Cezanne gilt als Urvater der klassischen Moderne.
Zum einen müssen wir uns klar machen, dass in der Kunst und Literatur die Moderne erst mit dem 19. Jahrhundert begann. Cezanne lebte mitten in dieser Zeit des Umbruchs. In einem Essay zu Cezanne schrieb Walter Hess (aus Paul Cezanne „Über die Kunst“ Gespräche mit Casquet, rororo Klassiker):
„Aber in noch weit tieferem Sinne ist ein Künstler, der sich ehrlich seiner Situation in der modernen Epoche bewußt wird, eine einsame, auf sich selbst gestellte Existenz. … “
Im 19. Jahrhundert herrscht die Naturwissenschaft und die alten Themen der Malerei wie Mythen, Glauben und Sinneszusammenhänge wurden in den Hintergrund gedrängt. Wenn der Künstler dann nicht den Gegenstand oder das Aussehen desselben darstellen wollte, kann nach Cezannes Auffassung „der moderne Künstler diesen Zusammenhang (der Dinge) nur noch in sich selbst finden, in der eigenen inneren Erfahrung, in dem intuitiven schöpferischen Vermögen, jener Urkraft, das heißt dem Temperament.“
Nun sind wir wieder bei meiner Frage vom Montag. Der Begriff des Künstlers ändert sich also im Laufe der Geschichte.
Sind die Künstler des 21. Jahrhunderts, also unserer heutigen Zeit auch einsam? Müssen wir beim Künstlerbegriff differenzieren? Wie verändert sich der Begriff „Künstler“ wenn ihr ihn von euch persönlich loslöst?
Es wäre schön, wenn ihr eure Kommentare weiterhin zu unserer Montags – Blogparaden – Diskussion „Wer oder was ist ein Künstler und warum?“ schreiben würdet.
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Loslösen von mir persönlich geht das nur, wenn ich mir einen Künstler eines anderen Metiers vorstelle.
Ich dachte an Murnau (siehe hier meinen Beitrag) und seinen Nosferatu und von dort waren meine Gedanken schnell bei Werner Herzog und Klaus Kinski.
Werner Herzog sagte „In den kommenden fünfzig Jahren wird es unmöglich sein, einen Vampirfilm zu drehen, der sich nicht auf meinen Nosferatu bezieht.“
Ich denke, Herzog darf dabei nicht die Rolle Klaus Kinskis vergessen. Er hat den Nosferatu genauso geschaffen.
Dieses Zitat von Kinski macht mich sehr nachdenklich:
„Meine Empfindungen sind ein einziges Chaos. Schlingpflanzen, die mich zu ersticken drohen. Dschungel, aus dem ich mich herauskämpfen muß. Ich habe niemanden der mir hilft.“
Zum Künstler sein gehört das Loslösen von der Gesellschaft, neue Wege gehen, neues Entdecken, altes in Frage stellen …
Das ist etwas, was Kinski uns auf jeden Fall zeigt. In der Vergangenheit habe ich mich hier mit ihm auseinandergesetzt.
Herzog zitiert in seinem Film Murnau und ich zitiere nun alle drei – Murnau, Herzog und Kinski. Das Thema habe ich noch nicht zuende gedacht. Es werden noch weitere Auseinandersetzungen mit den dreien folgen.
Übrigens, beim zeichnen ist mir aufgefallen, dass der Gollum aus dem Herrn der Ringe vom Regisseur Peter Jackson dem Nosferatu schon sehr ähnlich sieht!
