Susanne Haun

Es war der Rand eines Abgrunds – Mythen der Inuit – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Kurzfilm, Landschaft, Projekt EISIG - EISWELTEN, Zeichnung by Susanne Haun on 19. Dezember 2018

 

Es war der Rand eines Abrunds - Tusche auf Aquarellkarton - 24 x 32 cm - Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

 

Es gibt viele Methoden, eine Zeichnung zu bewegen.

In den letzten Tagen habe ich bildenerisch dargestellt, wie es Tulugaq, dem ersten Mensch des Inuit Schöpfungsmythos, bewußt wurde, dass er frei war und nicht festgewachsen. Also begann er einen Fuß vor den Anderen zu setzen. Dabei spürte er mit der Zehenspitze, dass der Boden vor ihm endete. Er war am Rand eines Abgrunds. Neugierig legte er sich auf den Bauch und warf einen Lehmklumpen in die Tiefe. Er lauschte lange, doch ein Aufschlag war nicht zu hören.

 

 

Es war der Rand eines Abgrunds – Tusche auf Aquarellkarton – 24 x 32 cm – Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

 

 

 

 

Können wir zeitgenössische Kunst fassen? – Bericht von Susanne Haun

Posted in Animation, Betrachtungen zur Kunst, Film, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 20. Juni 2014

Klausbernd Vollmar (hier ein Link zu seinem gemeinsamen Blog mit Dina) und ich diskutieren immer noch über das Wesen des Ichs und der Kunst (siehe Beitrag hier).

Wie arbeiten wir innerhalb unserer Kunst? Gibt es unterschiede zwischen der Wort- und der Bildkunst.

Was ist heute überhaupt Bildkunst? Sollte es eine neue Studienrichtung – die Bildwissenschaften geben? Und zählen zu diesen Bildwissenschaften auch alle Facebook Fotos?

Ich möchte über die Bildkunst heraus wachsen. Noch bin ich davon entfernt – ich bin Zeichnerin. Und das will ich auch bleiben. Aber ich möchte die Zeichnung mit dem Wissen, was ich beim Studium erwerbe anreichern. Wie kann ich das machen? Es ist eine gute Frage.

 

Vor zwei Jahren experimentierte ich mit Animationen. Hier eines der Ergebnisse:

 

 

 

Mich inspiriert das Seminar „Zeitgenössische Kunst“ sehr. Es gehört zu meinem Modul „Theorie und Methode“ was ich mit diesem Seminar abschliessen werde. Ich finde es dort sehr passend. Bei jedem Termin wird eine neue zeitgenössische Kunstrichtung vorgestellt und wir diskutieren darüber. Oft fragen wir uns „Ist das Kunst?“. Dabei ist es wichtig, dass wir uns auf sie in allen neuen Formen einlassen.

Der Sprung, von den ursprünglichen Denkmustern zu den neuen ist sehr schwer. Auch ich habe damit meine Probleme und aus den Gesprächen mit meinen Kommilitoninnen in diesem Seminar weiss ich, dass auch die jungen Menschen damit Schwierigkeiten haben. Aber diese Schwierigkeiten gab es schon immer, selbst die Impressionisten, die uns heute so leicht verständlich scheinen, hatten Probleme sich durchzusetzen und verstanden zu werden.

Klausbernd stellte die Theorie auf, dass Wortkunst anders entsteht als Bildkunst. Ich denke, der Entstehungsprozeß ist abhängig von der Art des Denkens der Künstler. In der Zeitgenössischen Kunst wird anders gedacht. Alte Wege werden verlassen. Als Beispiel möchte ich euch die Spekulation in der Kunst vorstellen. Nicht die wirtschaftliche Spekulation sondern die Spekulation in der Philosophie nach Kant. Und da beginnt das Dilemma. Wir können die Kunst nicht mehr mit den Augen alleine erfassen, der sinnliche Eindruck muss durch theoretisches Wissen komplettiert werden.

„Spekulation ist eine philosophische Denkweise zu Erkenntnissen zu gelangen, indem man über die herkömmliche empirische oder praktische Erfahrung hinausgeht und sich auf das Wesen der Dinge und ihre ersten Prinzipien richtet.“ so steht es im Wikipedia und es ist natürlich viel zu einfach gesagt. Aber es trifft den Kern.

Als Beispiel könnte ihr euch die Ausstellungsseite Fridericianums (siehe hier) Arbeiten zu diesem Thema anschauen. Es ist sinnvoll, euch einfach mal ein paar der Künstler anzuschauen, indem ihr den Links an der Seite folgt. Was haltet ihr davon?

Sehr interessant sind die Arbeiten des Künstlers Ryan Trecartin. Ich war entsetzt als ich seine Videoarbeiten (siehe hier) sah und doch muss ich die ganze Zeit seither darüber nachdenken. Hier seht ihr einiges bei Vimeo. Es ist wichtig auch den Ton zu hören. Unser Dozent erzählte, dass bei der Venedig Bienale jeweils ein Film auf eine Raumseite projeziert wurde und dazu auf dem Boden die Requisiten des Films lagen. Das muss ein unglaublicher Sinneseindruck gewesen sein.

Auch hier ist die Sprache noch die Bildwelt.
Die zeitgenössische Kunst sprengt jegliche Regeln. Und genau das ist es doch auch, was zeitgenössische Kunst ausmacht. Sie ist voller philosphischer Ansätze und von der Philosophie kaum zu trennen.

Deshalb Klausbernd glaube ich, dass der Unterschied zwischen Bild- und Wortkunst nicht im sinnlichen Erlebnis oder in der Theorie der Art des Denkens liegt.

 

Wer Interesse hat, kann nun hier Klausbernd und meinen Dialog lesen. Ich würde mich freuen, eure Meinung zu lesen:

Klausbernd said, on 14. Juni 2014 at 15:22

Liebe Susanne,
jede Malerin, Grafikerin und Illustratorin steht in der Geschichte der Produktion von Bildern. Es hilft der Künstlerin sehr, denke ich, ihren Standort in dieser Geschichte reflektieren zu können. Insofern gehört dein Kunstgeschts- und Philosophiestudium zur Weiterbildung in deiner Kunst – eine aufwändige in der Tat, aber eine notwendige zur Weiterentwicklung, oder?
Ganz liebe Grüße von der sonnigen Küste Norfolks
Klausbernd
Ich habe auch u.a. Philosophie und Literaturgeschichte studiert, was dem Schreiben meiner Romane sehr geholfen hat. Aber da stellten wir ja schon die Frage auf meinem Blog, ob grundsätzlich das Schreiben nicht intellektueller ist als das Malen …
Antwort

Susanne Haun said, on 14. Juni 2014 at 19:03

Liebe KB,
eine sehr befriedigende, wenn auch aufwendige Art der Weiterbildung. Ich beginne, die Welt anders zu sehen, es macht mir Freude. Es ist sehr viel Arbeit und meine sozialen Kontakte leiden, auch meine Kunden. Aber irgendwoher muß ja die zusätzliche Zeit herkommen und der Vorlesungsplan ist jedesmal so interessant, dass ich mich noch sehr zusammennehmen muss, damit ich nicht noch mehr Seminare und Vorlesungen besuche.  Wie schön, KB, der Wettstreit der Künste um 1500 herum wird bei dir im Blog auf unsere Zeit übertragen: Literatur gegen Malerei: die Paragone: Zu den Künstlern, die sich in Form von Traktaten am Paragone-Diskurs beteiligten, gehörten Leon Battista Alberti, Albrecht Dürer und Leonardo da Vinci, die alle die Malerei als die edelste der Künste favorisierte. Meine Suppe ist fertig, ich wünsche dir einen schönen Abend, lg Susanne
Klausbernd said, on 16. Juni 2014 at 12:06

Liebe Susanne,
mir ging es nicht in meiner Aussage über die EDELSTE der Künste, was ja ein Werturteil ist, sondern mir ging es um die Qualität der unterschiedlichen Künste, also in dem Sinne, dass Schreiben mehr zum Intellektuellen hin tendiert und Malen/Zeichnen mehr zum Sinnlichen. Das ist für mich eine Qualitäts-, aber Wertaussage – und überhaupt, ist das ein Gefühl von mir, eine subjektive Aussage ohne Bewertung.
Habe eine schöne Woche
liebe Grüße von
Klausbernd und Dina und unsere geliebten Buchfeen Siri und Selma
Susanne Haun said, on 18. Juni 2014 at 07:51

Oh, KB, das denke ich ist ein Urteil, dass die zeitgenössischen Künstler nicht gerne hören. Die Epoche der Moderne ist beendet. Was beginnt nun? Im Seminar “Zeitgenössische Kunst” untersuchen wir gerade die Strömungen der Gegenwartskunst. Sie ist intellektueller denn je. Kaum ein Werk kann nur noch durch den sinnlichen Eindruck begriffen werden. Natürlich entfernt sich die zeitgenössische Kunst zum Teil auch vom Malen und Zeichnen und baut doch wiederum darauf auf.
Ich werde im Laufe der Woche ein paar Beispiele zur Zeitgenössischen Kunst auf meinem Blog vorstellen. Der philosophische Aspekt der neuen Kunst ist dabei unübersehbar. Ob wir diese Kunst sofort begreifen oder für uns annehmen, das ist eine andere Sache.
Ich würde zu den Beispielen unseren Dialog gerne als Dialog mit im Artikel schreiben. Denn er steht auch zum Teil für meinen inneren Dialog, den ich beim Anblick der zeitgenössischen Kunst führe.
Einen schönen Tag dir und auch Dina und den Buchfeen von Susanne
Klausbernd said, on 18. Juni 2014 at 11:19

Liebe Susanne,
ich bin mir sehr unsicher, über den Unterschied zwischen der Wortkunst und der Bildkunst. Ich war mit einer Zeichnerin, die Expeditionszeichnerin ist, das letzte Mal in der Arktis. Dabei fiel mir auf, dass wir oftmals ziemlich unterschiedlich wahrnahmen. Sicherlich viel zu vereinfacht ausgedrückt, hatte ich das Gefühl, sie denkt mit dem Stift, indem sie zeichnet und entwickelt ihre “Endzeichnung” aus gezeichneten Entwürfen. Das ist ähnlich, wie ich schreibe: ich schreibe einen Entwurf, den ich immer wieder überarbeite, bis der “Endtext” steht. Bei mir, so hatte ich das Gefühl, ist die Entwicklung bis zum fertigen Text durch theoretische Überlegungen geprägt, bei ihr war die Entwicklung mehr sinnlich, wie ich es wahrnahm. Sie zeichnete, verwarf, nachdem sie den Entwurf von Farbe und Linienführung betrachtete und dann wurde neu gezeichnet. Ich will es mal so ausdrücken: Sie SAH, was zu veränderändern war (und war nicht so an Reflektion interessiert), ich DENKE darüber nach, was an meinen Texten zu verändern ist.
Von dieser Erfahrung her sind meine Aussagen über den Unterschied zwischen Schreiben und bildschaffender Kunst geprägt.
Ja, du kannst gern unseren Dialog in deinem Text aufnehmen. Siri & Selma 😉 schrieben ja über Landschaftsfotografie in einem unserer letzten Blogs. Da geht es über Reflexion beim Abbilden und Otto von Münchow drückte es auch nochmal in seinem Kommentar zu diesem Blog aus, dass jeder, der ein Bild schafft, in der Historie der Bildproduktion steht. Well, in diesem Blog vertreten Siri & Selma die andere Seite der Münze: Es geht um die Reflexion in der bildschaffenden Kunst.
Ich finde das Thema so interessant, da es mir schwer fällt, es richtig zu verstehen. Ich sehe aus persönlicher Erfahrung einen Unterschied zwischen Wort- und Bildkunst, auf der anderen Seite kann ich ihn nicht fassen.
Ganz liebe Grüße aus Cley, wo ich gerade ganz down-to.earth meinen Rasenmäher reparierte
Klausbernd
liebe Grüße auch von Dina, Siri & Selma
Susanne Haun said, on 19. Juni 2014 at 14:28

Lieber KB,
ich denke, dass in der Wort- sowie in der Bildkunst jeder seine eigene Art der Arbeit finden muss. Ich benötige für meine Arbeiten sehr viele theroretische Überlegungen, ich zeichne selten “nur” aus der Emotion hinaus sondern informiere mich umfassend über das Thema, zu dem ich zeichne. Mein gewonnenes Wissen fliess dann direkt und indirekt in die Zeichnung ein. Trotzdem sind die Zeichnungen sinnlich erfasst, denn das recherchierte Wissen sowie mein handwerkliches Können führen mich zur spontanen kreativen Handlung.
Ich möchte diesen Dialog von der “bildschaffenden” Kunst lösen, denn die “bildende” Kunst ist soviel mehr in den letzten 100 Jahren geworden.
Danke, dass ich unseren Dialog für meinen Beitrag nutzen kann. Ich werde ihn aber erst morgen schreiben, denn dafür brauche ich Ruhe und Zeit, um meine Gedanken geordnet in den Rechner zu schreiben. Beides habe ich heute nach der Uni nicht mehr.
Ich wünsche euch vieren in Cley einen schönen ABend, LG Susanne
Klausbernd said, on 19. Juni 2014 at 18:51

Liebe Susanne,
wir haben heute den ganzen Tag einen Schuppen fürs Kaminholz gebaut und zwei kleine Schuppen restauriert. Nachher, du glaubst es kaum, möchte Dina mit mir in den Pub gehen, da England heute spielt und dort public viewing ist. Ich geb’s zu, ich habe noch nie so etwas elebt. Selma und Dina halten das für eine Bildungslücke. Ich bin gespannt und freu mich auf alle Fälle aufs Bier. Von Fußball haben Siri und ich keine Ahnung, oh dear …
Ich bin darauf gespannt, was du schreiben wird. Ich habe fast keine Ahnung von Kunstgeschiche, meine Schwester ist die Spezialistin. Sie gibt mir stets Nachhilfe 😉
Auch dir einen schönen Abend.
Liebe Grüße aus dem hochsommerlichen Cley
Klausbernd
die anderen 3 lassen auch lieb grüßen

Zitat am Sonntag – Folge 3 – Georg W. Bertram

Posted in Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 4. August 2013

„Aus diesem Grund sollte man nach der Kunst nicht mit der Frage „Was ist Kunst?“ fragen. Eine angemessene Fassung der Frage lauet meines Erachtens „Welchen Wert hat die Kunst für uns?“.

Georg W.Bertram in „Kunst – eine philosophische Einführung“
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Zurück in die Vergangenheit zum heute – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Animation, Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Konzeptkunst, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 14. September 2012

Bei meiner Suche nach Texten von Robert Smithson (siehe hier meine Beitrag dazu) habe ich einen Beitrag von ihm im Kunstforum Bd. 81, 4/85 entdeckt.

1985 ist erst knapp 30 Jahre her, aber wenn ich das Kunstforum durchblättere, dann ist mir, als ob Welten zwischen dieser Vergangenheit und dem heute liegen. Keine Homepages, 4stellige Postleitzahlen, seitengroße Anzeigen von Galerien und irgendwie strömt mir der vergangene Zeitgeist aus dem Heft entgegen.

Blumenblatt 15 x 15 cm Zeichnungen von (c) Susanne Haun

Blumenblatt 15 x 15 cm Zeichnungen von (c) Susanne Haun

Mich fasziniert an Smithsons Text, dass er so sehr im Einklang mit seinem Werk steht. Zum Beispiel schreibt Smithson: „Kunstausstellungen, die einen Anfang und ein Ende haben, beschränken sich auf unnütze Darstellungsformen, seien diese nun „abstrakt“ oder „realistisch“.“

Liest man diesen Satz, dann muss man doch erst einmal denken, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als Kunst in genau solchen Ausstellungen zu zeigen. Aber Smitsons Spiral Jetty beweist uns das Gegenteil.

Smithson schreibt auch, dass die meisten Parkanlagen Rekonstruktionen des verlorenen Paradieses oder des Garten Edens sind und keine dialektischen Orte der Gegenwart.
Ich nehme an, dass Smithson die philosophische Deutung des Begriff „Dialektik“ meint, die Lehre der Gegensätze der Dinge, die Auseinandersetzung damit und die Aufhebung derselben.
Das würde die Orte, an denen er seine Werke plaziert, erklären. Es sind nie schöne Orte sondern immer Orte Abseits der Menschen so wie Baugruben, Halden oder verunreinigte Gebiete.

Blumenblatt 15 x 15 cm Zeichnungen von (c) Susanne Haun

Blumenblatt 15 x 15 cm Zeichnungen von (c) Susanne Haun

Schaut man nun in die Gegenwart und  Zukunft, dann sind dort die digitalen Bilder. Sie sind weltweit zu sehen, werden also auch nicht von einem Anfang oder Ende begrenzt.

Während Teile der Natur vergänglich sind, wie meine Blumenblätter von vorgestern (siehe hier meinen Beitrag). Sie sind nun verwelkt. Den Eindruck, den ich im vergangenen Beitrag erreicht habe, den kann ich nun nicht mehr erreichen.

Blumenblatt 15 x 15 cm Zeichnungen von (c) Susanne Haun

Blumenblatt 15 x 15 cm Zeichnungen von (c) Susanne Haun

Ich arbeite gerade an der Animation der Blütenblätter (die ich euch später zeige), ebenso habe ich die verwelkten Blätter gezeichnet. Dazu habe ich „vergängliche“ Tusche und Skizzenpapier benutzt. Tusche, die keine Hinweise zur Farbechtheit enthält und Skizzenpapier, was sicher vergilbt. Es entspricht dem gewählten Motiv und die Zeichnungen sind auch nicht das Endprodukt von dem, was ich bezwecke.

For my english reader:
I bought in a Antiquariat the magazine „Kunstforum“ from 1985. There are only about 30 years from the past to now but I have the feeling there are a lot of more time passing by. In this magazine Robert Smithson wrote, that all gardens and parcs are reconstructions about the garden eden and that art exibitions having begin and end are useless forms of representation, whatever they are abstract or real.
It is a lot to think about it. My flower leaves arewithed today and so I make a new animation about them and drawed them with ink and paper that never lightfast. But that drawings are not the end of the work.

Zurück in die Vergangenheit zum heute – Zeichnungen von Susanne Haun

Meine Blütenblätter – Lomo – Fotografie und Animation – Gedanken und Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Animation, Konzeptkunst, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 11. September 2012

Letzten Monat habe ich eine Informationsveranstaltung zum Thema Animation besucht. Ich wollte meine Gedanken zu Smithson weiter verfestigen und brauchte dafür technisches Verständnis.

Das erste, was ich dabei begriffen habe ist, dass ich für Animationen im Bereich Stop-Motion-Film zu ungeduldig, zu ungenau und nicht penibel genug bin.

Aber es waren trotzdem sehr interessante Informationen dabei, die ich gut gebrauchen kann. Zum Beispiel wußte ich nicht, dass es ein Programm gibt, Dragonframe, dass die Einstellungen und Auslösen meiner Kamera über den PC erlaubt! Der Wermutstropfen ist, dass es 300$ kostet.

Aus meinem Skizzenbuch - HH Lange Straße (c) Susanne Haun

Aus meinem Skizzenbuch – HH Lange Straße (c) Susanne Haun

Ich habe auch erfahren, dass bei einer Animation vorher festgelegt wird, wieviele Bilder es in der Sekunde geben soll. Ein Kinofilm hat zum Beispiel 18 Bilder in der Sekunde.

Ein Realfilm ist immer mit 1/50 s belichtet. Ich habe gelernt, dass Stop-Motion-Filmer anscheinend Perfektionisten sind. Selbst kleinste  Schwankungen im Licht werden nicht akzeptiert.

Ich möchte mit meinen Animationen die Zeichnung in den Bildschirm und mit der Natur – der Landart –  kombinieren.

Kennt ihr die Lomo Fotografie? Die finde ich sehr faszinierend und spontan und sie gefällt mir sehr gut. Ich denke, dieses Prinzip möchte ich kombiniert mit der Zeichnung in die Animation bringen.

So habe ich heute meine Blütenblätter von gestern genommen (siehe hier) und habe die schon gestern erstellten Fotos vor dem Atelier kombiniert mit denen auf meinem Balkon, den Zeichnungen und den Transport. So weit so gut, nun denke ich weiter nach.

Das also ist jetzt erstmal ein Master Film für mich an dem ich nun weiter arbeite.

Am Rande erwähnt: bei der Infoveranstaltung waren mehrere Illustratoren und Zeichner und genau gerade über zeichnete einer mich in sein Skizzenbuch, es ist faszinierend zu beobachten, wie Augen vom Modell zum Papier huschen! Ich konnte mich natürlich „rächen“ und begann selber mein Gegenüber zu zeichnen.

Beim Frühstücken in der Langen Straße in Hamburg sehe ich auf meinen Skizzen, dass ich ruhiger war als beim Pausen-Skizzieren documenta 13. Da war ich viel aufgeregter. Das mag ich so sehr an skizzen, sie geben direkt die Stimmung des Schaffenden wieder.

For my english speaken reader:
Last month I visit an information event about animation. It was very interesting but I think I’am to impatient about this. I don’t spent so much time for only one picutre or ´named still of an animation. But now I know that a kinofilm has 18 pitures in the second. In my animation, I only use 6.
During the event I’am drawing from a drawer and so I do the same thing. It was funny.

Meine Blütenblätter – Lomo – Fotografie und Animation – Gedanken und Zeichnungen von Susanne Haun

Der Steinkreis: Zeit zum Nachdenken – Zeichnungen und Animation von Susanne Haun

Weiter unten am Fluss in Portico finde ich Steine, in einem Kreis gelegt gefallen sie mir ausgesprochen gut.

Ich nehme einen 10 Sekunden Film der Steine und Geräusche auf. Das gefällt mir auch ausgesprochen gut. Es gibt noch andere Orte für 10 Sekunden Filme, z.B. der Kaminholzhaufen auf der Terrasse der Ferienwohnung.

Steinkreis (c)Still von Susanne Haun

Steinkreis (c)Still von Susanne Haun

Ich gebrauche an dieser Stelle Zeit zum Nachdenken. Das Nachdenken über meine Kunst, wo ich her komme und wo ich hin will.

Mein Skizzenbuch wird mir immer wichtiger. Ich zeichne die Steine, wie ich sie sehe, immer neue Konstellationen – immer neue Gedanken.

Der Urlaub ist fast vorbei und das Resultat der Ruhe in meinem Kopf ist erstaunlich. Ich werde mir jeden Tag Zeit zum Nachdenken nehmen. Zeit, in der ich auf eine Bank sitze und nichts tue, so wie ich hier am Montone sitze und die Steine anschaue.

Steinkreis (c) Zeichnung von Susanne Haun (6)

Steinkreis (c) Zeichnung von Susanne Haun (6)

Ich habe die Steine immer wieder in neuen Konstellationen gezeichnet und hätte, wenn ich gewollt hätte auch noch viele Konstellationen zeichnen können. Jede Steinzeichnung beschreibt einen neuen Weg und es stehen jeden von uns 1.000 solcher Wege offen.

Ich habe die Steine geschichtet, sie einzeln abfotografiert und sie wieder neu geschichtet, es gibt auf der Tonspur des Filmes die Geräusche des Wassers nur den Geruch, den habe ich nicht eingefangen.

Und ich habe die Steine allesamt auch mit nach Hause genommen, bis auf die Großen, um weiter mit ihnen zu arbeiten.
Die gezeigten Turnschuhe mußte ich wegschmeissen. Die Klebenähte haben sich gelöst – ich habe sie 1992 aus New York mitgebracht, gehegt und gepflegt aber nun haben sie sich einfach aufgelöst.

Der Steinkreis: Zeit zum Nachdenken – Zeichnungen und Animation von Susanne Haun

Rotes Hamburg und gelbes Berlin – Animation und Fotos von Susanne Haun

Posted in Animation, Betrachtungen zur Kunst, Foto, Konzeptkunst by Susanne Haun on 28. Mai 2012

Animation bedeuted für mich Bewegung und viele harte Schnitte.

Ich habe schon hier schon einige Animationen in meinem Blog gezeigt.

Hamburg (c) Foto von Susanne Haun

Hamburg (c) Foto von Susanne Haun

Eine Animation ist per Definition eine Abfolge von Bildern; meine Themen bei der heute gezeigten Animation sind  GELB=Berlin und Rot=Hamburg und wie immer Bewegung, meine Mittel sind die Zeichnung und Fotografie.

Henri Cartier-Bresson sagte
It is an illusion that photos are made with the camera. They are made with the eye, heart and head.”
Ich übersetze es:
Es ist eine Täuschung, das Fotos von der Kamera gemacht werden. Sie (die Fotos) werden mit dem Auge, dem Herzen und dem Kopf gemacht.

Die Fotos von Hamburg habe ich während meines Aufenthaltes zur Sternzeichen – Ausstellung in der Galerie Faszination Art, tatsächlich mit Auge, Herz und Verstand , gemacht. Ich bin von meinem Quatier mit der U-Bahn gefahren und dann zum Busbahnhof gelaufen und habe Hamburg so erlebt.

Ich bin Berlinerin und ich nehme Berlin anders als der Tourist war. Fuß und S-Bahn Wege sind für mich die Normalität hier in Berlin. Als „Einheimischer“ nehem ich weder den Dom, noch die Friedrichstraße noch die Mussen bewußt war.

Hamburg (c) Foto von Susanne Haun

Hamburg (c) Foto von Susanne Haun

Ich habe das Thema Animation nicht aus den Augen verloren.

 

Mir ist bei diesen banalen Wegen aufgefallen, das Hamburg rot erscheint, während ich Berlin gelb wahrnehme.

Aus dieser Wahrnehmung und Betrachtung ist die folgende Arbeite entstanden. Mit flächigen, formalen Tuschezeichnungen vermische ich Berlin mit Hamburg. Wichtig ist mir auch mit den Animationen unter 1 Minute zu bleiben. Sie sollen wie ein Bild wahrgenommen werden.

Rotes Hamburg und gelbes Berlin – Animation und Fotos von Susanne Haun

GELB, die Kunst und die Wirtschaft – Animation von Susanne Haun

Posted in Animation, Betrachtungen zur Kunst, Farbkonzepte, Foto, Konzeptkunst, Zeichnung by Susanne Haun on 1. April 2012

Eine Animation ist eine Abfolge von Bildern;
meine Themen sind  GELB und Bewegung, meine Mittel sind Zeichnung und Foto.

Immer, wenn ich dachte:  „Jetzt bin ich fertig!“  fiel mir etwas Neues ein.

Meine Überlegung ist, ob ich die Gedanken zu Gelb hintereinander zeige oder ob ich sie in einzelne Animationen auflöse und nebeneinander stelle.

Farbkonzepte (c) Zeichnung von Susanne Haun

Farbkonzepte (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das ist wie so oft im Leben eine Sache des Geldes. Wenn ich die Einfälle hintereinander laufen lasse, dann benötige ich einen digitalen Bilderrahmen. Wenn ich sie aber nebeneinander zeigen möchte, benötige ich 9 digitale Bilderrahmen!
Einen besitze ich bereits, den habe ich zu Weihnachten geschenkt bekommen.

Der Band 200 vom Kunstforum mit dem Titel „Kunst und Wirtschaft“ beschäftigt sich weiträumig mit dem Thema und mir begegnete im Heft wieder Marcel Duchamp. Dieter Burchart beschreibt in seinem Artikel „Der Künstler als CEO und der CEO als Künstler“, wie sich Größen der Kunst wie Duchamp, Warhol, Beuys, Kokoschka und viele andere mit dem Thema auseinandersetzen.

Diziplinierte Tage - Zitat Márai (c) Zeichnung von Susanne Haun

Diziplinierte Tage - Zitat Márai (c) Zeichnung von Susanne Haun

Warhol gilt als der erste, der aus der Kunst heraus auch über Geld spricht: „Ein guter Geschäftsmann zu sein, ist die faszinierendste Kunstform. Geld zu machen ist Kunst, und zu arbeiten ist Kunst, und gute Geschäfte sind die beste Kunst.“

Kommen wir zurück zu meiner Ausgangsfrage nach den digitalen Bilderrahmen. Warhol hat mir die Antwort geliefert. Die Ausstellung GELB bei Berlin Woman wird im September sein, wenn ich also bei der Sternzeichen- und Flughafen Tegel Lilienthal Ausstellung gut verkaufe, gibt es 9 Animationen, ansonsten beschränke ich mich auf 3. 🙂 Ich darf und muss auch als Künstlerin Geschäftsfrau sein.

Kunst und Wirtschaft (c) Foto von Susanne Haun

Kunst und Wirtschaft (c) Foto von Susanne Haun

Ab heute führe ich auf einer extra Seite meines Blogs ein Literaturverzeichnis (siehe hier). So kann nicht nur ich sondern auch ihr nachvollziehen, wo die Zitate, die ich verwende, entstammen.
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Eldorado in gelb/grün und eine Ausstellung: GELB – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Konzeptkunst, Zeichnung by Susanne Haun on 30. März 2012

Heute habe ich mit Dr. Carola Muysers von Berlin Woman meine Ausstellung „GELB“
in ihrer Komet Galerie Berlin Kreuzberg besprochen.

Es war ein sehr inspirierendes Gespräch und ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Auf dem Weg nach Kreuzberg habe ich wieder GELB fotografiert. Ich bin völlig fasziniert und auch erstaunt, wie unterschiedlich das Gelb in Kreuzberg von dem in Reinickendorf ist.

Ich denke meine Animation „GELB“ wird länger werden als ich ursprünglich geplant habe.

Anemone Detail aus Eldorado gelb - grün (c) Zeichnung von Susanne Haun

Anemone Detail aus Eldorado gelb - grün (c) Zeichnung von Susanne Haun

Bevor ich heute zum Gespräch aufbrach, zeichnete ich an einem Blatt weiter, was bestimmt 1  1/2 Jahre in meinem Zeichenschrank lag. Heute viel es mir wieder in die Hände und da es so viele gelbe Linien hat, mußte ich einfach weiter daran zeichnen.

Die Zeichnung entsteht auf Hahnemühle Burgund 70 x 100 cm. Vor ca. einem Monat war ich mit Cordula Kerlikowski bei Hahnemühle und habe mir dort die Herstellung von Papier angeschaut. Das war sehr interessant und Hahnemühle berichtet darüber in ihrem Newsletter (siehe hier).


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Eldorado in gelb/grün und weiter GELB – Zeichnung von Susanne Haun

Es ist wieder Zeit: Selbstportrait in gelb – Zeichnung und Fotos von Susanne Haun

Posted in Animation, Betrachtungen zur Kunst, Foto, Konzeptkunst, Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 29. März 2012

Die Animation zum Thema GELB fordert mich sehr und ich denke schon einige Tage darüber nach.

Ich bin noch nicht fertig mit meiner Animation GELB, habe aber schon einige Szenenbilder.

Zuerst stellte ich mir die Aufgabe von mir zuhause bis Schlecker alles Gelb zu fotografieren. Das machte wirklich Spaß und zwang mich, korrekt zu schauen. Die Fotos stellte ich dann in einer Animation zusammen, die mir insgesamt gesehen zu langweilig, zu gelb war. Irgendetwas fehlte mir.

Szenenbild Selbstportrait (c) Zeichnung von Susanne Haun

Szenenbild Selbstportrait (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Gedanken mündeten in eine gelbe Selbstportrait Zeichnung.

Fasziniert zum Gelb hat mich auch ein Video über Antoni Tàpi auf art-in-TV.

Fertig ist die Animation trotzdem noch nicht. Ich zeige euch heute einige Szenenfotos aus ihr. Die Zeichnung meines Selbstportraits habe ich in 22 Schritten unterteilt. Der Teil des Clips, wie die Zeichnung wächst, gefällt mir schon. Auch das Gelb des Weges zu Schlecker ist gut, aber die Verbindung fehlt mir noch. Und daran werde ich jetzt weiter arbeiten.

Szenenbild gelb (c) Foto von Susanne Haun

Szenenbild gelb (c) Foto von Susanne Haun

Bei einer Animation kommen viele Bilder zusammen, es ist als konzipiere ich eine ganze Ausstellung in einer Abfolge.

Zu meinen letzten Animationen sagte Cordula Kerlikwski zu mir
„Es war so schnell vorbei und ich habe nichts verstanden.“

Dieser Satz hat mir richtig gut gefallen! Ich möchte die Animationen in Kombination mit meinen Zeichnungen und Objekten in Ausstellungen zeigen. Das geht gut mit digitalen Bilderrahmen. Ich stelle mir 9 x 9 Animationen in den digitalen Bilderrahmen an der Wand vor. Einen Bilderrahmen habe ich schon, die restlichen werde ich mir Stück für Stück anschaffen. Wahrscheinlich beginne ich wohl aus Kostengründen erst mal mit einer Reihe von 3 Rahmen.


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Es ist wieder Zeit: Selbstportrait in gelb – Zeichnung und Fotos von Susanne Haun

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