Vergänglichkeit · Zeichnung

Das verschwinden eines Menschen – Zeichnung von Susanne Haun

Menschen verschwinden mitunter einfach. Sie werden kleiner, schmaler und das Charisma der Jugend und die Weisheit des Alters sind irgendwann einfach weg. Sie verlassen diese Welt langsam, fast unbemerkt.

Ich habe einmal davon in einer Geschichte von einer lateinamerikanischen Autorin gelesen. Ich habe Buch und Name der Autorin vergessen. Erst jetzt, wo ich es selber miterlebe, weiß ich, was die Autorin meinte.

Das Alter - Zeichnung von Susanne Haun
Das Alter – Zeichnung von Susanne Haun

20 Kommentare zu „Das verschwinden eines Menschen – Zeichnung von Susanne Haun

  1. Als ich mich heute in der Vorbesprechung meiner Hüft-OP Mitte Juni sehr darüber freute, dass die Zimmer der Klinik mit WLAN ausgestatten sind, guckte mich die Assistentin des Orthopäden groß an und meinte: „Das ist aber sehr erstaunlich, das ist noch nie passiert, dass eine Frau Ihres Alters sich nach einem Internetanschluß im Krankenhaus erkundigt hat, und sich dann auch noch so darüber freut.“ 😀

  2. Großartiges Bild. Besonders die in eine ganz eigene (innere?) Welt gerichteten Augen erzählen diese Geschichte vom langsamen Verschwinden eines Menschen.

      1. Das ist wirklich ein anderer Kontext, Susanne. Ich hatte bei deinem Bild und den Zeilen dazu an einen dementen Menschen gedacht, der langsam ins Vergessen gleitet, bis er schließlich ganz verschwindet.

        1. Ja, Maren und ich meinte auch den Zustand der Krankheit im hohen Alter. Nicht unbedingt speziell die Demenz aber sie gehört dazu. Auch andere Krankheiten sind so schlimm, dass schon das Aufstehen und Anziehen eine so große Kraftanstrengung kostet, dass es ein Termin auf dem Tagesablauf ist.

  3. Man wird sich beim Verschwinden eines nahe stehenden Menschens seiner eigenen Endlichkeit bewußt, was bei mir bewirkt fester im Leben zu stehen, geerdet zu werden.
    Liebe Grüße Volker

    1. Nein, Volker, ich bin mir meiner eigenen Endlichkeit eher am eigenen Körper bewusst. Ich lebe mit diesem Gedanken nicht fester aber bewusster und mit mehr Respekt vor dem Leben. Mit dem Bewusstsein meiner eigenen Endlichkeit kann ich das kleine Glück und die Freude am Wissen intensiver wahrnehmen.
      Das Verschwinden eines Menschen erfüllt mich mit großer Traurigkeit, mit einer größeren Trauer als der plötzliche Tod, also das plötzliche Ende. Es scheint mir grausamer.
      Liebe Grüße von Susanne

  4. Ein bedeutender Antrieb des Menschen ist das beachtet – nicht vergessen werden.
    Ich stelle mir meine Lieblingstante vor und meine Erinnerung verblast immer mehr
    Meine Oma ist vor 37 Jahren gestorben , sie ist eigentlich fast vergessen, es gibt noch 7 Menschen die sie gekannt haben.
    Das stimmt mich melancholisch

    ich suche gerade nach einem schönen, anrührenden mittelhochdeutschen Vers bei dem es um das Vergessenwerden geht, er stand in der Todesanzeige von einem Freund der mit 25 verstorben ist.

    1. Auch hier wieder. Ich meine verschwinden nicht vergessen.
      Ich halte die Kinder für die Unsterblichkeit. Ohne meine erste Urahnen und meinen ersten Urahnen wäre ich nicht. Also sind sie unvergessen.
      Mein Sohn erinnert sich noch bis zu seiner Urgroßmutter zurück. Aber die Geschichten um die Familie, die gehen weiter in die Vergangenheit.
      Ich hoffe, du findest die Todesanzeige und erinnerst dich.

      1. …beim googeln bin ich nicht weitergekommen
        Aber das Verschwinden eines Menschen von dem du schreibst ist doch ein Vergessenwerden zu Lebzeiten. Oder ist das mehr so ein Art Auflösung, dass der Mensch sich immer mehr zurückzieht, stiller und kleiner wird. Aber das Verschwinden klappt doch dann nur wenn sich keiner mehr für den Menschen interessiert.

        1. Nein, Martin, auch wenn es nicht auf meine Mutter bezogen ist, Verschwinden und Vergessen sind unterschiedliche Vorgänge.
          Es kann auch jemand verschwinden, für den die ganze Welt sich interessiert.

  5. und es gibt Menschen, die schon zu Lebzeiten vergessen sind, wie du schreibst
    und das ist richtig traurig oder auch etwas besonderes wenn diese Menschen nicht mehr in diesem Theater „bitte um Beachtung“ mitspielen wollten

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