Im Moment geistert der Tod durch die Bloggerwelt. Aber geistert der Tod nicht immer in unseren Gedanken?
Im blauen Café im Beitrag „Dreiviertel“ (siehe hier) führten Ulli und ich ein Gespräch darüber, wann der Tod beginnt:
Susanne:
Ich denke, Ulli, das Sterben beginnt zu keiner Zeit, selbst bei Krankheit nicht. Denn das Wesen lebt und atmet und selbst bei größter Krankheit hängt das menschliche Wesen an der Welt, an dem Neuen und Altem. Wenn die Neugier und die Lust am Leben, der Haß, der Tratsch aufhören, dann ist der Mensch tod.
Und dann stirbt er oder sie…… lg Susanne
Ulli
Ich hoffe doch, liebe Susanne, dass der Hass und der Tratsch auch aufhören, wenn ich noch mitten im Leben oder im Dreiviertel angekommen bin, denn dies sind ja innere Haltungen, die man entwickeln kann- auch sehe ich das Sterben etwas anders, wir wissen, dass auf der biologischen Seite (dazu muss man nicht unweigerlich eine todbringende Krankheit in sich tragen), dass ab irgendeinem Zeitpunkt das Wachstum aufhört, zwar weiss man heute auch, dass sich Zellen viel länger neu bilden, als man noch vor 10/20 Jahren annahm, aber irgendwann lassen Sinnesorgane,Körperkräfte etc. nach,.Die chinesische medizin spricht vom Qui = der Lebenskraft, die verebbt. Für mich ist das Symbol hierfür das gelbe Blatt am Baum, das den bevorstehenden Sterbeprozess ankündigt … manche Menschen wissen ganz genau, wann ihr Zeitpunkt gekommen ist, ein schönes Beispiel hierfür ist der Film “Antonias Welt”.Indem ich Tod als ständigen Begleiter des Lebens wahrnehme und mir seiner bewusst bin und bleibe, umso lebendiger bin ich …
aber ich stimme dir auch zu, der Überlebenswille ist grösser, als wir ahnen und die Neugierde und die Lust am Leben sind wesentliche Faktoren, um gesund alt werden zu können und in Frieden und in Bewusstheit zu gehen …
herzliche Abendgrüsse und herzlichen Dank für deins
Ulli
Susanne
Guten Morgen, liebe Ulli,
ich möchte den Tod nicht “verleugnen” oder “wegdenken” aber ich möchte mich auch nicht von ihm beherrschen lassen. Die Kräfte des Körpers lassen nach – das ist keine Frage. Ob nun mit oder ohne Krankheit. Ich habe allerdings festgestellt, egal wie sehr mich meine Kräfte verlassen, egal wie krank ich bin, egal wieviele Schmerzen ich habe, es gibt immer etwas, womit ich mich und meine Gedankenwelt anregen kann. So kann ich das Leben bis zur letzten Neige leben.
Sicher – soziale Kontakte heute zu pflegen, auch bei Krankheit und Bewegungslosigkeit, ist viel einfacher durch die neuen Medien. Wir haben großes Glück, dass die Technik so weit fortgeschritten ist.
Ich kenne jedoch auch viele Menschen, deren einziger Antrieb Tratsch, Haß, Neid und die Wut ist. Gäbe es sie nicht, dann gäbe es keine Kriege. Ich versuche mich von diesen Menschen und ihrer negativen Energie fern zu halten. Sie kosten mehr Kraft als mein ganzes Studium.
Einen schönen Tag wünscht dir Susanne
In Mützenfalterins Blogbeitrag „Über den Tod“ (siehe hier) wird über die Frage des guten Todes diskutiert.
Was ist ein guter Tod?
Ich denke, ich möchte mit dem Tod kämpfen – ich habe diesen Kampf schon einmal erfolgreich gewonnen. Der Mensch ist stark. Er schafft oft mehr als man glaubt.
