichnen.

 

Interpretationen der Rolin Madonna Version 2 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Interpretationen der Rolin Madonna Version 2 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

Von der Intimität einer Damenhandtasche – Susanne Haun

Posted in Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Dezember 2016

Der erste hefitige Schmerz ist geringer geworden, er hat sich in ein dumpfes Pochen des Vermissens gewandelt. Die Nächte bestehen nicht mehr nur aus stückweisem Schlaf unterbrochen von Trauer und Grübeleien.

Es gibt jedoch immer wieder Tage, da bricht alles wieder an die Oberfläche und zeigt mir, dass der Heilungsprozeß auch nach einem Vierteljahr noch nicht begonnen hat.

Damenhandtasche (c) Zeichnung von Susanne Haun

Damenhandtasche (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das erste Mal haben wir 4 Wochen nach Mamas Tod ihre Sachen sortiert, die Mäntel aus der Gardrobe weggehangen, das Strickzeug in den Schrank gelegt und somit die unmittelbare Präzenz einer bis vor kurzem noch Lebenden verborgen. Ich habe dabei unter Tränen Mamas schwarze Alltagshandtasche (groß) – ihre letzte Handtasche – und eine kleine „ich gehe nur mal kurz raus Handtasche“ ausgeräumt. Die kleine Parfümflasche, Coco Chanel, die ich dabei unter anderem auch entdeckte, steht auf meiner Kommode, neben Mamas Foto.

Gestern war Papa nach Aufräumen zumute und wir haben gerade Bücher und Rezepte sortiert als Papa mir eine weiße große Handtasche in den Schoß legte. Mamas weiße Alltagshandtasche, gefüllt mit den Dingen, die Frauen in ihrer Handtasche haben, ihr Lippenstift, ihr Labello, kleine Reissverschlusstaschen mit Taschentücher, Hygieneartikel, Kugelschreibe, Notizheftchen, usw. Die Wunde der Trauer brach sofort wieder auf und die letzte Nacht habe ich kaum geschlafen.

Wenn ich es irgendwann hoffentlich in ferner Zukunft abschätzen kann, dass ich nicht mehr lange zu leben habe, dann werde ich meine Handtaschen leeren, werde persönlich die Stifte und Hefte und Lippenstifte und, und, und entsorgen. Das habe ich mir vorgenommen. Ich hoffe, ich kann dieses Vorhaben durchsetzen. Wie um das Vorhaben zu besiegeln, zeichnete ich meine Taschen in mein Skizzenbuch. Mamas Taschen mit Inhalten zu zeichnen wäre mir pietätlos vorgekommen.

Der Klang meines Atems – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Ferne - F.L.Arnold, Engel, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 30. September 2016

 

„Ich fürchte mich vor dem Klang meines Atems auf dem winterlichen Friedhof.

(…) Da unten waren die Reste der Mutter.“

 

Ein zweiter Engel für Mama (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ein zweiter Engel für Mama (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

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²Florian L. Arnold, „Die Ferne“, Mirabilis Verlag, Klipphausen/Miltitz 2016, S. 41.

Der Klang des Windes – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Ferne - F.L.Arnold, Illustration, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 29. September 2016

 

„… wie leer die Räume waren. Wie unerträglich der Klang des Windes wurde ….
und das Fehlen vertrauter Stimmen und Klänge bloßlegte.“²

 

Der Klang des Windes - 30 x 40 cm - Tusche auf Aquarellkarton  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Der Klang des Windes – 30 x 40 cm – Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

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²Florian L. Arnold, „Die Ferne“, Mirabilis Verlag, Klipphausen/Miltitz 2016, S. 51.

Das Vermissen – Susanne Haun

Posted in Die Ferne - F.L.Arnold, Engel, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 28. September 2016

Florian. L. Arnold schreibt in seinem Buch „Die Ferne“ so treffend: „Ich vermisse dich, Vater. Kein Wort vermag auszudrücken wie sehr.“².

So geht es mir mit meiner Mutter. Das Haus sieht aus, als ob sie nur kurz spazieren gegangen ist. Die absolute Stille im Haus straft jedoch diesen Gedanken Lüge. Ich bewundere meinen Vater wie er umgeben von ihren Dingen existieren kann.

 

Ein dritter Engel für Mama (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ein dritter Engel für Mama (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

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²Florian L. Arnold, „Die Ferne“, Mirabilis Verlag, Klipphausen/Miltitz 2016, S. 45.

Der Treffpunkt von Sehnsucht und Erkenntnis – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Ferne - F.L.Arnold, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 27. September 2016

Ich lese im Moment das Buch Die Ferne von Florian L. Arnold. Es entspricht sehr meiner melancholischen Stimmung und ich habe mir viele Zitate herausgeschrieben, zu denen ich nun zeichne.

Der Protagonist berichtet auf den ersten Seiten vom Tod seiner Eltern und wie er diesen Schmerz erlebt hat. Birgit hat das Buch auf ihrem Blog Sätze & Schätze vorgestellt (siehe hier).

Schon in der Phase der langen Krankheit meiner Mutter sprach mich der leise, eindringliche Klang des Buches an.

 

„Wenn Sehnsucht und Erkenntnis sich treffen wird die Welt ein wenig heller.“²

 

Sehnsucht und Erkenntnis (c) Zeichnung von Susanne Haun

Sehnsucht und Erkenntnis (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

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²Florian L. Arnold, „Die Ferne“, Mirabilis Verlag, Klipphausen/Miltitz 2016, S. 27.

Ein Engel für Mama – Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 26. September 2016
Ein Engel für Mama (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ein Engel für Mama (c) Zeichnung von Susanne Haun

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