Gestern haben wir im Grundkurs Mentorium Architektur das Kanzleramt in Berlin umrundet.
Ich mochte das Bauwerk schon vor unserer Umrundung aber jetzt bin ich vollständig überzeugt von dieser Architektur. Es ist traurig, dass ich erst 17 Jahre nach Baubeginn und 13 Jahre nach Fertigstellung einen geschärften Blick auf das Gebäude geworfen habe. Aber wie sagt der Volksmund so schön? „Besser spät als nie“.
Die Vorderseite des Gebäudes ist uns allen bekannt, liebevoll wird das Kanzleramt „Waschmaschine“ genannt. Ein großer Würfel umschliesst einen Zylinder. Dieser Würfel wird von zwei niedrigeren,rechteckigen Quadern flankiert. So entsteht eine Art von Ehrenhof (franz. Cour d’honneur) für Staatsempfänge. Im ersten Stock öffnet sich der Würfel zu einem Balkon, der mit einem Baldachin aus Beton gekrönt ist. Auf dem Balkon stehen ovale Säulen, die in der Anordnung den Blick zum Zentrum des Balkons führen.
Staatsbesucher werden an dieser Stelle der Presse präsentiert. Die Architektur folgt der Funktion. Das Kanzleramt ist ausgesprochen fotogen. Waren früher die Gebäude „Kunsttherorielastig“, müssen sie heute in unserer Welt der Fotos bildnerische Höhepunkte setzen können.
Begeistert war ich von der Westseite des Kanzleramts. Dort habe ich sofort ein Foto einer Arbeit des Architekten und Konzeptkünstlers Gordon Matta-Clark vor meinem inneren Auge gesehen. Hier könnt ihr dem Link zum Foto folgen. Matta-Clark sägte unter anderem in den 1970ziger Abrisshäusern Schnitte und Durchblicke. Bis zum 23.8.2014 könnt ihr im Salon Dahlmann in Berlin die Ausstellung „Gordon Matta-Clark and Beyond Space Interventions“ betrachten (siehe hier).
