Das Studienfach „Philosophie“ ist nicht einfach. Ich war in der Vergangenheit immer wieder nahe daran, mich von dem Fach zu trennen, habe mich dann aber zusammengerissen und mir gesagt: „Du schaffst das!“.
Ich kämpfe mit der Philosophie und ich denke, der Kampf, den ich mit der Philosophie führe, ist auch gleichzeitig der Eingang in sie.
Das Kunstgeschichtsstudium ist mir bisher sehr leicht gefallen. Ich habe inzwischen alle notwendigen Module für den Bachelor besucht und überlege mir schon das Thema meiner Abschlussarbeit. Aber Kunstgeschichte ist kein Mono-Bachelor. Das heisst, ich benötige ein Nebenfach, um den Abschluss zu erhalten.
Die Philosophie besitzt eine eigene Sprache, so wie jede Wissenschaft. Die Sprache der Kunstgeschichte ist mir durch meine Arbeit als Künstlerin geläufig. Die Sprache der Philosophie muß ich erst lernen. Da hilft viel lesen. So lese ich im Moment das Buch “ Philosophie im Zeitalter der Extreme“.²
Es ist ein Buch über die Aufgaben der Philosophie in unserer heutigen Zeit. Bisher habe ich eine vorphilosophische Welterfahrung. Feuerbach erklärte dazu: „Der Philosoph muß das im Menschen, was nicht philosophiert, was viemehr gegen die Philosophie ist, dem abstrakten Denken opponiert, der also, was bei Hegel zur Anmerkung herabgesetzt ist, in den Text der Philosophie aufnehmen. […] Die Philosophie hat daher nicht mit sich, sondern mit ihrer Antithese, der Nichtphilosphie“ zu beginnen.³
Was ist vorphilosophische Welterfahrung? Gramm spricht von Existenz, Leib, Praxis und dem Unbewußten, von Angst, Verzweiflung, Wahnsinn, Tod.
Sind das nicht auch die Themen meiner Collagen?
Das Blatt 4 arbeitete ich schon Ende 2012. Ich mag es, der Turm ist inzwischen erklommen, ich habe in den letzten zwei Jahren vieles erreicht, was ich mir damals vornahm.
Blatt 34 ist vor kurzem entstanden. Es hat den Titel „Entzückt verträumt“. Ich habe in einem der Fotoalben ein Foto mit einem Pantheon ähnliches Gebäude mit Tambourkuppel gefunden. Ist es ein Gebäude in Paris? Kennt jemand dieses Gebäude? In welcher Stadt befindet es sich?
In Blatt 34 ist meine Zukunft vor Augen. Ich bin nicht die Träumerin, die ich abbilde und doch bin ich es wiederum.
Ich werde in zwei Jahren sehen, wo ich stehe. Dieses Blatt birgt Vergangenheit und Zukunft. Ich habe überlegt, ob ich die linke Seite schwarz darstelle. Aber ich lasse sie lieber offen.
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²Gramm, Gerhard, Philosophie im Zeitalter der Extreme, Darmstadt 2009.
³Gramm, Gerhard, Philosophie im Zeitalter der Extreme, Darmstadt 2009, Seite 16.
