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Anonyma – meine Mutter war 7 Jahre am Ende des Krieges – Zeichnung von Susanne Haun

Meine Mutter war sieben Jahre alt, als der Krieg endete.

Nachdem ich Anonyma, ein Tagebuchbericht von Marta Hillers, gelesen habe, fragte ich Mama, wie sie das Ende des Krieges in der Müllerstraße Ecke Afrikanische Straße in Berlin erlebt hat.

Mama mit 2 Jahren - Zeichnung von Susanne Haun - 17 x 22 cm - Tusche auf Hahnemühle Selection

Mama berichtete zuerst vom Hunger und dass ihre beiden Brüder jeden Tag loszogen, um Essen zu organisieren und manchmal nur für die Mutter und ihre 8 Kinder eine Stulle brachten. Die Russen kamen und „schissen“ das Klo voll und es stank furchtbar. Die Spülungen funktionierten nicht mehr und sie mußten Wasser von der Pumpe holen gehen, um das Bad zu säubern. Was sich siebenjährige Mädchen merken. Die älteste Schwester mußte sich auf den Speicher verstecken gehen. Die Kinder stellten sich um die Mutter, um sie zu schützen. Frauen mit Kinder liessen die Russen in Frieden.

Mama bei der Einschulung - Zeichnung von Susanne Haun - 17 x 22 cm - Tusche auf Hahnemühle Selection

Das, was meine Mutter berichtete, deckt sich mit dem, was auch Anonyma in ihrem Buch schreibt. Es ist für mich unverständlich, dass damals über Anonyma gesagt wurde, sie mache den deutschen Frauen Schande! Marta Hillers schrieb doch einfach, was sie erlebt hat!

Ich habe heute das Fotoalbum meiner Mutter angeschaut und mir drei Fotos herausgesucht. Meine Mutter als 2jährige mit großen Augen, meine Mutter mit ihrer Mutter Wange an Wange und meine Mutter bei der Einschulung. Es ist sehr schwer, sie zu zeichnen. Meine Großmutter habe ich nie kennen gelernt. Sie ist kurz nach Kriegsende gestorben und meine Mutter wurde mit 16 Jahren von meiner „Oma“ angenommen. Ich kann sie nur schemenhaft darstellen .

Mama und ihre Mutter - Zeichnung von Susanne Haun - 17 x 22 cm - Tusche auf Hahnemühle Selection
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