Susanne Haun

Ausstellungseröffnung Antoniusversuchungen in Köln – Bericht von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration by Susanne Haun on 1. September 2013

Gestern war die Ausstellungseröffnung der Antoniusversuchungen und heute beginne ich mit dem neuen Holzschnitt Projekt (siehe hier dazu den Blog) mit Hans-Jürgen Küster und Jörg Möller.

Ausstellungseröffnung Antoniusversuchungen Köln

Ausstellungseröffnung Antoniusversuchungen Köln

Gleich geht die Arbeit los und so zeige ich heute ohne viele Worte die Fotos der Eröffnung.

Ich stürze in den Abgrund – Version 2 – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 22. August 2013

“Halt! Halt! Ich habe Angst! Ich stürze in den Abgrund.”

“ANTONIUS findet sich wieder, rücklings am Rande des Abgrundes. Der Himmel hellt sich auf.”

Beide Zitate stammen aus Flauberts Versuchung des heiligen Antonuis. So kurz diese Sätze sind, so sind sie doch stellvertretend für das ganze Buch. Das erste Zitat habe ich aus dem Buch herausgesucht, das zweite Ute.

Enstehung Version 2 -  Ich stürze in den Abgrund - 65 x 50 cm  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Enstehung Version 2 – Ich stürze in den Abgrund – 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

So begann mein Beitrag am 25. Juli 2013. Ich nahm mir vor, sollte ich Zeit haben, zeichne ich noch eine Version dieses Zitats. Heute habe ich mir die Zeit genommen und Antonius mehr in den Vordergrund gesetzt und die Versuchungen auf Fledermaus und Frauen reduziert. Außerdem benutze ich die Farbe, in der ich auch die letzten Antonius Blätter gezeichnet habe.

Zum Vergleich habe ich die erste Version mit der entstehenden zweiten Version in den Galerie-Fotos aufgenommen.

Rollte ein Schafskopf auf die Erde – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 15. August 2013

„Nero wollte mich köpfen lassen; aber anstelle des meinen rollte ein Schafskopf auf die Erde.“
Gustave Flaubert in den Antoniusversuchungen

Rollte ein Schafskopf auf die Erde - 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Rollte ein Schafskopf auf die Erde – 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my english reader:
„Nero wanted to behead me, but instead of mine, a sheep’s head rolled on the ground.“
Gustave Flaubert in the temptations of Antonius

Die Engel haben die Seelen gemacht! – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 12. August 2013

“Die Hernianer: Die Engel haben die Seelen gemacht!
Die Priscillianer: Der Teufel hat die Welt gemacht!”

Gustave Flaubert in den Antoniusversuchungen

Oft lohnt es sich, ein Thema mehrmals zu bearbeiten. Sehr unzufrieden war ich mit meiner ersten Umsetzung des obigen Zitats und ich nahm mir schon sehr bald nach der Fertigstellung vor, es nochmals zu interpretieren.
Hier seht ihr meine letzte Umsetzung vom 10.7.2013.

Der Teufel (c) Zeichnung von Susanne Haun

Der Teufel (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich möchte zu Flauberts Worten Martin Häusler aus dem Blog Rumgekritzel zitieren. Er hat in den Kommentaren zu meiner letzten Zeichnung zum Thema das Zitat erläutert:

„Kleine Erläuterung zu der sehr schwierigen Flaubert-Stelle: Die Priscillianer waren die Anhänger des Priscillian von Avila (um 350), die der Meinung waren, die Welt wäre als solche von vorneherein schlecht, eben vom Teufel gemacht. Diese Lehre hatte damals einige Anhänger, ist vom christlichen “Mainstream” als falsch verurteilt worden, findet sich aber bis heute in gewissen esoterischen Kreisen. Die Hernianer sind die Anhänger von Hermas, dessen lange und schwierige prophetische Schrift “Der Hirt des Hermas” (um 150) in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten viel gelesen worden ist. Hier haben wir die Ergänzung: Wenn alles Irdisch-Materielle des Teufels ist, dann ist der menschliche Körper auch des Teufels. Das Gute im Menschen kann folglich nur von den Engeln geschaffen sein und es darf nichts Materielles sein – da bleibt nur die Seele übrig. Auch das ist nicht christlicher “Mainstream”, sondern gnostischer Dualismus, wiederum in einigen esoterischen Zirkeln sehr beliebt.“

Die Engel haben die Seelen gemacht - 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Engel haben die Seelen gemacht – 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich habe das Zitat gewählt, weil ich es auf dem ersten Eindruck so schön klar fand. Da gibt es eindeutige Abgrenzungen, ein Gut und ein Böse. Aber ich musste bei Martins Erklärung dann schmunzeln: nichts anderes als die Seele bleibt für die Engel übrig. Ich bin KEINE Esoterikerin und ich bin auch NICHT übermäßig gläubig. Vielleicht kann ich deshalb die Ironie im Zitat sehen.

For my english speaking reader:
I draw the quote: “The soul is made from the angels.” ones more. I’am not satisfaction with my first draw but I like the second one.

Milchgeschwellte Brüste – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 9. August 2013

„Ich beneide dich um deine milchgeschwellten Brüste, um dein langes Haar, um deine breiten Hüften, aus denen die Wesen hervorgehen. Warum bin ich nicht du! warum bin ich keine Frau! Nein, niemals! geh weg! Mir graut vor meiner Männlichkeit!“
Gustave Flaubert in den Antoniusversuchungen

Milchgeschwellte Brüste  - 65 x  50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Milchgeschwellte Brüste – 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Im nächsten Satz des Zitates entmannt sich Atys, von dem dieser Ausspruch ist. Die Worte sind an Kybele gerichtet, die Atys nachgereist ist, weil sie ihn liebt.

Das obige Zitat finde ich sehr eindrucksvoll. Ich bin gerne Frau und ich kann mir nicht vorstellen, ein Mann zu sein. Aber ich kenne doch viele Frauen, die wären lieber ein Mann. Und ich kann mir auch gut vorstellen, dass es einige Männer gibt, die gerne eine Frau wären. Ich habe mich immer darüber gefreut, dass ich in der Lage bin, Kinder in die Welt zu setzen.

Über dieses Zitat habe ich einige Zeit nachgedacht und für die Umsetzung habe ich auch einige Zeit gebraucht. Dieses Bild habe ich hart erarbeitet und freue mich um so mehr über die Leichtigkeit des Ausdrucks.

For my english speaking reader:
„I’am envious of your milky breast, of your long hair of your hips emarging beeings.“ Flaubert in the temptations of Antonius.
It was not easy to draw that quote and I’am glad that the image has a facility. I’am satisfaction about it.

Sie wird sich mit beiden Händen die Haare gerauft haben – Zeichnung von Susanne Haun

„Sie wird mich verflucht haben, als ich sie verließ; sie wird sich mit beiden Händen die weißen Haare gerauft haben.“
Gustave Flaubert in den Antoniusversuchungen

Entstehung Sie raufte sich die Haare 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Sie raufte sich die Haare 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Raufen wir uns nicht alle mal die Haare?
Ein Glück habe ich mich selber immer wieder als Model zur Hand.

Mit dem „Sie“ im Zitat meint Flaubert Antonius Mutter. Die Mutter als Versuchung, wieder ein Leben außerhalb der Einsiedelei zu beginnen, sich um die Mutter zu kümmern. Antonius sieht seine Mutter gestorben alleine in der Hütte, den Hyänen Preis gegeben.

Kein Sohn muss sich Gedanken machen, die Mutter zurück zu lassen. Es ist der Lauf des Lebens, dass die Kinder das Haus verlassen und schon bei der Geburt wissen wir Mütter das. Auch wir haben Mütter, die wir beim Erwachsen werden verlassen haben.

Sie raufte sich die Haare 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Sie raufte sich die Haare 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my english speaking reader:
„She will damned me as I left her. She will rough her white hair.“ The temptation of Antonius
I’am glad having myself as model. Every child will left it parents. That’s life.

Morgens stäubte der Sand wie Pulver – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 5. August 2013

Morgens stäubte der Sand wie Pulver aus Weihrauchfaß am Horizont; wenn die Sonne unterging, blühten feurige Blumen auf dem Kreuz; – und oft hatte ich um Mitternacht das Gefühl, als ob sich alle Wesen und Dinge mit mir in der gleichen Stille versammelten und den Herrn anbeteten.
Gustave Flaubert in den Antoniusversuchungen

Flammendes Kreuz - Antoniusversuschungen - 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Flammendes Kreuz – Antoniusversuschungen – 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Heute habe ich das 9. Zitat für die Ausstellung mit Ute Schätzmüller zu den AntoniusVersuchungen in Köln vollendet. Begonnen habe ich das Blatt schon am Anfang letzter Woche und ein Zwischenergebnis könnt ihr hier auf meinem Blog sehen.

Feurige Blumen auf dem Kreuz – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 1. August 2013

„Morgens stäubte der Sand wie Pulver aus Weihrauchfaß am Horizont; wenn die Sonne unterging, blühten feurige Blumen auf dem Kreuz; – und oft hatte ich um Mitternacht das Gefühl, als ob sich alle Wesen und Dinge mit mir in der gleichen Stille versammelten und den Herrn anbeteten.“
Flaubert in den Antoniusversuchungen

Entstehung Feurige Blumen auf dem Kreuz (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Feurige Blumen auf dem Kreuz (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich zeichne sehr gerne Blumen egal wie sie angeordnet sind und ich habe meinen Balkon für die Modelle geplündert.

Zum Schreiben habe ich heute nicht so viel Zeit, denn es fordert mich, Tag für Tag die großen Blätter zu bearbeiten. Schon am 27. August fahre ich nach Köln und nach dem jetzigen Stand der Dinge möchte ich noch mindestens 6 Blätter arbeiten. Dann habe ich eine Auswahl von 15 großen Arbeiten.

Nun lasse ich die Fotos von meiner Zeichnung zum Zitat sprechen.

Entstehung Feurige Blumen auf dem Kreuz (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Feurige Blumen auf dem Kreuz (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my english speaking readers:
I haven’t time enough to write a lot of ideas, today. I must draw leastwise 6 sheats for my Antonius cycle.

Der Totenkopf – The Skull – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Juli 2013

„Es ist ein mit Rosen bekränzter Totenkopf – er beherrscht einen perlweißen Frauenkörper“
schreibt Flaubert in den Antoniusversuchungen.

Der Totenkopf galt als Symbol / Sinnbild für die Vergänglichkeit, symbolisierte den Todeswunsch und die Angst vor dem Tod. Werke mit Totenkopf sind als Vanitas Werke bekannt geworden. Aus diesen Bildern kann die Botschaft „Memento mori“ (Gedenke des Todes) oder „Carpe diem“ (Nutze den Tag) gelesen werden.

Was trieb Flaubert an, eine Frau mit Rosen und Totenkopf zu beschreiben? Rosen und Frauen, beides Symbole für Schönheit, die vergänglich sind. Ist diese nur kurz vorhandene Schönheit, der kurze Augenblick der Wollust, eine Versuchung für Antonius? Oder ist der Todeswunsch generell eine Versuchung für Antonius?

Entstehung Rosen bekränzter Totenkopf (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Rosen bekränzter Totenkopf (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wie sieht das heute aus? Hat der Totenkopf überhaupt noch die „Todeswunschsymbolik“? Oder ist der Totenkopf heute nur noch ein Dekorationsobjekt? Das Vanitas-Symbols, verlor seine ursprüngliche religiöse Funktion mit dem 18. Jahrhundert.

Totenköpfe wurden oft auf die Rückseite von Portraits gemalt. Sie sind dort ein Symbol für die Verweslichkeit des Menschen „mors absconditus“ und nehmen den künftigen Zustand des dargestellten Menschen vorweg. Ein Beispiel dafür ist der linke Flügel von Jan Gossaert (auch Jan Mabuse genannt) Carondelet-Diptychon von 1517. Der zur Seite geschobener Unterkiefer ist ein Zeichen für die Auflösung der Person. Hier auf der Seite vom Louvre bekommt ihr einen Eindruck vom Werk.

Entstehung Rosen bekränzter Totenkopf (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Rosen bekränzter Totenkopf (c) Zeichnung von Susanne Haun

Interessant finde ich die Nischen, in die die Totenköpfe bildnerisch gelegt werden. Diesen christlichen Todesreflexionen werden Zettel beigelegt (auf die Bilder gemalt), die die philosophischen Vorstellungen der Zeit enthielten: „Omnia morte cadunt/mors ultima linia rerum“ – „Alles zerfällt mit dem Tode, der Tod ist die letzte Grenze der Dinge“ steht auf der Rückseite des Portraits von Jane-Loyse Tissier, 1524 von Bartel Brüyns gemalt.

Buschrose (c) Zeichnung von Susanne Haun

Buschrose (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my english speaking reader:
The scull is symbol for perishability and death. I draw a new quote from Flauberts tempations of Antonius. Antonius tempatations of this quote are death wish and lust.

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Schneider, Norbert. Stilleben. Köln 2009.

Halt! Halt! … Ich stürze in den Abgrund – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Juli 2013

„Halt! Halt! Ich habe Angst! Ich stürze in den Abgrund.“

„ANTONIUS findet sich wieder, rücklings am Rande des Abgrundes. Der Himmel hellt sich auf.“

Beide Zitate stammen aus Flauberts Versuchung des heiligen Antonuis. So kurz diese Sätze sind, so sind sie doch stellvertretend für das ganze Buch.
Das erste Zitat habe ich aus dem Buch herausgesucht, das zweite Ute.

Ich stürze in den Abgrund - 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich stürze in den Abgrund – 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Zuerst überlegte ich, mich auf ein Detail zu konzentrieren. Diese Idee ist noch nicht aus meinem Kopf und wird vielleicht in einer zweiten Runde, abhängig von der Zeit, die mir noch bleibt, umgesetzt.

Ein Vorteil in der Größe 65 x 50 cm zuarbeiten ist natürlich der vorhandene Platz. Ich zeichne aus mir heraus und es laufen viele der Versuchungen ein, die ich schon im Projekt gezeichnet habe.

Schon beim Zeichnen überlege ich, ob ich den Himmel weiß lasse oder carput-mortuum-farbig fülle. Im Grunde meines Herzens weiß ich aber, er wird die dunkle Farbe annehmen. Das Wort „Abgrund“ ist für mich zu negativ, um den Himmel hell zu lassen, so wie eigentlich in Utes Zitat beschrieben.

Detail Nackte Fraune vor dunklem Hintergrund - Ich stürze in den Abgrund - 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Detail Nackte Fraune vor dunklem Hintergrund – Ich stürze in den Abgrund – 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my english speaking reader:
I have to draw a quote from Flauberts „Temptations of St. Antonius“. Antonius is standing befor an abyss. I saw this quote as an picture in my head standing for the whole book. So I draw a lot of temptations around him.

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