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Das reine Ich sowie zwei Nebelkrähen – Zeichnung von Susanne Haun

„“Ich“ ist ein allgemeiner Begriff, in dem nur enthalten ist, dass ein Sprecher in seinem Gebrauch auf sich selbst verweist.“²

 

Zwei  Nebelkrähen (c) Zeichnung von Susanne Haun
Zwei Nebelkrähen (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

In meinem Blog verwende ich grundsätzlich das „Ich“ auch meine Künstlerintention ist mit dem eigenen „Ich“ beschrieben. Denn in beiden verweise ich auf mich selber.

In meinen wissenschaftlichen Hausarbeiten für die Uni benutze ich auf keinen Fall das „Ich“. Meine Schlussfolgerungen in den Hausarbeiten sollen allgemeingültig sein und auf Forschungsergebnisse basieren.

Mit der verwendung des Wortes „Ich“ nach der obigen Definition, die auf Hegels „reines Ich“ zurückführt, kann ich nicht meine eigene Existenz beschreiben.

Ich finde es hier an dieser Stelle sehr schwer, Hegel nachzuvollziehen.

An dieser abstrakten Reinheit des Ichs nimmt Kierkegaard Anstoß.
„Die Existenz des Einzelnen ist das Dasein eines lebendigen Widerspruchs, „weil sich das Existieren nicht denken läßt und der Existierende doch nur denkend ist.“²

Ausschnitt zwei Nebelkrähe (c) Zeichnung von Susanne Haun
Ausschnitt zwei Nebelkrähe (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich glaube dem Buch zu entnehmen, dass eine Gegenüberstellung der Positionen der „Identität von Sein und Denken“ und „dem konkreten Interesse des Existierenden an sich und seinem In-der-Welt-Sein“ vorgenommen wird.

Mit diesen Überlegungen im Kopf habe ich meine Selbstportrait Collage rein zeichnerisch ohne ein Foto begonnen. Ich begann mit dem Gegenüberstellen der beiden Ichs. Meine Selbstportrait Collage ist 65 x 50 cm groß. Sie fällt gegenüber den 50 Einzelblättern der Größe 25 x 25 cm schon durch ihre Größe aus dem Rahmen.

 


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²Gamm, Gerhard, Philosophie im Zeitalter der Extreme, Darmstadt 2009, Seite 29 – 30.

13 Kommentare zu „Das reine Ich sowie zwei Nebelkrähen – Zeichnung von Susanne Haun

  1. Quoth the Raven: „Nevermore!“, evorzierte er beim ersten Blick, aber beim zweiten Blick waren es „nur“ Nebelkrähen, wie die Kritiker seinerzeit auch Poe als „besoffene Näbelkrähe“ karikierten. Der Borderliner Poe musste sich aber auch immer mit allem anlegen, was damals in der Literatur Rang und Namen hatte.

    Nebelkrähen sind auch schöne Tiere, Jenseitsboten, Wanderer zwischen den Welten. Er bedankt sich und hinterlässt einen ganz lieben Gruß, Sven 😉

    1. Danke für deine Worte, Sven.
      Es gab doch eine Verfilmung von einem Poe, ich vergaß in welcher Verfilmung genau, da sprach eine Krähe (war es in menschlicher Gestalt Christopher Lee?) „Paß bloß auf!“.
      Diese Worte waren und sind ein Familienspruch bei uns geworden.
      Einen lieben Gruß von Susanne

      1. Ich glaub, es war Boris Karloff in dem Film von Roger Corman: „Der Rabe“. Die Hauptrolle spielen Vincent Price und Peter Lorre. Ein Dreamteam in 8 Poe-Verfilmungen. Unvergleichlich in ihrem schwarzen Humor und ihrer poeschen Atmosphäre. Den Film hau ich mir jetzt zum Frühstück rein, muss auf „Hermes“ warten: Bringt neues Netzteil. Mein PC friert ständig ein, sogar im abgesicherten Modus und mit Knobbix :/

        Lieben Gruß zurück von Sven

        1. Danke, Sven, stimmt, Boris Karloff! Ich hoffe, du hattest viel Freude beim „Frühstücksfernsehen“.
          Ich werde gleich heute morgen eine Collage arbeiten, sie schwirrt mir schon die gesamte Zeit in meinem Kopf herum.
          Einen schönen Mittwoch Morgen von Susanne

  2. Liebe Frau Haun, Sie haben die Nebelkrähen wundervoll getroffen. Ich liebe diese intelligenten, mitunter verschlagenen Tiere, die ihrem Charakter stets treu bleiben; anders übrigens als viele „Krähen unter den Menschen“. lg_jochen

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