Wenn ich zu Hause an meinem Schreibtisch sitze, schaue ich im Hellen vom Fenster aus auf kleine Häuser der Vorstadt Berlins und auf eindrucksvolle Bäume.
Wenn ich zeichne, vertieft sich mein Blick in die Landschaft, ohne sie zu sehen. Ich sehe mein Motiv vor Augen.
Im Dunkeln verändert sich die Szenerie. Ich sehe in den Scheiben mich selber im Spiegelbild der schwarzen Nacht. Manchmal, sehr selten, fährt ein Auto die Straße entlang und die Scheinwerfer blenden mich. In solch einer Situation sah ich mich, wie auf der heutigen Zeichnung zu sehen ist.
Müde vom Tag versuche ich mit der Hand das Licht und die Welt aus meinem kleinen Kosmos auszuschließen. In mir ist mein Universum weiblicher Impulse, Emotionen und Gedanken.
Sind männliche Selbstbildnisse anders als weibliche? Warum wird in der Fachliteratur das weibliche Selbstportrait anders behandelt als das männliche?
