An der Uni habe ich den Text Boredom and Art: Passions Of The Will To Boredom von Julian Jason Haladyn² kennengelernt.
Schon die Einleitung hat mich zum Nachdenken angeregt.
Nach Lektüre des Texts, habe ich mich als erstes gefragt, welche Vorstellung Julian Jason Haladyn von Langeweile hat und ob diese sich mit meiner Vorstellung von Langeweile deckt.
Unter Langeweile verstehe ich ein Subjekt, dass nicht weiß, wie es seine Zeit verbringen soll. Ich verstehe unter Langeweile nicht das körperliche Nichtstun und Denken, was sehr anregend sein kann.
Langeweile wird im Duden als unangenehm, lästig empfundenes Gefühl des Nicht-ausgefüllt-Seins, der Eintönigkeit, Ödheit, das aus Mangel an Abwechslung, Anregung, Unterhaltung, an interessanter, reizvoller Beschäftigung entsteht, beschrieben.
Auf diese Definition greift Halady gleich am Anfang seines Texts zurück.
Halady beschreibt Langeweile als elitär. Er zitiert Benjamin, der die Langeweile als spezifisch modernes Phänomen beschreibt.
Langeweile befällt alle Klassen und die Langeweile einer Hausfrau, eines Fabrikarbeiters ist nicht weniger bedeutsam als die eines Politikers oder Philosophen. Das Leiden kann an individuellen Attributen oder sozialen Problemen innerhalb der Gesellschaft liegen. Langeweile entsteht aus der Beziehung zwischen dem Subjekt und der Welt. Halady stellt eine Verbindung zwischen der Industrialisierung und der Langeweile der konsumierenden Kultur her. Scheinbar wird die Langeweile mit der Erfüllung unserer Konsumwünsche bekämpft. Ich finde die Erkenntnis Haladys, dass die Langeweile eine Herausforderung der gelebten Sinnlosigkeit der Existenz ist, sehr interessant und nachdenkenswert. Ich verstehe nicht, was Halady damit meint, dass die Langeweile aktiv verwendet werden soll, um das Interesse der Menschen in Frage zu stellen.
Die Vorstellung von Langeweile soll als positive Erfahrung gesehen werden, als bewusster oder unbewusster und wissentlicher oder unwissentlicher ästhetischer Zustand der Moderne.
Leider ist mir aus der zur Verfügung gestellten Einleitung des Buchs nicht klargeworden, wie ich das Kunstwerk in Zusammenhang mit der Langeweile zu betrachten habe. Soll das Werk die Langeweile hervorrufen, die das Subjekt bewusst in Zeiten der Reizüberflutung zur Erholung benötigt?
Ich bin gespannt auf die Sitzung am Mittwoch.
Meine Überlegungen, wie ich eine Zeichnung zum Thema Langeweile gestalte, sind noch im Entwicklungsstadium. Gut passen meine Zeichnungen zum Thema Dämonen zur Langeweile.
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Haladyn, Julian Jason. Boredom and Art: Passions Of The Will To Boredom, Winchester u. Washington 2015, S. 1 – 5.
