Bevor sich Ulli Gau letzte Woche nach dem KunstSalon am Dienstag von mir verabschiedete, stellte sie mir eine Frage, über die ich eine Weile nachdenken musste. Sie fragte: „Susanne, ist der Salon für dich eine Werbeveranstaltung?“ Ich antwortete spontan: „Nein, wenn ich Werbung machen will, dann verteile ich Flyer!“.
Was aber sind Werbeveranstaltungen in der Kunst? Die Hauptwerbeveranstaltung ist die Ausstellungseröffnung, denn dort werden die „neuen Produkte“ des Künstlers vorgestellt. Der Künstler selber und auch der Galerist gehen an die Öffentlichkeit und stellen sich dem Kunstmarkt. Natürlich ist das Ziel einer Ausstellung, Werke zu verkaufen. Galerist und Künstler führen Verkaufsgespräche. Was sind für euch Werbeveranstaltungen in der Kunst? Beim Salon stellen wir uns einem Thema. Wir hatten auch schon Themen, die nicht unmittelbar etwas mit Kunst zu tun haben. Ich erinnere an Claudia Jahnkes Beitrag zum Thema „Zur Dynamik von Frustration und Kränkung“ (siehe hier). Es finden beim Salon keine Verkaufsgespräche statt. Wir diskutieren ein Thema. Darum geht es mir im Salon: um Kommunikation. Es geht mir auch um Erfahrungsaustausch in unterschiedlichen Ebenen. Deshalb ist es mir so wichtig, immer wieder einen Gast mit einem Thema einzuladen.
Das nächste Mal findet der Salon am 18. Juli 2015 statt. Jürgen alias Buchalov wird mein nächster Gast sein. Wir sprechen über double bind, doppelt gebunden in Bezug auf Engel. Rational von der Vernunft bestimmt wissen wir, dass es keine Engel gibt, aber wir wünschen uns, dass es sie gibt und sie uns beschützen. Wir sind doppelt gebunden. Vielleicht mögt ihr euch den Termin schon in den Kalender eintragen?
