Zurück in die Vergangenheit zum heute – Zeichnungen von Susanne Haun

Bei meiner Suche nach Texten von Robert Smithson (siehe hier meine Beitrag dazu) habe ich einen Beitrag von ihm im Kunstforum Bd. 81, 4/85 entdeckt.

1985 ist erst knapp 30 Jahre her, aber wenn ich das Kunstforum durchblättere, dann ist mir, als ob Welten zwischen dieser Vergangenheit und dem heute liegen. Keine Homepages, 4stellige Postleitzahlen, seitengroße Anzeigen von Galerien und irgendwie strömt mir der vergangene Zeitgeist aus dem Heft entgegen.

Blumenblatt 15 x 15 cm Zeichnungen von (c) Susanne Haun
Blumenblatt 15 x 15 cm Zeichnungen von (c) Susanne Haun

Mich fasziniert an Smithsons Text, dass er so sehr im Einklang mit seinem Werk steht. Zum Beispiel schreibt Smithson: „Kunstausstellungen, die einen Anfang und ein Ende haben, beschränken sich auf unnütze Darstellungsformen, seien diese nun „abstrakt“ oder „realistisch“.“

Liest man diesen Satz, dann muss man doch erst einmal denken, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als Kunst in genau solchen Ausstellungen zu zeigen. Aber Smitsons Spiral Jetty beweist uns das Gegenteil.

Smithson schreibt auch, dass die meisten Parkanlagen Rekonstruktionen des verlorenen Paradieses oder des Garten Edens sind und keine dialektischen Orte der Gegenwart.
Ich nehme an, dass Smithson die philosophische Deutung des Begriff „Dialektik“ meint, die Lehre der Gegensätze der Dinge, die Auseinandersetzung damit und die Aufhebung derselben.
Das würde die Orte, an denen er seine Werke plaziert, erklären. Es sind nie schöne Orte sondern immer Orte Abseits der Menschen so wie Baugruben, Halden oder verunreinigte Gebiete.

Blumenblatt 15 x 15 cm Zeichnungen von (c) Susanne Haun
Blumenblatt 15 x 15 cm Zeichnungen von (c) Susanne Haun

Schaut man nun in die Gegenwart und  Zukunft, dann sind dort die digitalen Bilder. Sie sind weltweit zu sehen, werden also auch nicht von einem Anfang oder Ende begrenzt.

Während Teile der Natur vergänglich sind, wie meine Blumenblätter von vorgestern (siehe hier meinen Beitrag). Sie sind nun verwelkt. Den Eindruck, den ich im vergangenen Beitrag erreicht habe, den kann ich nun nicht mehr erreichen.

Blumenblatt 15 x 15 cm Zeichnungen von (c) Susanne Haun
Blumenblatt 15 x 15 cm Zeichnungen von (c) Susanne Haun

Ich arbeite gerade an der Animation der Blütenblätter (die ich euch später zeige), ebenso habe ich die verwelkten Blätter gezeichnet. Dazu habe ich „vergängliche“ Tusche und Skizzenpapier benutzt. Tusche, die keine Hinweise zur Farbechtheit enthält und Skizzenpapier, was sicher vergilbt. Es entspricht dem gewählten Motiv und die Zeichnungen sind auch nicht das Endprodukt von dem, was ich bezwecke.

For my english reader:
I bought in a Antiquariat the magazine „Kunstforum“ from 1985. There are only about 30 years from the past to now but I have the feeling there are a lot of more time passing by. In this magazine Robert Smithson wrote, that all gardens and parcs are reconstructions about the garden eden and that art exibitions having begin and end are useless forms of representation, whatever they are abstract or real.
It is a lot to think about it. My flower leaves arewithed today and so I make a new animation about them and drawed them with ink and paper that never lightfast. But that drawings are not the end of the work.

Zurück in die Vergangenheit zum heute – Zeichnungen von Susanne Haun

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