Als ich vor 30 Jahren zum Konfirmationsunterricht ging, war es noch üblich, dass die Konfirmanden das Krippenspiel Heiligabend in der Kirche aufführten.
Ich war damals die Maria und meine Mutter nähte mir ein blaues Kleid mit einem ellenlangen roten Kopftuch. Viel sprechen mußte ich nicht, ich glaube sogar gar nicht.
Ich mag die Figur der Maria von Kindheit an.
Heute habe ich sie gezeichnet, so wie ich sie mir in meiner Fantasie vorstelle. Mit blauer Tusche und Umhang und ausgebreiteten Armen, um alle Kinder der Erde aufzunehmen.
Im Buch von Eva Heller, „Wie die Farben wirken“, steht auch etwas über das weibliche Blau Marias. „Maria ist die am häufigsten gemalte Gestalt in der christlichen Kunst. Die Farbe Marias ist Blau. […] Wie der Mond ist auch die Farbe blau ein Attribut des Weiblichen.“ Ich habe bei meiner Maria auch ohne nachzudenken zur blauen Tusche gegriffen und das obwohl pastellblaue Marienbilder heute als Inbegriff des religiösen Kitsches gelten.
