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Siziliens nördliche Küste von Caronia nach Patti – Zeichnungen von Susanne Haun

Sizilien, 1.9.2017:

Ein ruhiger Tag sollte es heute werden. Ein Tag zum Erholen. Es wurde jedoch wieder ein sehr aufregender und vor allem langer Tag. Die Strecke entlang der Küstenstraße von Caronia nach Patti ist abwechslungsreich, 78 km lang und laut Navi in 1 Stunde und 56 Minuten zu befahren. Wir ließen uns treiben, hielten an, wo es uns gefiel und brauchten 7 Stunden und 30 Minuten.

Als erste Station hielten wir am Steinbruch Torrenova, der an einem vollkommen trocknen Flussbett liegt. Es hat etwas trauriges, Boote auf dem Trocknen zu sehen. Es war schon 13 Uhr herum und um die 30 Grad. Die Hitze verstärkt das deprimierende aber doch faszinierende Bild.

 

 

Capo d’Orlando ist ein Küstenstädtchen mit einem langen Strand inklusive der gleichnamigen Promenade. Wieder fragten wir uns, warum die Menschen so dichtgedrängt in Cefalú liegen, während es hier einen kilometerlangen Sandstrand, nette Cafés und Bars gibt und jeder Platz zum Atmen hat. Das Ende der Promenade krönt ein kleiner roter Leuchtturm. Ich bin kein Strandmensch und mir reichten die 1 ½ Stunden Aufenthalt dort. Wir beobachteten einige Touristen beim Schnorcheln zwischen den Steinen und ich aß ein leckeres italienisches Eis. Für uns sind die sizilianischen Preise sehr erschwinglich, Espresso um 1 €, Cappucino um 1,50 €, frisch zubereitetes Panini um 3 €. Für eine riesige Tüte Eis mit zwei Sorten zahlte ich um die 2 Euro. Unnötig zu erwähnen, dass in Cefalú alles doppelt bis dreifach so teuer ist.

 

 

Richtig gut hat mir das Örtchen Gioiosa Marea gefallen. Es hat einen leicht morbiden südländischen Charme. Ein wenig stelle ich mir so Nizza vor, das ich noch nie besucht habe, von dem ich aber eben genau diese Vorstellung habe. Die Balkons sind grün schmiedeeisern, die Straßen werden von Palmen gesäumt. In den Bars drehen sich die Deckenventilatoren und die Servietten stecken in Martinihaltern. An den Plätzen plätschern Brunnen.

 

 

Weiter geht es nach Patti. Dort wollte ich vor allem wegen den Ausgrabungen einer griechischen Stadt aus dem 3.Jhd. hin. An einem riesigen Parkplatz ist Endstation. Wir wundern uns über die Vielzahl an Menschen und die touristische Aufmachung. Und das alles wegen einer Ausgrabungsstätte? Vom Parkplatz werden wir mit dem Bus zum Santuario della Madonna Nera gefahren. Ihr könnt euch den dort herrschenden Rummel nicht vorstellen! Überall Buden mit Heiligenbildern, Nüssen, Gummibärchen und Magneten für den Kühlschrank, sprich Tinnef! Es ist der Marienmonat September und die Kirche ist das Ziel zahlreicher Pilger. Fast hätten wir die Ausgrabungsstätte Tyndaris aus den Augen verloren, aber ein kleiner Pfeil mit dem Ikonogramm für Ausgrabungsstätten wies uns den Weg und wir kamen kurz vor Toresschluss dort an. Welch eine Ruhe hier im Gegensatz zum Marien-Pilger- Getümmel herrschte, mit nur noch wenigen anderen schauten wir uns das interessante Gelände an. Für mich neben Gioiosa das Highlight des Tages. Nach den Griechen haben die Römer die Stadt ausgebaut fiel sie schon im 1.Jhd. n.C. einem Erdrutsch zum Opfer und wurde im 9.Jhd. von den Arabern vollständig zerstört. Egal, wer dort zu welcher Zeit wohnte, der Ausblick ist grandios.

Zurück haben wir die Strecke auf der Autobahn zurückgelegt. Die verläuft gerade einige Etagen höher an der Küste entweder auf sehr hohen Brücken oder durch den Fels entlang, so dass sich die Rückreisezeit auf eine gute Stunde verkürzte.

Die Temperatur in Sizilien ist nicht einfach. Die Saison endet Mitte September, die Sehenswürdigkeiten haben dann entweder geschlossen oder stark verkürzte Öffnungszeiten. Der sommerlichen Hitze von ca. 30 Grad ist somit nicht wirklich auszuweichen. Gut sind die Nachmittagsstunden von 16 bis ca. 19 Uhr für Besichtigungen. Danach wird es schon dunkel.

 

 

 

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