Die Aufführung des Dokumentarfilms „DOPPELT UND DREIFACH“ im KunstSalon am Dienstag war eine Premiere für unsere regelmäßige Diskussionsrunde.
Der Film läuft 55 Minuten, die wir alle gebannt zuhörten. Anna-Maria Weber drehte diesen Film über das Künstlergut Prösitz in den letzten beiden Jahren. An der Komposition und ihrem Einfühlungsvermögen in die künstlerischen Belange der Stipendiatinnen kann der Betrachter erkennen, dass Anna-Maria Weber vor Ihrem Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Kulturwissenschaft an der Humboldtuniversität Berlin ein Kunststudium in Burg Giebichenstein absolviert hat und sich lange Zeit mit der Malerei beschäftigt hat.
Der Film kommt ohne Musik aus. Hätte uns Ute nicht darauf aufmerksam gemacht, hätte ich nicht einmal gemerkt, dass der Film keine musikalischen Elemente besitzt.
Der Dokumentarfilm “DOPPELT UND DREIFACH” beschäftigt sich mit einem außergewöhnlichen Projekt. Das Künstlergut Prösitz vergibt jährlich Stipendien für Bildhauerinnen mit Kindern und fördert damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Der Dokumentarfilm begleitet die Stipendiatinnen zweier Jahrgänge in der Abfolge eines Stipendienjahres. Sechs Künstlerinnen werden bei der Arbeit porträtiert und zu ihren künstlerischen Intentionen interviewt. Parallel werden verschiedene Facetten der Problematik “Künstlerin und Muttersein“ thematisiert. Die Geschichte des Künstlerguts Prösitz wird durch Archivbilder und Interviews mit den drei Gründerinnen erzählt. Hier wird der gemeinsame Ausgangspunkt deutlich, denn alle drei Gründerinnen waren vor 20 Jahren auch Bildhauerinnen mit Kleinkindern.
Der Film gewährt Einblicke in die Handlungsabläufe einer Künstlerresidenz auf dem Land. Er thematisiert, dass in der zeitgenössischen Bildhauerei der Fokus vom fertigen Kunstwerk auf den künstlerischen Arbeitsprozess verlagert wird und das Bildhauerinnen mit Kleinkindern ihre künstlerische Karriere durchaus verfolgen können, wenn die passenden Rahmenbedingungen gefunden werden.
Der Trailer zum Film gibt den ersten Einblick:
Eine der Künstlerinnen im Film erzählte, dass sie ihren Gips immer mit einem Quirl aus der Küche anrührt. Sie meinte, dass die meisten Männer eine Bohrmaschine mit entsprechendem Aufsatz benutzen würden und dass das einer der feinen Unterschiede sei! Ich habe mich über diese Ausage amüsiert, und mich gefragt, ob es eine so einfache und doch seit Urzeiten bestehende Wahrheit geben kann?
Wir begannen mit einer lockeren Diskussion über das Scheitern, Geldmangel, die Kunst an sich, berufstätige Mütter an sich und das Leben.
Ruth, Utes Tochter, erzählte uns nach dem Film, von der Schönheit von Schuhen! Sie möchte gerne handgefertigte Schuhe herstellen und wir fragten uns, ob es für ein so teures Produkt (ca. 1.000 Euro) einen Markt geben würde. Was meint ihr?
Wer sich den Film zuhause anschauen möchte, kann die DVD für 10 Euro zusätzlich der Portokosten von 1,45 € käuflich erwerben. Meine DVD wurde von Ute und Anna signiert. Wer von euch auch eine signierte DVD kaufen möchte, der kann entweder Anna unter info@augenzeugekunst.de oder info@kuenstlergut-proesitz.de oder info@susannehaun.de bestellen. Bitte schreibt dazu, dass ihr eine signierte Ausgabe wünscht.
Wie jedes mal sevierte ich zum Gespräch Schmalzstullen, dieses mal mit „Fremdschmalz“, ich hatte kein selbstgemachtes Schmalzfleisch von meiner Tante aus dem Spreewald zur Verfügung und kaufte im Supermarkt ein.
