02 Einblick ins Atelier (c) Foto von Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2026..JPG

Nein, so wollte ich das nicht – Ölmalerei von Susanne Haun

Aller Anfang ist schwer

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der Ölmalerei. Warum? Ich brauche neue Herausforderungen. Außerdem mag ich den seidigen Glanz von Ölbildern. Von der Acrylmalerei bin ich es gewöhnt, die Farben zügig auftragen zu können und Schicht für Schicht meistens deckend übereinander zu legen. Bei der Ölmalerei brauche ich da schon etwas mehr Planung. Eine Schicht entscheidet darüber wie die nächste ausschaut. Der Aufbau muss schon zu Beginn des Bildes geplant sein, Änderungen sind schwer möglich, ohne die Ölfarben zu verschmieren.

Hier die Entstehung des Porträts. Mir gefällt sowohl die 2. als auch die 3. Version besser als die Finale. Ein Glück habe ich viele 20 x 20 cm große Malplatten gekauft.

Nach der Grisaille (3. Version) wollte ich viel lasierender arbeiten. Mein Ziel ist nicht die alla prima Malerei, sondern die der alten Meister. Ich habe jedoch wie bei einem Acrylbild voll in die Farben gegriffen. Alles eine Sache des Trainings und der Gewohnheit.

Der Duktus ist zu stark sichtbar

Das Lasieren fällt mir schwer. Bei dem nächsten Porträt ist schon in der Grisaille der Duktus zu stark ausgeprägt. Die nächste Schicht kann diesen starken Pinselstrich nicht überdecken. Dadurch wirkt das Ergebnis nicht harmonisch. Die Pinselstriche laufen in die falsche Richtung.


Das Öl schimmert nicht matt

Verschiedene Malmittel für Ölmalerei (c) Fotos von Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Verschiedene Malmittel für Ölmalerei (c) Fotos von Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Mir gefällt die Oberfläche der hier gezeigten Porträts generell nicht. Die typische Oberflächentextur von Ölbildern fehlt ganz. Ich muss die Mischungsverhältnisse von Öl und Terpentinbalsam verändern. Für die hier gezeigten Porträts habe ich nach den ersten beiden Lasuren Terpentinöl und Leinöl im Verhältnis 1:1 verwendet.


Alkydharz

Für das nächste Porträt auf Leinwand der Größe 40 x 30 cm habe ich Alkydharz verwendet. Es wurde mir empfohlen. Besonders die schnelle Trocknungszeit wurde hervorgehoben. Dieses Bindemittel gefällt mir gar nicht. Dann kann ich tatsächlich weiter mit Acryl malen. Die Oberfläche der bemalten Leinwand glänzt wie eine Speckschwarte. Leider ist das auf dem Foto nicht erkennbar.

2026.09.22 Porträt auf Leinwand mit Acrylhaltiges Bindemittel (c) Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2026
2026.09.22 Porträt auf Leinwand mit Acrylhaltiges Bindemittel (c) Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Das Motiv: Porträt

Sicher, ich könnte Farbflächen oder den berühmten Apfel mit Öl malen, um die Konsistenz und Eigenschaften der Farben zu erforschen. Dazu habe ich nur bedingt Lust. Farbkarten erstelle ich sehr gerne. Ihr werdet in den nächsten Tagen einige zu sehen bekommen. Aber das Apfelmotiv ist ja schon ganz schön ausgeknautscht. Ja, ihr habt recht. Porträts sind auch kein neues Sujet, aber ich male sie gerne immer und immer wieder. Ich zeichne die Porträts aus dem Inneren, keine der Bilder hat ein bestimmtes Modell zum Vorbild.

2 comments

  1. … oder sagen wir besser: dass du uns am Entstehungsprozess deiner Bilder teilhaben lässt…
    (Lernprozess hört sich irgendwie falsch an… ; ) Experimentierprozess würde es vielleicht auch treffen.
    Wie auch immer, liebe Grüße nochmals, <3 Hannah

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