Ich habe Ute Schätzmüller den Satz
„Zu bestimmten Stunden hörte ich auf zu arbeiten; betend, mit weit geöffneten Armen, fühlte ich ,wie ein Quell der Gnade vom Himmel in mein Herz strömte.“
aus „Die Versuchung des Heiligen Antonius“ von Flaubert gesendet.
Hier könnt ihr Utes zeichnerische Gedanken dazu lesen.
Als ich mir den Satz aussuchte, hatte ich viele Bilder im Kopf und stellte dann beim Zeichnen fest, dass das Format 15 x 20 cm doch relativ kleine für viele Dinge im Kopf ist. So habe ich den Satz nochmals auseinander genommen und mehrere Blätter gezeichnet.
Wenn ihr mehr von dem Projekt lesen wollt, dann könnt ihr das hier.
Die Öffentlichkeit mag große, monumentale Arbeiten, wird oft gesagt. Ist das wirklich so? Oder sind die großen Werke einfach nur so groß, dass die Kleinen daneben einfach übersehen werden?
Ich mag das Wechselspiel zwischen den großen und kleinen Arbeiten. Das dieses Wechselspiel auch von den Betrachtern gesehen wird, ist bei der Zeichnung einfacher zu erreichen als bei Leinwandarbeiten, da auch eine große Zeichnung aufgrund des Papiers noch leicht und luftig wirkt. Ich nutze das Spiel von groß und klein bei meiner Ausstellungskonzeption gerne aus. So werde ich ab Samstag bei meiner Ausstellung „Durchblicke – Langblicke“ (siehe hier mehr Informationen) in Hamburg meine 10 Meter x 40 cm lange Rolle zum Buch Henoch ungerahmt ohne Glas neben kleineren Arbeiten präsentieren.
Picasso hat für ein Ölbild genauso lange gebraucht wie für eine Zeichnung. Für eine große Zeichnung benötige ich sogar mehr Zeit als für eine große Acrylarbeit. Es ist auch eine logische Schlussfolgerung, dass es in der Erstellungszeit keine Unterschiede gibt. Für Öl und Acryl benötigt der Schaffende einfach mehr körperliche Kraft; Leinwand bespannen, Hasenleim, Grundierung und die Farbe: stehend arbeiten, den Pinsel frei schwingend mit Kraft Schicht für Schicht in die Leinwand reiben, dabei die Leiter hinauf und hinunter.
Die Zeichnugnen fordert es mehr Fragilität, mehr Nachdenken, mehr Konzentration. Es gibt keine Möglichkeit der Korrektur. Das locker und leichte aussehen ist schwere Arbeit.
Mir gefällt der Beitrag „Über die Wirkung von und die Veränderung durch Kunst“ von Jürgen Küster und die Diskussion dazu.
Ich habe in der Diskussion folgendes geschrieben, was meiner Meinung gut zeigt, dass es kein Unterschied in der Zeit der Erstellung von Zeichnung oder Ölarbeit gibt, denn es gilt sowohl für das eine wie für das andere:
Ich bin auch immer wieder erstaunt, was der Betrachter in meinen Bildern sieht. Oft mache ich mir über die Fragen, die mir zu den Bildern gestellt werden, beim gestalterischen Prozeß keine Gedanken.
Die Frage ist da die Frage nach dem Unterbewußten. Wieviel tun wir aus uns heraus mit einem Sinn, ohne noch konkret über den Sinn nachzudenken?
Auf die Frage, wielange ich für eine Zeichnung brauche, antworte ich immer, es ist die Summe aller Zeichnungen, die vor dieser Zeichnung liegen.
Ich glaube, so ist es auch mit den Gedanken und der Interpretation der Bilder. Alles Wissen, was ich gesammelt habe, geht in die Zeichnung ein, nicht bewußt, aber eben doch wiederum einfach darum, weil das Wissen da ist!
In den letzten Jahren mache ich mir schon immer mehr Gedanken, was meine Arbeit im Zusammenhang ausdrückt und wie ich bestimmtes Wissen, bestimmte Gedankengänge, durch meine Arbeit vermitteln kann.
Wenn ihr mehr von dem Projekt lesen wollt, dann könnt ihr das hier.
For my english reader:
I Ute Schätzmüller the sentence
„At certain times I stopped working; praying with arms wide open, I felt like a source of grace from heaven poured into my heart.“
sent from „The Temptation of Saint Anthony“ by Flaubert.
When asked how long do I need for a drawing, I always answer, it is the sum of all drawings that are before this drawing.
I think, so it is with the thought and the interpretation of the images. All the knowledge I’ve gained goes into the drawing, not consciously, but still turn simply because the knowledge is there!
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Gustav Flaubert, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996
Kunstforum Band 196, April – Mai 2009, Die umfassenste oder offenste Gattung der Gegenwart, Seite 56 ff.
