Mein Fotoapparat – Zeichnung von Susanne Haun

Gestern schrieb Tina zu meinem Selbstportrait vor dem Spiegel, dass ich mich sehr ehrlich betrachte.

Diese Ehrlichkeit ist mir sehr wichtig, denn ich darf jede Linie meines Gesichts zeichnen und jede Linie erzählt meine Geschichte – im Gegensatz dazu möchten manche Modelle ihre Geschichten (Falten) für sich behalten. So geniesse ich es, meine Falten zu malen.

Die beiden heutigen Selbstportraits sind noch schonungsloser als die gestrigen. Ich male Portraits gerne mit einem Gegenstand des Models, den er besonders schätzt oder der ihn näher beschreibt.

Dabei diente mir schon vor Jahren das Bild „Der Kaufmann Georg Gisze“ von Hans Hohlbein des Jüngeren als Inspirationsquelle. Die dort abgebildeten Gegenstände des Kaufmanns geben Aufschluss über seine Person und der Betrachter erhält mehr Informationen.

Es ist nicht einfach für den Portraitierten „seinen“ Gegenstand zu finden. Meine Modelle brachten mir Olivenöl, Handy, Schuhe, die eigene Frau und vieles mehr mit. Ich bin immer schon sehr gespannt, mit welchen Gegenständen sich mein Modell identifiziert.

Ich hatte heute die Kamera eher zufällig in der Hand – Akku alle. Ich fotografiere aber extrem viel, was im Zeitalter der digitalen Kameras ja auch preiswert und gut möglich ist. Ich mache eher Schnappschüsse viele unscharf und unüberlegt von der Komposition. Diese Schnappschüsse meiner Familie und Freunde verarbeite ich Weihnachten in einen Fotokalender und schenke sie den betroffenen.

2 comments

  1. Hallo Susanne,

    ja ja, die Abrechnung ende des Jahres – schonungslos für die Betroffenenen – aber immer wieder schön betroffen worden zu sein…
    Man muss aufpassen Susanne sitzt auch manchmal Abends auf einem Baum vor dem Fenster, für ein gutes Foto tut sie alles :))

Kommentar verfassen