Susanne Haun

Null = Schweigen? – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 1. Dezember 2015

“Wenn wir schweigen, werden wir unangenehm, wenn wir reden, werden wir lächerlich” aus Herta Müllers “Herztier”.

Im Sommer las ich Herta Müllers Herztier und gestern fand ich dieses Zitat auf Jutta Reichelts Blog.

Natürlich werde ich nicht nur von Jürgens Zeichnungen zum Jahr Null inspiriert sondern auch von meinem restlichen Umfeld. Schon gestern (siehe hier) deutete ich an, dass ich die mundlosen Gesichter als „Schweigsamkeit“ deutete. So kombinierte ich Jürgens letzte Zeichnung mit Herta Müllers Zitat zur Schweigsamkeit.

 

Das Jahr Null 30.11.2015 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das Jahr Null 30.11.2015 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

18 Antworten

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  1. wholelottarosie said, on 1. Dezember 2015 at 18:28

    Man kann auch redend schweigen….
    LG von Rosie

    • Susanne Haun said, on 2. Dezember 2015 at 07:55

      Ja, Rosie, es gibt Menschen, die entwickeln darin eine ware Meisterschaft! Liebe Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit von Susanne

  2. Ulli said, on 1. Dezember 2015 at 18:43

    Schweigen heisst nicht reden, dennoch ist der ganze Mensch da, Kommunikation findet ja nicht nur mit der Rede statt und gerade wenn eine/einer schweigt kann da sehr viel anderes sein- also ist für mich Schweigen nicht Null- deine Überschrift trägt ja ein Fragezeichen, deswegen traue ich mich dies so zu schreiben und dir zu senden …
    herzlichst
    Ulli

    • Susanne Haun said, on 2. Dezember 2015 at 07:58

      Du hast recht, Ulli, ich frage mich gerade, was Schweigen überhaupt bedeutet. Es kann natürlich auch „stiller Protest“ bedeuten und bei den meisten Leuten ist es Hilflosigkeit und Angst. Ich begreife es noch nicht so recht, denn meistens ist das Reden über Probleme besser als das Schweigen. Macht man mit dem Schweigen nicht mehr kaputt als mit dem Reden?
      Liebe Grüße von Susanne

      • Ulli said, on 2. Dezember 2015 at 08:31

        guten Morgen, liebe Susanne, Schweigen hat ja auch so einige Gesichter, es gibt das beredte Schweigen, das trotzige, das aus Angst oder Scham und es gibt das stille Schweigen- dies mit einem Menschen teilen zu können gehört wohl auch wieder zu den höheren Küren …
        gerade dachte ich noh einmal über die Null nach- ich denke, dass man sie kaum darstellen kann, ohne einen Zweifel, ich sehe die Horizontale vor mir, in der Mitte steht die Null, nach links geht es richtung minus 1, nach rechts zu plus 1, also wieder: ab hier ist alles möglich, aber genau dort sehe ich nur ein weisses Blatt. Ich bin wirklich gespannt wohin euch das noch führen wird*
        herzliche Grüsse, hab einen guten Tag
        Ulli

        • Susanne Haun said, on 4. Dezember 2015 at 08:23

          Liebe Ulli,
          ja, auch ich bin gespannt, wo es hinführt. Heute wird die Kommunikation zwischen Jürgen und mir besonders intensiv sein. Ich bin gespannt, was du sagst.
          Ich habe auch immer wieder diesen Zahlenstrahl gesehen.
          Liebe Grüße von Susanne

  3. juttareichelt said, on 1. Dezember 2015 at 21:30

    Liebe Susanne, mir gefällt so vieles an dieser Zeichnung! Dass und wie du dieses Zitat aufnimmst und dadurch neue Bewegungen und Gedanken entstehen. Und ich finde auch dieses Bild als Ausdruck für eine bestimmte Art des Schweigens sehr stark. Ich grüße dich sehr herzlich!

    • Susanne Haun said, on 2. Dezember 2015 at 07:59

      Liebe Jutta, danke für deine Worte. Es ist ein Schweigen, obwohl man viel sagen könnte.
      Dir auch liebe Grüße und ich freue mich über unsere gegenseitige gedankliche Befruchtung.

  4. Björg Volquardsen said, on 1. Dezember 2015 at 22:37

    Achtung, bei Müller ist es die Erfahrung mit dem totalitären Regime. Gestopfte Münder sehe ich da. Aber wo eigentlich?

    • Susanne Haun said, on 2. Dezember 2015 at 08:00

      Gestopfte Münder gibt es in der kleinsten organisatorischen Einheit: Familie und es gibt sie auch in der größten organisatorischen Einheit: Weltpolitik!

      • Björg Volquardsen said, on 2. Dezember 2015 at 15:43

        Nur, dass die einen mit kleinen oder großen Annnehmlichkeiten und die anderen mit der Faust oder Schlimmerem zum Schweigen gebracht werden. Umso wertvoller ist es, jemandem, die die Sprache dagegen immer wieder findet, zuzuhören.

        • Susanne Haun said, on 4. Dezember 2015 at 08:34

          Ja, das hast du recht. Hast du Herztier von Herta Müller gelesen? Das Ausmaß der Unterdrückung ist zwischen den Zeilen und auch sehr direkt spürbar.

          • Björg Volquardsen said, on 4. Dezember 2015 at 18:59

            Nein, aber ich habe sie mal beim Mittagessen zusammen mit Oskar Pastior erlebt und ihre Gedichtkollagen kennengelernt.

            • Susanne Haun said, on 7. Dezember 2015 at 18:23

              Das war bestimmt ein Erlebnis, dass du nicht so schnell vergisst.

              • Björg Volquardsen said, on 8. Dezember 2015 at 21:15

                Was ich nicht vergesse, ist das Anagramm „Jalousien aufgemacht, Jalousien zugemacht“ von Pastior, der ja mit dem Regime verstrickt war. Dieser zarte liebenswerte Mann!

                • Susanne Haun said, on 10. Dezember 2015 at 07:41

                  Ja, Björg, das ist ein gutes Anagramm, einfach und bildlich perfekt vorstellbar.

  5. […] hat Susanne Haun zu dem Zitat eine Zeichnung angefertigt, die Teil ihres Projektes “Was geschah im Jahr Null?” ist und wiederum das […]


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