Ojekt · Zeichnung

Ich nenne sie Maggie – Objekt von Susanne Haun

Der Arbeitstitel für mein Objekt ist „Maggie“.

Meine Dinge in meinem zweiten Atelier im Wedding - Foto von Susanne Haun
Die gute alte Maggie in meinem damaligen Atelier in der Martin-Opitz Strasse  – Foto von Susanne Haun

 

Vor einigen Jahren hatte ich eine Schaufenster-Hut-Puppe bei ebay ersteigert. Ich nannte sie Maggie. Bei einen meiner vielen Atelierumzüge verkaufte ich sie wieder bei ebay und habe sie seither jeden Tag vermisst. Ich verkleinerte mich damals räumlich und meinte, keinen Platz mehr für meine Maggie zu haben. Das stimmte auch. Aber trotzdem …. vielleicht hätte ich sie irgendwo zwischenlagern können….

Von den Proportionen sieht meine „neue Maggie“ fast so aus wie die Alte.

 

Entstehung von Maggie - Objekt Zeichnung von Susanne Haun
Entstehung von Maggie – Objekt Zeichnung von Susanne Haun

 

Es ist nicht einfach, den Torso zu bezeichnen. Heute habe ich auf der linken Torsohälfte einen Vogel gezeichnet und war stark am überlegen, wie ich den Kopf gestalten werden. Das Gesicht ist mir zu schön.

Die Schäden bezeichne ich deutlich sichtbar. Sie wirken für sich betrachtet abstrakt. Mehr als eine Abstrakte Vorstellung von unserem Gehirn besitzen wir leider auch nicht.

 

Entstehung von Maggie - Objekt Zeichnung von Susanne Haun
Entstehung von Maggie – Objekt Zeichnung von Susanne Haun
Entstehung von Maggie - Objekt Zeichnung von Susanne Haun
Entstehung von Maggie – Objekt Zeichnung von Susanne Haun

 

Betrachtungen zur Kunst · Objekt · Zeichnung

Der Schaden ist sichtbar – Zeichnung von Susanne Haun

Kontinuierlich arbeite ich am Torso.

Die Schäden, die meine Schaufensterpuppe genommen hat, sind sichtbar. Wichtig ist es für mich, sie bewusst in mein Werk einfliessen zu lassen. Die Schäden sind vor der Kunst entstanden und bestimmen sie mit und nicht umgekehrt. Sie sind ein wichtiges Element der Arbeit.

Zerstörung Torso mit Kopf - Zeichnung auf Objekt von Susanne Haun
Zerstörung Torso mit Kopf – Zeichnung auf Objekt von Susanne Haun

Ein weiteres Element ist der Titel des Werks.

Sie ist nun keine Schaufensterpuppe mehr, sie wird zu Kunst alleine deshalb, weil ich es sage und weil ich Künstler bin. Ich bräuchte sie im Sinne Duchamps nicht bearbeiten und sie wäre schon Kunst. Aber in dem Fall war mir das alleinige Erheben zur Kunst zu wenig. Das Schwarz des Torsos war so mächtig, dass alle Linien verloren gingen. So war für mich das Weiß ein Muß.

Torso mit Kopf - Zeichnung auf Objekt von Susanne Haun
Torso mit Kopf – Zeichnung auf Objekt von Susanne Haun

Der Kopf auf dem Torso ist zerschmettert. Das Gehirn des Menschen ist sein höchstes Gut, sein Heiligtum. Dort sitzt der Mensch in seiner Ausprägung selber. Im zeitgenössischen Film wird dieses Thema oft ausgeschlachtet, ich denke da an „Source Code“ oder den Klassiker „Die Matrix“. So möchte ich den Titel in diese Richtung denken:

„Das höchste Gut des Menschen“ (Das Wort Gut ist mir philosophisch zu stark anders bewertet)

„Das Heiligtum des inneren Menschen“ (Das Wort Heiligtum ist mir zu religiös.)

Ich bin am Überlegen und Sammeln.

Betrachtungen zur Kunst · Foto · Konzeptkunst · Kunstgeschichte

Zeichnungen im preußischen Garten – Susanne Haun

Ich mag die Internetpräsenzen der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten der ARD. Es gibt immer wieder etwas zu entdecken.

 

Fliesen Zeichnung Neuer Garten Orangerie (c) Susanne Haun
Fliesen Zeichnung Neuer Garten Orangerie (c) Susanne Haun

 

Auf der Seite des swr kann die/der Neugierige in der Mediathek die Sendung „Schätze der Welt“ mit einem kleinen Bericht zum preußischen Garten sehen (siehe hier).

Aufgrund dieses Berichts waren wir letzte Woche im Neuen Garten rund um das Schloß Cecilienhof in Potsdam. Es gibt dort viel zu entdecken.

Besonders haben mich die Fliesen vor der dortigen Orangerie angesprochen. Dort habe ich die Zeichnungen schon fertig vorgefunden.

Ist dieses Werk nun ein a) ein Foto, b) eine Zeichnung, c) ein ready-made oder d) eine Fliese oder ist es gar e) gar Konzeptkunst im Sinne der Idee der Linie in der Fliese in einer Ausprägung?

 

Fliesen Zeichnung Neuer Garten Orangerie (c) Susanne Haun
Fliesen Zeichnung Neuer Garten Orangerie (c) Susanne Haun

 

Inspiriert von meinem Tun fand Micha einige Skulpturen dort in den Fliesen.

 

Fliesen Zeichnung Neuer Garten Orangerie (c) M.Fanke
Fliesen Zeichnung Neuer Garten Orangerie (c) M.Fanke

 

Objekt

Die verlorene Zeit – Objekt von Susanne Haun

Was ist Objektkunst?

In der Objektkunst werden ein oder mehrere vorgefundene Gegenstände zum Kunstwerk erklärt. Die Ursprünge der Objektkunst liegen in der Collagenkunst / Assemblage und in dem berühmten Pissoir, dem Ready-made, von Duchamps.

Die verlorene Zeit - Objekt (c) Susanne Haun
Die verlorene Zeit – Objekt (c) Susanne Haun

Zwangsläufig setzt sich jeder Künstler, Kunstwissenschaftler, Kunstintressierter oder Sammler irgendwann das erste Mal mit Duchamps und seinem Pissoir auseinander. Armin Rohr stellte uns die Frage, ob wir ein Pissoir danach jemeils wieder ansehen können, ohne an Duchamps und seine Ready-mades zu denken. Mir gelingt es nicht, aber ich sehe auch relativ selten Pissoirs.

2006 hängte ich das erste mal meine Puppe aus Kindertagen an einem Seil auf den Kopf. Damals sah ich das Ready-made noch nicht. Dieses Jahr hängte ich die Puppe zusammen mit der geerbten Uhr des Lebenspartners meiner Großmutter auf, zuerst wollte ich das Thema einfach wieder aufnehmen, erweitern und zeichnen. Aber ich sah sofort, hier ist das Werk schon in aller Vollkommenheit vorhanden es braucht keine Zeichnung mehr.

So hing mein Objekt 2 1/2 Monate in meinem Atelier, das erste meiner Werke, dass ich überhaupt im Atelierraum aufhängte.

Warum ich es trotzdem noch gezeichnet habe? Um meine Gedanken zu klären und um mich über das Fortschreiten meiner Gedanken zu freuen!

Jetzt sind meine Gedanken klar, die Zeichnung ist in diesem Fall eine Darstellung oder Kopie des Objekts!

Ausstellung · Betrachtungen zur Kunst · Kunstgeschichte

Der Kontrast zwischen Alten und Neuen Meistern in Schwerin – Bericht von Susanne Haun

Anfang der Woche war ich in Schwerin und besuchte unter anderem die Galerie Alte und Neue Meister in Schwerin. Der Eingang ist unspektakulär und versteckt.

Der Eingang der Galerie Alte und Neue Meister in Schwerin ist unspekatkulär (c) Foto von Susanne Haun
Der Eingang der Galerie Alte und Neue Meister in Schwerin ist unspekatkulär (c) Foto von Susanne Haun

Ich bin erstaunt über die Schlichtheit des Eingangs, birgt das Muesum doch die deutschlandweit größte Sammlung von Werken Marcel Duchamps.

Schon einige Male habe ich mich hier in meinem Blog mit Duchamp auseinandergesetzt. So zum Beispiel im März 2012 (siehe hier) wo ich mir die Frage stellte, bei welchen Wörtern der Sinngehalt größer ist als das was im Wörterbuch als Erläuterung steht?

Wenn der Name Duchamp fällt, dann ist sofort dass Pisseoir, ein Ready-made, in meinem Kopf. Objet trouvés oder Ready-mades sind Kunstwerke, die aus vorgefundenen Alltagsgegenstände ohne große Veränderung zum Kunstwerk erhoben werden. Das berühmteste ist vielleicht Duchamps Pisseoir besser “Fountain”. Auf mich üben Ready-mades eine große Anziehungskraft aus (siehe meinen Artikel vom Juni 2012 dazu.)

Das Ready-made Stolperfalle von Duchamps
Das Ready-made Stolperfalle von Duchamps

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang das Exponat „Trébuchet / Stolperfalle / Trap“ von Duchamp im Schweriner Museum.

Was erhebt das Gardrobenbrett zum Kunstwerk?

Die große Unterschrift von Duchamp?

Der Titel?

Die Geschichte dazu?

Oder das alles, was in einem Künstleratelier ist auch Kunst ist (siehe dazu meinen Artikel vom Juni 2012 zu Bruce Naumann hier)

Die Arbeit ist die erste sockellose Bodenplastik des 20. Jahrhunderts. Mehrer von Duchamps Atelierbesucher und er selber ebenso stolperten über das Gardrobenbrett bevor er es zum Kunstwerk erhob. Daraus folgt der Titel.

Flaschentrockner (Ausschnitt) von Pierre Granoux nach Zeichnung von Duchamps
Flaschentrockner (Ausschnitt) von Pierre Granoux nach Zeichnung von Duchamps

Sehr interessant finde ich auch, dass andere Künstler nach Zeichnungen von Marcel Duchamps arbeiten und somit einen Prototyp seines Werkes schaffen. Beim Flaschentrockner nach Duchamps Zeichnung wird als „Künstlername“ Pierre Granoux angegeben. Ich verstehe nicht, wie hier die Urheberschafft zu sehen ist.

Neben den Neuen Meistern hängen auch die Alten Meister im Museum. Der Kontrast könnte nicht größer sein. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie der Kunstbegriff sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder geändert hat.

Bei den alten Meistern gefiel mir besonders das sehr große Nashorn.

Blick in eine andere Halle
Blick in eine andere Halle

Ob es wohl dasselbe Nashorn war, das auch Dürer inspirierte? Siehe dazu meinen Artikel von letzter Woche hier.

Emilia Romagna · Skulptur · Zeichnung

Die Prachtbauten Forlìs und die Linien, die ich finde – Fotos und Bericht von Susanne Haun

Forlì hat für mich zweierlei Bedeutung: die Spannung wie Boccioni hier lebte (Informationen über Boccioni hier auf meinem Blog ) und nach der Besichtigung heute, die Prachtbauten Mussolinis. Die Kirche, Burg und Abtei ist allerdings aus dem 12. Und 13. Jahrhundert, die Post entspringt der Monumental Architektur zu Zeiten Mussolinis.

ready made Forli Version 1 (c) Susanne Haun
ready made Forli Version 1 (c) Susanne Haun

Heute war in Forli Markt und das Leben tobte auf dem Hauptplatz und alle Straßen drum herum. Es war natürlich für Frau von Welt ein „Muss“, eine Tasche und ein kleines Kleidchen zu kaufen; hier an dieser Stelle Grüße an Conny Niehoff, ich habe sie richtig vor mir gesehen, wie sie durch den Markt streift und Kleidchen kauft!

In Forli hatte ich Zeit  für die Auflösung der Fassaden Figuren und meiner Selbst in wenigen Strichen.

Interessiert haben mich auch – wie immer-  die Details und Linien die in Forlì zu entdecken sind.

Wenn ihr die vorherigen Berichte meiner Reise lesen und sehen möchtet, könnt ihr das hier !

Die Prachtbauten Forlìs und die Linien, die ich finde – Fotos und Bericht von Susanne Haun

Betrachtungen zur Kunst · Foto · Konzeptkunst

Kabel und was sind Ready Mades – Fotos von Susanne Haun

Objet trouvé oder Ready Mades sind Kunstwerke, die aus vorgefundenen Alltagsgegenstände ohne große Veränderung zum Kunstwerk erhoben werden.

Das berühmteste ist vielleicht Duchamps Pisseoir besser „Fountain“. Auf mich übern Ready Mades eine große Anziehungskraft aus. Ich finde sie genauso gerne wie ich sie auch anschaue.

Vorgefunden (c) Foto von Susanne Haun
Vorgefunden (c) Foto von Susanne Haun

In der Romantic 2.0 (siehe hier meinen Artikel dazu) habe ich eines gefunden, was ich gerne bei mir im Atelier aufstellen, aufbauen möchte.
„Aus der Wand“ ist mein Ready Made, Kabel, die durch Zufall perfekte Linien aus der Wand ergeben.

Wie kann ich diesen Zufall auf meine Kabellage transportieren und wie wird sie von dort aus meine Kunst? Und ist es nicht auch eine Zeichnung?

Kabel und was sind Ready Mades – Fotos von Susanne Haun