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Immer in Bewegung – hier in Bonn – Zeichnungen von Susanne Haun

Gestern in Bonn habe ich Diarmuid Johnson kennengelernt und wir haben festgestellt, das seine Worte und meine Linien zusammenpassen.

Diarmuid schaut meine Zeichnungen - ich fotografiere (im Spiegel) - Foto von Susanne Haun

Wir haben über die Präsentation und über unsere Intentionen gesprochen. Es ist nicht einfach, Diarmuids Gedichte aus dem irischen ins deutsche zu übersetzen, denn es gibt nicht für alles irische ein entsprechendes deutsches Wort. Aber Diramuid hat einen ihm vertrauten Übersetzer.

Zur Zeit unterrichtet Diarmuid auch für zwei Tage an der Philosophischen Fakultät, Institut für Anglistik, Amerikanistik und Keltologie, Abteilung für Vergleichende Indogermanistische Sprachwissenschaft und Keltologie. Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es solch einen Studienzweig nicht noch einmal in Deutschland. 50 Studenten haben sich für dieses Semester angemeldet.
Das Land Nordrheinwestfahlen hat der Uni die Auflage gegeben, Geld zu sparen, d.h. es müssen Studiengänge gestrichen werden. Irene, Indogermanistin, die ebenfalls in dieser Abteilung arbeitet, sagte, dass sei ja verständlich. Sie fragt sich, ob es für Studienzweige, die es in Deutschland nur noch einmalig gibt, nicht auch ein Bestandsschutz eingeführt werden sollte, so wie die rote Liste für Pflanzen.

Ich habe darüber nachgedacht. Ich finde diesen Gedanken wirklich gut. Geht dieses Wissen denn sonst nicht verloren wie alte Manuskripte? Oder Bücher und Gegenstände, die auf den Speichern verschwinden. Was passiert mit dem Wissen, was in Büchern und in den Dozenten dieser Abteilung vorhanden ist?

Wenn es nur um Wissen ginge (Spaß) … ich habe meine Sepiatuscheflasche auf Reisen verschlampt und mußte aus Indigo, Bordeaux, Caput Mortuum und Lotusgrün einen dunklen Ton mischen — es ist natürlich kein Sepia daraus geworden aber ich habe trotzdem die beiden nächsten Zeilen damit in Linien umgesetzt.

So ein gewöhnlicher Mensch war ich auch - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 17 x 22 cm

Die Dämonen
von Diarmuid Johnson

Ich lebe unter Dämonen
dort, wo die anderen Leute nicht hinkommen.

Aber in jedem steckt ein Dämon
In einer lichtlosen Ecke seines Herzens.

Die anderen Leute kommen nie zur Ruhe
Sie sind immer in Bewegung
Sie sitzen nicht am Rande der Klippe
Um in den Schlund des Meeres zu starren.

Sie folgen dem großen, glatten Weg
Wo das Licht des Fleißes ihr Herz erleuchtet
Ihre Dämonen bedrohen sie nicht tagsüber
Dämonen erwachen nur kurz in der tiefsten Nacht.

So ein gewöhnlicher Mensch war auch ich
immer in Bewegung mit wenig Schlaf

Hier seht ihr die restlichen Beiträge zum Gedicht „Die Dämonen“.

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