Susanne Haun

Die Karlsaue, der dritte Tag documenta 13 – Bericht von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Betrachtungen zur Kunst, documenta 13 by Susanne Haun on 4. September 2012

Am dritten Tag des documenta Besuchs merke ich schon morgens, dass ich nicht mehr ganz so fit bin. Da wir am Nachmittag zurück fahren, können wir noch 2 – 3 Stunden in der Karlsaue verbringen.

Spannend finde ich die Bronzeskulptur von Giuseppe Penone, die auf der Wiese gleich hinter rechts hinter der Orangerie steht. Hätte ich es nicht gewusst, ich hätte nicht gesehen, dass der Baum der „Idee di pietra“ aus Bronze besteht. Einige Rezipienten kratzten leicht am Stamm, um doch noch das „Bronzefeeling“ zu erhalten. Der Stein ist ein Flussstein und besteht aus grauem Granit.

Ich empfinde das Werk von Giuseppe Penone eindrucksvoll

Ich empfinde das Werk von Giuseppe Penone eindrucksvoll

Ein Gegenstück des Baumes steht in Kabul (Radici de pietra); Penone möchte „verschiedene Orte und Zeiten wie Kunst und Leben zusammendenken und unseren Blick über die Gegensätze erheben, um zu einem besseren Verständnis und einer tieferen Beziehung zur Welt um uns herum zu gelangen“. (Quelle ist das Begleitbuch der documenta). Diese Gedanken habe ich mir beim Betrachten erst einmal nicht gemacht, meine ersten Gedanken waren, dass der Stein dort oben sehr vom Baum behütet wird.

Die Idee mit den kleinen Häuschen, die jeweils einen Künstler präsentieren, gefällt mir. Wie sehr doch ein Raum von einer Person eingenommen werden kann! Als erstes schaue ich durch die Fenster von Joan Jonas Präsentation. Sie ist ein eine Pionierin der Video- und Perfomancekunst. Das Haus ist so strahlend weiß und durch die Fenster sehe ich in den Videos Tusche und Natur. Ich mag Dürers Melencolia I und auf sie bezieht sich Jonas. Interessant finde ich auch, sie sie mittels Steinen auf einem Blatt schwarze Tusche verteilt.

Das Haus von Joan Jonas (c) Foto von Susanne Haun

Das Haus von Joan Jonas (c) Foto von Susanne Haun

Die Materialien, die Fiona Hall im nächsten Häuschen für ihre Skulpturen verwendet, faszinieren mich. Sie stellen alle Tiere der roten Liste dar und für Federn und Fell nimmt sie zerrissene Militärkleidung aus den Ländern, wo die Tiere zu Hause sind. Hier habe ich es verpasst, ein Foto zu machen.

Araya Rasdjarmrearnsook ist ein schwieriger Name. Um später leichter die Zuordnung zu meinen Fotos treffen zu können, habe ich oft zu den Werken Fotos von den Namen des Künstlers gemacht. So konnte ich dann später leicht nachschlagen und googlen. Araya, ich nenne sie der Einfachheit einfach beim Vornamen, lebte drei Wochen lang mit einem Hund in dem durch den Zaun geschützten Haus.

Er läuft über das Gelände, es ist ein sehr stolzes Tier

Er läuft über das Gelände, es ist ein sehr stolzes Tier

Scaffold von Sam Durant hat mich auch durch die Geschichte dazu berührt. Es sind reale Galgennachbauten von amerikanischen Hinrichtungen. Dass Scaffold dazu genutzt wird, die Aussicht zu fotografieren, hat sich Durant sicher nicht gedacht; aber durch die Lage mit Blick zu einer Seite der Orangerie zur anderen auf den Pavillon im See der Karlsaue scheint Scaffold dafür prädestiniert. Ich schaue mir die nicht existierenden angedeuteten Löcher im Boden an, ist es nicht ein grausiger Tod?

Die Klanginstallation „for a thousand years“ von Miller und Cardiff beendet unseren documenta Besuch. 25 Minuten hört der Rezipient im Wald auf einer Lichtung aus mehreren Lautsprechern Geräusche und Musik.
Das Nunc dimittis, auch genannt Lobgesang des Simeon ist einer der drei Lobgesänge des Lukasevangeliums und wird zum Schluss der Installation gespielt. Es ist ein erhebener Hörgenuss. Als ein Lachen aus den Lautsprechern klingt, lacht die Frau mir gegenüber mit, so dass ich auch lachen muss, im Nu lachen wir alle, wie wir dort im Wald auf den Baumstümpfen sitzen.

Trotzdem wir uns viel Zeit genommen haben, haben wir keinen der Nebenschauplätze besuchen können, ich vermute, wir haben nicht einmal die Hälfte der Show gesehen. Was habe ich verpasst? Sicher könnt ihr mir noch einiges erzählen, was ihr sehenswert fandet und was ich nicht gesehen habe.

For my english reader:
On the third day of documenta I was very tired in the morning but I visit the Karlsaue. Special I like the house of
Joan Jonas She is a pioner of video- and performance art. The house of her is shining white and through the windows I see films content ink and nature. Joan goes in relationship with Dürers Melancolia I. Intessting who she draw with ink and stones.

Die Karlsaue, der dritte Tag documenta 13 – Bericht von Susanne Haun

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