Am Samstag war die Ausstellungseröffnung double bind. Lange haben Jürgen und ich an den double Bind Zeichungen, Holzschnitten und Installationen gearbeitet.
Das hängen der Arbeiten hat nochmals eine besondere Intensität in das Thema und die Kommunikation gebracht. Gehängt sehen die Zeichnungen nochmals anders aus als auf dem Stapel auf dem Tisch.
Jürgen hat gestern in seinem Blog (siehe hier) Buchalov eine große Anzahl an Fragen gestellt, die alle aus der Ausstellungseröffnung und dem Salon resultierten und die sowohl mich als auch Jürgen als auch unser Publikum beschäftigt haben.
Ich habe mal einfach zwei Fragen herausgegriffen:
Fühlt ihr Euch hier in “Zelle k5″ wohl?
Ja, Jürgen, ich fühle mich in der „Zelle k5“, in eurer Ateliergemeinschaft sehr wohl. Ihr habt mich mit viel Symphatie und Neugier in euren Kreis aufgenommen. Herzlichen Dank an Rolf, Tobias, Gabi und an dich, der auch soviel koordiniert und geplant hat! Ich hatte auch den Eindruck, dass alle sich bei dir absolut wohl fühlen.
Darf man Kritik einfach so äußern, um der Wahrheit willen?
Diese Frage beschäftigt mich auch sehr.
Was bringt den Menschen in seinem Tun weiter?
Ist es besser, eine Arbeit des „Menschen Künstler“ willen (also um ihn nicht zu verletzten), nicht zu kritisieren und lieber zu loben und zu schweigen wo man eigentlich kritisieren würde?
Versteht jeder das Schweigen als Kritik und hinterfragt sich selber?
Und ist es nicht unfair von uns, unsere Kritik zu verschweigen? Denn wie soll der Angeschwiegene weiterarbeiten? Er hat ja gar keinen Anhaltspunkt, in welche Richtung das Schweigen geht?
Ich persönlich möchte statt eines Schweigens lieber Kritik, mit der ich mich auseinandersetzen kann. Sicher, mitunter tut Kritik weh! Aber damit muß ich als Künstler klar kommen, denn es ist mein Beruf.
Dann kommt es natürlich auch darauf an, von wem ich die Kritik erhalte und ob ich sie annehme. Kritik ist auch ein Lob. Das Lob, das jemand es für Wert hält, sich mit meiner Arbeit auseinander zu setzen und Zeit aufwendet, mit mir diese Auseinandersetzung zu teilen.
Ich kritisiere in zwei Situationen:
1. Wenn mir Menschen wichtig sind
2. Wenn sie meine Schülerinnen / Schüler sind oder mir Arbeiten zeigen, mit der Intension etwas von mir dazu zu hören
Wie emfpindet ihr das?
