Susanne Haun

Stanze/Rooms – Sandretto de Rebaudengos Sammlung im me collectors room – Bericht von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Betrachtungen zur Kunst, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 1. Mai 2014

Gestern war ich zum Presselunch zur Ausstellungseröffnung Stanze/Rooms im me Collectors Room der Stiftung Olbricht.

Beim Presselunch im me Collectors Room (c) Foto von Susanne Haun

Beim Presselunch im me Collectors Room (c) Foto von Susanne Haun

Ab dem 2. Mai 14 präsentiert Thomas Olbricht Teile der Sammlung Patrizia Sandretto de Rebaudengos im me Collectors Room. Sie gehört zu den wichtigsten privaten Sammlerinnen zeitgenössischer Kunst in Europa, mit dem Sammeln begann sie in den frühen 90zigern.

Beim Presselunch sprach Patrizia Sandretto de Rebaudengos persönliche Worte zur kommenden Ausstellungseröffnung. Wir erfuhren, dass sie schon als Kind kleine Pillendöschen sammelte und seit den 80ziger Jahren sammelt sie Modeschmuck, der im 1. Stock im me Collector Room gezeigt wird. So präsentiert sich Patrizia Sandretto de Rebaudengos beim Presselunch auch in einem atemberaubenden pink farbenden klassisch geschnittenen Kleid mit einer funkelnden, eng am Hals liegenden Kette. Selbstbewusst, sympathisch und fröhlich lächelt sie ihr Publikum an.
Leider war ich auf die Möglichkeit des Fotografierens schlecht vorbereitet, meine Kamera lag zuhause, aber ich hatte zum Glück ein aufgeladenes Handy dabei, um wenigstens ein paar „Knipsfotos“ mit Impressionen der Veranstaltung und Ausstellung zu zeigen.

Patrizia Sandretto de Rebaudengos beim Presselunch im me Collectors Room (c) Foto von Susanne Haun

Patrizia Sandretto de Rebaudengos beim Presselunch im me Collectors Room (c) Foto von Susanne Haun

Ihre zeitgenössische Kunstsammlung besteht aus mehr als 2.000 Werken verschiedenster Medien von aufstrebenden Künstlern Europas.
Sie sammelt nicht unter dem Aspekt eines speziellen Themas sondern sie möchte generell mit der Kunst in einen Dialog treten und ihre Erfahrungen im Umgang mit Kunst mit anderen teilen. Patrizia Sandretto de Rebaudengos findet es als Abenteuer, die Künstler kennenzulernen, mit ihnen zu reden und zu entscheiden, welches Werk sie kaufen wird.

Sandretto hat drei Punkte genannt, die ihr wichtig sind:

1. Förderung von jungen Kuratoren, die Ausstellungen in ihrer Sammlung organisieren
2. Dem nicht im Kunstgeschehen stehenden Publikum die manchmal schwer zu verstehende zeitgenössische Kunst näher zu bringen.
3. Netzwerke zwischen den Sammlern in Europa schaffen, sie ist stolz auf den daraus resultierenden Austausch von Sammlungspräsentationen in Europa.

Nach dem Pressegespräch wurden wir durch die Ausstellung geführt. Unter dem Ausstellungstitel „Stanza“ versteht man einen Ort, an dem sich der Dichter zurückziehen und Inspirationen finden kann. „Es ist ein physischer oder metaphorischer Raum, dessen Fenster den Blick auf den lebendigen, wandelbaren Horizont unserer Gedanken und Bilder eröffnet.“²

Wer in Berlin weilt und sich für zeitgenössische Kunst interessiert, dem empfehle ich einen Besuch der Ausstellung.

Zum Nachdenken haben mich die beiden präsentierten Arbeiten von Sherrie Levine angeregt. Sherrie Levine ist eine amerikanische Fotografin und Konzeptkünstlerin. In der Ausstellung hängen zwei Werke aus Levines Bilderserie „After Walker Evans“. Sie fotografierte Fotos von Evans ab und präsentiert die Fotos. Die Arbeiten gehören  der Appropriation-Art (Aneignung) an und wir diskutierten im Rahmen des Seminars „Zeitgenössische Kunst“ an der Uni über diese Arbeit.
Ich fragte Patrizia Sandretto de Rebaudengos, warum sie gerade diese Arbeiten kaufte. Sie erklärte, dass sie keine Feministin sei aber trotzdem gerne Frauenkunst sammelt. Für sie ist Levine neben Trokel eine große Künstlerin. Levine eignet sich unter anderem „Männerkunst“ an, darunter präsentierte sie u.a. Zeichnungen nach de Kooning, Schiele und Malewitsch, sowie Aquarelle nach Mondrian, Matisse und El Lissitzky, durchgängig Werke männlicher Avantgardisten, „Heroischer Modernisten“ also. Levine: „Wie die meisten Frauen bin auch ich es Leid, mich von Männern darstellen und repräsentieren zu lassen.“³

Sherry Levine, Untitled (After Walker Evans 6, 1990

Sherry Levine, Untitled (After Walker Evans 6, 1990

me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht
Auguststraße 68
10117 Berlin

Eintritt / Preis: Regulär 7 Euro / Ermäßigt 4 Euro Gruppenticket 4 E
Beginn: 12:00 Uhr
Homepage: me-berlin.com
Ticket-Hotline: +49 30 86 00 85-10

 

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²Pressemitteilung me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht
³http://de.wikipedia.org/wiki/Sherrie_Levine Link vom 1.Mai2014

3 Responses

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  1. Helga Stattler said, on 1. Mai 2014 at 16:05

    Liebe Susanne, der Link me-berlin.com stimmt zwar, aber man kommt von beiden in deinem Text angegebenen Links nur auf die Presseinformation und nicht auf die Homepage. Liebe Grüße

  2. […] ist ein relativer Begriff – ich dachte, ich wäre erst gestern beim letzten Presselunch im me collectors room gewesen,  jedoch war dieser schon im […]


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