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Rückseiten haben etwas von Vergänglichkeit – Radierung von Susanne Haun

In meinem Grafikschrank liegen neue Radierplatten der Größe 30 x 40 cm.

Aber es juckte mir in den Fingern, die Rückseite einer Radierung vom Januar 2012 als Grundlage für meine heutige Radierung zu benutzen. Hier seht ihr die Vorderseite der Radierung.

Die Rückseite hatte geätze Stellen, denn ich hatte sie nicht korrekt abgeklebt und die Säure konnte unter der Folie den Zink angreifen. Ich war gespannt, wie diese zufälligen Flächen zusammen mit den sehr durchdachten und kontrollierten Linien wirken würden.

Hic locus est ubi mors docet vivos – 30 x 40 cm (c) Radierung von Susanne Haun

Ich bleibe den Themen Vergänglichkeit und Insekten treu. Die auf den Rücken liegende tote Fliege und verwelkte Blumen sind kein neues Thema. Es ist ein Thema aus einer längst vergangenen Zeit. Aber es ist auch heute noch spannend, die Linien dieser Teilnehmer der Natur zu ziehen.

Inzwischen habe ich mir auch ein Lehrbuch über Insekten angeschafft, ein Kinderbuch aus dem Jahr 1963 mit dem Titel „Das Reich der Insekten“ aus dem Delphin Verlag, Stuttgart und Zürich. Nun weiss ich also, dass die Insekten die artenreichste Klasse des Tierreiches ist. Es ist ein Buch ohne Fotos aber mit vielen detailierten Zeichnungen von der Metamorphose der Bienen. Sehr interessant, habe ich alles noch nicht gewusst!

Passend erschien mir dabei die CD „The Devil, You + Me“ von The Notwist zu hören.

Die Ätzung sieht gut aus (c) Radierung von Susanne Haun

Die Strichätzung, die ich ätzte ist auf den schon geätzen Flächen sehr schwach. Hier werde ich mit der Kaltnadel nachhelfen müssen. Aber im großen und ganzen bin ich sehr zufrieden mit der Strichätzung. Ich werde die Nacht darüber schlafen, wie ich die Flächen mittels Aquatinta setzen werde.

Oben rechts vom Betrachter das ausgedachte Insekt wird stehen bleiben, die Fliege unten im Vordergrund braucht noch Kontraste.

Ausschnitt – Hic locus est ubi mors docet vivos – 30 x 40 cm (c) Radierung von Susanne Haun

Es ist traurig, dass ich kein Latein kann aber ich fand bei dict.cc einen wundervollen lateinischen Satz, als ich nach dem Tod der Fliege fragte:
Hic locus est ubi mors docet vivos = Hier ist der Ort, wo der Tod die Lebenden unterrichtet.
Ich fand diesen Titel sofort passend für die heutige Radierung.

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