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Diskussion: „Existiert die Kunst nur, wenn sie im Blog oder auf Instagram gezeigt wird?“

Atelier Susanne Haun, Sortierung Radierungen für Werkverzeichnis (c) Foto von Michael Fanke, VG Bild-Kunst, Bonn 2024

Atelier Susanne Haun, Sortierung Radierungen für Werkverzeichnis (c) Foto von Michael Fanke, VG Bild-Kunst, Bonn 2024

Atelier Susanne Haun, Sortierung Radierungen für Werkverzeichnis (c) Foto von Michael Fanke, VG Bild-Kunst, Bonn 2024
Atelier Susanne Haun, Sortierung Radierungen für Werkverzeichnis (c) Foto von Michael Fanke, VG Bild-Kunst, Bonn 2024

Die Antworten auf meiner Frage nach der Existenz der Kunst möchte ich gerne festhalten.

„Ich würde das nicht mal auf die Medien eingrenzen: Existiert Kunst nur, wenn sie einen Betrachter hat, also gezeigt wird? Ist das Schaffen Kunst oder aber das Interpretieren? Waren Gaugins Bilder schon Kunst, als sie noch auf dem Dachbboden eines Gemüsehändlers lagen oder erst, als sie ins Museum kamen? Wie ist das mit Bildern von Max/Klara Müller?“
Sandra von Siebenthal

Danke für dein Feedback, Sandra. Kunst braucht ihre Betrachter*innen. Ich würde sogar soweit gehen, dass sie auch eine gelungene Präsentation benötigt. Kunst die im Keller, unter dem Bett oder eben auf dem Dachboden eines Gemüsehändlers lagert ist zwar schon Kunst, ungesehne und zum Teil vergessene Kunst. Das diese Kunst jedoch die Generationen überdauert, das ist wohl eher ein Glücksfall.

„Eine gute Frage, Susanne! Natürlich existiert Deine Kunst auch ohne Veröffentlichung. Du könntest sie auch unterm Bett verstecken – sie wäre weiter in der Welt. Doch für den Betrachter ist sie dann unsichtbar. Solange bis Du sie doch zeigst oder wir unter Dein Bett kriechen.“
Dominique Hensel

Die Frage ist, liebe Dominique, ob Kunst, die unter dem Bett lagert die Generationen überdauert. Das ist jedoch wieder eine andere Frage. Wie ist „unsichtbare Kunst zu bewerten? Du merkst, das Thema gärt in mir.

„(…) Und nein, ich würde nicht sagen, dass die Kunst nur existiert, wenn sie im Blog oder auf Instagram gezeigt wird… ; )
Liebe Grüße, Hannah
PS So, wie deine Bilder entstanden sind (jenseits der Blog und Instagram-Welten) konnten sie liebevoll, sorgfältig und in aller Ruhe angefertigt werden und heranreifen, vielleicht sogar gerade, weil sie jenseits der digitalen Welten ins Leben gerufen wurden und eben nicht gleich abphotographiert und im Internet ausgestellt wurden, würde ich meinen…“
Hannah Buchholz

Ja, liebe Hannah, es ist sehr entspannend zu arbeiten, ohne auf „Instagrammability“ zu achten. Ich habe es sehr schätzen gelernt.

„Natürlich wünsche ich mir, dass sie persönlich gezeigt werden kann, aber ich freue mich auch, dass ich über Instagram Arbeiten von Menschen sehen kann, die keine Ausstellungsmöglichkeiten haben oder soweit weg sind, dass ich dort nicht hin kann. Ich würde hier also keine entweder oder Entscheidung treffen. Lg Andrea“
Andrea Krämer

Ja, Andrea, real ist immer besser hat aber weniger Reichweite, während das digitale die Authentizität und Haptik verliert. Gibt es in deinem Atelier Kunstwerke, die du weder real noch digital zeigst?

„Jede Menge, ich hätte übrigens derzeit keine Idee, was ich in einem Werkverzeichnis hinterlegen würde. Nicht jeder Druck ist ein Kunstwerk.😅“
Andrea Krämer

Das ist der Vorteil eines Werkverzeichnisses, dass du selbst als Künstlerin erstellst: du kannst auswählen, was in das Werkverzeichnis gehört.

„Die digitale Welt ist unheimlich, es gibt viel zu viele Fälschungen.Kunst sollte mehr gefördert werden, es gab vor Jahren die Juryfreie Kunstausstellung, sie gab auch unbekannten Künstlern die Möglichkeit ihre Arbeiten zu zeigen. Auf der FBK (so hieß die Ausstellung damals) gab es einen Basar 99, da haben Künstler graphische Arbeiten für weniger als 100 DM angeboten, das war für viele Besucher der Einstieg für eine Kunstsammlung. Ich wünsche Dir mit Deinen Arbeiten viel Erfolg.🌲🌞🌲“
Jörg P. Anders

Danke, Jörg. Ja, eine freie Kunstausstellung wäre eine feine Sache. Auf manchen Kunstmärkten kann man solche Perlen heute noch mitunter finden. Ich wünsche dir ein besinnliches Weihnachtsfest, herzliche Grüße von Susanne

Wenn ich Kunst in der realen Welt mache, existiert sie, überall, wo man sie wahrnehmen kann. Dabei kann die Kunst analog oder digital sein. Und sie existiert zuerst für mich und wenn ich sie anderen Menschen zeige, ob an Galeriewänden, im Stadtraum oder in sozialen Medien, nehmen sie hoffentlich auch andere Menschen wahr und machen ihre eigenen Erfahrungen damit 😇
Annebaerlin

Das hoffen wir alle, Anne. Wichtig, dass du erwähnst, dass die Kunst zuerst für uns Künstler*innen existiert. Ein schönes Weihnachtsfest für euch!

NÖ. Kunst ist allgegenwärtig – es ist für mich eine Art der Betrachtung – Kunst muss nicht vom Mensch geschaffen sein. Ist es nicht wichtig das die Kunst bewahrt und nicht reglementiert wird?
Christian, Sampor Kaffee

Ja, Christian, das ist ein sehr wichtiger Aspekt. Leider ist das mit dem Bewahren schon ein Problem. Nach dem Tod von Künstler*innen sind die Erb*innen in der Regel schon überfordert. Wo die Kunst aus dem Atelier lagern? Wie kann dieser Nachlass verkauft, ausgestellt und in Museen etc. untergebracht werden?
Deshalb rege ich dazu an, Werkverzeichnisse zu erstellen. Nicht nur, um den Erb*innnen das Leben zu erleichtern, sondern auch um als Künstler*in einen Überblick zu erhalten.
Nun zur vom Menschen geschaffenen Kunst. Laut unserem Urheberrecht liegt nur dann Kunst vor, wenn sie von Menschen geschaffen wurde. Nicht von Tieren und vor allem nicht von einer KI. Was zu diskutieren wäre. Denn die KI unterstützte Kunst entsteht durch eingabe von einem Promt.
Viele Grüße und danke für deine Antwort, Susanne

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